Windelschals – upcycling aus Baumwollwindeln

Ihr wisst, was das Sprichwort bedeutet, „einen Bock zum Gärtner machen“? Genau, das ist, wenn die Frau Nieselpriem eine Nähanleitung zusammenschrappelt. Ausgerechnet ich, die ich weder korrekt die Fadenspannung einstellen kann noch saubere Nähte hinbekomme. Aber so kann man es ja auch sehen: Hier sehen sie das qualitative Downsizing für Nähprojekte! Sie finden, ihre Näharbeiten sehen Scheiße aus und haben krumpelige Ränder? Kein Problem, schauen sie gern hier vorbei und ab sofort sehen sie ihre eigenen Projekte in deutlich schmeichelhafterem Licht.

Gut, ich fange mal an. Das war eigentlich gar nicht geplant. Sondern es war schlichtweg so, dass die Freundin einen Stapel Baumwollwindeln übrig hatte und ich genau zwei Packungen Textilfarbe, nämlich Magenta und Antikgrau. Die Freundin überließ mir die Windeln und ich färbte einen Stapel grau und einen weiteren magenta.

Eine graue Windel bekam ein kleines Schmuckband – und ist fortan ein Halstuch für den Babyjungen der Freundin.

Eine große Windel mit Sternen habe ich nach dem Färben zum Dreieck gelegt und an den Enden verknotet – und das ist nun ein Halstuch für die große Tochter der Freundin.

Eine kleine Windel wurde mit einem Aufnäher versehen und ist jetzt entweder eine Tischdecke fürs Spielhaus im Garten oder ein Halstuch für eine Püppi. Das wird die Tochter der Freundin entscheiden.

Aus den übrigen zwei pinken Windeln und einer grauen habe ich einen Loop für meine Freundin genäht.

Nur Original ungebügelt mit komischen Nähten, echt Nieselpriem.

Als ich das bei Instagram gepostet habe, gab es einige begeisterte Kommentare und den Wunsch nach einer Anleitung. Versteh einer die Menschen… Aber gut, die Idee, die Sabbertücher vom Baby für immer um den Hals zu tragen, das hat nicht nur was aus ökologischer Sicht, das ist auch ein Stück gelebte Erinnerung. Ich mag die Vorstellung ja auch! Also dann.

So wirds gemacht:

Ihr braucht drei Windeln und zum Beispiel dieses Einfassband hier. Ihr nehmt einfach etwas, das zu eurer Farbe der Windeln passt.

Die Windeln und das Band werden abwechselnd zusammengenäht. Das Band ist deshalb super geeignet, weil es aufgeklappt ja schon durch die Knicke eine Kante zum Nähen vorgibt. Ihr passt auf, dass bei allen Stoffteilen die linke (oder hintere Seite) nach oben zeigt. Ich vergesse das je gern ab und zu.

Wenn ihr alles zusammengenäht habt, ergibt das eine circa zwei Meter lange Stoffbahn. Jetzt machen wir ohne Bilder weiter, weil ich keine Fotos vom „work in progress“ gemacht habe, aber ihr schafft das ohne, ihr seid alle hochbegabt!

Also ihr legt jetzt die Stoffbahn übereinander, ihr klappt den Stoff ein, sodass die Stoffbahn immer noch zwei Meter lang ist, aber nur noch halb so breit. Verstanden? Gut. Am besten ist es, wenn die schöne Seite innen ist, ansonsten klappt ihr euern Stoff noch mal andersherum. Schöne Seite nach innen, die linke Seite nach außen.

Jetzt näht ihr die Längsseite zusammen. Es kann sein, dass ihr vorher mit der Schere ran müsst, weil die Windeln nicht alle die gleiche Breite haben, das haben alte Baumwollwindeln so an sich, dass sie sich verziehen. Das macht gar nichts, schneidet das ruhig großzügig auf eine Breite. Dann also längs zusammennähen.

Nun solltet ihr einen Schlauch haben! Habt ihr?! Fein, jetzt kommt das finish, ihr seid gleich fertig. Ihr stülpt den Schlauch nun um, dass die schöne Seite außen ist. Nehmt ein Ende der Naht und legt es auf die andere Seite der Naht, Anfang auf Ende. Jetzt wäre ein Bild vielleicht schön, aber gebt euch Mühe, wir wollen das Ding zusammennähen, also ist klar, was ich meine, oder? Ihr habt jetzt beide Anfänge übereinander in der Hand, die schöne (rechte) Seite ist jeweils innen. Ihr habt also beide Enden in der Hand und seht vier Lagen Stoff. Ihr nehmt jetzt die beiden inneren Stofflagen zwischen die Finger und rödelt das Ganze unter der Maschine durch, bis nur noch ein Schlitz von etwa zehn Zentimetern frei ist. Ihr habt jetzt auch einen Knödel auf der Maschine liegen, das ist normal. Nun das Ganze umdrehen und sich freuen. Denn ihr habt nun einen Loop, wo ihr nur noch den restlichen Schlitz irgendwie vernähen müsst.

Wenn ihr diesen Absatz gelesen habt und die ganze Zeit: „HÄ?! WOTT?!“, denkt, dann bemüht euch mal bei youtube, dort zeigen begabte Näherinnen mit meist perfekt manikürten Nägeln, wie es geht.

Ihr schafft das! Am Ende noch mal durchwaschen und bügeln und schon kann der Herbst kommen! Ihr habt doch auch schon die Faxen dicke mit der tropischen Hitze, stimmts?

Und weil ich übelste neugierig bin: Ich würde mich freuen, wenn Ihr mir mal zeigt, was für eine Windelkunst ihr demnächst am Hals tragen werdet. Am besten bei Instagram teilen und mich markieren, ich teile die Fotos dann auch gern weiter. Wenn ihr mögt. Alles kann, nichts muss, also genau wie in so nem Swingerklub… 🙂

Viel Spaß beim Nachmachen wünscht euch

… eure schludrige Näh-selpriem

 

Ein Kaffee für Frau Nieselpriem

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Zu Gast bei Nieselpriems: Anne und ihre Sorbischen Ostereier

Es begab sich neulich, da sah ich auf Instagram bei der Anne, die unter Alu_Dresden bloggt, dieses Foto hier…

Quelle: Alu_Dresden (Instagram)

… und kommentierte enthusiastisch vor Begeisterung für diese Handwerkskunst. Krass, was manche Menschen so können, oder?

Nun weiß einjede(r), der/die/das (es ist ein Graus, man/ frau traut sich ja kaum noch, einen Satz ins Internet zu schreiben; ab sofort ist mit jedem Personalpronomen ein jeder Mensch – ha! – mitgemeint), der (es geht schon los) mich kennt, dass ich ein eher farbloser Typ bin, der sich gern mit allerlei Grautönen umgibt und Buntes eher meidet. Bei diesen Eiern jedoch, ich weiß nicht wieso, da hüpfte mein Herz, da frohlockte mein Geist! Da pulsierte die österliche Begeisterung gar bunt in mitten meinem von zartgrauen Wänden umgebenen Sein.

Anne schrieb auch sofort zurück, wir sollten uns doch verabreden zum Malen, und so kam es auch. Also Anne kam. Zu mir. Und schön war das! Aber seht selbst.

Anne packte einen großen Korb auf meinen Küchentisch und lüpfte den Inhalt. Ich war ein wenig an „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ erinnert, beim Anblick der vielen gebogenen Löffel, die sie energisch auf meinen Tisch packte. Dann kamen noch gerade Löffel herzu, die sie tatkräftig Uri-Geller-like verbog. Diese Löffel kamen in ein mit Körnern gefülltes Schraubglas. Ich staunte Bauklötze.

Des weiteren hatte sie ein ehemaliges Meerrettichglas dabei, das selbst umgebaut wurde zu einem Höllengefäß mit Docht. Das war alles ganz ausgeklügelt! Dieses Meerrettichglas hatte die ideale Höhe für das Schraubglas mit den Löffeln und der Docht im selbstgebauten Funzler die ideale Länge und Dichte, um die ideale Hitze zu entwickeln unter den Löffeln. Ein Hexenwerk.

Dann packte sie Gänsekiele aus (ihr sehr die auf dem oberen Bild im linken unteren Quadranten). Sie erzählte mir, dass sie die selbst zurechtschnitzte. Wobei da nichts geschnitzt wird, sondern rasiert, denn es kommt eine Rasierklinge zum Einsatz, mit deren Hilfe zuerst die unerwünschten Härchen entfernt und dann die Spitze zurechtgestutzt wird. Zu einem Dreieck oder einem Rhombus oder einer anderen Form, die dann, in Wachs getaucht, das entsprechende Muster bilden soll.

Ein Gänsekiel in dreieckiger Form

Auch das ist ein Werkzeug zum Zeichnen: Eine Stecknadel in zweierlei Form in einen Stift gespießt ergibt am Ende auf dem Ei ein Pünktchenmuster

Anne brachte auch allerhand Vorbilder mit, die mich in grenzenloser Ehrfurcht verstummen ließen.

Ich war mir sicher, sowas niemals zu können, aber probieren wollte ich es dennoch!

