Gans ´n Roses – ein rückblickender Weihnachtsrückblick

Gans ´n Roses – ein rückblickender Weihnachtsrückblick

Um „mucho Mojo“ zu bekommen, haben wir Weihnachtslandschaften in Supermärkten bestaunt,

… mit Plastikasanta posiert (auch im Einkaufstempel),

… vorm Baum rumgeknutscht und

… diverse Konglomerate kurzkettiger Kohlenhydrate in Kombination mit Fett und Gluten zu uns genommen.

Das diesjährige Highlight war der Stollen, den mir Christian vom Familienbetrieb geschickt hat (im Bienenwachstuch schick und ökologisch achtsam verpackt).

Das alles und viel Eierpunsch und viele Stunden im Wald (und wirklich viel Eierpunsch) hat bei uns das innere Glöckchen zum Klingeln gebracht.

Bei Instagram kursierten in den letzten Wochen vermehrt Listen von guckenswerten Weihnachtsfilmen, die – bis auf Chevy Chase als Clark Grisworld, das ist ein MUSS- hier nicht laufen. Mich machen Aschenputtel und ihre Nachkommen aggressiv, ich bekomme ein Lidzucken bei und-am-Ende-kriegen-sie-sich-doch-Schmonzetten und so lief hier unter anderem: „Tiny creatures“, „Puffs Reich“ und: „Verrückter Planet“ (Ja, wir stehen total auf Tierdoku). Wir Erwachsenen haben noch „Don´t look up“ und „Death to 2021“ gesehen, beides empfehlenswert.

Aber hauptsächlich haben wir gegessen, ich vor allem Vanillekipferl. Ich habe schon fünf Pakete von den LAWA-Rollenkeksen für Vanillekipferl im Frost, ich kaufe sämtliche Vorräte auf, damit ich bis Ostern jeden zweiten Tag Vanillekipferl backen kann und weil ich zu faul bin, den Teig selber anzumatschen und außerdem finde, die von LAWA machen das ganz gut. Außerdem haben die irgendeine Geheimzutat, einen E-Stoff, auf den ich total abfahre, denn ich muss immer mehr essen, je mehr ich esse und dann noch mehr und immer so weiter. Man kennt das von Erdnussflips… wahrscheinlich sind Erdnussflips in den Vanillekipferln von LAWA, das wird es sein.

Wo war ich?

Die Weihnachtsgeschenke sind verräumt, bis auf ein paar der Erwachsenengeschenke,

… der Baum ist auch schon raus und wir bespielen das neue BLOKUS, das der Weihnachtsmann gebracht hat. Ich, der „right brainer“ in der Familie, habe arge Probleme damit, auch mal ein Spiel zu gewinnen. Mir fehlt einfach das Formenverständnis. Das erinnert mich an die vierte Klasse beim Bubi, Hausaufgabe Geometrie. Ausgeklappte Rhomben, Quader und so weiter. Aufgabe: Ordne die Grundrissen den Formen zu. Ich habe lediglich den Würfel erkennen können! Das Kind freut sich, dass ich immerzu verliere.

Ich kann dafür andere Sachen, Sachen in die Pfanne hauen zum Beispiel. Gestern gab es dieses vegetarische Geschnetzeltes, das ratzfatz fertig ist und so geht:

Für zwei mittelhungrige Personen:

1 Zwiebel

1 Knoblauchzehe

1 Handvoll Pilze anbraten

3 Pakete Gyrosersatz auf Sojabasis dazugeben und alles schmoren, bis braune Stellen sichtbar sind.

2 Esslöffel Senf mit

2 Esslöffel Worchestersoße,

1 Esslöffel Sojasoße

und etwas Wasser verrühren und dazugeben. Alles aufkochen lassen, gegebenenfalls noch Wasser hinzufügen. Und Schnittlauch, wenn vorhanden (War bei uns aus). Ich musste gar nicht mehr nachwürzen, da das Sojagyros schon ordentlich gewürzt ist. Dazu gabs Reis und Applaus von meinen beiden Männern.

Und für mich stand Spargelsuppe ohne Bild auf dem Tisch und für das Kleinchen drei Plinsen, die ich noch im Frost gefunden habe. Immer, wenn ich nachdenken muss, rühre ich Eierkuchenteig an und stelle mich dann nachdenklich an den Herd. Das führt dazu, dass ich eigentlich immer eingefrorene Eierkuchen im Haus habe, denn niemand isst hier zwanzig Plinsen, und solche Mengen brate ich dann schon, wenn man einmal anfängt mit Nachdenken…

Apropos Nachdenken. Jetzt wäre so der Zeitpunkt, um das Jahr zu reflektieren und kluge Sachen zu sagen oder zu schreiben. Ich weiß nichts Kluges. Deshalb rede ich wahrscheinlich auch andauernd übers Essen. Das Wetter ist mit seinen dreizehn Grad und Nieselregen keinen einzigen Satz wert.

