Die Reifeprüfung

Mein lieber Bubi,

ich soll nicht mit dir reden, hast du gesagt. Und ich solle auch keinen Brief schreiben, hast du gesagt. Ich soll dich doch bitte jetzt in Ruhe lassen.

Nun, das mit der Ruhe kann ich gerade nicht. Gar nicht. Seit Wochen hängen dein Vater und ich in einem Strudel aus Anspannung, was-wäre-wenns und Supportbestreben fest. Das ist ein Scheiß, das kannste laut sagen. Also, wenn dein kleiner Bruder gerade nicht zuhört.

Weißt du, das ist wirklich echt Kacke gelaufen heute. Und vor zwei Wochen auch schon. Ich meine, du hast wirklich passable Leistungen abgeliefert, dreizehn Jahre lang, und nur an an zwei Tagen waren die nicht abrufbar – shit happens! Tja, Abitur adé. Und dann heute die beschissene mündliche Nachprüfung – die allerallerallerletzte Chance, nur kein Druck- und wieder hat es nicht gereicht. Und dann noch diese Abwertung, dieses: „Das war gar nichts, was sie heute gezeigt haben!“, danke.

Als du den Weg zum Haus herunterkamst am heutigen Vormittag, da wollte ich dich nur in den Arm nehmen. Du wolltest das natürlich nicht, das willst du nie. Dein Gesicht, diese Enttäuschung, dich so zu sehen… weißt du, wir sind alle am Boden zerstört, heute. Aber das musst du wissen, wirklich glauben: Es hat nichts damit zu tun, dass wir dich für einen Versager halten, dass wir enttäuscht wären. Im Gegenteil! Wir sind so traurig, weil wir dir von Herzen gegönnt hätten, dass du diesen Sieg einfährst! Weil dein Vater und ich der Meinung sind, du hast das sowas von verdient, dieses alberne Blättchen mit dem Abiturzeugnis. Du hast dich dreizehn Jahre abgestrampelt unter deutlich erschwerten Bedingungen, die letzte Zeit gänzlich ohne Hilfe. Du hast nicht einen einzigen Tag geschwänzt, niemals „versehentlich“ verschlafen, du warst geradlinig bei der Sache. Das hat nicht gereicht. Leider.

Seit Ende letzten Jahres musstest du ohne Schulintegration auskommen, weil der letzte Integrationshelfer krank wurde und in der ganzen Stadt kein Ersatz zu finden war. Deine Schule hat bis heute keinen Integrationsbeauftragten benannt, obwohl sie nach dir in jedem Jahr mindestens einen Schüler mit Autismusspektrumstörung aufgenommen haben, das zusätzliche Geld für die Inklusion nimmt man gerne mit und niemand prüft so genau nach, ob der Auftrag denn überhaupt erfüllt wird, egal. Dann kam Corona und verbannte dich zum Alleinlernen in dein Zimmer. Tutorstunden fielen aus, Prüfungsvorbereitung nur noch im Alleingang. Du hast das wirklich bravourös gemacht! Ich habe dich eigentlich nie genervt erlebt, niemals schlecht gelaunt. Die letzten Tage der Prüfungen, da hattest du entsetzliche Muskelzuckungen, die dich um  den Schlaf brachten, du warst am Ende deiner Belastung, wir haben es alle gemerkt. Und dennoch hast du dich so wacker geschlagen, hast dich zusammengerissen (Auch wenn Autisten immer wieder gern beteuern, das sei per definitionem unmöglich!) und dich motiviert. Es hat nicht gereicht.

Mir will das Herz brechen über deinen Kummer heute, deinem Vater geht es ähnlich. Aber nur, weil wir finden, das ist so ungerecht, so kackdrecksgemein. Weil wir sehen, was du geschafft hast und wie weit du gekommen bist und dass dir wirklich niemals in den letzten dreizehn Jahren irgendwas in der Schule geschenkt wurde. Und zugefallen ist es dir schon überhaupt gar nicht. Wenn ich daran denke, dass du trotz aller Anträge im Vorfeld das Abitur ohne Nachteilsausgleich (lediglich ein paar Minuten mehr Zeit wurden dir zugestanden) ablegen musstest, will ich ein Loch in die Wand hauen! Da wird dir jahrelang zugesichert, dass du die Operatorenliste als Hilfsmittel bei Arbeiten benutzen darfst und in der Prüfungsordnung steht, der Integrationsschüler legt die Prüfungen ab unter den Bedingungen, wie der Stoff gelehrt wurde, und dann wird die für dich so wichtige Operatorenliste auf einmal abgelehnt mit dem Hinweis, das wäre ja sonst ungerecht gegenüber den anderen Schülern und alle müssten unter den gleichen Bedingungen abliefern. Hallooo?!