Ich lernte noch, es gäbe verschiedene Praktiken. Zum einen kann man mit dem farbigen Wachs Farbe auf das Ei bringen und das ist dann der Schmuck. Man kann aber auch mit dem Wachs Muster aufbringen, das Ei dann einfärben und im Anschluss das Wachs wieder abkratzen und ebenso weiterverarbeiten in mehreren Etappen. Die „bloße“ Stelle ergibt dann das Muster. Auf dem Bild unten mit den bunten Eiern im Karton hier ist das Ei oben rechts genauso entstanden.

Here we go. Anne zeigte mir, dass man zuerst die weißen Eier mit Essigessenz abreibt, um den Stempel zu entfernen. Und erklärte, am besten nähme man rohe Eier, die lägen besser in der Hand. Das heißt, die übermütigen Menschen in der Lausitz bemalen zum Teil stundenlang rohe Eier um sie danach (!) erst auszupusten. Ich wollte lieber kein Risiko eingehen, meine Blaskompetenzen in Koeinheit mit rabiatem Verhalten gegenüber unschuldigen rohen Eiern ließen mich zurecht befürchten, ich würde mir mein „Kunstwerk“ am Ende in Scherben betrachten können. Ich nahm ausgepustete Eier.

Anne präparierte die Wachslöffel, indem sie kleine Stücke von ordinären Wachsmalstiften mit Bienwachs von der Platte in einem geheimen Mischungsverhältnis auf einen Löffel gab und den Meerrettichglasbunsenbrenner darunter stellte. Und das verschmolz dann zu einer farbigen Wachssoße.

Das ist Anne. 🙂 Anne lächelt auch beim Eierbemalen, Anne lächelt eigentlich immer. Das unterscheidet uns. Ich mag Anne troztdem.

Hier könnt ihr sehen, wie man beim Eierbemalen das Ei hält. Es ist nicht so leicht, wie es aussieht. Nichts an dem Tag war so leicht, wie es aussah. Ich hielt erst mal eine Weile ein Ei in der Hand und drehte es. Auch das ist eine Technik, die man dann brauchen würde.

Dann lernte ich die richtige Technik, die richtigen Abstand zum Wachslöffel, die richtige Schnelligkeit und so weiter. Den Haltearm aufgestützt mit dem Ei in der richtigen Haltung in einem kurzen Abstand zum Löffel mit dem flüssigen Wachs und dann den Gänsekiel eintauchen und schnell auf das Ei bringen, drehen, tauchen, auftippen, drehen, eintauchen ins Wachsen, tippen aufs Ei und drehen. Am Anfang war das Wachs bereits erkaltet, bis ich am Ei war. Fails kann man aber einfach mit dem Fingernagel abkratzen, kein Ding!

Und irgendwann kam ich in den Flow. Das Wachs, das Ei, der Gänsekiel und ich wir waren eine Einheit. Und es machte nicht nur Spaß, es war wie Meditation! Nicht, dass ich mich damit auskennen würde, auch nicht mit Yoga, aber ich fühlte nur das, was im Augenblick war und meine Konzentration war ganz und gar auf diesen schlichten Vorgang des Wachsdippens und auftippens gerichtet. So müssen das manche Menschen mit Yoga empfinden.

Ich empfand es als großartig!

Der Blondino durfte sich mit Annes Hilfe auch produzieren…

… und entschied sich dann für Guachefarben und Pinsel.

Am Ende des Nachmittages hatte Anne ein Ei bemalt und der Blonde und ich wir haben uns daran versucht. Vielleicht könnt ihr erraten, welches Ei von Anne ist? Ist schwer, ich weiß.

Anne ist auch lesenswert. Hier gehts zu ihrem Blog: Mama, weißt du?

Hier noch ein interessanter Link für alle, die sich mit den verschiedenen Techniken auseinandersetzen wollen und selbst mal Hand an den Gänsekiel legen möchten: Spreewaldinfo

Und ein Wikipedialink zur Sorbischen Tradition des Eierverzierens darf auch nicht fehlen.

 

Schöne Ostern uns allen!

Das Stollenexperiment

Zweiter Advent, irgendwann vorm Morgengrauen, ist nach meiner bescheidenen Erfahrung die beste Zeit, um einen Mandelstollen zu backen. Denn, höret und staunet, ich habe es hinbekommen! Ohne Rosinen, ohne Rum und gänzlich ohne Ahnung.

Während ich aus diversen Rezepten eine eigene Rezeptur kreiere und später die Zutaten zusammensammle, erbläut der Himmel über unserem Garten und der Blondino, der hier der wochenendliche Küchenprojektleiter ist, weil „Ich bin hier der Backschäff!“, besteigt in der Küche seinen Tritthocker von Ikea und es geht los.

Früher wurde Stollen ja in Kinderbadewannen zusammengerührt und dann auf dem Handwagen zur Bäckerei gefahren zum Backen. Auf riesigen Backblechen wurden die Stollen der einzelnen Familien draufgepappt und durchgebacken. Ich weiß das von meiner Oma.

Nun habe ich zwar eine Kinderbadewanne, dachte aber, für den Prototypen backen wir erst mal einen (!) Stollen und gucken, wie das so anläuft. Pass auf, jetzt gehts los.

Aus

250 ml handwarmer Milch

1 Würfel Hefe

300 g Mehl

80 g Zucker

1 Prise Salz

einen Vorteig rühren und eine Stunde ruhen lassen. Danach

350 g Butter

1 Fläschchen Bittermandelaroma

noch mehr Mehl, nämlich 400 g

200 g gehackte Mandeln (das sind zwei Tüten)

1 Päckchen Zitronat

1 Päckchen geriebene Zitronenschale

1 Päckchen Stollengewürz (gibts schon fertig als Mischung zu kaufen) und

etwas Vanille

einkneten. Das alles kräftig durchkneten in der größten Schüssel die ihr habt und wieder eine Stunde ruhen lassen. Danach den Teigklops rausholen, eine längliche Rolle formen und aufs Backblech hieven. Ich habe eine dicke Wurst aus Alufolie drumrumgelegt, damit der beim Backen die Form nicht verliert. Dann mittig circa zwei Zentimeter tief einschneiden. Das sieht seltsam aus, ergibt aber am Ende dann die typische Stollenform.

Nachdem der Stollen eine Stunde bei 175°C Umluft gebacken wurde, sieht er so aus.

Dann hat das Kind den Stollen gebuttert und gezuckert. Dafür ein reichlich halbes Stück Butter schmelzen und mit einem Backpinsel drauf verstreichen. Ich habe vorher den Stollen ordentlich angepiekst von allen Seiten und der Schlitz oben nimmt auch reichlich Butter auf.

Danach dann ganz fett mit Puderzucker einstäuben. Meine Oma machte diese Prozedur mindestens zweimal. Eine Woche nach dem Backen die  Zuckerschicht runterkratzen, noch mal buttern und neu zuckern. Eventuell nach einer weiteren Woche wiederholen! Zwischendurch hing der Stollen in Tücher gewickelt in einem Dederonbeutel draußen vorm Fenster, weil die Oma keinen Balkon hatte.

Vielleicht ist das auch der Grund, warum es am Heiligabend in Dresden traditionellerweise „nur“ Kartoffelsalat mit Wienern gibt – nach zwei Stück Stollen kriegt keiner mehr was rein!

Ich habe im Anschluss an das Buttern und Zuckern den Stollen in Alufolie und mehrere Geschirrtücher gewickelt in einem Gänsebräter im Keller verstaut zum „Durchziehen“. Der erste Geschmackstest am Dienstag ergab schon: Erstaunlich lecker! Schmeckt tatsächlich wie Stollen!

(Keiner ist überraschter als ich)

Die Stollenbäckerei ist ja besonders in Dresden und Umland eine verdammte Wissenschaft und die Rezeptur ein übelstes Exklusivgeheimnis! Die Stollenbäcker backen bereits im Spätsommer, damit die Stollen noch bis Weihnachten ordentlich durchgezogen sind. Dann kann man sich in der Adventszeit sein Gehalt in Stollen auszahlen lassen. Ich habe in dieser Woche zwei Dreipfünder Stollen für die Kollegen gekauft und dafür sechsundvierzig Euro hingelegt. Autschi.

Da kommt ihr ab jetzt mit meinem Stollenrezept deutlich günstiger! Als Dresdnerin esse ich im übrigen die im Supermarkt günstig und in einer Industriebäckerei hergestellten Stollen nicht. Dann esse ich lieber Buttersemmeln an Heiligabend. Außerdem ist eigentlich überall Rum drin und das mag ich sowieso nicht.

Kaufen muss ich in jedem Fall noch mindestens einen Mohnstriezel, denn Hefeteig mit Mohn und mit Streuseln und mit Nüssen und mit Puderzucker, da macht die Frau Nieselpriem beim Essen Geräusche wie bei einer Schmutzfilmvertonung! 🙂

 

Eine frohe Adventszeit uns allen. ❤

 

Ein Kaffee für Frau Nieselpriem

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Mai im Glas – Holunderblütengelee

Mai im Glas – Holunderblütengelee

Jedes Jahr Ende Mai stapfe ich mit dem roten Eimerchen los. Ziel sind die Holunderbüsche in Kaditz.

