Erntefluch und Erntedank

„Hach, so ein Garten ist ja was Schönes!“.

Höre ich andauernd. Natürlich nur von Leuten, die keinen Garten haben! Oder von Rentnern mit Garten. Oder Rentnern ohne Garten, die aber mal einen hatten. Oder von Leuten, die meinen, einen Garten zu haben, aber in Wahrheit drei grüne Handtücher um ihr Eigenheim herum bepflanzen und hegen müssen…

Ja, So ein Gemüsegarten ist was tolles. Also in der Fantasie. Die eigene Familie mit selbst gezogenem Gemüse und Kräutlein versorgen zu können und wenn man die Freundin besucht, ach, da lustwandelt man vorher mal kurz durch die bunt wogende Blumenpracht im eigenen Garten und pflückt einen superschönen Gartenstrauß zusammen als Ode an die Natur und die Freundschaft zur Freundin. Von wegen!

Meine Blumenbeete sind alle mit Tieren befallen. Klebrige schwarze Läuse! Während ich diese inspiziere, krabbeln Armadas (Plural von Armada, also vielleicht auch Armaden, Maden mit Ar- vorne dran, was weiß denn ich, viele jedenfalls!) meine Beine und Arme hoch. Beißen mich. Einen Blumenstrauß pflücke ich nicht. Gut, in den kurzen Wochen, wo der Flieder blüht, pflücke ich Flieder. Und ich pflücke Forsythie an Ostern. Und eine Woche im Frühjahr ist auch ne gute Zeit für Pfingstrosen. Aber der Traum von Blumensträußen aus dem eigenen Garten ist schon mal ein Fail.

Gemüse. Hach ja. Ernten, erntefrisch genießen und so. Toll, oder? 90% Arbeit, 10% Ernten. Das ist die Wahrheit.

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10% des Gärtnerlebens besteht aus diesem Anblick

Wir haben ein Gewächshaus, das alle drei Tage gegossen werden muss und eigentlich wie ein Haustier ist, das Tomaten abwirft. Verreisen wir, muss da also jemand ran. Ebenso an den Wasserschlauch, wenn eine tagelange Dürre angesagt ist. Nach der Arbeit abends rammelste hin. Gießen. Hegen, Pflegen, hochbinden, Vergeilungstriebe abknipsen. Sowas.

Und der Ertrag? Nun ja. Die Gurken spinnen. Eigentlich immer! Erst knallen sie Früchte raus, als wöllten sie floratechnisch die Weltherrschaft an sich reißen und dann ist Ruhe im Schacht. Heißt, wir haben innerhalb dreier Wochen zwanzig Gurken geerntet und Gurkensalat, Schmorgurken, zu verschenkende Gurken und vergammelte Gurken im Angebot gehabt und nun trocknen unsere zwei Gurkenpflanzen müde vor sich hin. Spinnenbefall haben wir auch an denen. Wie in jedem Jahr. Hässliche weiße Netze. Klebrig. Eklig.

Sollzustand

Kartoffelacker Sollzustand

Istzustand

Kartoffelacker Istzustand

Tomaten stehen da auch rum. Eine der vier Pflanzensorten schmeckt sogar. Aber die Schnecken finden das auch. Ich will nicht von Schnecken angeschlabbertes Gemüse essen!

Die Schnecken sind auch überall. Ü-ber-all! Neulich habe ich einen groben Garten-Anfängerfehler begangen: Ich bin mit nackten Füßen in meine Gummistiefel geschlüpft. Tja, sagen wir mal so: Ich war danach wach! Sehr! Denn ich schlupfte barzehig mittig in eine Nacktschneckenclique hinein.

Jetzt haben wir Zucchinischwemme. Was macht man damit? Zucchinikuchen, Zucchinibrot, Zucchinipuffer? Kann man. Mein Tipp für die armdicken Zucchinis ist, sie nach diesem Rezept hier zu allerfeinstem Relish zu verarbeiten und im Herbst aufzuschlabbern oder zu verschenken und tosenden Applaus dafür einzufahren! (Wenn ihr dem Link folgt seht ihr, dass ich bereits 2014 frenetisch begeistert bei diesem Blog kommentiert habe und schwöre, das Zeug ist ein echtes Rauschmittel! Unbedingt probieren! Und auch Antje´s ganzen Blog lesen an der Stelle, wenn ihr schon mal dorthin surft.).IMG_2701

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Außerdem liebe ich Zucchini als Antipasta. In daumendicke Scheiben schneiden und mit Olivenöl, Kräuter der Provence und Salz/ Pfeffer einreiben. Scharf anbraten auf einer Seite, wenden. Dann auf jede Zucchinischeibe je eine Scheibe Parmesan legen. Deckel auf die Pfanne, ausschalten, stehen lassen. Schmeckt traumhaft! Und zwar am besten lauwarm.

Oder mariniertes Gemüse mit Zucchini. Die Dinger nebst Champignons und Zwiebeln und Knoblauch (wer mag) anbraten, in eine Schüssel umschütten. Olivenöl, eine kräftige Prise Zucker, Salz, Pfeffer, je ein Zweig Rosmarin und Thymian dazu. Wer mag noch einen kleinen Schuss Weißweinessig. Einen Tag durchziehen lassen, fertig! Warum es für beides keine Fotos gibt? Nun, ratet mal.