Chancengleichheit

(Ich bin so inklusionsagressiv, ich könnte was anzünden… )

Ich habe dir im Vorfeld gesagt, ganz egal, wie heute das Ergebnis ausgeht, ich bin stolz auf dich! Du hast dreizehn Jahre Schule gemeistert und ich schau mir deinen Zensurenspiegel an, da steht nichts von „durchgefallen“! Du hast die letzten drei Jahre Leistung abgeliefert, das steht dort. Du konntest es an den Prüfungstagen nicht abrufen, von mir aus, aber du hast es geleistet! Ich lass mir nichts anderes einreden. Du bist absolut großartig und ein fantastischer junger Mensch, den ich so gerne um mich habe.

Und ich habe dir gesagt, wurscht, was dort auf dem Papier steht, ich weiß einfach, du wirst deinen Weg finden und ich wünsche mir nur für dich – nicht für mich – dass du glücklich wirst und zufrieden und deinen Platz in dieser Welt ausfüllst. Ob du dazu als Baggerfahrer deinen Lebensunterhalt verdienst oder als Verkäufer für Tiernahrung, als Biochemiker oder Eintänzer, das ist mir wumpe, solange es deiner eignen Wahl entspricht.

Ich weiß aber auch, dass du das Meerrauschen einschaltest, wenn ich gefühlsduselig werde und liebesschnulzig. Du hast mal gesagt, das könntest du alles nicht ernst nehmen, was ich von mir geben würde, denn ich fände ja immer alles ganz toll, was du machen würdest. Das hat mich nicht gekränkt, ich verstehe, was du meintest. Aber dein Vater ist zum Glück auch noch da und darf den Part des konstruktiven Kritikers übernehmen und dir Rankhilfe sein, an der du dich festhältst und nach oben wächst. Ich muss das nicht. Ich bin der Barde mit den Lobgesängen.

Wenn ich so drüber nachdenke, weiß ich auch nicht, ob ich das super gefunden hätte mit einer Mutter wie mir. Ich weiß nur, dass ich mein erstes halbes Leben versucht habe, die Lücke zu schließen, das Loch zu stopfen, dort, wo die elterliche Unterstützung und Wertschätzung und ewiglich geschworene Liebe und Zuversicht eigentlich hingehören. Und dass ich es um jeden Preis anders machen wollte. Dass ich sowieso gar nicht anders kann, als für immer der größte Fan von dir und deinem Bruder zu sein, das ist für dieses Vorhaben natürlich überaus hilfreich.

Ich werde niemals damit aufhören, auch nicht, wenn du siebzig bist und ich hundert. Auch dann noch werde ich dir sagen, wie glücklich ich bin, deine Mutter zu sein. Und wie stolz du mich machst. Weil es eben nicht von einem Zettel abhängt, was deinen Wert ausmacht. Und noch nicht mal dein Lebensweg wurde heute entschieden, nicht im mindesten, auch wenn du das jetzt sicher denkst. Und dich fragst, was nun aus dir werden soll. Du musst nicht werden, du bist schon.

Ich erzähl dir mal was.

Wenn du jetzt nach dreizehn Jahren auf dem sogenannten „ersten“ Bildungsweg dein Abitur gemacht hättest, dann wärst du in unser ganzen Familie der erste Mensch überhaupt! Ernsthaft. Dein Opa hat die Schule nach acht Klassen verlassen und Maurer gelernt, sich danach irgendwie hochgearbeitet und Abendschule gemacht und war dann Chef von Dings und Bums. Deine Oma hat bei der Post gearbeitet, während der Lehre noch deinen Onkel bekommen und auch „irgendwie“ weitergelernt bis in ihre leitende Position. Damit will ich nicht sagen, dass eine leitende Position erstrebenswert ist, nur, dass beim Schulabschluss nicht entschieden wird, wo die berufliche Reise schlussendlich endet.

