Das Stollenexperiment

Zweiter Advent, irgendwann vorm Morgengrauen, ist nach meiner bescheidenen Erfahrung die beste Zeit, um einen Mandelstollen zu backen. Denn, höret und staunet, ich habe es hinbekommen! Ohne Rosinen, ohne Rum und gänzlich ohne Ahnung.

Während ich aus diversen Rezepten eine eigene Rezeptur kreiere und später die Zutaten zusammensammle, erbläut der Himmel über unserem Garten und der Blondino, der hier der wochenendliche Küchenprojektleiter ist, weil „Ich bin hier der Backschäff!“, besteigt in der Küche seinen Tritthocker von Ikea und es geht los.

Früher wurde Stollen ja in Kinderbadewannen zusammengerührt und dann auf dem Handwagen zur Bäckerei gefahren zum Backen. Auf riesigen Backblechen wurden die Stollen der einzelnen Familien draufgepappt und durchgebacken. Ich weiß das von meiner Oma.

Nun habe ich zwar eine Kinderbadewanne, dachte aber, für den Prototypen backen wir erst mal einen (!) Stollen und gucken, wie das so anläuft. Pass auf, jetzt gehts los.

Aus

250 ml handwarmer Milch

1 Würfel Hefe

300 g Mehl

80 g Zucker

1 Prise Salz

einen Vorteig rühren und eine Stunde ruhen lassen. Danach

350 g Butter

1 Fläschchen Bittermandelaroma

noch mehr Mehl, nämlich 400 g

200 g gehackte Mandeln (das sind zwei Tüten)

1 Päckchen Zitronat

1 Päckchen geriebene Zitronenschale

1 Päckchen Stollengewürz (gibts schon fertig als Mischung zu kaufen) und

etwas Vanille

einkneten. Das alles kräftig durchkneten in der größten Schüssel die ihr habt und wieder eine Stunde ruhen lassen. Danach den Teigklops rausholen, eine längliche Rolle formen und aufs Backblech hieven. Ich habe eine dicke Wurst aus Alufolie drumrumgelegt, damit der beim Backen die Form nicht verliert. Dann mittig circa zwei Zentimeter tief einschneiden. Das sieht seltsam aus, ergibt aber am Ende dann die typische Stollenform.

Nachdem der Stollen eine Stunde bei 175°C Umluft gebacken wurde, sieht er so aus.

Dann hat das Kind den Stollen gebuttert und gezuckert. Dafür ein reichlich halbes Stück Butter schmelzen und mit einem Backpinsel drauf verstreichen. Ich habe vorher den Stollen ordentlich angepiekst von allen Seiten und der Schlitz oben nimmt auch reichlich Butter auf.

Danach dann ganz fett mit Puderzucker einstäuben. Meine Oma machte diese Prozedur mindestens zweimal. Eine Woche nach dem Backen die  Zuckerschicht runterkratzen, noch mal buttern und neu zuckern. Eventuell nach einer weiteren Woche wiederholen! Zwischendurch hing der Stollen in Tücher gewickelt in einem Dederonbeutel draußen vorm Fenster, weil die Oma keinen Balkon hatte.

Vielleicht ist das auch der Grund, warum es am Heiligabend in Dresden traditionellerweise „nur“ Kartoffelsalat mit Wienern gibt – nach zwei Stück Stollen kriegt keiner mehr was rein!

Ich habe im Anschluss an das Buttern und Zuckern den Stollen in Alufolie und mehrere Geschirrtücher gewickelt in einem Gänsebräter im Keller verstaut zum „Durchziehen“. Der erste Geschmackstest am Dienstag ergab schon: Erstaunlich lecker! Schmeckt tatsächlich wie Stollen!

(Keiner ist überraschter als ich)

Die Stollenbäckerei ist ja besonders in Dresden und Umland eine verdammte Wissenschaft und die Rezeptur ein übelstes Exklusivgeheimnis! Die Stollenbäcker backen bereits im Spätsommer, damit die Stollen noch bis Weihnachten ordentlich durchgezogen sind. Dann kann man sich in der Adventszeit sein Gehalt in Stollen auszahlen lassen. Ich habe in dieser Woche zwei Dreipfünder Stollen für die Kollegen gekauft und dafür sechsundvierzig Euro hingelegt. Autschi.