Beerensträucher sind wirklich was Schönes! Wir haben schwarze, rote, weiße Johannisbeeren, Stachelbeeren, Brombeeren und Himbeeren. Mit den beiden letzteren habe ich überhaupt keine Arbeit. Da stehen meine drei Jungs artig davor und ernten die direkt in ihre Münder. Die anderen werden alle zur selben Zeit reif und da heißt es schnell sein und vierzig Kilo Gelierzucker und zweihundert leere Marmeladengläser vorrätig zu haben. In diesem Jahr habe ich die Beeren erst in Gefrierbeutel geerntet und gedacht, ich froste das und koch das ein, wenn ich irgendwann mal Lust und Zeit habe! Aber nee, der Frost ist noch voller Rhabarber, bei dem ich mit der selben Denke an die Ernte rangegangen bin…

Also kochen.IMG_2671

Wäre ein super Instagramfoto, nicht wahr? Wow! Weiße Johannisbeeren. Aber die sehen als Solo-Gelee aus wie fest gewordenes Bier. Nä! Also werden sie zusammen mit den Stachelbeeren zerkocht.IMG_2673

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Am Ende kommt auch nur wieder eine rote Marmelade raus und ich stelle die nächsten acht Gläser mit irgendeiner roten Marmelade in den Keller zu den anderen vierhundert Kollegen. Ich habe noch Holunder von 2014 und 2013. Johannisbeere von 2013 fortfolgende, Pflaume mit Zimt, Pflaume mit Kardamom, Kiwi mit Dings und Quitte mit Das… ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, was ich da unten in diesem Keller noch habe. Und es kommt ständig was neues dazu! Kein Mensch kann so viel Marmelade essen.

Obstbäume sind doch aber was Schönes, oder? Nein. Ich habe einen Pflaumenbaum, einen Apfelbaum und zwei Kirschen. Entweder tragen die Bäume gar nicht oder sie tragen und wecken wilde Hoffnungen in mir, nur um im entscheidenden Erntemoment zu sagen „Püh!“, und alles abzuwerfen kurz vor Reife. Oder – im Falle der Kirschbäume – wunderprächtige Früchte zu produzieren, die alle, alle, alle von Maden befallen sind (nein, ich will mir auch mit Maden nicht mein Obst teilen). Und dann hängen auch noch zwei bis zehn Kilo in schwindelerregender Höhe rum, die sowieso kein Mensch ernten kann! Und dann fängt der Spaß erst an. Wie also sieht das aus? Nun ja, die Wiese ist voller modrigem Fallobst, das weggerecht werden muss, weil es sonst Wespen, Ameisen und noch mehr Viechzeug anlockt. Also außer gießen auch noch rechen jeden zweiten Abend. Nach der Arbeit. Und der Kinderbetreuung. Schaffen wir nicht. Wir haben modriges Obst und surrende Wespen.

Kinder sind auch ein gutes Stichwort.

Kinder lieben Gärten! Oder? Ja, doch. Da kann man so viel entdecken. Wasserfässer, aus dem Boden ragende Stromleitungen, Rasenmäher, Unkrautex in Flaschen mit Schraubverschluss (Wie geht das denn auf? Ach so geht das auf!), Rattengift (Oh, rosa! Wie schön! Wie schmeckt das denn?). Damit wir überhaupt mal in Ruhe irgendwas machen können, haben wir dem Kleinkind gestattet, mit einer Schaufel das eine Erdbeer- und Tomatenbeet umzugraben. Er macht das auch geflissentlich und leider sehr engagiert. Er trägt also sukzessive die Erde und Erdbeerpflänzchen ab um sie über dem Kartoffelacker auszuschütten. Eine große Hilfe! Nur fürs Protokoll, nein, Erdbeeren haben wir auch keine. Die wurden von den Igeln oder Eidechsen oder Schnecken abgefressen. Und, na klar, dem Kind ausgebuddelt.

Wer weiß, vielleicht kommen sie dann im nächsten Jahr auf dem Kartoffelacker wieder? Im nächsten Jahr. Was wird dann mit dem Garten im nächsten Jahr? Wer wird sich über die Unkrautmassen aufregen? Und über die Schnecken? Die Viecher an den Blumen und die viele Arbeit?

Mittlerweile kenne ich tatsächlich mehrere Familien, die sich genauso blauäugig wie wir in einen Gartentraum gestürzt haben, und diesen mittlerweile wieder beerdigt haben. Ihren Garten abgegeben. Und ich verstehe sie! Es macht Scheiße viel Arbeit. Echt jetzt. Und da reden wir noch nicht mal über die Wartungsarbeiten an einem Haus, wenn denn eines draufsteht. Über Wasserrohrbrüche, volle Klärgruben, Marderschäden oder ähnliches. Zwei Berufstätige mit Kindern, Kegeln und einem Schrebergarten? Gibts, aber kannst du dir eigentlich weitere Hobbies klemmen.

Und wir haben doch auch noch Hobbies! Wir haben eigentlich zu wenig Zeit für diesen Garten! Und, zum Glück, suchen und finden wir ja nun ein Haus mit grünem Handtuch drumherum, das sich leicht pflegen lässt. Wo man nicht erst nach der Arbeit ins Auto steigen muss um irgendwohin zu fahren und zu gießen. Nein, man ist ja da! Zu Hause. Auch das bisschen Unkraut zuppeln kann man sich gut einteilen. Das wird ganz schön. Ganz schön wird das. Ganz schön wehmütig vor allem… Er wird mir fehlen, der blöde Drecksgarten. Der doofe. Deshalb muss ich noch ein paar Mal schreiben, wie blöd der Garten ist. Damit er mir nicht so dolle fehlt. Wenn ich dann in meinem schönen Haus mit dem pflegeleichten Handtuchrasen drumherum sitze und gekaufte Gurken ohne Spinnweben kleinschneide. Deshalb.

Zum Schluss habe ich noch einen Garten-Hack für euch. Klingt seltsam, funktioniert aber! Einfach einen Schwapps warmes Wasser und Lieblingsschaumbad in die Gummistiefel schütten (nachdem ihr eventuell die Schnecken ausgeschüttet habt) und dann ab mit den nackschen Füßen rein und ins Beet zum Unkraut zuppeln. Das hilft gegen die furchtbar schwarzen Gartenfüße, die so schwer sauber zu schrubben sind und ihr macht dabei direkt ein Fußbad. Es sei denn, ihr habt keinen Garten. Dann braucht ihr auch kein Seifenwasser in eure Gummistiefel kippen! Aber vielleicht schafft ihr euch ja irgendwann einen Garten an? So ein Garten ist doch was Schönes. Und auch für die Kinder!

