Pech für Elisa

Heute Morgen.

Ich (frisch geduscht) hebe das schlaftrunkene Babylein aus seinem Bett. Er klammert sich an mir fest und murmelt in meinen Hals: „Mama, du riechst so schön nach Matratze. Ich fasse immer nur deine Brust an, nicht die von Elisa!“.

😀

 

 

 

Die Glücksbürste

Ich fahre mit den Nachkommen zur samstäglichen Lebensmitelbeschaffungsquelle. Von hinten singt das Kleinste glücklich mit seiner Tweety-Stimme:

„Hip, Schulter, niesenos, niesenos. Hip, Schulter, niesenos, niesenos. Aishe isst Bananentoast. Hip, Schulter, niesenos, niesenos!“

Der Großsohn schreibt gerade seine Prüfungen und die Vorprüfungen sind prima gelaufen. Auch stellt er sich passabel an und der Muttihimmel hängt voller Geigen deshalb. Auf dem Rückweg vom Kaufmannsladen nutze ich entsprechend die Gunst der Stunde und dass er nicht abhauen kann aus dem fahrenden Auto, um ein Qualitätsgespräch zu führen:

„Was hast du denn für Pläne für die Ferien? Wollen wir mal für zwei Tage nach Berlin fahren uns was angucken?“. Nein. „Vielleicht ist auch in Köln eine Daddel Convention, willst du da hin? Ich fahr mit dir!“. Nein.

Mist. So ein junger Mensch braucht doch Pläne und Ziele! Das musikalische Glückskind stimmt nun ein anderes Volkslied an und wünscht uns eine glückliche Bürste:

„Häbbi Bürste tu juu, häbbi Bürste tu juu…“

Ich zum Nicht-Sänger: „Aber sage doch mal, auf irgendwas musst du doch Bock haben! Du kannst doch nicht sechs Wochen in der Bude sitzen, pennen und Animes gucken!“. „Wenn ich die Prüfungen geschafft habe, werde ich mir richtig einen durchziehen. Darauf hab ich Bock!“.

Häh?! Was hat der gerade gesagt?! Was will der durchziehen? Doch nicht DAS, oder?! Ohweiohwei, bei der heiligen Christiane F. und allen Kindern vom Bahnhof Zoo, ich muss doch jetzt nicht dieses Sex-and-Drugs-and-Rock´n Roll-Gespräch führen, oder? Wieso? Der ist doch erst siebzehn! Ich dachte, ich habe noch massig Zeit! So etwa zehn Jahre, oder länger. Verdammt! Doch dann…

„Hach, Kinder, guckt mal! Hier ist schon unsere Straße. Da vorn steht unser Haus. Wirklich schade, aber die Fahrt ist zu Ende. Wir sind da!“.

via giphy

Und von hinten trällert es:

„Geeenau! Ausstieg in Fahrtrichtung links!“

Sprachförderung

Der Blondino (2,5) erhält von seinem Bruder (16) eine Logopädiesitzung.

Innerhalb weniger Minuten kann der Kleine auf einmal „Vollpfosten“ und „Fickschnitzel“ fehlerfrei aussprechen. Als ich naturgemäß versuche zu intervenieren, meint selbsternannte Sprachlehrer: „Mama, wenn der mit dir ne Weile im Auto rumfährt, kann der bald noch ganz andere Wörter!“.

 

Das hat der Doktor gesagt!

Es gibt ja so Eltern, die ihren Kindern mit dem Weihnachtsmann drohen. Oder der Zahnfee. Dem Osterhasen. „Näh, Tscheremeiea, wenn das dor Weihnachtsmann sieht, du, der bringt dir kee Geschenk! Auweia!“. Unmöglich ist das. Und ja, auch der Dialekt.

Ich würde ja nie zu so manipulativen Tricks greifen! Ehrlich. Weihnachtsmann. Also wirklich…

Wir haben den „Doggo“.

Der Doggo ist ehrfurchtseinflößend für den Blondino. Eigentlich ist er ein freundlicher, älterer Mann, der rosa T-Shirts trägt mit der Aufschrift „Doktor Gunther“. Und ist unser Kinderarzt.

Da der Blondino im letzten Quartal häufig dauernd erkrankt war, haben wir den Doktor Gunther oft besucht. Und der hat dann Medizin verschrieben. Die nicht schmeckte. Aber sein musste. „Das musst du trinken! Das hat der Doktor Gunther gesagt!“, hörte man mich mehrmals täglich sagen.

Kam ich mit der Medizin, tönte das Babylein irgendwann schon von allein ehrfürchtig: „Hatter Doggo sagt!“ und sperrte das Mäulchen auf.

Ab dann war es ein Selbstläufer.

Zähneputzen? Hat der Doggo gesagt.

Händewaschen vorm Essen? Hat der Doggo gesagt.

Abendbrot aufessen? Hat der Doggo gesagt.

Hören, wenn die Mami ruft? Hat der Doggo gesagt.

Augen zu, Ruhe und Schicht im Schacht? Hat der Doggo gesagt.

Es war zu einfach…

Gestern springt der Blondino auf dem Trampolin rum und nervt, ich solle reinkommen und mitmachen. Nein! Ich komme nicht rein! Ich will nicht!

Da guckt er mich streng an und sagt: „Mama machs Hüpfen und nimms meine Hand. Hatter Doggo sagt!“.

Scheiße.