Dein Vater hat eine Ausbildung zum Schlosser gemacht und jeden Tag davon gehasst. Danach hat er sein Abitur nachgeholt und war mit dreiundzwanzig fertig damit. Mit achtundzwanzig hatte er das Studium beendet. Du warst fünf Jahre alt damals.

Und ich habe gar kein Abitur! Hab ich damals gedacht, das sei ein Manko? Natürlich. Ich habe eine verhasste Lehre gemacht unter Honecker (Elektronikfacharbeiter, damals noch ohne -in am Ende, Genderfizierung war noch nicht erfunden), danach zwei weitere Ausbildungen angefangen (Frisör, Außenhandelskauffrau) und aus unterschiedlichen Gründen abgebrochen. Erst mit fünfunddreißig (du warst schon da und ich bin täglich morgens um halb vier aufgestanden um zu lernen) habe ich meinen Abschluss als Informatikkauffrau gemacht, der mich zu meinem heutigen Job gebracht hat. Hat mich das zu einem Versager gemacht? Nein. Hatten andere Menschen in meinem Alter viel früher große Autos und schicke Häuser und einen Plan im Leben? Ja, sicher. Will ich rückblickend tauschen? Auf gar keinen Fall!

Was ich dir damit sagen will ist, dass Versagen in den seltensten Fällen wirklich Versagen bedeutet. Versagen ist nur ein Begriff der Abwertung, den du dir selbst auferlegst oder dir von anderen auferlegt wird. Nichts im Leben ist Versagen! Davon bin ich zutiefst überzeugt. Alles führt uns am Ende auf einen bestimmten Weg, unseren Weg! Und du stehst erst am Anfang deines Weges. Ob er verzweigt ist und mit Wurzeln bewachsen oder eine asphaltierte Straße, bei der du den Horizont fest im Blick hast, ich weiß es nicht. Ich hoffe, er ist mit schattigen Bäumen bewachsen und mit Blumen am Wegesrand, damit dein Blick Ablenkung erfährt und du dich nicht immer auf dein Ziel fokussierst. Und dass du immer nette Gesellschaft hast auf deinem Weg. Das ist überhaupt das wichtigste in meinen Augen, aber ich bin alt, das musst du noch nicht verstehen, jetzt mit zwanzig.

Ich möchte dich noch ein Stückchen begleiten, auch wenn ich lernen muss, dir nicht mehr die richtigen Wanderschuhe rauszustellen und dich mit Sonnencreme einzuschmieren, falls der Weg durch die Mittagshitze führt (Metaphern sind nicht so deins, ich weiß, ich schreibe das mehr für mich). Ich würde dich gern für immer behüten und beschützen und dir jede Last und jedes Arg und Weh vom Leibe halten, aber dann macht der Weg auch keinen Spaß.

Weißt du noch, als wir auf Teneriffa auf den La Guaraja gestiegen sind? Das war eine Plackerei. Aber als wir oben waren, wow. Und wie stolz wir da waren! Wir hätten natürlich auch mit der Seilbahn hoch zum El Teide fahren können und auf bequeme Weise die Aussichtsplattform erreicht – ohne Schweißvergießen, ohne Mühen – glaubst du, wir  hätten dieselben Gefühle gehabt da oben?

 

Heute willst du nicht mit mir reden, heute lass ich dich in Ruhe. Aber ich bin hier, ich habe die Ärmel hochgekrempelt und zwei, drei Reiserouten für die nächste Etappe zur Auswahl. Oder du machst erst mal Pause. Du darfst das selbst entscheiden, es ist deine Reise, auf deinem Weg. Wir, deine Eltern, sind nicht die Reiseleitung. Aber wir sind bergerfahren und schluchterfahren, wir sind schon durch Stürme und ohne Ausrüstung gegangen, und du kannst immer auf uns zählen, wenn du uns ein Stück mit dir gehen lässt. Das wird die Reise deines Lebens und sie hat gerade erst angefangen.