😀

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Nieselpriem meets me&i – Anzeige

Ich bin bekanntermaßen ein großer Fan von me&i und da lag es nahe, sich auch mal das Geschäftsmodell dahinter anzusehen. Und ich fand das spannend! Also habe ich mich mit Manu, die seit anderthalb Jahren als me&i-Beraterin arbeitet, zu einem Interview getroffen.

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Das ist Manu. Mit Sonnenblumen. Für mich!:)

Rike: Manu, du bist Mutter zweier Kinder, arbeitest im Verlagswesen und „nebenbei“ als Verkaufsberaterin bei me&i. Wie bist du dazu gekommen?

Manu: Ich habe irgendwann per Zufall eine Anzeige auf  Facebook gesehen und dachte, hm, die Sachen sehen aber schön aus! Und habe weitergeklickt. Und weiter. Und dann gelesen, dass Beraterinnen gesucht werden. Ich fand, das könnte ein schöner beruflicher Ausgleich zu meinem Bürojob sein und dachte mir, ich probiere das mal. Das ist mittlerweile anderthalb Jahre her und ich habe es nie bereut! (lacht)

Rike: Die Sachen sind wirklich wunderschön. Das Design, die Qualität! Auch nach zehnmal Waschen keine blassen Farben, keine verzogenen Nähte.

Manu: Das stimmt. Und es macht auch wirklich super Spaß, diese tollen Sachen zu verkaufen. Wenn ich sehe, wieviel Freude die Frauen schon auf den Partys haben und welche Begeisterung manches Stück auslöst! Und das ist es ja auch: Wir verkaufen ein Lebensgefühl. Ein gutes. Diejenigen, die me&i tragen, tragen nicht nur gute Qualität und schönes Design, sondern auch Wohlfühlqualität.

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Interview- Atmosphäre

Rike: Stichwort Qualität. Erzähl mal.

Manu: Vor zwölf Jahren wurde die Firma in Schweden gegründet. Von zwei Frauen, klassisch, in der Elternzeit. Diese zwei Mütter haben sich überlegt: Was ziehe ich meinen Kindern an? Und dann gedacht, ach was, wir machen es einfach selber! Dann haben die Sachen genau die Qualität, die wir uns für unsere Kinder wünschen. Das ist auch der Qualitätsanspruch. Zweimal im Jahr wird eine Kollektion entwickelt, dahinter steht ein großes Team in der Kreativabteilung. Wir lassen vorproduzieren, testen, lassen wieder zurückgeben. Es dauert ganz lange, ehe so eine Kollektion erst mal fertig ist. Hergestellt werden die me&i-Produkte in Portugal und in der Türkei, in kleinen Firmen. Die Produktionsbedingungen werden regelmäßig von den me&i-Firmengründerinnen geprüft. Wichtig ist uns auch, dass die Leute vor Ort fair bezahlt werden. Wir wissen, wo die Sachen herkommen, wie sie produziert wurden und können das ganz einfach mit gutem Gewissen anbieten.

Rike: Und die Stoffe?

Manu: Sind alle Ökotex-Qualität, die Sachen im Baby- und Kleinkindbereich Bioqualität. Ziel ist es, auch über den Kleinkindbereich hinaus alle Textilien in Biobaumwolle zu produzieren. Da wird ganz sicher in den nächsten Jahren noch einiges passieren in dieser Richtung.

Rike: Wie findest du deine Kundinnen, wie läuft so eine Party ab?

Quelle: me&i

Quelle: me&i

Manu: Die erste Saison war wirklich gruselig, das hatte ich mir leichter vorgestellt. Ich dachte, Dresden ist eine kinderreiche Stadt, die brauchen alle Klamotten! Und alle müssten genauso begeistert sein von den Designs wie ich. Aber ich musste lernen, da gibt’s doch einen Vorbehalt gegenüber Homepartys. Alle denken sofort an Plastikschüsseln. Da war viel Aufklärungsarbeit und Kundenaufbau nötig. Die zweite Saison lief Bombe, da sind dann die Leute auf mich zugekommen. Weil ich weiterempfohlen wurde oder weil zum Beispiel eine andere Mutter cool fand, dass meine Tochter und ich im Partnerlook angezogen waren und hat mich angesprochen. Dann ergibt sich der Rest. Und wenn die Leute sich durchgerungen haben eine Party zu geben, kommt immer hinterher: Cool, das machen wir noch mal. Und ich sehe das ja auch am Kaufverhalten der Kundinnen. Beim ersten Mal sind viele noch verhalten. Aber die meisten Kundinnen sehe ich immer wieder! Und zwar als Gast und auch als Gastgeberin.

Rike: Und wie läuft das dann so?

der Blondino in me&i

Manu: Das Schöne für die Gastgeberin ist ja, sie muss zwar den Abend vorbereiten, aber viel braucht es da gar nicht. Ein paar Cracker auf dem Tisch und etwas zu trinken. Ich brauche nur Platz für meine Kleiderstange und ein Spiegel wäre schön. Danach ist die Gastgeberin aus ihrer Verantwortung raus. Ich moderiere den Abend und sie kann genauso wie alle anderen Gast sein. Und was wichtig ist und me&i von vielen anderen Direktvertriebsmodellen abhebt: Kein Geld einsammeln, keine Ware verteilen! Nach der Bestellung geht jede Kundin einen Vertrag mit me&i ein und das läuft wie bei einer Onlinebestellung alles zwischen me&i und dem Kunden selbst. Die Kundin bekommt ihr Paket direkt nach Hause zugeschickt mit ihren bestellten Artikeln, überweist direkt an me&i, mit vertraglich geregeltem Rückgaberecht. Keine Vorkasse oder ähnliches. Die Gastgeberin erhält für ihre Mühe selbstverständlich Gastgeberrabatte und es gibt auch echt tolle Geschenke.

Rike: Das klingt echt super! Aber für dich ist es damit doch nicht getan, da kommt doch noch ein Haufen Arbeit drum herum dazu, oder?

Manu: Du, das ist gar nicht so wild. Du packst Deine Tasche, meistens ist die sowieso gepackt, Bestellzettel ausdrucken, Kleiderstange rein ins Auto und los. Ich würde sagen, eine halbe Std Vorbereitung. Je nach Gästeanzahl zwei bis drei Stunden Party, nach Hause fahren, Bestellung eintippen, das war´s!