Zuhause gebe ich fünf Zitronen und so viel Wasser zu den Holunderdolden, dass alle gute bedeckt sind. Danach matsche das Ganze ordentlich mit den Händen durch (Ah! Das ist das Allerbeste! 🙂 ), und dann bleibt der Eimer abgedeckt mit einem Geschirrtuch mindestens einen ganzen Tag im Keller stehen.

Danach wird die Brühe abgeseiht. Bei mir klappt das am besten mit einem groben Sieb, das ich mit Kleenex auslege.

Jetzt den Saft abmessen. Drei Liter sind es bei mir. Wenn die Menge „unrund“ sein sollte, kann der Holunderblütensaft gut mit Apfelsaft aufgefüllt werden. Oder mit Wasser selbstverständlich.

Für drei Liter Saft sind vier Pakete Gelierzucker 2:1 ideal, sonst wird das Gelee zu flüssig.

Et voilá!

Schmeckt mir am besten auf einer dicken Scheibe Müslibrot mit fett Butter untendrunter! Müslibrot?! Ja, ganz einfach eine Backmischung für ein dunkles Brot (am besten mit Malzanteil) mit einer Handvoll getrockneter und klein geschnittener Aprikosen und einer Handvoll Haselnüssen pimpen. Den Brotlaib vorm Backen mit Haferflocken und Kernen bestreuen und backen. Bitte sehr, Müslibrot!

Im übrigen habe ich diesen Post morgens 7:05 Uhr mit leerem Magen geschrieben, also nur, falls es diesebezüglich Fragen gibt. Und jetzt habe ich Hunger! Mahlzeit und einen schönen Rest-Mai euch allen!

 

Auf Instagram gibts zum Thema „Mai im Glas“ mein Making of zum Rhabarber-Himbeer-Sirup.

 

Fasching 2018

Büchsenhochstapelei

Der Mitmach-Beitrag für den Kindergarten war in diesem Jahr ein Dosenwurfspiel.

Ich habe die Dosen lackiert um danach keine Ahnung mehr zu haben, wie nun weiter…

Zum Glück stolperte ich im Baumarkt über Isolierband für Elektriker*, was sich nicht nur mit knapp sechs Euro im Vergleich zu Acryfarbe als kostengünstige sondern auch später in der Verarbeitung als sehr praktische Lösung erwies. Das Faschingskind konnte mithelfen beim Bekleben und rückwirkend hätte ich mir sogar die Grundierung mit Acryllack sparen können. Dieses Tape kommt jetzt öfter zum Einsatz. Guckt mal hier, was man damit alles machen kann!

Faschingskrapfen

Der Beitrag fürs Kindergartenbüfett hat mich gestern Abend echt Nerven gekostet! Eingeschrieben hatte ich mich für „Pfannkuchen“, die in Sachsen das sind, was anderswo als Berliner bekannt ist (Und das, was andere als Pfannkuchen kennen, heißt in Sachsen Eierkuchen oder Plinsen… zugegeben, es ist wirklich ein wenig kompliziert! Zur Aufklärung kann man auch noch mal hier beim Nieselpriemchen des Vertrauens nachlesen.)

Ausgesucht hatte ich mir ein Kinderrezept aus dem aktuellen Heft „Meine Familie & ich“. Pfannkuchen aus dem Ofen, die sogar Kinder backen können? Dann kann ich das auch!

Nachdem ich erfolglos versucht habe, aus den angegebenen Zutaten gemäß der Anleitung einen „glatten Teig“ zu kneten und einen kleinen Tobsuchtsanfall wegen dem *piep* Teig und dem verdammten *piep* Rezept hatte,  habe ich versucht die Chose zu retten, indem ich zwei Eigelb und einen halben Liter warme Milch dazugeschüttet habe. Es wurde dann noch immer kein „glatter Teig“, aber immerhin ein Teig!

Da mir für einen zweiten Versuch die Zutaten fehlten, lavierte und improvisierte ich tapfer weiter.

Gefüllt habe ich die knochentrockenen *piep* Teigsteine mit Hinbeermarmelade, indem ich eine dünne Tortenfüllspitze durch einen Gefrierbeutel gepiekst habe und im Anschluss diesen mit der Marmelade gefüllt. Und dann das Schönste: Damit beherzt wie eine medizinische Fachangestellte im Akkord zweiunddreißig Teig-Patienten eine blutrote Himbeerinjektion verpasst! Hat auch keiner geweint.

Da ich geschmacklich mit dem Gelumpe keinen Preis würde gewinnen können, musste die Optik wenigstens stimmen. Aus Blutorangensaft und Puderzucker einen Guss obendrüber und…

… Zuckerkügelchen!

Zu meiner grenzenlosen Überraschung ergab der Geschmackstest, dass die „Pfannkuchen“ von der Konsistenz zwar eher ein Zwischending zwischen Milchbrötchen und Semmeln sind, aber durchaus schmecken!

Die Klamotte

Das Faschingsmotto in diesem Jahr war „Wild Wild West“, aber das Faschingskind erklärte, er wäre ein feuerspeiender Drache und damit fertig. So!

Also gut. Mithilfe meiner phantasiebegabten Bloggerfreundin Anja zerschnitt ich beherzt ein grünes Spannbettlaken und ein altes gelbes T-Shirt. Für die Drachenzunge musste ein Stück Weihnachtsmannbeutelstoff dran glauben. Als Schnittmuster sind Kapuzenhoodie und Pants aus dem Klimperklein- Buch *zum Einsatz gekommen, wobei die Kapuze ordentlich gepimpt wurde, wie es sich für einen furchteinflößenden Drachen geziemt!

Et voila! 

Das ist Anja. Danke Anja! ❤

Weil heute Dienstag ist, verlinke ich den ganzen Bastelbeitrag gern unter Creadienstag. Wer auf der Suche nach krativer Befruchtung ist, wird dort sicher fündig!

 

 

 

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Rotkäppchen

Auf Instagram habe ich mit meinen beschränkten Strickkünsten angegeben und wurde prompt gebeten, mein viertelverstandenes Halbwissen der breiten Masse zur Verfügung zu stellen.

Here we go. Gestrickt habe ich den Pixie hat nach der Anleitung von Leni und Mo.

Mit der Größe hatte ich allerdings meine Probleme. Der Blonde hat einen Rübenumfamg von 54cm. Nach der Logik der Anleitung nahm ich also achtzig Maschen auf und strickte. Heraus kam ein Babymützchen! Lags an der Wolle, den Nadeln, meiner Strickkunst? Keiner weiß es. Bloß gut brauchte ich sowieso ein Babymützchen…

Nein, ich habe keinen schrumpligen Unterarm! Du hast Falten in der Netzthaut. 😉

Nächster Versuch. Ich übertrieb es dann ein wenig, zugegeben. Einhundertsechsundzwanzig Maschen! Wer die Anleitung gelesen hat, weiß, dass die Maschenzahl durch sechs teilbar sein muss, damit das Muster aufgeht. Konnte ich gleich mal das Kopfrechnen auffrischen. Hundertsechsundzwanzig ist doch durch sechs teilbar, oder?

Außerdem habe ich nicht schon in Reihe zwei mit dem Musterverlauf begonnen, sondern erst einen Rand – eine Art Bündchen – im gleichen Rippenmuster gestrickt. Damit wird die Mütze größer und der Zipfel oben länger (längere Zipfel sind hier erwünscht).

Sieht etwas schief aus am Ende, hat aber offenbar funktioniert. Ich habe mir in den ersten Reihen eine Sicherheitsnadel reingeklemmt an der letzten Masche, die ich „anders“ gestrickt habe (am Anfang und am Ende der Hinreihe), damit ich immer wusste, wo das Ende ist. Das fand ich hilfreich. Und mir gemerkt, wenn ich die letzte Rückreihe rechts gestrickt habe, beginnt die neue Hinreihe auch rechts. Oder eben umgekehrt: die Rückreihe mit linken Maschen beendet, dann die nächste Hinreihe mit linken Maschen starten.

Ansonsten ist die Anleitung gut verständlich und reich bebildert und ich danke an der Stelle dafür!

Mit einhundertsechsundzwanzig Maschen ist der Hut allerdings so groß, dass er sogar dem Mann passt, wenn man ihn dehnt. Nun ja… Ich habe im Anschluss Bänder für das Hut´l gestrickt mit jeweils sechs Maschen auf der Nadel, im Rippenmuster (rechts, links, rechts, links…).

Das Kind liebt sein Rotkäppchen. Und das Gute ist, es wird ihm noch zwanzig Jahre passen. Yeah!

Danach habe ich es eine Nummer kleiner probiert: Einhundertzwanzig Maschen. In Grün diesmal. Und anstatt der Bänder zum Zubinden habe ich im Anschluss noch einmal einhundertzwanzig Maschen aufgenadelt und im gleichen Rippenmuster (zwei rechts, zwei links) ein Schalstück gestrickt und das dann unten angenäht. Die Naht des Schals deckt sich hinten mit der Naht der Mütze.