Deine Ma

 

34 Kommentare zu “Die Reifeprüfung

  1. Wott??????
    Boah ey Scheisse!!!!
    So. Eine. Himmelschreiende. Ungerechtigkeit.

    Diese Schule, diese Schulbehörde gehört zur Hölle geschickt. Wer sich nicht an Regeln hält (NachteilAusgleich; Operatorenliste, Schulbegleitung) besteht nicht! Und das gilt für Schulen und nicht für SchülerInnen.

    Der Große hat es toll gemacht aber es wird nichts besser machen wenn wir das sagen. Aber meine Schimpfwörter kannst du ihm gerne vorlesen. Und wenn er möchte darf er sich bei mir eine Liste von Schimpfwörtern in vier Sprachen bestellen

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      • Potverdorie die verdomde klootzaken allemaal
        C’est une merde royale sans limite Et j’espère qu’ils vont mettre leurs gueules dedans
        Those gddamn eejits deserve To be barbecued by Trump personally and listen to him for three hours in a row without food.

        Klei mi an‘n Mors, so‘n Schiet!!!

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  2. So, und nach dem Trost, Alias der Rotwein, kommt bei mir dann doch noch mal der Blaumann beziehungsweise eine Idee der Hilfe.

    Ja, ihr könnt Widerspruch einlegen. Verdammt noch mal ja!. Und euch bei der AntiDiskriminierungsbehörde melden. Manchmal lohnt es sich. Und wenn du noch Tipps möchtest wo, E-Mail-Adresse hast du. Und hier noch ein Lesetipp von jemandem der dauernd kämpfen muss
    https://www.jule-stinkesocke.de/2020/02/ergebniskosmetik/

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  3. Ach herrje, dass tut mir wirklich leid! Und es zeigt für mich mal wieder wie wenig diese ganzen Prüfungen geeignet sind um zu zeigen was ein Mensch leisten kann.. Und das sage ich als Lehrerin..

    Ich wünsche dem Sohn alles Gute für seinen Weg, den er sicherlich gut machen wird.. Bei dem Durchhaltevermögen!.. 13 Schuljahre durchboxen.. Respekt!

    Herzliche Grüße, Anna

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  4. ♥️ Der Bubi ist so ein toller junger Mann, schade das er einen Umweg nehmen muß aber er wird seinen Weg gehen.
    Wunderbare Worte, ich heule ganz unglaublich weil so schön und weil es traurig ist das die Schule das nicht hinbekommen hat.

    sei ganz lieb gedrückt
    Anja

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  5. Liebe Henrike,

    ich habe heute Morgen so mitgefühlt! Und gehofft. Und gewünscht, dass da doch „einfach“ ein bisschen Glück da wäre.

    Lese schon einige Jahre hier und auf Insta. Die Liebe, die du dem jungen Mann zu erklären versuchst, man spürt die in jedem Beitrag. Und jetzt habe ich Tränen in den Augen, weil diese Machtlosigkeit so greifbar ist. Weil ich wie du schreiben müsste, um nicht schreiend zu explodieren (oder auch erstarrt zu implodieren). Weil ich verstehe, wie sehr du deinem Sohn klarmachen möchtest, dass er toll ist und diesen Sieg verdient hätte. Weil es einem so verdammt wehtut, wenn man eben nicht mehr die Verletzung wegpusten kann. Weil ich zu gerne mit dir gemeinsam die Leute schütteln möchte, die über Schema F nicht hinausdenken können. Die, statt eine helfende Hand zu reichen, noch einen vergifteten Satz mitgeben. Ich wünsche euch alle Stabilität, die ihr braucht. Vielleicht noch einmal Kampfwillen. Am meisten aber, dass sich Wege für deinen Sohn öffnen und dass es Menschen gibt, die seine Stärke erkennen und wertschätzen können. Der Sohn mag nicht, dich würde ich jetzt aber echt gerne mal in den Arm nehmen.