Rike: Was bedeutet deine Arbeit für euch als Familie? Zwanzig-Stunden-Job, zwei Kinder, wie muss ich mir das vorstellen? Wie viele Abende in der Woche bist du unterwegs?

Quelle: me&i

Quelle: me&i

Manu: In der Regel einen Abend pro Woche.  Es gibt Wochen, wo ich zwei, drei Partys habe, gerade dann wenn wir z.B. unsere News bekommen. Die sind häufig schnell ausverkauft. Schließlich sind wir mittlerweile über 800 Beraterinnen in 5 Ländern. Damit meine Mädels dann noch etwas von den neuen Teilen abbekommen, sind das intensive Wochen. Aber dann gibt es eben auch wieder entspanntere Wochen. Fünf Stunden pro Woche investiere ich durchschnittlich, das ist ok.

Rike: Dein Mann steht hinter dir, hinter dem Konzept von me&i, aber die meisten haben ja schon Probleme mit Vereinbarkeit, Hobbies, Hobbies vom Ehemann, Hobbies der Kinder und dann haben die nur einen Job oder einen halben! Wie kriegt ihr das hin? Das klingt alles so wunderbar, das will ich auch!

Manu: Naja, das ist eine klare Teamleistung von uns. Ich spiele ja auch noch Volleyball einmal in der Woche. Ohne Kalender geht gar nichts! Wir klären unsere Termine ab. Mein Mann hat genauso seine festen Termine, aber es bleiben wirklich genug Abende für uns als Paar, als Familie. Und was für mich eben wichtig ist, ist dass Partys nach neunzehn Uhr anfangen, damit ich die Abendbrotzeit mit meiner Familie verbringen kann, die Kinder ins Bett bringen. Und auch mein Volleyball geht erst nach zwanzig Uhr los. Und damit ist das ok! Da bin ich einen Abend pro Woche beim Sport und einen eben beispielsweise auf einer me&i- Party unterwegs. Gastgeberinnen suchen, finden, das mache ich eigentlich ausschließlich tagsüber. Immer und überall, über soziale Netzwerke, Empfehlung, wenn sich das Gespräch dazu ergibt.

Rike: Stichwort Pre-Invest! Du musst ja die ganze Kollektion anschaffen, die du dann mit dir rumfährst, oder?

Manu: Es gibt da tolle Einstiegsangebote. Momentan zum Beispiel kannst du als Beraterin in der neuen Saison anfangen und die aktuelle Kollektion zum Nulltarif erhalten. Kostet dich nichts. Dabei hat die Kollektion einen Wert von fast 3000 Euro! Du musst die zurückschicken nach der Saison, kannst sie aber auch kaufen. Wie du willst. In der zweiten Saison zahlst du 100 Euro Miete. Wenn du also jetzt heute bei me&i einsteigen würdest, hättest du für ein Jahr einen Investitionsposten von 170 Euro: Null Euro Herbst/Winter-Saison, 100 Euro Frühjahr/Sommer plus zweimal 35 Euro Versandkosten für die Kollektionen. Du kannst dich rantasten und dich ausprobieren. Das Risiko ist denkbar gering!

Quelle: me&i

Quelle: me&i

Rike: Das ist ja klasse! Gerade für jemanden, der sich nicht traut, seinen Job zu kündigen, der sich vorsichtig in ein neues Gefilde herantasten will. Im schlimmsten Fall muss derjenige eben 170 Euro  verdienen, um bei Null rauszukommen, wenn das Geschäftsmodell nichts für ihn ist.

Manu: Genau.

Rike: Aber dann ist da ja noch der ganze gewerbliche Kram und die Steuer…

Manu: Nicht mal das! Weil du ja auch auf 450-Euro-Basis einsteigen kannst. Und dabei kannst du jederzeit in eine Selbstständigkeit wechseln oder die Sicherheit des Minijobs behalten. Oder einfach wieder aufhören!

Rike: Wird man bei me&i beraten, wenn man sagt, okay ich will mir das mal ansehen und wie läuft das denn so mit dem Nebengewerbe und dem ganzen?

Manu: Na klar, dafür gibt es die Area-Manager. Tolle Mädels, die dir nahezu zu jeder Uhrzeit zur Verfügung stehen. Gerade in der Anfangszeit entstehen ganz viele Fragen. An was soll ich denken, was brauch ich, bin ich dafür überhaupt geeignet.

Rike: Wie komme ich mit denen in Kontakt?

Manu: Am Besten über die me&i-Seite. Das Schöne bei me&i ist, es gibt keine Zielvorgaben. Niemand sagt mir, wieviel Umsatz ich machen muss. Ich bin frei! In erster Linie soll der Job Spaß machen und wenn es Spaß macht, kommt der Erfolg von ganz alleine. Und damit der Verdienst.

Rike: Gutes Stichwort! Wie viel verdient man da?

Manu: Das ist ganz unterschiedlich, je nach dem wieviel Du an Zeit investierst. Im Schnitt macht eine Beraterin pro Party 600 Euro Umsatz. Davon 17% (oder 22%  Provision für die Selbstständigen) sind also irgendwas um die 100 Euro Taschengeld an einem Abend. Wir haben natürlich auch die Überflieger, die verdienen locker mal 1.000 Euro im Monat. Nebenbei.

Rike: Das klingt wirklich nach einer Super Geschäftsidee!

Manu: Du brauchst keine Lagerräume, kein Personal und der Invest ist wirklich überschaubar und das Risiko wirklich gering. Und das alles bei freier Zeiteinteilung und freier Gestaltungsmöglichkeit deines eigenen Geschäftes quasi.

Rike: Aber es liegt natürlich auch nicht jedem.

Manu: Na klar musst du ein Typ dafür sein! Musst dich selber motivieren können, Leute ansprechen, abends losfahren. Auf der anderen Seite hast du aber eben auch die Freiheit selber zu entscheiden, was du wann machst. Wir haben Frauen, die das nebenberuflich machen wie ich, Mütter in Elternzeit und auch Frauen, die hauptberuflich me&i verkaufen.