Sieht dann so aus und finde ich urst praktisch! 

Leider habe ich die zu locker gestrickt, also so, wie man einen Pulli stricken würde, sie ist ein wenig labbrig. Mein Tipp: feste stricken! Notfalls eine Nadelstärke weniger nehmen, das sieht schöner aus und die Mütze wird auch wärmer dadurch.

Ich nadel mir jetzt also den nächsten Pixie hat auf und diesmal versuche ich es mit sechsundneunzig Maschen für die blonde Rübe. Damit sollte nach der trial-and-error-methode die optimale Größe in greifbarer Nähe sein. Ansonsten verschenke ich das ganze Gelumpe! Irgendwem wird es schon passen. Anne hat schon Bedarf angemeldet! Da lasse ich mich nicht lumpen. Schiefe und zu große Mützen? Kein Problem, das macht die Nieselpriem!

 

An der Stelle noch mal ein fettes Danke im Internet. Anne hat dem Blondino mit ihren monstermäßigen Geburtstagsideen einen unvergesslichen Tag beschert. Strumpfhosenbowling, besprühte und präparierte Stöcke für die Monsterseifenblasen, Monsterbüchsenwerfen… sie hat mir alles vorbeigebracht, die Gute, weil ich gesundheitlich ziemlich angeschlagen war und das Babylein vermutlich sonst keine Kinderparty bekommen hätte. Hashtag Bloggerliebe ❤

Ein Lätzchen für große Kleckerfritzen

Ich weiß nicht genau, ob der Blondino für seine drei Jahre sehr groß ist oder sehr ungeschickt beim Essen, jedenfalls gehen ihm die handelsüblichen Lätzchen (Und er braucht dringend eines zum Essen, oh ja!) bis knapp unterhalb der Brust und sind damit deutlich zu kurz für unseren Bedarf. Gefühlt landet die Hälfte des Essens im Schoß.

Ich habe aus einem ausrangierten Badehandtuch Kleckerlatze genäht und da die nicht nur superschnell zusammengefummelt waren, sondern auch den Praxistest mit Bravour bestanden haben, möchte ich diese Idee gern mit euch teilen.

Ich habe ein Badetuch mittig gefaltet und ein handelsübliches Schlupflätzchen als Schnittmustervorlage verwendet. Als erstes habe ich um das Lätzchen herumgeschnitten und habe die gesamte Länge des halbierten Badetuches ausgenutzt.

Aus meinem Handtuch entstanden so vier Lätzchen-Rohlinge.img_4625 Als nächstes habe ich oben mittig etwa fünf Zentimeter eingeschnitten und unterhalb ein Loch für den Kopf ausgeschnitten. Ich habe dafür aus schierer Faulheit eine Müslischale als Maß verwendet, sie hatte den ungefähren Umfang des Kopfausschnittes vom Modell-Lätzchen, das ja zumindest am Kopf gut passte.img_4636

img_4637

img_4626Danach habe ich einen Streifen Bündchenstoff unter leichtem Zug in die ausgeschnittene Öffnung genäht. img_4638 … und im Anschluss daran das „Schlupfloch“ geschlossen. Wenn ihr einen gleichmäßig breiten Streifen Bündchenstoff nehmt, wird eures auch nicht so schief wie meins. 😉img_4639-1 Als nächstes habe ich ein Zierband quer drüber genäht. Schief, versteht sich, ich konnte die Stecknadeln nicht finden! Eine hübsche Applikation wäre bestimmt auch ganz niedlich oder man könnte diese Aufbügelmotive endlich mal verarbeiten, die eh nur rumliegen in der Nähkiste…img_4640 Als letzten Schritt habe ich das ganze außen rundherum mit Schrägband eingefasst. Fertig!img_4641

img_4642Und so sieht das Handtuchlätzchen dann im Einsatz aus. img_4646

Es ist auch groß genug, dass es dem Bärtigen passen würde. Leider war der nicht bereit, sich damit ablichten zu lassen. Spielverderber!

 

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Lackliebe

Es ist Zeit für eine Enthüllung: Ich stehe total auf Lack! 😉

Das erste Möbel, das ich gestrichen habe, war ein Kinderzimmerschrank des Bärtigen. Presspappe und urst hässlich, aber ein absolutes Raumwunder! Ihr wisst schon, Schränke heutzutage haben immer rechts eine Stange für Bügel und links maximal zwei Einlegeböden. Wie soll man da all seinen Prassel unterkriegen?

Nicht dieser Schrank. Zack, zack, zack, fünf Einlegeböden auf jeder Seite, eine anständige Tiefe, den musste ich einfach behalten! Wegen der inneren Werte, ihr versteht. Und so wurde der Elfenbeinfarben gestrichen und bekam antik angehauchte Knäufe. Und alle ab sofort: „Wow! Was für ein schöner Schrank!“.

Danach war ich angefixt. Und ab sofort wurde nie wieder ein Möbel weggeschmissen!

Nun, da bald eine neue Behausung ansteht und eingerichtet werden will, bin ich im Lackfieber.

Ein alter Campingtisch aus den Siebzigern wird der neue Bastel- und Maltisch für den Blondino.img_3767

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Mit der selben Farbe habe ich ein olles Küchenregal traktiert, das später über den Tisch gehängt wird und Bücher und Stiftebecher des Kleinen geherbergen soll.

Nach zwei Anstrichen noch etwas fleckig, da muss noch eine Schicht drauf!

Nach zwei Anstrichen noch etwas fleckig, da muss noch eine Schicht drauf!

Ein Sideboard aus dem Garten bekommt einen lichtgrauen Anstrich und weiße Emailleknäufe und wird zukünftig meine Vasen und Dekodingsbumse aufbewahren.img_3763

img_3764Für alle, die denken, das könnte auch was für sie sein, habe ich ein paar „best practises“ aus meiner Laienpraxis.

Lackieren ist babyleicht, auch wenn ein gelernter Maler vermutlich bei diesem Ausspruch anfängt zu weinen. Prinzipiell braucht ihr nur einen Lack eurer Wahl (ich finde Mattlacke für Möbel am schönsten und Glanzlacke für Objekte, aber das ist Geschmackssache), eine Farbwanne, Lackrolle und einen Pinsel. Auch da guckt ihr einfach, womit ihr am besten klarkommt. Ich nehme immer runde Pinsel mit dickem Kopf.

Prinzipiell kann man fast alles streichen! Wirklich nahezu jeden Untergrund. Im Baumarkt freuen die sich auch sehr, wenn man das Beratungsangebot annimmt.

Generell versuche ich so viel wie möglich mit dem Lackroller abzudecken – das geht schnell und garantiert eine gleichmäßige Oberfläche.

Lieber weniger Farbe und mehr Schichten, das ist auch so ein Erfahrungswert. Der Schrank oben auf dem Bild hat mich fünf Anstriche und tausend Flüche gekostet, ist am Ende aber satt grau und wunderschön geworden! Ich habe ihm weiße Emailleknäufe verpasst und leider vergessen zu fotografieren. Das reiche ich nach.

Abklebeband ist auch wichtig. Das gelbe Malerkrepp zum Abreißen finde ich praktisch. Geduldige, gewissenhafte Menschen würden vermutlich auch die Schieber aus den Schränken ausbauen vorm Lackieren. Ich bin da eher der quick ´n dirty Typ.

Terpentin benutze ich nicht. Mir wird von dem Gestank blümerant. Ich schütte immer nur so viel Farbe in die Farbwanne, wie ich meine, gerade eben zu brauchen und wickle Pinsel und Farbroller zwischen den Lackschichten in handelsübliche Haushaltsfolie. Damit trocknen diese auch nicht aus, wenn ihr mal ein paar Tage keine Zeit habt, weiterzuarbeiten. Nur Monate, also Monate sollten die nicht eingewickelt bleiben, das schimmelt irgendwann! Das weiß ich, weil ich das selbstlos getestet habe…img_3765

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Arbeitsklamotten sind auch wichtig. Die werden bei mir nie dreckig, aber wehe, ich denk mir: „Ach komm, kleckert schon nicht! Ich lass mal den Wollpulli und die Uggs an!“… Ihr versteht.

Weil ich gerade so im „Flow“ bin, habe ich noch diversen Kleinteilen ein farbenfrohes Revival beschert.

Aus dem Blumenhocker einer Omi wurde mit einem Farbrest und einem gehäkelten Bezug aus Wollresten ein bunter Hocker fürs Kinderzimmer. Den Bezug habe ich mit doppelseitigen Teppichklebeband justiert. Hält wie Atze.img_4101

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Für die Figurinen wurde ich zum Sprayer. Schütteln, klackern, sprühen, Luft anhalten…

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Die Deckel meiner Gurkenglassammlung wurden gepimpt…img_4097 … und ein hässliches Bild, das sich partout nicht von seinem Rahmen trennen lassen wollte, komplett lackiert. Innen kam Tafellack drauf, da kann ich dann einen philosophischen Sinnspruch draufschreiben. Oder ich benutze das als Notizbord, zum Beispiel, um mir neue Schimpfwörter zu notieren, wenn sie mir einfallen. Senkhodenpendler, Schnitzelpriester…img_4102

Im Garten steht noch ein Werkzeugregal, dem ich einen Schieber abgeluchst habe. Der wurde lasiert und wird meine neue Schreibtischablage. Oder ein Setzkasten für Nagellack!