Meine Uhr ist eingeschlafen, ich hänge lose in der Zeit. Das ist nicht von mir, sondern aus einem Silly-Song, passt aber für das ganze vergangene Jahr. Die Tage vermischen sich zu einer Tag-Brühe, zusammenhängend, belanglos und austauschbar. Wir sind noch immer auf uns zurückgeworfen, verlernen zunehmend das „Menscheln“ und aufregende Erlebnisse waren zumeist eher unangenehm aufregend.

Ich bin für das vergangene Jahr dennoch dankbar. Ich habe viel gelernt, tatsächlich. Ich habe in verschiedenen aufreibenden Situationen einen klaren Kopf behalten können und sogar meinen Mann regulieren können, der bei uns sonst ja den Part des besonnenen Denkers hat. Habe oft nicht nur sagen, sondern auch denken können: Das macht nichts! Das ist nicht schlimm! Solange wir uns haben… und das auch so gemeint. Ich bin ruhiger geworden. Ablehnung, die mir entgegenschlägt, kann ich aushalten, ohne gekränkt zu sein, ich muss nicht allseits beliebt sein, nicht mehr. Ich spüre keinen Drang mehr zur Rechtfertigung, keinen Hang zum Gefälligsein. Ich muss nur ehrlich zu mir selbst und den meinen sein. Das fühlt sich befreiend an. Hätte ich schon früher machen sollen!

Und ich bin mit belastbaren Frauenfreundschaften gesegnet, es sind nicht viele, aber die besten! Und auch neue inspirierende Bekanntschaften hat das Jahr gebracht, Menschen, die genau eine kleine Lücke in meinem Leben füllen, von der ich nicht wusste, dass sie da ist. Aber wo ich nach jedem Gespräch so denke: Mensch, wo hast du nur gesteckt in all den Jahren! Gut, dass wir uns jetzt gefunden haben. Das ist schön.

Ansonsten irritieren mich zunehmend Orte mit vielen Menschen, Rewe zum Beispiel (Wo sonst soll ich mich denn auch herumgetrieben haben 2021!). Neulich etwa, ich schob einen von wöchentlich drei übervollen Einkaufswagen durch die Gänge, beobachtete ein Paar in meinem Alter. Er stand vorm Käseregal und sprach zu seiner Frau: „Du, was essen wir heute Mittag?! Hm, du hast ja noch eine Paprika, dann brauchen wir nur noch was für mich…“, und daraufhin sie so: „Ach weißt du, ich teile meine Paprika mit dir, dann sind wir fertig und müssen uns darüber keine Gedanken mehr machen!“, und er so: „Ja, prima Idee!“, und ich so… guck in meinen Wagen mit fünf Kilo Äpfeln, neun Paprika, acht Pakten Käse, vier Butter, drei Broten… und glaubte, in einem, Improsketch gelandet zu sein!

Oder in der Apotheke. Ich löse ein Rezept ein und die Apothekersfrau reicht mir dieses Fläschchen über die Theke mit den wärmsten Empfehlungen für die aktuelle Zeit. Wirkt gegen Bakterien und (!) Viren, ja, alle Viren (Blick nach links und rechts), einfach immer wenn man in einer größeren Menschenansammlung gewesen sei, zwei Hübe davon in den Mund und schon sei man geschützt! Vor Bakterien und (!) Viren!

Ich war so perplex, dass ich es gekauft habe. Schmeckt auch ziemlich gut.

Morgen ist Silvester, oder wie ich sage: Freitag. Wir machen nichts, was bedeutet, keine Party, kein Silvesterboard mit Fingerfood, keine Glitzeroutfits, kein Instagram-Tamtam. Ich habe nicht mal Luftschlangen aufgehängt! Lediglich dieser fröhliche Schriftzug zierte meine schmutzige Balkontür, bis der Blondino den Kreidestift gefunden hat und lauter TNT-Pakete und Bomben und Minecraftgestalten dazugekrakelt hat. Sehr besinnlich alles hier.

Ach guck, die ersten Frühlingsboten stehen schon parat, das ist doch was. Bald geht wieder alles von vorn los, alles knospt und erweckt, das Leben erneuert sich, neue Chancen… ach, halt doch´s Maul!