Rike: Wenn du mir zusammenfassend kurz erklären müsstest, warum du bei me&i arbeitest und wo für dich der besondere Charme liegt, wie würde das aussehen?

Manu: Keine Party ist wie die andere, nichts ist vorhersehbar. Ich habe Skeptiker zum totalen Fan werden sehen, alles ist möglich. Das macht total Spaß! Und im Geschäftsverbund ein starkes „Wir-Gefühl“, kein Fingerpointing. Eher das Gefühl, zu einer Gemeinschaft zu gehören. Dann natürlich die Liebe zu den Klamotten, ein familienfreundliche Businessmodell. Und ich weiß immer, wenn ich das Auto packe, ich werde Spaß haben bei dem was ich tue. Das ist für mich die perfekte Voraussetzung, um arbeiten zu gehen!

Rike: Das war der perfekte Schlusssatz! Manu, ich danke dir sehr für diese spannenden Einblicke und ich freue mich schon auf die nächste Saison, die nächste Kollektion und die nächste Party!

Du möchtest eine me&i-Party geben oder mehr erfahren über das Geschäftsmodell? Dann findest du auf der offiziellen Homepage von me&i (Link) Informationen und Kontaktmöglichkeiten. 

Manu selber kannst du über ihre Facebookseite kontaktieren.

 

Dieser Beitrag wurde gesponsert und ist deshalb als „Anzeige“ gekennzeichnet.

 

 

Die Bewerbung

Kennt Ihr Scoyo? Nein? Dann wird es Zeit! Scoyo ist ein Onlinemagazin für Eltern mit Themenschwerpunkt auf Lernen, Schule, Medien und Erziehung. Ein Lernportal für Kinder von der Klasse eins bis sieben. Und noch viel mehr! Eltern von Schulkindern sei dieses Portal wirklich allerwärmstens empfohlen.

Im letzten Juli wurde Nieselpriem von Scoyo als Blogger des Monats geehrt und ich habe mich so über die Maßen darüber gefreut, dass ich noch heute (!) das Bubble in der rechten Sidebar drinhabe. (Ähem… eitel ist sie also, die Frau Nieselpriem. Na sowas.)

Nun hat Scoyo einen Blog Award ausgerufen. Damit sollen Blogger belohnt werden, honoriert, geehrt. Und das auch noch hochdotiert! Monetär die ersten drei Plätze, und der Leserpreis ist natürlich auch hochdotiert, bedeutet er denn nicht zuletzt, dass diesem Beitrag die Leserherzen zuflogen.

Nun denn, ich mache mit. Und das ist gar nicht so einfach! Dazu muss ich nämlich im ersten Schritt erst mal einen Blogbeitrag auswählen, den ich zur Wahl stelle. Elternsex? Systemfehler? Die wurden wie wild geklickt, scheinen also einer breiten Masse gefallen zu haben. Aber bin das „Ich“? Ist das „Nieselpriem“? Der Bärtige votete für Elternzeitpraktikant, das ist sein persönlicher Lieblingsartikel. Aber ist der typisch für mich? Ist der prägnant? Erzählt der jemandem Fremden, was und wer Nieselpriem ist? Hm.

Vermutlich kann ich gar nicht in einem Text einem neuen Leser klar machen, was mich bewegt und worum es hier so geht (Worum gehts hier eigentlich?). Verdammt! Ist das schwer oder ist das schwer?! Ich kann mich nicht entscheiden.

Und dann passierten zwei Dinge. Ziemlich parallel.

Zum Einen saß „Paul“, unser Integrationshelfer am Freitag wie immer zur Wochenauswertung auf meiner Couch und es wurde klar, dass unser letztes Jahr anbricht. Unser allerallerallerletztes gemeinsames Jahr. Vier Jahre hat er unseren Pubertino, unsere ganze Familie, dann begleitet. Viel länger, als er oder das Jugendamt das angedacht hatten. Aber danach muss er was anderes machen. Wir verstehen das. Vier Jahre ist eine verdammt lange Zeit…

Und ich bekam eine eMail von einer Leserin. Also eigentlich schon die zweite. Denn die erste erreichte mich bereits im vergangenen Jahr und die lautete:

Liebe Rike,
dass wir mit Worten die Welt bewegen können, weisste ja eh. Wollte dir mal kurz schreiben, dass du das mit deinen Worten geschafft hast.😉
Dein  Text über euren Schulbegleiter hat in mir viel bewegt […] Ein Freund von mir macht gerade eine pädagogische Ausbildung und weiß noch nicht, was es am Ende wird, Tagesvater oder oder oder. Ich, ich las den Text und dachte sofort an ihn.
Und nun möchte er bald als Schulbegleiter anfangen, und wenn er auch kein Paul sein wird, so wird er doch gut sein und Paul wird ihm ein Vorbild sein.
Wollt ich dir nur sagen, denn mir hat es große Freude gemacht.

LG, P.

Und nun, ein Jahr später schrieb sie mir wieder. Schrieb, dass ihr Freund sehr gut seine Ausbildung abgeschlossen hat. Schrieb, dass er angekommen sei und dass er inklusiv arbeiten werde und wie sehr er aufgeht in der Arbeit. Und sie schrieb, wie mein Artikel noch immer nachhallt.

Und wisst ihr, wie die Betreffzeile der eMail lautete? „Berufsberatung mit Blog“. Ich habe immer noch Gänsehaut.

Und das ist es. Ich weiß nicht, was andere Blogger „wollen“. Mit ihrem Blog. Ich weiß aber, dass ich am Anfang mit dem Blog dachte: Wenn es nur fünf Leute lesen und ich diese fünf erreiche, sie nicken, mit mir lachen, sich erreicht fühlen, ja, dann lohnt sich das für mich! Dieses Blogdings. Und ja, es lesen immer noch ein paar Leute meine Worte und noch immer ist es das Schönste, zu sehen, dass Bloggerkollegen ihr Icon unter einen Text von mir setzen. Mit „Gefällt mir“ markieren. Dass Leser kommentieren und sich manche sogar hinsetzen um mir eine Mail zu schreiben. Dafür blogge ich. Das ist mein Lohn. Das ist das allerschönste Feedback! (Und Päckchen an Weihnachten. Oh Gott, habe ich das jetzt wirklich geschrieben?!)