    Liebe Grüße

    Geertje

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  6. … könnte heulen bei diesen Zeilen. Und zugleich deinen Brief als Blaupause für alle Un-Kommunikationen mit meinem Jungen zur Seite legen für Gelegenheiten, an denen er meinen Trost oder meine Worte nicht hören mag. „… ich schreibe das mehr für mich“ — ich fühl dir so sehr nach und sende eine virtuelle Umarmung. Danke hierfür! Und alle lieben Wünsche für euren Großen 💪🏻

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  7. Ach Mensch, jetzt sitze ich hier und heule. Es tut mir leid für ihn, für euch, aber vor allem sind deine wahren Worte ganz wunderbar. Auch wenn ich wünschte, Du hättest sie nicht schreiben müssen.
    Ein herzlicher Gruß aus dem Norden!

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  8. Keine Sorge! Wessen Mutter so schreibt, der geht seinen Weg, denn der hat Wegbegleiter, die wichtiger sind als das Abitur. Ich bin selbst Lehrerin „besonderer“ Schüler*innen und der tiefen Überzeugung und mittlerweile auch Erfahrung: Es gehen alle Schüler*innen ihren Weg, wenn sie nur Eltern haben, die sie unterstützen und hinter ihnen stehen und sie das werden lassen, was sie können und was sie glücklich macht. Und ein glückliches Leben zu führen, ist doch das, was wir uns für unsere Kinder wünschen.
    Tolle Eltern hat dieser Junge Mann! Herzlichen Glückwunsch!

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  9. Verdammte Hacke.
    Su’n Driss.

    Ich wünsch Deinem Großen, dass irgendwann das Gefühl versagt zu haben weg geht.

    Er hat nicht versagt, ihm wurde nur der komplette Himalaya in den Weg gerückt.

    Es tut mir sehr leid, dass ihm das passiert ist.

    Gut, dass er Euch als Eltern habt.

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  10. Ach, ich wäre so super-mega-tierisch-unflätig wütend! Ich verstehe dich!
    In solchen Momenten versuche ich zu denken, es muss zu irgendetwas, was wir noch nicht erkennen können, gut sein.
    Aber sowas macht nicht schwach, sondern stark!
    Er macht seinen Weg! Und Wege kreuzen sich, spalten sich auf…und manchmal ist der Umweg der bessere…
    Viele Grüße Miki

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  11. Ich hasse unser Schulsystem so inbrünstig. Das war die schlimmste Zeit meines Lebens und hat nichts von seiner Schrecklichkeit verloren, seit ich selbst zwei Schulkinder habe. Dein Text hat mich sehr berührt. Wie immer. Und ich schicke dir und dem Rest der Bande all meine Liebe! Vor allem dem Großen. Deine Mutter hat Recht! Auch wenn du es jetzt vielleicht nich nicht glauben kannst ❤

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  12. Liebe Rike,
    ich sitze hier und weine die Tränen der Ungerechtigkeit. Es tut mir so leid.
    Es ist unfu .. ingfassbar ungerecht und gemein.
    Du bist toll, eine wunderbare Mama, die ihre Kinder liebt, für sie da ist, für sie kämpft.
    Dass das nicht selbstverständlich ist weiß ich aus eigener Erfahrung. Die Wertschätzung, die Liebe, du weißt schon was ich meine. Mit der Liebe eurer Familie wird der Bubi seinen Weg finden und gehen. Ich muss gerade an Paul denken, an euren Paul. Ich wünsche eurem Bubi viele Blumen am Wegesrand und viele nette Wegbegleiter.

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  13. Was für ein riesengroßer Kackscheiß!

    Der Bubi hat nicht versagt! Versagt hat das System, dass seit Jahrzehnten generalüberholt gehört. Versagt haben da seine Lehrer*innen, die sich nicht für ihn eingesetzt sondern lieber nochmal nachgetreten haben.

    Nehmt euch die Zeit zum Trauern und Wüten und dann bin ich mir 100%ig sicher, dass ihr einen Weg finden werdet!

    Alles Liebe ❤
    Nadine

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  14. Das tut mir so leid für euren Großen. Unserem Langen wurde auch Einiges für seine Prüfung versprochen. Vieles davon dann nicht gehalten. Es ist für Eltern kaum zu ertragen ihr Kind leiden zu sehen. Aber irgendwann wird es eine Perspektive geben. Unser Langer hat schon einige Wege probiert. Noch war der richtige Weg nicht dabei. Aber den für ihn richtigen Weg wird er finden. Wir unterstützen ihn.