Da kommt ihr ab jetzt mit meinem Stollenrezept deutlich günstiger! Als Dresdnerin esse ich im übrigen die im Supermarkt günstig und in einer Industriebäckerei hergestellten Stollen nicht. Dann esse ich lieber Buttersemmeln an Heiligabend. Außerdem ist eigentlich überall Rum drin und das mag ich sowieso nicht.

Kaufen muss ich in jedem Fall noch mindestens einen Mohnstriezel, denn Hefeteig mit Mohn und mit Streuseln und mit Nüssen und mit Puderzucker, da macht die Frau Nieselpriem beim Essen Geräusche wie bei einer Schmutzfilmvertonung! 🙂

 

Eine frohe Adventszeit uns allen.

 

Mai im Glas – Holunderblütengelee

Mai im Glas – Holunderblütengelee

Jedes Jahr Ende Mai stapfe ich mit dem roten Eimerchen los. Ziel sind die Holunderbüsche in Kaditz.

Zuhause gebe ich fünf Zitronen und so viel Wasser zu den Holunderdolden, dass alle gute bedeckt sind. Danach matsche das Ganze ordentlich mit den Händen durch (Ah! Das ist das Allerbeste! 🙂 ), und dann bleibt der Eimer abgedeckt mit einem Geschirrtuch mindestens einen ganzen Tag im Keller stehen.

Danach wird die Brühe abgeseiht. Bei mir klappt das am besten mit einem groben Sieb, das ich mit Kleenex auslege.

Jetzt den Saft abmessen. Drei Liter sind es bei mir. Wenn die Menge „unrund“ sein sollte, kann der Holunderblütensaft gut mit Apfelsaft aufgefüllt werden. Oder mit Wasser selbstverständlich.

Für drei Liter Saft sind vier Pakete Gelierzucker 2:1 ideal, sonst wird das Gelee zu flüssig.

Et voilá!

Schmeckt mir am besten auf einer dicken Scheibe Müslibrot mit fett Butter untendrunter! Müslibrot?! Ja, ganz einfach eine Backmischung für ein dunkles Brot (am besten mit Malzanteil) mit einer Handvoll getrockneter und klein geschnittener Aprikosen und einer Handvoll Haselnüssen pimpen. Den Brotlaib vorm Backen mit Haferflocken und Kernen bestreuen und backen. Bitte sehr, Müslibrot!

Im übrigen habe ich diesen Post morgens 7:05 Uhr mit leerem Magen geschrieben, also nur, falls es diesebezüglich Fragen gibt. Und jetzt habe ich Hunger! Mahlzeit und einen schönen Rest-Mai euch allen!

 

Auf Instagram gibts zum Thema „Mai im Glas“ mein Making of zum Rhabarber-Himbeer-Sirup.

 

Fasching 2018

Büchsenhochstapelei

Der Mitmach-Beitrag für den Kindergarten war in diesem Jahr ein Dosenwurfspiel.

Ich habe die Dosen lackiert um danach keine Ahnung mehr zu haben, wie nun weiter…

Zum Glück stolperte ich im Baumarkt über Isolierband für Elektriker*, was sich nicht nur mit knapp sechs Euro im Vergleich zu Acryfarbe als kostengünstige sondern auch später in der Verarbeitung als sehr praktische Lösung erwies. Das Faschingskind konnte mithelfen beim Bekleben und rückwirkend hätte ich mir sogar die Grundierung mit Acryllack sparen können. Dieses Tape kommt jetzt öfter zum Einsatz. Guckt mal hier, was man damit alles machen kann!

Faschingskrapfen

Der Beitrag fürs Kindergartenbüfett hat mich gestern Abend echt Nerven gekostet! Eingeschrieben hatte ich mich für „Pfannkuchen“, die in Sachsen das sind, was anderswo als Berliner bekannt ist (Und das, was andere als Pfannkuchen kennen, heißt in Sachsen Eierkuchen oder Plinsen… zugegeben, es ist wirklich ein wenig kompliziert! Zur Aufklärung kann man auch noch mal hier beim Nieselpriemchen des Vertrauens nachlesen.)

Ausgesucht hatte ich mir ein Kinderrezept aus dem aktuellen Heft „Meine Familie & ich“. Pfannkuchen aus dem Ofen, die sogar Kinder backen können? Dann kann ich das auch!