Paul also.

Ja, Paul wird es. Mit diesem Beitrag habe ich über ein Thema geschrieben, das mich sehr beschäftigt und habe damit auch Leute auf eine Art erreicht, dass sie noch nach einem Jahr an diesen Text denken. Und falls ich durch diese Aktion noch mehr Menschen erreiche mit diesem Thema, setze ich damit vielleicht Paul einen kleinen virtuellen Gedenkstein. Als Dankeschön für die Jahre, die er uns und dem Kind so beigestanden hat. Und der Artikel soll als Mutmacher wirken für Eltern, sich auf Integration einzulassen. Und zwar alle Eltern! Und für zukünftige Integrationshelfer und Pädagogen, als ein Beispiel, wie es gut funktionieren kann.

Eine schöne Idee, wie ich finde.

Und jetzt schreibe ich meine Bewerbung.

Sauberkeitserziehung

Der Blondino hat mir heute Morgen mal wieder auf den Wohnzimmerteppich gekackt. Nein, hingeschissen hat er. Und zwar fulminant!

Jegliche Versuche, ihn bisher irgendwie windelfrei zu bekommen, endeten binnen weniger Minuten in einer Sauerei. Er kackt in den Schuppen und der Bärtige latscht barfuß rein. Er kackt mir in die Küche und mein Verstand weigert sich, „braune Wurst auf Teppich“ zu einem sinnvollen Bild zusammenzufügen. Er pinkelt los, sobald er weder Windel trägt noch auf dem Topf sitzt.

Freiheit! Juhu! Schnell mal entleeren. So macht er das.

Das unsaubere Kind wird im September drei Jahre alt und die Kitatanten haben mich liebevoll darauf hingewiesen, dass sie dann schon die neuen Kleinen haben werden und keine Zeit, die Großen so sehr zu bemuttern, wie sie es im vergangenen Jahr konnten. Meint neben selbstständigem Anziehen eben auch das „Geschäft“.

Nun ja, wir bemühen uns. Also ich.IMG_2227 (1)

Ich kenne die Crux schon vom Großkind. Damals, kurz vorm dritten Geburtstag, schimpften die alten DDR-Erzieher, so ein Ferkel käme nicht zu den Kindergartenkindern! Und ich mühte mich. Public pissing, bunte Kinderklobrillen, allein es brachte gar nichts! Das Kind spielte gedankenverloren mit seinen Kackwürsten in der Badewanne, freute sich über gefundene Hundewürstel im Park und schien rein gar nichts dagegen zu haben, sich in die Hose zu machen. Eklig fanden nur wir Großen das. Er überhaupt nicht!

Eine Woche vorm dritten Geburtstag war es auf einmal vorbei. Zack! Von einem Tag auf den anderen hatte er beschlossen, dass er ab jetzt auf das Klo gehen werde wie wir. Ohne Kinderbrille, ohne Topf oder sonstige kindgerechten Umwege. Ein Bänkchen davor zum Hochklettern und ab ging die Lucie. Ich kann mich auch an keine nennenswerten Unfälle danach erinnern. Er hatte einfach für sich beschlossen, dass er nun diesen Schritt gehen kann und das wars.

Aus diesem Grund bin ich eigentlich entspannt, was das Kleinkind angeht. Er liest gern auf dem Topf und wenn es unbequem wird, steht er eben auf und pinkelt auf irgendeinen Teppich. Mal sehn, wie lange noch. Ich persönlich kenne ja keinen, der nach der Einschulung noch Windeln trug. Who cares.

Zugegeben, es kostet wieder einiges an Überwindung, die Türen offen zu lassen und sich beim Abführen nicht nur zuschauen, sondern auch die Beine spreizen zu lassen um die Qualität des Geschäfts beurteilen zu lassen. „Mama fein gemacht!“. Na bitte, gerne doch.

Wenn ich mir überlege, was ich diesbezüglich schon erlebt habe mit den Jungs… Ich wurde vollgekackt, mir wurde im hohen Bogen ins Gesicht gepieselt, ich wurde auf jede erdenkliche Art angekübelt und habe alle möglichen Körperausscheidungen in allen Farben und aus allen denkbaren Räumen und Textilien weggeputzt in den vergangenen Jahren.

Und während ich meinen Gedanken nachhänge und mit dem Fingernagel einen angetrockneten fetten grün-grauen Popel von der Kinderzimmertür kratze, denke ich, „Sauberkeitserziehung“ bedeutet doch nur, dass uns Eltern während dieser Zeit jeglicher verbliebener Rest-Ekel sauber aberzogen wird. Oder?

(Und wohin jetzt mit dem Popel?!)

:)

 

Männer unter sich

Janni, der Babyvater von Ich bin dein Vater, hat neulich einen Artikel geschrieben, nein, eine Liebeserklärung an seine Brotherhood. Seine Buddies. Die Lieblingsmänner seines Lebens.

Der Lieblingsmann meines Lebens schlief noch geräuschvoll, während ich diesen Text zum ersten Kaffee des Tages genoss. Und mir lief das Herz über! Warum? Weil ich ganz genau verstehe, was er meint.

Nicht, dass ich mich als Mann fühle oder meinen würde, meine Frauenfreundschaften hätten genau diese Qualität der Innigkeit. Überhaupt nicht! Aber ich lebe hier mit einem Männchen, der Teil einer eben solchen Hood ist und das schon sehr lange. Und deshalb ist sie auch ein Teil meines Lebens.

Es gibt Paare mit Paarfreundschaften. Die Gleichgesinnte mit denselben familiären Rahmenbedingungen um sich scharen oder mit demselben Hobby und sich sozusagen in der eigenen Peergroup paaren. Das macht Sinn. Man hat die gleichen Themen, begeistert sich für dieselben Dinge oder hat Kinder im gleichen Alter, die einen begeistern. Oder eben auch im Moment nicht.