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Aktuell trocknet gerade die alte Spieltruhe des Großkindes im Keller, die später im Flur Mützen, Handschuhe und dergleichen mehr aufbewahren soll.img_4117

Daneben steht eine wunderschöne Etagere, die ich bei Lilli auf Instagram im Sale ergattert habe. Die wird noch weiß lackiert. Vielleicht wird sie zukünftig im Flur stehen und die Familienmitgliedern parken ihre Schlüssel darauf.

Außerdem will ich noch unsere Schuhschränke streichen (die werden als Arbeitszimmer-Nähzeug-Aufbewahrungsmöbel wiedergeboren) und dann hat mich auch noch eine Auftragsarbeit ereilt.

Ja-ha, genau!

Die Leute von Ehring-Möbel haben mir nämlich Weihnachtsanhänger geschickt. Und Kunstschnee! Und Schokokugeln. Und einen liebevollen, persönlichen Brief mit der Aufforderung, eine Mal- und Bastelchallenge anzunehmen. Im Moment habe ich noch gar keine Idee, aber ihr könnt auf Instagram verfolgen, ob da was Vorzeigbares bei rausgekommen ist am Ende.

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Diese Weihnachtsanhänger und viele andere hölzerne Dekoideen, die man auch gut zusammen mit Kindern gestalten kann, gibt es bei Ehring im Onlineshop zu kaufen und für jeden verkauften Weihnachtsartikel wird ein Euro an die Tafel gespendet. Eine gute Sache, wie ich finde.

Tür 1- Das Chaos kommt!

Das Chaos kommt! Heute in Form der lieben Kerstin vom Blog Chaos hoch zwei, die stets und immer aussieht wie aus dem Ei gepellt, frisch, erholt und rosig, während sie mit drei Kleinkindern einhändisch jongliert. Zudem ist sie nicht nur wunderschön, sondern auch noch schreibtechnisch talentiert, witzig, klug und nett! (Das ist nicht gerecht, aber wahr. Ja, ich finde auch, wenigstens einen Silberblick hätte Mutter Natur obendrauf legen können…)

 

Die liebe Henrike* war so charmant, mir während meines Mutterschutzes mit einem Text fürs chaotische Blog auszuhelfen. Im Gegenzug habe ich nun die Ehre, euch etwas adventliches zu bieten. Nur was?

Als übermüdete Mama dreier Miniatur-Kinder bin ich aktuell nicht kreativ genug für DIY-Anleitungen, als dekorativ gilt daheim was frei von Babykotze ist, Adventskalender und Plätzchen gibt es bei uns dieses Jahr liebevoll selbst gekauft. Aus meinen durch Schlafmangel degenerierten Gehirnwindungen hat das Baby jeglichen Rest Eloquenz herausgesaugt und so bleibt nicht einmal eine lustige kleine Geschichte übrig für euch.

Da dachte ich, ich mache etwas idiotensicheres. Etwas ganz schnelles. Gebrannte Mandeln!

Ok, das ging schief. Daher ein neuer Versuch:

Gebrannte Mandeln. Das Rezept.

Gebrannte Mandeln sind eine feine Sache, denn sie gegen total schnell und sind ein richtig nettes Mitbringsel in der Vorweihnachtszeit.

Gebrannte Mandeln 1

Theoretisch hat man die Zutaten alle immer zu Hause. Ihr braucht nur Mandeln, Zucker und Zimt. Außerdem ein Rezept, eine alte Pfanne (tut das bitte wirklich keiner guten/neuen an), einen alten Holzlöffel und dekoratives Obst zum Fotografieren für Instagram.

Zutaten:

  • 200g Mandeln
  • 100g Zucker
  • 50ml Wasser
  • 1 Msp. Zimt
  • 30 Minuten „kinderfrei“

Gebrannte Mandeln 2

Zubereitung:

Es ist absolut! unerlässlich, dass euch während der Zubereitung niemand stört. Wirklich. Niemand. (s.o.)

Denn wenn man gebrannte Mandeln macht, passiert lange Zeit nichts. Gar nichts. Man kann prima einen ganzen Pott Kaffee genießen währenddessen. Aber dann…

Also: Mandeln, Zucker und Wasser mit dem Zimt in die Pfanne und aufkochen. Temperatur etwas runterdrehen und bei gelegentlichem Rühren warten, Kaffee trinken und Stille genießen.

Dann urplötzlich nach einer mehr als guten Viertelstunde zieht die Masse an. Das Wasser ist verdampft, der Zucker wird wieder sichtbar und ihr müsst nun rühren, rühren, rühren! Der Zucker karamellisiert langsam und die Mandeln werden gebrannt. Das geht recht fix und ihr müsst auf keinen Fall ewig rühren, aber wenn ihr den richtigen Zeitpunkt verpasst habt, ist halt alles schwarz.

Gebrannte Mandeln 3

Die Mandeln kommen auf ein Backblech mit Backpapier zum Auskühlen. Die Masse ist anfangs extrem heiß, also noch ein guter Grund für die kinderfreie Zone. 😉

Gebrannte Mandeln 4

In die Pfanne gebt ihr einfach heißes Wasser und nutzt die Restwärme. Dann löst sich auch der Zucker auf und ihr müsst nicht ewig schrubben.

Die Mandeln, die ihr noch nicht vom Backblech weg genascht habt, verpackt ihr jetzt nett in einem Glas oder so einen durchsichtigen Tütchen. Fertig!

Gebrannte Mandeln 5

*Unter BloggerINNEN ist es üblich, alle anderen BloggerINNEN als „lieb“ zu betiteln. Es ist eine dieser ungeschriebenen Regeln, die man zwingend einzuhalten hat, wenn man überhaupt weiter dazugehören will. In diesem Fall würde ich „lieb“ gerne durch „entzückend“, „herzensgut“ und „wunderhübsch“ ersetzen, aber ich halte mich an die Regeln.

Eine Küche muss her!

Der Blondino will immer mitkochen, was ich generell begrüßen würde, wäre er zehn Jahre älter! Bis dahin bin ich damit beschäftigt, seine knubbeligen, spuckefeuchten, niedlichen, kurzen, weichen, zum Dauerknutschen anregenden Fingerchen von der Herdplatte und den Knöpfen und dem Backofen fernzuhalten. Da kommt man kaum zum eigentlichen Kochen! Außer, man besitzt acht Arme.

Hilfreich hat sich erwiesen, dem Babynator Plasteschüsseln, Löffel und ähnliches auf den Boden zu legen oder ihm zu gestatten, damit in einem der Geschirrschieber „zu kochen“.

Vorab: Falls es irgendjemand für vollkommen übertrieben findet, einem (fast) Anderthalbjährigen eine Spielküche hinzustellen, dem sei gesagt: Erstens kann man nie früh genug anfangen, die Kinder an den Haushalt heranzuführen. Zweitens habe ich nicht acht Arme.

Lange Rede, kurze Rike. Es muss was her! Jetzt könnte ich bei Blau-Gelb eine Pressspanküche kaufen (O-Ton Kind Nummer eins: „Pressspan ist ist sowas wie das Formfleisch unter den Holzmöbeln, richtig?“), dann wäre ich heute schon durch mit dem Thema. Allerdings will ich auch ein bisschen Spaß!

Deshalb schmachte ich mich seit Tagen durch die Spielküchensammlung von Hyggelig. Sowas hier will ich! Also, ich meine natürlich, das Krabbelkind will sowas.

Eine bebilderte Anleitung gibts auch dazu, und zwar hier.

Natürlich braucht der Nachwuchssternekoch in Windeln noch Zutaten. Dank Valentina von Raumdinge will ich das jetzt nicht mehr irgendwo in der Plastikversion kaufen, sondern basteln!

(Fürs Verständnis: In der vergangenen Adventszeit habe ich erfolgreich bewiesen, dass es durchaus Leute gibt, die nicht in der Lage sind, einen Papierstern mit simplem Muster auszuschneiden. Im schlechtesten aller Fälle leiden dieselben Menschen außerdem an überproportionaler Selbstüberschätzung ihrer Kompetenzen in Basteldingen und Handwerksprojekten.)

Sowas hier zum Beispiel:

Quelle: www.raumdinge.de

filz_sushi_k_02 Käseschachteln_k tortenbaeckerei01Quelle: http://www.raumdinge.de

Nun wisst ihr bescheid über meine nächsten Projekte und ich werde das Ergebnis mit euch teilen. Ich denke, wir alle werden viel zu lachen haben! Also, ihr. Beim Bildervergleich zumindest.

Basteltherapie für Regensonntage

Basteltherapie für Regensonntage

Es regnet Bindfäden. Und wird einfach nicht hell! Dieser Sonntag verdient seinen Namen nicht.

Mir ist heute eine alte Zeitung aus den frühen Achtzigern in die Hände  gefallen. „Guter Rat“, die Haushaltstipps- und Bastelzeitung der DDR. Ich bin keine Bastelmutti, aber quick ´n dirty bekomme selbst ich hin!