Nachdem ich erfolglos versucht habe, aus den angegebenen Zutaten gemäß der Anleitung einen „glatten Teig“ zu kneten und einen kleinen Tobsuchtsanfall wegen dem *piep* Teig und dem verdammten *piep* Rezept hatte,  habe ich versucht die Chose zu retten, indem ich zwei Eigelb und einen halben Liter warme Milch dazugeschüttet habe. Es wurde dann noch immer kein „glatter Teig“, aber immerhin ein Teig!

Da mir für einen zweiten Versuch die Zutaten fehlten, lavierte und improvisierte ich tapfer weiter.

Gefüllt habe ich die knochentrockenen *piep* Teigsteine mit Hinbeermarmelade, indem ich eine dünne Tortenfüllspitze durch einen Gefrierbeutel gepiekst habe und im Anschluss diesen mit der Marmelade gefüllt. Und dann das Schönste: Damit beherzt wie eine medizinische Fachangestellte im Akkord zweiunddreißig Teig-Patienten eine blutrote Himbeerinjektion verpasst! Hat auch keiner geweint.

Da ich geschmacklich mit dem Gelumpe keinen Preis würde gewinnen können, musste die Optik wenigstens stimmen. Aus Blutorangensaft und Puderzucker einen Guss obendrüber und…

… Zuckerkügelchen!

Zu meiner grenzenlosen Überraschung ergab der Geschmackstest, dass die „Pfannkuchen“ von der Konsistenz zwar eher ein Zwischending zwischen Milchbrötchen und Semmeln sind, aber durchaus schmecken!

Die Klamotte

Das Faschingsmotto in diesem Jahr war „Wild Wild West“, aber das Faschingskind erklärte, er wäre ein feuerspeiender Drache und damit fertig. So!

Also gut. Mithilfe meiner phantasiebegabten Bloggerfreundin Anja zerschnitt ich beherzt ein grünes Spannbettlaken und ein altes gelbes T-Shirt. Für die Drachenzunge musste ein Stück Weihnachtsmannbeutelstoff dran glauben. Als Schnittmuster sind Kapuzenhoodie und Pants aus dem Klimperklein- Buch *zum Einsatz gekommen, wobei die Kapuze ordentlich gepimpt wurde, wie es sich für einen furchteinflößenden Drachen geziemt!

Et voila! 

Das ist Anja. Danke Anja! ❤

Weil heute Dienstag ist, verlinke ich den ganzen Bastelbeitrag gern unter Creadienstag. Wer auf der Suche nach krativer Befruchtung ist, wird dort sicher fündig!

 

 

 

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Rotkäppchen

Auf Instagram habe ich mit meinen beschränkten Strickkünsten angegeben und wurde prompt gebeten, mein viertelverstandenes Halbwissen der breiten Masse zur Verfügung zu stellen.

Here we go. Gestrickt habe ich den Pixie hat nach der Anleitung von Leni und Mo.

Mit der Größe hatte ich allerdings meine Probleme. Der Blonde hat einen Rübenumfamg von 54cm. Nach der Logik der Anleitung nahm ich also achtzig Maschen auf und strickte. Heraus kam ein Babymützchen! Lags an der Wolle, den Nadeln, meiner Strickkunst? Keiner weiß es. Bloß gut brauchte ich sowieso ein Babymützchen…

Nein, ich habe keinen schrumpligen Unterarm! Du hast Falten in der Netzthaut. 😉

Nächster Versuch. Ich übertrieb es dann ein wenig, zugegeben. Einhundertsechsundzwanzig Maschen! Wer die Anleitung gelesen hat, weiß, dass die Maschenzahl durch sechs teilbar sein muss, damit das Muster aufgeht. Konnte ich gleich mal das Kopfrechnen auffrischen. Hundertsechsundzwanzig ist doch durch sechs teilbar, oder?

Außerdem habe ich nicht schon in Reihe zwei mit dem Musterverlauf begonnen, sondern erst einen Rand – eine Art Bündchen – im gleichen Rippenmuster gestrickt. Damit wird die Mütze größer und der Zipfel oben länger (längere Zipfel sind hier erwünscht).