Und es gibt Paare, die am liebsten alles gemeinsam machen. Die gern von sich sagen, sie seien einander „der beste Freund“.

Und es gibt Leute wie uns, die mit separaten Kreisen.

Es mag komisch klingen, wenn ich sage, dass jeder von uns einen eigenen Freundeskreis hat und auch, dass wir es genießen, Dinge ohne einander zu tun. Mit anderen Menschen. Oder allein. Und, ehrlich gesagt, kam selbst mir das manchmal seltsam vor in den letzten achtzehn Jahren. Habe selbst ich manchmal gedacht, hm. Abenteuer und Erholung, heiß und kalt, bunt und clean, laut und leise, Kunst und „Das soll Kunst sein?“, Berge und Strand. Wir zwei sind so grundverschieden, dass wir gar nicht zu einander passen können! Bestimmt ist es für uns beide besser, wenn wir uns trennen…

Mitnichten.

Wir sind wie Yin und Yang und auch wenn wir vielleicht bei Betrachtung der Unterschiede offensichtlich nicht zueinander passen, so offensichtlich gehören wir doch gefühlsmäßig zueinander. Und die vielen Unterschiede trennen uns nicht, sondern machen unsere Beziehung bunt. Und zwar, weil wir es uns abgewöhnt haben, den anderen dazu zu überreden, dieselben Dinge zu mögen wie man selbst (Mann, war das ´ne Scheiße!).

Und so kommt es, dass der Bärtige viele große Abenteuer erlebt. Ohne mich. Mit seinen Jungs. Und das ist gut so!

Diese Truppe, die sich aus Studenten-WG-Zeiten kennt, reist gemeinsam in regelmäßigen Abständen an irgendein Ende der Welt um zu gucken, ob das dort wirklich das Ende der Welt ist (meine Interpretation). Und Gott bewahre, ich muss da nicht hin! Ich habe schon mal hier darüber geschrieben, warum es besser ist, dass wir getrennt verreisen.

Und die Art des Reisens und die vielen Herausforderungen und unvergleichlichen Erlebnisse, die diese Männer geteilt haben, hat die Freundschaft zwischen ihnen geprägt. Da bin ich ganz sicher, ohne dabei gewesen zu sein.

Wenn man zusammen in Indien Durchfall hatte und in den peruanischen Anden bei fünf Grad zu zweit in einem Zelt schlief, dass für Frodo Beutlin allein schon sehr eng wäre, dann macht das was. Wenn man zusammen bei tropischer Hitze und auch bei zehenabsterbender Kälte Berge erklommen, sich wochenlang von Reis ernährt und sich gemeinsam nach einem Bier gesehnt hat, das diesen Namen auch verdient, dann macht das was. Wenn man zusammen Situationen erlebt hat, wo man auf Gedeih und Verderb auf den anderen angewiesen war, dann sieht man diesen Männern auch bei Tageslicht in Mitteleuropa ganz anders in die Augen. Das weiß ich, weil ich es sehe.

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Urlaubsbild des Bärtigen. Beispielfoto (Beliebig also. Es sind immer Berge mit drauf. Gähn!).

(Und nein, ich bin kein bisschen eifersüchtig. Wir haben schließlich Familie und sind den Rest unseres Lebens auf Gedeih und Verderb auf einander angewiesen! Und Abenteuer erleben wir da auch. Zugegeben, ganz andere.)

Es sind seine Freunde. Nicht meine.

Und dennoch bin auch ich mit ihnen verbunden. Sie sind mir nahe, diese Männer. Ganz einfach, weil sie meinem Mann nahe sind! Ich würde ohne Nachzudenken meinen letzten Hunderter jedem einzelnen geben und sofort zur Hilfe eilen, sollte das nötig sein. Und ich bin mir sicher, sie würden dasselbe nicht nur für den Bärtigen tun, sondern auch für mich. Aus denselben Gründen.

Und wenn sie sich sehen, auf ein Bierchen treffen oder so, dann ist die Zeitrechnung nicht Stunden, sondern… ach vergesst es!

(Ich: „Wo kommst du denn jetzt her, hä? Ein Wunder, dass du überhaupt noch wusstest, wo wir wohnen! Hätte ja gut sein können, dass wir in der Zwischenzeit umgezogen sind! Und guck mal, wie groß deine Söhne inzwischen sind! Wie, ihr wart doch nur auf einer Radtour?! Ach, wo denn? In Timbuktu? Habt ihr schon mal Zelte probegeschlafen und „Brokeback Mountain“ nachgespielt oder was?! Freundchen, du hast echt Nerven! Komm du mir mal rein…“)

Und wenn er dann so heimkommt von einer „kurzen“ Radtour und anschließendem „kleinen“ Bierchen mit den Jungs, dann kam es schon vor, dass man den Kerl kaum sah, weil er zwei Arme voll Sonnenblumen die Treppe hochastete und behauptete: „Schatz, ja, es wurde etwas später, aber ich habe eine gute Ausrede! Schau mal, wir haben dieses Sonnenblumenfeld gefunden und ich habe stundenlang nach einer Blume gesucht, die so schön ist wie du. Ich habe keine gefunden! Deshalb muss du die jetzt hier alle nehmen!“.

Und wahrscheinlich hatten sie sich genau diesen Spruch vorher gemeinsam in der Kneipe ausgedacht.:)

Sprachförderung

Der Blondino (2,5) erhält von seinem Bruder (16) eine Logopädiesitzung.

Innerhalb weniger Minuten kann der Kleine auf einmal „Vollpfosten“ und „Fickschnitzel“ fehlerfrei aussprechen. Als ich naturgemäß versuche zu intervenieren, meint selbsternannte Sprachlehrer: „Mama, wenn der mit dir ne Weile im Auto rumfährt, kann der bald noch ganz andere Wörter!“.

 

Mein Juni-Wochenende in Bildern #wib

Mein Wochenende begann wie bei allen anderen auch, nämlich an einem Samstag (Was Freitag war, weiß ich heute schon nicht mehr!).