Ein Puppenhaus aus einem Schuhkarton zu basteln, ist eine Supersache an so einem Regentag. Selbst die Kleinsten können Stofffitzelchen mit Klebestift als Gardinen an die Fenster pappen. Und das Haus bemalen. Dann haben die Kastanienfiguren, die bei euch vielleicht schon auf der Fensterbank liegen, ein schönes neues Zuhause. Es könnte auch eine Fillypferd-Ranch werden oder eine Autowerkstatt. Ein Raumschiff…

Dann noch einen warmen Tee oder eine heiße Schokolade und ein paar Butterplätzchen. Ach, der Regentag ist ruckzuck rum! Und morgen scheint wieder die Sonne.

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“Ich lache auch wenn´s regnet. Denn wenn ich nicht lache, regnet es ja trotzdem!” Heinz Ehrhardt

Sanddorngelee

Sanddorngelee

Was für eine Freude!Foto 1

Ich habe Sanddornsträucher entdeckt. Mitten in der Großstadt. Versteckt an einem geheimen Ort, dessen geografische Lage ich unter Folter niemals verraten würde. Mein Sanddorn! Bin ich doch eher versehentlich im bergigen Hügelland verortet und fühle mich dem Meer und allem, was dazugehört so unendlich näher. Heißen Sanddornsaft mit Honig an einem verschneiten, arschkalten Tag neben der Seebrücke in Kühlungsborn in einem knutschigen Café trinken… Ja, so kann Winter sein.

Mit derlei romantischen Gefühlen beladen mache ich mich mit der Mutti-Handtasche, kratzresistenter Outdoorbekleidung, Bergziegenverfolgungsstiefeln, einer Rosenschere und Gartenhandschuhen auf ins Gestrüpp. Ach, ich sehe mich schon auf dem Pieschner Adventsmarkt mit Liebe handgerührtes Sanddorngelee von dem Hellerberg einem geheimen Ort in Dresden verkaufen…

…Immer schön abducken, wenn ein Mensch mit Hund vorbeikommt. Nicht, dass der mich sieht, sich fragt, was die Frau da wohl treibt, nachsieht und mir dann den schönen Sanddorn wegmopst! Mein Sanddorn! Ich frage mich, wieso den noch niemand gefunden hat und warum die Leute so achtlos an den Geschenken der Natur vorübergehen. Diese Ignoranten! Schauen auf ihr Smartphone und schlurfen an Hagebutten, wilder Möhre, Hundsrose und allen anderen Herbstschönheiten einfach so vorbei… Ich knipse weiter an den Küstengewächsen herum, die einen so vertrauten Duft verströmen. Mein Herz wird weit. Es fehlen nur noch die Möwen und das Rauschen der Brandung.

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rechts: Abfall nach erstem Verarbeitungsschritt

Nach einer Stunde wuchte ich einen Ikea-Beutel voller beerenbeladener Äste auf die Plagenkarre und schiebe die heimwärts. Als Sanddorn-Neuling habe ich selbstverständlich das Internet im Vorfeld befragt nach der optimalsten aller Weiterverarbeitungsmethoden. Ich kenne mich jetzt aus! Zuerst die Äste beschneiden, bis nur noch möglichst wenige Blätter dran sind. Das dauert… ich sitze eine weitere Stunde und schnibbele und knipse an den stachligen Dingern rum. Frage mich zwischendurch, ob nicht die Hälfte gereicht hätte… Am Ende hat sich der Umfang gedrittelt: zwei Drittel Abfall, ein Drittel Äste mit Beeren. Die packe ich mitsamt einer ökologisch unvertretbaren Plastiktüte in den Frost.

Zwei Tage später wird das gefrostete Gelumpe zum Zwecke der Weiterverarbeitung wieder rausgeholt. Das Internet sagt: „Die Zweige einzeln in einen Stoffbeutel tun und diesen gegen eine Wand oder einen harten Untergrund schlagen. Dabei fallen die gefrorenen Beeren von den Ästen und lassen sich dann leicht aus dem Beutel sammeln.“. Mach ich. Matscht und hinterlässt Flecke auf dem Boden, dem Beutel, mir. Die Beeren hängen noch dran.

Ich atme tief durch. Es liegt an mir. Ganz klar. Aber ich hocke inmitten dem Gelumpe und habe keine Wahl. Wegschmeißen kommt nicht infrage. Ich setze mich. Setzen ist immer gut. Dann beginne ich händisch die Beeren von den Ästen zu polken. Autsch! Handschuhe kann ich jetzt nicht mehr tragen, damit zermatsche ich alles noch mehr. Also vorsichtig. Aua! Blödes Arschloch! Ich fummle und fummle Beere für Beere ab. Langsam bekomme ich eine Idee davon, warum Sandornprodukte so hochpreisig verkauft werden. Es ist ein Schund. Der Weg ist das Ziel… ich versuche mich zu konzentrieren und die Situation als etwas Angenehmes und Verheißungsvolles anzusehen. Autsch! Arschloch! Meine Hände spüre ich nicht mehr. Nach einer weiteren Stunde ist der Boden eines Topfes mit Beeren bedeckt, neben mir türmt sich ein übervoller Eimer mit struppigem Abfall. Wenn das so weitergeht, sitze ich im Mondenschein noch fluchend zwischen Sanddornarschlochscheißästen… Weitermachen! Aufgeben ist keine Option!

Nach einer weiteren Stunde bin ich fertig, besaftet von oben bis unter, zerstochen und hocke völlig erledigt zwischen einem Riesenberg von beinahe beerenlosen Dornenästen und einem mittelgroßen Topf, halbvoll gefüllt mit Sandornbeeren. Ermattet schleppe ich mich zur nächsten Station auf dem Weg zum selbstgerührten Sandorngelee (an der Länge des Textes ist jetzt schon zu erkennen: Es dauert!). Abspülen, Blätter rauspulen, abspülen, vertrocknete Beeren aussortieren, abspülen, wieder von vorn. Der Inhalt des Topfes schrumpft immer mehr.

Ich bin mittlerweile für keinerlei Ansprache von außen mehr empfänglich. Mit müdem Blick und zerstochenen Händen koche ich die Sandornscheiße, und rühre. Zerquetsche. Für agressionsabbauende Kraftakte fehlt mir jede Energie. Dann schmeiße ich das elendige Gelumpe in die „flotte Lotte“. Es scheppert und das vorsintflutliche Küchengerät zerfällt in seine Einzelteile. Saft spritzt und saut die Teile der Küche ein, die bis dato noch sauber waren. Bei mir macht das schon lange nichts mehr, ich habe von Kopf bis Fuß eine gleichmäßige Orangefärbung.

Der Beste baut das Küchengerätearschloch wieder zusammen, begleitet von allerlei Witzen auf meine Kosten. Ich erwidere müde, ich würde ihm die „flotte Lotte“ über die Rübe ziehen. Im Schlaf. Falls ich jemals wieder die Energie für solche Aktionen würde aufbringen können.

Abmessen. Hysterisch auflachen beim Feststellen, dass aus einem vollen Ikea-Sack eine lächerliche Saftausbeute von 1,5Litern rauskommt!

Egal.

Mir ist alles egal.

Gelierzucker reinschmeißen, rühren, in Gläser abfüllen. Natürlich ist ein Glas undicht. Gelee quillt raus. Scheißegal! Arschloch! Blödes Tourrettegemüse!

Beim Putzen der Küche (eine weitere halbe Stunde) schwöre ich, niemals wieder in meinem ganzen Leben, never ever werde ich Sandornscheißarschlochgelee kochen! Das zusammenfabrizierte, verklebte Produkt verhöhnt mich derweil von der Arbeitsplatte aus.Foto 4

Also. Was habe ich gelernt? Sandornprodukte kauft man an der Ostsee, im Bioladen, auf dem Markt oder gar nicht. Teuer? Nein, die sind spottbillig! Meine Ausbeute sind fünfeinhalb Gläser. Wenn ich mir selbst einen Stundenlohn von zehn Euro gezahlt hätte, würde eines dieser Gläser zehn Euro kosten.

Sanddorn ist gesund, enthält viel Vitamin C und so. Äpfel aber auch…

 

Strandgut des Lebens

Strandgut des Lebens

Meine Großeltern waren ihrer Zeit voraus. Heute würde man sagen, sie seien Upcycler und Zweitverwerter gewesen. Nichts durfte umkommen, nichts wurde achtlos weggeworfen. Aufgrund der harten, entbehrungsreichen Nachkriegsjahre oder einfach einer anderen, altmodischen Sicht auf den Wert der Dinge… ich weiß es nicht. Aus den alten, gestreiften Nachthemden vom Uropa („Gute Baumwolle!“) wurden Sommerkleider für die Enkelmädchen genäht. Strickpullover wurden mühsam aufgedrießelt, die Wolle nach Farben sortiert und zusammen mit getrockneten Orangenschalen (gegen die Motten) in Kisten, Säcken und Tüten verstaut. Um dann irgendwann in Form von Kinderpullovern, Socken, Häkeldecken, Kissenbezügen, Teppichen zu neuem Leben zu erwachen. Das Wegwerfen von Plastikbehältnissen fiel meiner Oma nicht ein. Was für eine Verschwendung! In den Milchbeuteln der DDR wurde nach dem Auswaschen alles mögliche verpackt und Quarkbehälter konnten auch nicht weggeworfen werden. Die waren super Anzuchttöpfe und überhaupt: da kann man doch was reintun!