Sieht etwas schief aus am Ende, hat aber offenbar funktioniert. Ich habe mir in den ersten Reihen eine Sicherheitsnadel reingeklemmt an der letzten Masche, die ich „anders“ gestrickt habe (am Anfang und am Ende der Hinreihe), damit ich immer wusste, wo das Ende ist. Das fand ich hilfreich. Und mir gemerkt, wenn ich die letzte Rückreihe rechts gestrickt habe, beginnt die neue Hinreihe auch rechts. Oder eben umgekehrt: die Rückreihe mit linken Maschen beendet, dann die nächste Hinreihe mit linken Maschen starten.

Ansonsten ist die Anleitung gut verständlich und reich bebildert und ich danke an der Stelle dafür!

Mit einhundertsechsundzwanzig Maschen ist der Hut allerdings so groß, dass er sogar dem Mann passt, wenn man ihn dehnt. Nun ja… Ich habe im Anschluss Bänder für das Hut´l gestrickt mit jeweils sechs Maschen auf der Nadel, im Rippenmuster (rechts, links, rechts, links…).

Das Kind liebt sein Rotkäppchen. Und das Gute ist, es wird ihm noch zwanzig Jahre passen. Yeah!

Danach habe ich es eine Nummer kleiner probiert: Einhundertzwanzig Maschen. In Grün diesmal. Und anstatt der Bänder zum Zubinden habe ich im Anschluss noch einmal einhundertzwanzig Maschen aufgenadelt und im gleichen Rippenmuster (zwei rechts, zwei links) ein Schalstück gestrickt und das dann unten angenäht. Die Naht des Schals deckt sich hinten mit der Naht der Mütze.

Sieht dann so aus und finde ich urst praktisch! 

Leider habe ich die zu locker gestrickt, also so, wie man einen Pulli stricken würde, sie ist ein wenig labbrig. Mein Tipp: feste stricken! Notfalls eine Nadelstärke weniger nehmen, das sieht schöner aus und die Mütze wird auch wärmer dadurch.

Ich nadel mir jetzt also den nächsten Pixie hat auf und diesmal versuche ich es mit sechsundneunzig Maschen für die blonde Rübe. Damit sollte nach der trial-and-error-methode die optimale Größe in greifbarer Nähe sein. Ansonsten verschenke ich das ganze Gelumpe! Irgendwem wird es schon passen. Anne hat schon Bedarf angemeldet! Da lasse ich mich nicht lumpen. Schiefe und zu große Mützen? Kein Problem, das macht die Nieselpriem!

 

An der Stelle noch mal ein fettes Danke im Internet. Anne hat dem Blondino mit ihren monstermäßigen Geburtstagsideen einen unvergesslichen Tag beschert. Strumpfhosenbowling, besprühte und präparierte Stöcke für die Monsterseifenblasen, Monsterbüchsenwerfen… sie hat mir alles vorbeigebracht, die Gute, weil ich gesundheitlich ziemlich angeschlagen war und das Babylein vermutlich sonst keine Kinderparty bekommen hätte. Hashtag Bloggerliebe ❤

Ein Lätzchen für große Kleckerfritzen

Ich weiß nicht genau, ob der Blondino für seine drei Jahre sehr groß ist oder sehr ungeschickt beim Essen, jedenfalls gehen ihm die handelsüblichen Lätzchen (Und er braucht dringend eines zum Essen, oh ja!) bis knapp unterhalb der Brust und sind damit deutlich zu kurz für unseren Bedarf. Gefühlt landet die Hälfte des Essens im Schoß.

Ich habe aus einem ausrangierten Badehandtuch Kleckerlatze genäht und da die nicht nur superschnell zusammengefummelt waren, sondern auch den Praxistest mit Bravour bestanden haben, möchte ich diese Idee gern mit euch teilen.

Ich habe ein Badetuch mittig gefaltet und ein handelsübliches Schlupflätzchen als Schnittmustervorlage verwendet. Als erstes habe ich um das Lätzchen herumgeschnitten und habe die gesamte Länge des halbierten Badetuches ausgenutzt.