Wer sich also fragt, wozu die Leute sowas machen, also dieses Bilder-Wochenends-Dings, keine Ahnung, weshalb es die Leute machen! Ich mache es, damit ich mich anhand der Fotos erinnern kann, was ich so die letzten Stunden getrieben habe. Und ich hätte, wenn ich jetzt nicht hier bloggen würde, keinen plausiblen Grund, mich vor drei Maschinen Dreckswäsche und zwei Maschinen sauberer zu drücken. Super Ding also.

Samstag Morgen. Ich stricke Socken. Und trinke Kaffee. Dann erwachen alle und es geht los, das Gewusel. Einkaufen und Trampolinspringen war Vormittags. IMG_2135

Dann gab es „Magische Suppe“.IMG_2138

Diese Suppe ist wie die aus dem Märchen. Die wird immer mehr! Tatsächlich war am Ende des Kochvorgangs der 10-Liter-Topf voll und im Frost türmen sich jetzt Tupperdosen mit Suppe, die ich jedem ahnungslosen Gast von nun an bis hin zur Adventszeit anbieten werde. Warum die immer mehr wird? Nun, zuerst einmal wegen den Linsen. Sie ist immer zu dick. Wasser nachgießen. Dann feststellen, dass sie viel zu scharf ist! Wasser und Tomatenmark hinterher. Und irgendwann schmeckt sie und es sind 10 Liter von „Schmeckt!“ da.

Hier kommt das Rezept:

3 Zwiebeln und

3 Knoblauchzehen gehackt mit

1 Päckchen gewürfeltem Schinkenspeck anbraten (in Fett nach Wahl)

2-4 (siehe oben) Dosen stückige Tomaten dazu

Wasser (oder Fleischbrühe, wer hat) aufgießen und zum Kochen bringen

1/2 Packung rote Linsen in die kochende Brühe

würzen mit Salz, Chiligewürz oder Baharat oder irgend ´ner orientalischen Gewürzmischung.

1/2 Stunde kochen, abschmecken und gucken, ob sie immer mehr wird.:) Dann essen.

Wir sind am Nachmittag in den Garten gefahren. Auto beladen bis unters Dach, als wöllten wir für drei Wochen in den Urlaub.

Der Bärtige hatte den aktuellen Wasserrohrbruch ganz alleine behoben, indem er das Rohr gelötet hat. Höchst selbst! Wir loben ihn überschwänglich und ich versuche nicht daran zu denken, dass selbstverständlich die Wand nie wieder in diesem Leben verputzt werden wird. Warum ich das weiß? Sagen wir mal so: Achtzehn Jahre Erfahrung…IMG_2143

Jedenfalls ist der Mann im „Flow“ und kaum von der Werkbank wegzukriegen. Er brennt mit einem Bunsenbrenner irgendeinen Spaten aus. So genau will ich das gar nicht wissen. Und als der Junior dann anfängt, ebenfalls mit einem Bunsenbrenner rumzufunzeln, will ich nicht mal mehr zusehen! IMG_2144

Stattdessen überlege ich, dass ich diesen Rollschrank auseinandernehmen werde und aus den Schiebern Wandregale mache. Keine Ahnung, wann, aber der Mensch braucht schließlich Pläne!IMG_2145

Außerdem mache ich aus diesem maroden Brett eine Garderobe. Drei weiße verschnörkelte Doppelhaken dran und fertig! Ich weiß nur noch nicht, wie ich die Oberfläche behandeln soll. Schleifen versaut vermutlich die Struktur des Brettes. Mit mehreren Schichten Mattlack überpinseln vielleicht? Irgendwelche Ideen?IMG_2162

Der nächste Morgen weckt uns mit traumhaftem Licht, ich bin wie besoffen davon! Sonne, zärtliche Wärme, goldener Schimmer auf allem und allen. Hach.❤IMG_2174

Die Kinder kuscheln sich auf der Couch munter.IMG_2156

Der Blondino gräbt die Erdbeerpflänzchen aus, während…IMG_2166…ich in der Hängematte die Gartenaufsicht habe. Ich bin stilecht gekleidet in verfilzte Jogginghose, Socken vom Sohn und Adiletten. Ich bin der Dude!

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Ansonsten habe ich noch Rhabarber geerntet…IMG_2178

…und Minze.IMG_2182

Käfer beobachtet…IMG_2181

… mich umgezogen und mir den Wind unters Kleid fahren lassen.IMG_2185

Mittags gab es Rapper. Also eigentlich Wraps, aber wer kann dieses Wort schon aussprechen! Eben. Für den Blondino und mich gab es Milchreis und Kirschen und dick braune Butter und dick Zimtzucker! Gekochte Liebe❤ (Ich hab schon wieder ein Pfützel auf der Zunge…)IMG_2186

Nachmittags waren wir bei meiner Schwester. Deren Garten ist viel schöner als meiner. Das kommt vermutlich daher, dass meine Schwester ihre Pflanzen streichelt! Untenstehendes Bild: Pflanzenstreichelnde Schwester. Schöne Pflanzen, schöne Schwester. Hier:IMG_2188

Meine Nichte hat uns dann noch Gartensushi serviert. Mmh! IMG_2191

Jetzt ist es draußen dunkel und das Wochenende vorbei. Ich hoffe, ihr hattet auch ein schönes. Macht doch Fotos, dann erinnert es sich besser an die netten Momente:).

Während die Jungs ´Schland im TV gucken, haue ich mir jetzt die Wäsche um die Ohren.

Für die nächste Woche habe ich mir viel vorgenommen (also außer Arbeiten und Kindertermine und Kuchenbasare zur Querfinanzierung der Klassenfahrt des Kronsohnes).

Ich schreibe schon an einem Artikel zum Thema, ob das Private wirklich politisch ist und die Rolle von Elternblogs. Außerdem will ich euch das Konzept me&i vorstellen und einen Artikel über Pubertät habe ich hier auch noch angefangen im Kopf…

Ich wünsche euch einen gute Start morgen in die neue Woche.❤

Mehr Wochenenden in Bildern gibt’s wie immer bei Susanne.