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  15. Mir stehen gerade Tränen in den Augen ob deiner tollen Worte. Genau so fühlt auch mein Mutterherz. Danke das Du es so toll schreiben konntest.
    Alles Gute für euren „Bubi“ auf seinem weiteren Lebensweg. Er wird nach einer Erholungsphase bestimmt wieder weiter denken mögen…
    Herzlichst Gabi

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  16. Hallo Rike,
    bei diesen wunderbaren, geschriebenen Zeilen zu diesem traurigen Anlass schnürt es mir die Kehle zu und Tränchen laufen über meine Wangen.
    Unser Schulsystem kann man komplett vergessen
    und viele Lehrer (besondere Ausnahmen gibt es) sind die Schüler*innen vollkommen egal, Hauptsache das Geld stimmt am Monatsende. Wortwörtliche Laute der Mathematiklehrerin meines Sohnes, da kannste bloß mit dem Kopf schütteln und dich fragen, was unsere Kinder für Leute vorgesetzt bekommen, die eigentlich was lehren sollen und als Vorbild fungieren sollten. Trotzdem wird Ihr Sohn seinen eigenen Weg gehen und das ganz wunderbar, denn was er bis jetzt geschafft und geleistet hat, ist ganz bemerkenswert.
    Alles Liebe und herzliche Grüße nach Dresden!
    Grit

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  17. WARUM kannst Du dem Wunsch Deines Kindes nicht entsprechen?

    „ich soll nicht mit dir reden, hast du gesagt. Und ich solle auch keinen Brief schreiben, hast du gesagt. Ich soll dich doch bitte jetzt in Ruhe lassen.“

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  18. Mit Pipi in den Augen die größte Hochachtung vor dem Bubi und Euch! Sch*** Schulsystem!
    Dein Brief ist (nicht zum ersten Mal) so richtig, so wichtig und so wert auf gutes, teures Papier gedruckt und für die eigenen Pflänzchen aufzubewahrt zu werden.Denn dieser Punkt wird auch bei uns kommen, ganz bestimmt!
    Danke & alles Liebe, Suse!

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  19. Verdammte Axt!
    Das Schul-/ Bildungssystem in D ist zum Kotzen. Und dann noch so eine Ungerechtigkeit – Wut und Ärger sind so nachvollziehbar.
    Zum Glück hat der Große tolle Eltern, das ist so viel mehr Wert als jedes besch… Zeugnis. Alles Liebe und Gute!

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  20. Oh, ist das ein wunderschöner und liebevoller Text! Die unendliche Wertschätzung für dein Kind ist unglaublich schön zu lesen.
    Am Besten gefällt mir, wie du versuchst, ihm die Vorstellung zu nehmen, dass man um die 20 ohne Abi alles verspielt hätte. In dem Alter sieht man das ja tatsächlich so, alles ist schwarz oder weiß… Abi nicht bestanden… Zack tiefschwarz! Ach er hat Glück, Eltern wie euch zu haben.
    Ich wünsch euch erstmal einen tollen Sommer mit vielen großen und kleinen Erlebnissen, die diese Erfahrung etwas verblassen lassen.

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  21. Bitte legt Widerspruch ein. Das hört sich für mich danach an, als würde dem allein aus formalen Gründen stattgegeben!
    Wie unfassbar unmenschlich müssen die Lehrkräfte deines Jungen sein. Leider trifft man viel zu oft solche Typen in diesem wunderbaren Beruf. Wenn ich so etwas höre, schäme ich mich für meinen Berufsstand und würde deinen Sohn am liebsten zu uns an die Schule holen. Wenn meine KollegInnen so drauf wären (manchmal sind sie es leider auch), werde ich immer zur Löwenmama für meine SchülerInnen. Ich hoffe, ihr trefft noch vernünftige Menschen in diesem Kontext! Ganz liebe Grüße!

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  22. Das ist einfach unfassbar ungerecht! Bitte legt Widerspruch ein beim Oberschulamt, denen dir für die Integration zuständig sind und bei jedem der ihm endlich eine faire Chance geben könnte. Es ist einfach fies – keine Hilfen, Ausnahmezustand über Monate und dann wird er auch noch so gestraft – schießlich hat er doch so lange gekämpft und gezeigt was er drauf hat. Ich musste auch schon zur Löwenmama werden weil wir auf eine andere Schule als die örtliche wollten – das Kämpfen hat sich gelohnt weil ich die letzten Monate den direkten Vergleich hatte – die Unterschiede hätten nicht größer sein können!