Aus meinem Handtuch entstanden so vier Lätzchen-Rohlinge.img_4625 Als nächstes habe ich oben mittig etwa fünf Zentimeter eingeschnitten und unterhalb ein Loch für den Kopf ausgeschnitten. Ich habe dafür aus schierer Faulheit eine Müslischale als Maß verwendet, sie hatte den ungefähren Umfang des Kopfausschnittes vom Modell-Lätzchen, das ja zumindest am Kopf gut passte.img_4636

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img_4626Danach habe ich einen Streifen Bündchenstoff unter leichtem Zug in die ausgeschnittene Öffnung genäht. img_4638 … und im Anschluss daran das „Schlupfloch“ geschlossen. Wenn ihr einen gleichmäßig breiten Streifen Bündchenstoff nehmt, wird eures auch nicht so schief wie meins. 😉img_4639-1 Als nächstes habe ich ein Zierband quer drüber genäht. Schief, versteht sich, ich konnte die Stecknadeln nicht finden! Eine hübsche Applikation wäre bestimmt auch ganz niedlich oder man könnte diese Aufbügelmotive endlich mal verarbeiten, die eh nur rumliegen in der Nähkiste…img_4640 Als letzten Schritt habe ich das ganze außen rundherum mit Schrägband eingefasst. Fertig!img_4641

img_4642Und so sieht das Handtuchlätzchen dann im Einsatz aus. img_4646

Es ist auch groß genug, dass es dem Bärtigen passen würde. Leider war der nicht bereit, sich damit ablichten zu lassen. Spielverderber!

 

 

Lackliebe

Es ist Zeit für eine Enthüllung: Ich stehe total auf Lack! 😉

Das erste Möbel, das ich gestrichen habe, war ein Kinderzimmerschrank des Bärtigen. Presspappe und urst hässlich, aber ein absolutes Raumwunder! Ihr wisst schon, Schränke heutzutage haben immer rechts eine Stange für Bügel und links maximal zwei Einlegeböden. Wie soll man da all seinen Prassel unterkriegen?

Nicht dieser Schrank. Zack, zack, zack, fünf Einlegeböden auf jeder Seite, eine anständige Tiefe, den musste ich einfach behalten! Wegen der inneren Werte, ihr versteht. Und so wurde der Elfenbeinfarben gestrichen und bekam antik angehauchte Knäufe. Und alle ab sofort: „Wow! Was für ein schöner Schrank!“.

Danach war ich angefixt. Und ab sofort wurde nie wieder ein Möbel weggeschmissen!

Nun, da bald eine neue Behausung ansteht und eingerichtet werden will, bin ich im Lackfieber.

Ein alter Campingtisch aus den Siebzigern wird der neue Bastel- und Maltisch für den Blondino.img_3767

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Mit der selben Farbe habe ich ein olles Küchenregal traktiert, das später über den Tisch gehängt wird und Bücher und Stiftebecher des Kleinen geherbergen soll.

Nach zwei Anstrichen noch etwas fleckig, da muss noch eine Schicht drauf!

Nach zwei Anstrichen noch etwas fleckig, da muss noch eine Schicht drauf!

Ein Sideboard aus dem Garten bekommt einen lichtgrauen Anstrich und weiße Emailleknäufe und wird zukünftig meine Vasen und Dekodingsbumse aufbewahren.img_3763

img_3764Für alle, die denken, das könnte auch was für sie sein, habe ich ein paar „best practises“ aus meiner Laienpraxis.

Lackieren ist babyleicht, auch wenn ein gelernter Maler vermutlich bei diesem Ausspruch anfängt zu weinen. Prinzipiell braucht ihr nur einen Lack eurer Wahl (ich finde Mattlacke für Möbel am schönsten und Glanzlacke für Objekte, aber das ist Geschmackssache), eine Farbwanne, Lackrolle und einen Pinsel. Auch da guckt ihr einfach, womit ihr am besten klarkommt. Ich nehme immer runde Pinsel mit dickem Kopf.

Prinzipiell kann man fast alles streichen! Wirklich nahezu jeden Untergrund. Im Baumarkt freuen die sich auch sehr, wenn man das Beratungsangebot annimmt.

Generell versuche ich so viel wie möglich mit dem Lackroller abzudecken – das geht schnell und garantiert eine gleichmäßige Oberfläche.