Mein Opa fuhr nachmittags mit seinem Fahrrad gern durch die Gegend. Der Chariot war noch nicht erfunden, also hat er sich einen Handwagen namens „Rollfix“ (so hieß der wirklich) an sein Fahrrad gebunden und ging damit auf Beutezug. Bei den Mülltonnen.

(Randnotiz: Liebe Kinder, die Mülltrennung ist jünger als die Tante Rike und früher schmissen die Leute einfach alles in eine große Tonne mit Schwingdeckel. Echt wahr, diese Umweltsäue! Aber es gab ja meinen Opa… )

Dort zwischen Kartoffelschalen und Kaffeesatz fand mein Opa Schätze. Etwa kaputte Toaster oder Fahrradreifen. Das barg er alles, unter vollstem Körpereinsatz. Und schaffte das in seinen Garten. Aus den Teilen wurden neue Sachen gebastelt oder sie wurden zu späteren, nicht näher benannten Zwecken zwischen- bzw. endgelagert. Meine Mutter schämte sich sehr, wenn die Nachbarn sagten: „Dein Schwiegervater ist heute wieder in den Mülltonnen rumgekrochen!“. Ich glaube aber, er wurde nur missverstanden, der Opa.

Warum ich euch das alles erzähle? Nun, ich versuche, eine positive Grundstimmung zu verbreiten. Denn es ist Zeit für eine Offenbarung: Das ist erblich! Ja, ich bin betroffen. Ich kann nichts dafür.

Steine, Muscheln, Sand werden ja von vielen nach Hause getragen. Von den Stränden dieser Welt. So fing das bei mir auch an. Seit ich den ersten Hühnergott im Kieshaufen bei Hornbach fand, ist allerdings keine Kiesumrandung irgendeines Hauses vor meinem Adlerauge und suchendem Blick sicher. Im Rindenmulch fand ich schon allerschönste Holzstücke mit Astlöchern, die man auffädeln kann. Oder so hinlegen, als Deko zwischen Blumentöpfe. Oder als Geschenkanhänger verwenden, mit Silberstift beschriftet. Ich brauche das alles! Gehe ich in den Wald, komme ich stets mit schmutzigen Fingern und vollen Jackentaschen wieder raus.

War das Scherbensammeln im Garten zunächst nützlich aufgrund der Verletzungsgefahr, sammle ich mittlerweile die blau-weißen Scherben in ein separates Eimerchen, was keiner anfassen darf! Was ich damit will? Vielleicht ein Mosaik machen. Oder das Bad fliesen, genug zusammen hab ich mittlerweile. Sammelte ich zunächste nur unser Grundstück ab, so dehne ich mittlerweile meine Scherbensuchaktion auf die komplette Gartensiedlung aus (zur Erinnerung, der Garten liegt auf einer alten Müllhalde). Vollkommen selbstlos! Und es gibt Tage, an denen weiß ich, was ich denke, wenn ich höre, was ich sage. Zum Beispiel zu meiner Nachbarin: „Du Moni, wenn Du beim Buddeln blau-weiße Scherben findest, schmeiß mir die über den Zaun!“. Hä?! Ernsthaft? Doch, leider, das ist wahr. Und nein, Moni schmeißt mir keine Scherben über den Zaun. Bis jetzt.

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Fundstück und Fundstückchen

Alles, was weiß und keramisch oder aus Porzellan ist, muss ich sowieso mitnehmen. Alte Relais, Flaschendeckel, Zuckerdosen, Eierbecher. Brauch ich alles. Passt zu jeder Deko irgendwie dazu. Und wenn ich behutsam den Dreck von den Dingen wasche, denke ich darüber nach, durch wieviele Hände das „Ding“ wohl gegangen ist und wie lange es jetzt wohl schon auf mich gewartet hat.

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keramische Dingsbumse

Antiquitätenläden, Flohmärkte und sagar Versandhändler, die sich auf „alte“ Sachen spezialisiert haben, boomen. „Aus alt mach neu“ war schon in den Siebzigern der DDR eine Parole, wenn auch damals aus Verknappungsgründen. Ich mag alte Möbel, alte Stoffe, altes Geschirr. Ich bin auch nicht mehr neu, vielleicht ist es das. Ich gehe an keinem Trödelladen vorbei und selten verlasse ich den mit leeren Händen. Und doch, das ist was anderes. Dort hat jemand vorsortiert und die Dinge bewertet, ihren Verkaufspreis ermittelt und drangeklatscht: „Zu verkaufen!“.

Herzklopfen erfüllt mich, wenn die Dinge mich finden. Ein altes Schaukelpferd, neben den Wertstoffhof gestellt. Ein Weinballon, der Deckel einer Bonbonniere auf dem Glascontainer. Ein trauriger Stuhl (mal wieder), irgendwo am Wegesrand. Ich kann da nicht vorbeifahren! Mit wenigen Handgriffen und etwas Liebe (und manchmal Holzleim) bekommt dieses Strandgut des Lebens bei mir eine zweite Chance.

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Das wird nicht von allen gern gesehen. Besonders nicht von meiner Familie. Wenn das Auto mit mir am Steuer automatisch vor einem Glascontainer abbremst, kommt sofort Geschrei: „Wehe! Untersteh dich!“ (der Beste), „Muddor! Na-heiiin!“ (das Kind Nummer eins), „Hedate! Hedate!“ (der Kleinste macht auch schon mit).

Aber bevor ihr mir das Messie-Team von RTL2 auf den Leib hetzt, gebe ich Entwarnung: Quarkbecher kann ich gut wegschmeißen und auch ansonsten fallen mir Trennungen nicht schwer, wie der Beste neulich feststellen durfte:

„Was ist das schon wieder?! Das schmeiß ich weg, das steht nur rum!“, „Ich schmeiß dich gleich weg, mein Lieber! Du stehst auch bloß rum!“

Nimm Platz!

Nimm Platz!

Könnt ihr euch noch an den räudigen Stuhl vom Trödelmarkt erinnern? Nun, dieser Stuhl hat eine unangenehme Eigenschaft: Er neigt zur Cliquenbildung. Binnen kürzester Zeit scharte er noch zwei wurmstichige Halunken um sich, sodass ich in die Bredouille kam. Der Beste drohte regelmäßig damit, ein hübsches Feuerchen zu entfachen. Ich war im Zugzwang! Zur mitternachtsblauen Wand fehlte noch die passende Bestuhlung im Gartenhäuschen und Ikea hatte in der Fundgrube 2x mitternachtsblauen Bezugsstoff… Ich sah die Zeichen!

Foto 2-1Wer bislang achtlos an alten Holzstühlen vorüberging in der Annahme, das Aufhübschen sei viel zu kompliziert, dem sei gesagt: mitnichten! Wenn der Stuhl nicht vom Holzwurm durchlöchert ist , ist er zu retten. Und wenn ich das kann, kann das jeder und ich fische hier nicht nach Komplimenten, sondern in ganz trüben Handwerksgewässern (alle, die wirklich etwas von Polsterei verstehen, bitte Augen zuhalten und ganz schnell woanders hinklicken…).

Du brauchst:

  • Schaumstoffplatten (Baumarkt, bei den Heimtextilien)
  • Bezugsstoff (zB. von hier)
  • Holzleim zum evt. Verkleben lockerer Stellen
  • Stoffschere, Hammer, Tacker
  • Tapezierstifte (das sind Nägel)
  • Packdecke (Baumarkt)
  • doppelseitiges Teppichklebeband

Foto 4-2Als erstes Sitz entfernen. Die meisten sind mit Gurten oder Federn im Unterbau bestückt. Gurte kann man selber spannen, wenn die kaputt sind. Wenn die Federung kaputt ist, bist du ein Glückspilz! Du kannst die Federn ausbauen und als Rankhilfen für Pflanzen einsetzen oder sonstwas dekoratives damit anstellen. Den Unterbau haust du in dem Fall weg und lässt dir im Baumarkt ein Brett mit den passenden Maßen zuschneiden.

Dann musst du den Sitz vom alten Bezug und Polstermaterial befreien. Das ist die einzige Arbeit, die zeitaufwändig ist und keinen Spaß macht.

Danach Bezugsstoff zurechtschneiden und evt. die Schaumstoffplatte in Form schneiden. Diese darf ruhig einen halben Zentimeter über den Holzrahmen ragen, sonst merkt man später das Holz am Ärschel. Aus der Packdecke einen Streifen schneiden, der so lang ist, das du den Schaumstoff einschlagen kannst.Foto 3-1

Jetzt wird ein Türmchen gebaut (von unten nach oben): Bezugsstoff, in Packdecke eingeschlagener Schaumstoff, Sitzrahmen. Die Außenkante des Stuhlrahmens (keine Ahnung, wie die reguläre Bezeichnung ist) mit Teppichklebeband umranden. Alles schön zurechtlegen und dann den Bezugsstoff auf dem Klebeband justieren (gegenüberliegende Seiten). Der unschlagbare Vorteil: Du kannst es jetzt drehen und gucken, ob alles sitzt, nicht etwa das Muster verrutscht ist oder ähnliches. Falls doch, lässt sich der Stoff noch vorsichtig lösen und du kannst korrigieren. Ist alles zu deiner Zufriedenheit, schwing den Tacker!