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  23. Liebe Rieke, eigentlich könnte ich nur weinen. Ich kann so wahnsinnig nachempfinden, wie sich das anfühlt, denn ich kenne solche Momente nur allzu gut.
    Eines Tages wird Dein Junge diese Zeilen lesen. Hoffe ich.
    Und sich in Ruhe Gedanken darüber machen, wie er weitergehen möchte. Welchen Weg er gehen möchte. Ich glaube, das Wichtigste ist wirklich nur zu wissen, dass die Mama und der Papa hinter einem stehen.
    Grad mit meinen beiden Jungen habe ich eines gelernt: Wenn es nicht hier lang geht, dann geht es eben woanders lang. Und am Ende eines Tages zeigt sich immer, wofür etwas gut war. Auch wenn es ein ganz langer Tag war… Mein Großer ist 30 und hat noch immer nicht ankommen können. Ich kann gar nicht beschreiben, wie weh mir das oft für ihn tut. Ihm aber sage und zeige ich immer, dass ich an ihn glaube. Das tue ich ehrlich und wirklich, das klingt so pathetisch, aber ich bin so zuversichtlich, was ihn betrifft, weil er eben einen bestimmten Schatz in sich trägt – aber ich höre immer seinen einen Satz: „Ach komm hör auf. Ist doch klar, dass du an mich glaubst, ich bin ja auch dein Kind.“
    Mehr als sich selbst wünscht man den Kindern das Glück, das ihnen die Flügel gibt, um loszuschwirren.

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  24. Mir ist gerade das Herz ganz schwer geworden. Bei uns hat es auch nicht geklappt. Mein Kind ist so enttäuscht von sich gewesen. Ich sagte zu ihr: „Es ist bloß die Schule, nicht das Leben.“ Das hat ein kleines Hintertürchen geöffnet … sie hat sich eine neue Perspektive erarbeitet … die Schule ist fast vergessen.
    Dein Kind wird das auch schaffen.

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  25. Ach Rike, ich habe dein Herz bis hier her brechen gehört! Und die Geschichte zeigt einmal mehr, wie sinnlos diese albernen Blättchen mit den Ziffern drauf sind, dass sie schlussendlich nur aussagen, wie gut sich ein Mensch in das von irgendwem beliebig definierte Schulsystem einfügen kann, aber schon gar nix darüber, was dieser Mensch sonst noch zu leisten im Stande ist. Diese ewigen Bewertungen! Und „inklusionsaggresiv“ ist ein geniales Wort – und doch so traurig! Ach, man möchte die Kinder trösten, behüten, beschützen – allein, das geht nur sehr begrenzt (ich kann mich noch gut an weitaus harmlosere Situationen erinnern, in denen ich in meinem Frust auch nichts von meinen Eltern hören wollte). Aber ihr habt eurem Bubi ein solides Fundament mitgegeben, und ihr seid da, wenn er euch braucht – DAS sollte auf einem schnöden Blättchen stehen, DAFÜR sollte euch allen ein Top-Zeugnis ausgestellt werden! ❤ Ihr macht mit eurem Vertrauen in euer Kind das wett, was andere vermasseln. Es ist wunderbar, dass ihr das könnt, aber es ist tragisch, dass das so sein muss….. Fühlt euch gedrückt!

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  26. So viel Gänsehaut und wütende Gedanken auch bei mir beim lesen vor Wochen – nur ein paar Worte haben es nie hierher geschafft. Nun aber, wenn auch sehr verkürzt: er und du werdet einen Weg finden, da bin ich mir sehr sicher und wenn es das Leben gut mit uns meint, wirst du uns davon berichten. Darauf freue ich mich …. und es wird gut sein!

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  27. Pingback: 30 Dinge am 30 jeden Monats #30am30 - Tolle Momente im Juli 2020 - Grossekoepfe.de | Ein Elternblog mit Ihrer und Seiner Sicht aus Berlin!

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