Lieber weniger Farbe und mehr Schichten, das ist auch so ein Erfahrungswert. Der Schrank oben auf dem Bild hat mich fünf Anstriche und tausend Flüche gekostet, ist am Ende aber satt grau und wunderschön geworden! Ich habe ihm weiße Emailleknäufe verpasst und leider vergessen zu fotografieren. Das reiche ich nach.

Abklebeband ist auch wichtig. Das gelbe Malerkrepp zum Abreißen finde ich praktisch. Geduldige, gewissenhafte Menschen würden vermutlich auch die Schieber aus den Schränken ausbauen vorm Lackieren. Ich bin da eher der quick ´n dirty Typ.

Terpentin benutze ich nicht. Mir wird von dem Gestank blümerant. Ich schütte immer nur so viel Farbe in die Farbwanne, wie ich meine, gerade eben zu brauchen und wickle Pinsel und Farbroller zwischen den Lackschichten in handelsübliche Haushaltsfolie. Damit trocknen diese auch nicht aus, wenn ihr mal ein paar Tage keine Zeit habt, weiterzuarbeiten. Nur Monate, also Monate sollten die nicht eingewickelt bleiben, das schimmelt irgendwann! Das weiß ich, weil ich das selbstlos getestet habe…img_3765

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Arbeitsklamotten sind auch wichtig. Die werden bei mir nie dreckig, aber wehe, ich denk mir: „Ach komm, kleckert schon nicht! Ich lass mal den Wollpulli und die Uggs an!“… Ihr versteht.

Weil ich gerade so im „Flow“ bin, habe ich noch diversen Kleinteilen ein farbenfrohes Revival beschert.

Aus dem Blumenhocker einer Omi wurde mit einem Farbrest und einem gehäkelten Bezug aus Wollresten ein bunter Hocker fürs Kinderzimmer. Den Bezug habe ich mit doppelseitigen Teppichklebeband justiert. Hält wie Atze.img_4101

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Für die Figurinen wurde ich zum Sprayer. Schütteln, klackern, sprühen, Luft anhalten…

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Die Deckel meiner Gurkenglassammlung wurden gepimpt…img_4097 … und ein hässliches Bild, das sich partout nicht von seinem Rahmen trennen lassen wollte, komplett lackiert. Innen kam Tafellack drauf, da kann ich dann einen philosophischen Sinnspruch draufschreiben. Oder ich benutze das als Notizbord, zum Beispiel, um mir neue Schimpfwörter zu notieren, wenn sie mir einfallen. Senkhodenpendler, Schnitzelpriester…img_4102

Im Garten steht noch ein Werkzeugregal, dem ich einen Schieber abgeluchst habe. Der wurde lasiert und wird meine neue Schreibtischablage. Oder ein Setzkasten für Nagellack!

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Aktuell trocknet gerade die alte Spieltruhe des Großkindes im Keller, die später im Flur Mützen, Handschuhe und dergleichen mehr aufbewahren soll.img_4117

Daneben steht eine wunderschöne Etagere, die ich bei Lilli auf Instagram im Sale ergattert habe. Die wird noch weiß lackiert. Vielleicht wird sie zukünftig im Flur stehen und die Familienmitgliedern parken ihre Schlüssel darauf.

Außerdem will ich noch unsere Schuhschränke streichen (die werden als Arbeitszimmer-Nähzeug-Aufbewahrungsmöbel wiedergeboren) und dann hat mich auch noch eine Auftragsarbeit ereilt.

Ja-ha, genau!

Die Leute von Ehring-Möbel haben mir nämlich Weihnachtsanhänger geschickt. Und Kunstschnee! Und Schokokugeln. Und einen liebevollen, persönlichen Brief mit der Aufforderung, eine Mal- und Bastelchallenge anzunehmen. Im Moment habe ich noch gar keine Idee, aber ihr könnt auf Instagram verfolgen, ob da was Vorzeigbares bei rausgekommen ist am Ende.

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Diese Weihnachtsanhänger und viele andere hölzerne Dekoideen, die man auch gut zusammen mit Kindern gestalten kann, gibt es bei Ehring im Onlineshop zu kaufen und für jeden verkauften Weihnachtsartikel wird ein Euro an die Tafel gespendet. Eine gute Sache, wie ich finde.

Tür 1- Das Chaos kommt!