Bei den Ecken wirst du einen Tod sterben müssen. Egal, ob du zieharmonikaartig Fältchen für Fältchen festnagelst oder wie ich einfach die Ecke nach innen einschlägst und ruckizucki festnagelst, das kannst du dir aussuchen.

Foto 1-1Foto 1-2

Den Stuhl (oder die Stühle) hast du eventuell nachgeleimt, angeschmirgelt und gestrichen. Oder (wenn das Holz schön ist) zB. mit Arbeitsplattenöl abgerieben und poliert.

Dann kommt jetzt das Schönste: Zusammensetzen!

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Auf zumindest einem meiner neuen, alten Stühle kann man sitzen, wie das Sitzmodel beweist:Foto 2-4

 

 

 

 

 

 

Ich sage euch, wenn man einmal anfängt mit Stühlen rumzuexperimentieren, ist man schnell angefixt! Die Beine lassen sich austauschen, ein andersgestaltetes viertes Stuhlbein kann ganz apart aussehen, stylish wie von Designerhand! Auch Experimente mit Polsterstiften sind zu empfehlen. Das sind die Schmucknägel, die sichtbar im Polster sind… fangt einfach mal an!

Oder schreibt mir, ich hole euch die ollen Stühle eurer Oma vom Dachboden 😉 Aber nix dem Besten sagen, der flippt aus!

Das Listerine-Fußbad-Experiment

Als ich heute morgen bei Facebook las, dass Mundwasser gegen Hornhaut helfen soll, dachte ich: ´Nu klar! Und Antifaltencreme hilft gegen Falten!`. Da das Baby auf zwei Stunden Vormittagsschlaf bestand, hatte ich die Auswahl zwischen „irgendwas putzen“ und dem Ausprobieren dieses Unsinns.

Leute, was soll ich sagen! Ich bin begeistert! Klingt voll bescheuert, aber funktioniert. Und wie! So gehts: Für ein Fußbad 1/4 Tasse Listerine* (nur keine blaue, die verfärbt die Füße, außer natürlich, ihr wollt gern untenrum aussehen wie ein Avatar-Statist) und 1/4 Tasse Essig in einer Schüssel mit warmem Wasser mischen. Diese Mischung soll die abgestorbenen Hautzellen lösen. Füße reinhängen und ca. fünfzehn Minuten baden (es riecht seltsam, besonders wenn man Himbeeressig verwendet…).

Danach mit einem Peelinghandschuh oder einem Bims/ Bürste die Füße abrubbeln… und begeistert sein!

Fühlt sich beinahe an wie nach einer professionellen Fußpflege und die Minze im Mundwasser hinterlässt ein traumhaftes Frischegfühl.

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Ein Kaffee für Frau Nieselpriem

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€2,00

Das Auflauf-Kuchenform-Experiment

Das Auflauf-Kuchenform-Experiment

Ich liebe Aufläufe. Das ist ein Essen nach meinem Geschmack: alles in eine Form schütten und in den Ofen schieben. Dreißig bis fünfzig Minuten Ruhe und Zeit für andere Dinge. Kein Umrühren, kein Aufpassen. Aber eine verkrustete Auflaufform ist eine zuviel. Immer auf der Suche nach Verbesserungspotential habe ich gestern Käsespätzle in einer antihaftbeschichteten Kuchenform gemacht. Et voilá: kein Verkrusten!

Fazit: Sehr nachahmungswert.

Sweets for my sweet, cinnamon sugar for my honey

Sweets for my sweet, cinnamon sugar for my honey

Heute ist Duftkerzenwetter. Ich brauche was warmes, süßes… Hier habe ich mich inspirieren lassen.

Zimt geht immer. In Teemischungen, Badezusätzen, Duftkerzen, Milchcafé, als Zimt-Zucker-Mischung über Crèpes, Plätzchen, what ever. Bei dem Wetter: Immer her damit!

Als quick ´n dirty-Hausfrau habe ich selbstverständlich Fertigblätterteig im Kühlschrank. Die fleißige Hausfrau kann den natürlich mühelos selbst herstellen. Ausrollen, zerschneiden (ergab bei mir sechzehn Blätterteigecken), Zimtzucker draufstreuen, ab in den Ofen.

Während die fleißige Hausfrau noch an der perfekten Blätterteigmischung knetet oder die Küche putzt, hat die faule Hausfrau Zeit, die wirklich WICHTIGE Frage des Tages zu klären:

nagel Birdy Bordeaux, Red said Fred oder 7st and Alameda?

Zehn Minuten später sind die Nägel trocken und die Zimtteilchen fertig und sehen so aus:

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Am besten warm zu einer Tasse Roibuschtee mit Sahne. Ab auf die Couch, dann ist der Tag mein Freund!

Tipp: Wenn du keinen Blätterteig im Haus hast und/oder der Meinung bist, sechzehn Zimtecken sind als Snack für einen Einzelperson zu viel, dann probiere die Toastbrotversion: Weizentoast entrinden, ganz leicht (!) antoasten, beidseitig dünn mit Butter bestreichen, Zimtzucker drüber, diagonal halbieren und backen bis zur gewünschten Bräunung. Mahlzeit!

Es werde Licht!

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-1 Lampe vom Trödel (Den alten Schirm mit dem hässlichen Bezug hab ich weggeschmissen! Jemand Fleißiges hätte aber das Ding mit angesagten „Grannysquares“ umhäkeln können, wäre bestimmt auch sehr hübsch!)

-1 Schluck Mattlack in der Farbe deiner Wahl, 1 Pinsel (Zwei Anstriche ohne Abschmirgeln. Dazu bin ich zu faul! Du kannst Haftgrund vorher auftragen, falls du unsicher bist, ob das wieder abblättert.)

-1 Lampenschirm nach Wahl

-Dauer: 1 kurze Mittagspause; 35 Minuten Zeit

Das Mittagspausenprojekt

Das hier wird kein DIY-Blog, noch nicht mal ein respektabler DIY-Beitrag!

Ich bin ungeduldig, schluderig und faul, weshalb ich per se nicht zum Handarbeiter tauge. Nichts desto trotz liebe ich schöne Sachen und ja, selbergemacht ist oft auch schöner. Und sei es nur für´s eigene Auge!

Also wenn ich hier von Zeit zu Zeit eine „Inspiration“ mit euch teile, dann sind das „quick ´n dirty“-Projekte, die ihr mal schnell husch-husch in der Mittagspause nachmachen könntet. Falls ihr wollt. Ihr könnt auch was ganz anderes machen…lesen, schlafen, essen, der Lieblingskollegin die Augenbrauen färben. Wie ihr wollt 😀 Genießt eure Mittagspause!

Das Trödel – Baby

Es ist Samstag Vormittag und das Baby strampelt aufgeregt mit den kurzen Beinchen. Ich weiß, was das bedeutet: Es will…auf den Flohmarkt!

Floh

Der Beste guckt etwas besorgt, als ich die „Mutti-Handtasche“ aus dem Schrank hole, aber ich beruhige ihn: „Keine Angst, Schatz, ich will nichts kaufen. Vielleicht fahre ich dann noch kurz auf dem Wochenmarkt vorbei und kaufe zwei Pastinaken und drei Petersilienwurzeln!“. Bei der Erwähnung von Gemüse schaltet er sofort das innere Meerrauschen ein.

Das Baby und ich, wir ziehen los.

Aber es ist immer dasselbe. Schon beim zweiten Händler fängt der Kleine an zu betteln. Ich versuche streng zu sein: „Nein, wir kaufen nichts! Wir gucken bloß!“. Irgendwann gibts kein Halten mehr. Das Baby hat einen wurmstichigen Stuhl entdeckt. „Babylein, nein! Wirklich! Was willst du denn mit diesem räudigen Ding?!“. Es guckt mich knopfäugig an und spricht (stumm. Babies können das, und Mütter verstehen diese stummen Monologe.): „Na, ich dachte, du streichst mir den. Ich sehe da ein helles blau-grau vor mir. Und als Bezugsstoff vielleicht einen von den schönen Siebzigerjahrestoffen. Rot?! Mit Kirschen eventuell?!“. Dann feilscht er noch gerissen mit seinen Knopfaugen und bekommt einen unschlagbaren Preisnachlass von zwei Euro. „Dein Vater wird AUSFLIPPEN! Immer schleppst du irgendwelchen Trödel an! NEIIIIN habe ich gesagt!“.

Aber er ist stärker als ich. Immer.

Stuhl

Schatz, wenn du das jetzt liest: Ich habe den Stuhl vor dir in der Garage versteckt. Du verstehst das sicher!