Das Chaos kommt! Heute in Form der lieben Kerstin vom Blog Chaos hoch zwei, die stets und immer aussieht wie aus dem Ei gepellt, frisch, erholt und rosig, während sie mit drei Kleinkindern einhändisch jongliert. Zudem ist sie nicht nur wunderschön, sondern auch noch schreibtechnisch talentiert, witzig, klug und nett! (Das ist nicht gerecht, aber wahr. Ja, ich finde auch, wenigstens einen Silberblick hätte Mutter Natur obendrauf legen können…)

 

Die liebe Henrike* war so charmant, mir während meines Mutterschutzes mit einem Text fürs chaotische Blog auszuhelfen. Im Gegenzug habe ich nun die Ehre, euch etwas adventliches zu bieten. Nur was?

Als übermüdete Mama dreier Miniatur-Kinder bin ich aktuell nicht kreativ genug für DIY-Anleitungen, als dekorativ gilt daheim was frei von Babykotze ist, Adventskalender und Plätzchen gibt es bei uns dieses Jahr liebevoll selbst gekauft. Aus meinen durch Schlafmangel degenerierten Gehirnwindungen hat das Baby jeglichen Rest Eloquenz herausgesaugt und so bleibt nicht einmal eine lustige kleine Geschichte übrig für euch.

Da dachte ich, ich mache etwas idiotensicheres. Etwas ganz schnelles. Gebrannte Mandeln!

Ok, das ging schief. Daher ein neuer Versuch:

Gebrannte Mandeln. Das Rezept.

Gebrannte Mandeln sind eine feine Sache, denn sie gegen total schnell und sind ein richtig nettes Mitbringsel in der Vorweihnachtszeit.

Gebrannte Mandeln 1

Theoretisch hat man die Zutaten alle immer zu Hause. Ihr braucht nur Mandeln, Zucker und Zimt. Außerdem ein Rezept, eine alte Pfanne (tut das bitte wirklich keiner guten/neuen an), einen alten Holzlöffel und dekoratives Obst zum Fotografieren für Instagram.

Zutaten:

  • 200g Mandeln
  • 100g Zucker
  • 50ml Wasser
  • 1 Msp. Zimt
  • 30 Minuten „kinderfrei“

Gebrannte Mandeln 2

Zubereitung:

Es ist absolut! unerlässlich, dass euch während der Zubereitung niemand stört. Wirklich. Niemand. (s.o.)

Denn wenn man gebrannte Mandeln macht, passiert lange Zeit nichts. Gar nichts. Man kann prima einen ganzen Pott Kaffee genießen währenddessen. Aber dann…

Also: Mandeln, Zucker und Wasser mit dem Zimt in die Pfanne und aufkochen. Temperatur etwas runterdrehen und bei gelegentlichem Rühren warten, Kaffee trinken und Stille genießen.

Dann urplötzlich nach einer mehr als guten Viertelstunde zieht die Masse an. Das Wasser ist verdampft, der Zucker wird wieder sichtbar und ihr müsst nun rühren, rühren, rühren! Der Zucker karamellisiert langsam und die Mandeln werden gebrannt. Das geht recht fix und ihr müsst auf keinen Fall ewig rühren, aber wenn ihr den richtigen Zeitpunkt verpasst habt, ist halt alles schwarz.

Gebrannte Mandeln 3

Die Mandeln kommen auf ein Backblech mit Backpapier zum Auskühlen. Die Masse ist anfangs extrem heiß, also noch ein guter Grund für die kinderfreie Zone. 😉

Gebrannte Mandeln 4

In die Pfanne gebt ihr einfach heißes Wasser und nutzt die Restwärme. Dann löst sich auch der Zucker auf und ihr müsst nicht ewig schrubben.

Die Mandeln, die ihr noch nicht vom Backblech weg genascht habt, verpackt ihr jetzt nett in einem Glas oder so einen durchsichtigen Tütchen. Fertig!

Gebrannte Mandeln 5

*Unter BloggerINNEN ist es üblich, alle anderen BloggerINNEN als „lieb“ zu betiteln. Es ist eine dieser ungeschriebenen Regeln, die man zwingend einzuhalten hat, wenn man überhaupt weiter dazugehören will. In diesem Fall würde ich „lieb“ gerne durch „entzückend“, „herzensgut“ und „wunderhübsch“ ersetzen, aber ich halte mich an die Regeln.