Am Nachmittag kommt lieber Besuch und ich habe einen Bienenstich gebacken, der nicht mal angebrannt ist (deshalb: Beweisfoto; er ist sonst immer an einer Ecke dunkelbraun und an einer gegenüberliegenden Ecke noch blass, der Arschlochbienenstich), und ich plane im Anschluss an den Schmaus für alle sechs Anwesenden das Set mit dem Wachsgießen (ist wie Bleigießen, aber mit Wachs) aufzumachen. Das könnte lustig werden. Wahrscheinlich wird es das nicht, weil der Blondino nicht teilen und alle sechs Wachsbällchen alleine schmelzen will. Und dann zanken wir und alles ist wie immer. Danach schmeißen wir Knaller in die Feuerschale und dann gehen wir ins Bett. Und dann ist das Jahr auch schon rum. Geschafft! Death to 2021.

Über wandernde Kopfschmerzen, Listen und Weihnachtssoße

Über wandernde Kopfschmerzen, Listen und Weihnachtssoße

Ich habe Nacken, denke ich zumindest. Kein Wunder, wenn man immer mit hochgezogenen Schultern durchs Leben geht, abgeduckt, in Deckung vor Viren oder Menschen mit Viren im Schlepptau.

Am Mittwoch darf ich deshalb zur Physiotherapie gehen und freue mich auf Linderung. Der Mann meint, dann seien die Schmerzen sowieso weg. Denn neulich hatte ich Fuß, lange sogar. Ich bekam aber die Orthopädin nicht ans Telefon und der Anrufbeantworter sprang auch nicht an, da dachte sich mein Fuß, scheiß drauf, niemand nimmt mich hier ernst! Und dann waren die Schmerzen verschwunden.

Ich hoffe nun selbiges (also Spontanheilung) von meinem wandernden Kopfschmerz. Denn zunächst hatte ich Zahnschmerzen, oben rechts, zwei Tage lang. Just, als ich beschloss, damit zum Zuständigen zu gehen, waren sie verschwunden und der Schmerz manifestierte sich in den Schläfen. Ach, um ab und zu dann im Kiefer wieder aufzutauchen, diesmal links. Das geht jetzt schon mindestens drei Tage zu lange so. Zumal ich auch mit meinem Ibuprofenkonsum haushalten muss, bekomme ich doch am kommenden Samstag meinen Booster und wir wissen ja noch vom letzten Mal, Schüttelfrost und Fieber und sechs Ibu-600 pro Tag als strikte Diät waren – und werden wieder- vonnöten sein. Vorfreude, so schön.

„Alles pschüschosomatisch!“, das weiß der Mann genau, der kennt sich damit aus, nämlich mit meinen diffusen Schmerzen in diffusen Zeiten. Advent zum Beispiel, eine sehr diffuse Zeit. Ich weiß gar nicht, wann ich wieder anfing, gehetzt zu sein. Ich wollte das auch unter allen Umständen vermeiden, habe mich zusammengerissen, und wieder auseinander, achtsam und bewusst neu zusammengesetzt und wollte ab sofort für immer alles anders machen. Aber die Zeit, diese besondere Situation, die neue, meine neue, innere Ordnung ist noch nicht stabil genug, um dem entgegenzuhalten.

Ich will auch nicht wieder mit dem Coronadingens anfangen, keiner kann es mehr hören, aber was soll ich sagen, es ist wie ein unterschwelliges Vibrieren im System. Ich kann mich nicht beschweren, ich habe nichts auszusetzen, ich traue mir nicht mich zu beschweren, ich habe schließlich nichts auszusetzen! Wie es mir geht?! Gut, selbstverständlich, ich habe schließlich nichts auszusetzen. Job sicher, alle gesund, danke der Nachfrage.

Bleibt dieser Wanderschmerz.

Vielleicht verschwindet er auch einfach bei Nichtbeachtung. Irgendwas ist schließlich immer.

Gestern Abend hielt ich den schweren, schmerzenden Kopf in meinen Händen und beklagte mich beim Mann über die Listen in der ollen Rübe, die ununterbrochen updaten und sich überschreiben würden. Er meinte, ich solle das aufschreiben, damit ich es abhaken könne, peu à peu, little by little, petit à petit. Oder malo pomalu, poco a poco… Ich werd noch ganz loco… fangen wir an!

Ich muss noch die Weihnachtsgeschenke für die Lehrerin und den I-Helfer besorgen, eigentlich sollte das ein gestaltetes Weihnachtsglas sein, aber außer einer Kerze habe ich noch nichts zum Reintun, im letzten Jahr hat die Lehrerin eine getöpferte Tasse bekommen mit Inschrift und ein sinnträchtiges Gedicht dazu und wenn ich den beiden jetzt was mache, dann muss ich mindestens der einen Frau im Hort auch noch was schenken und ich weiß noch immer nicht, was das denn sein könnte, und die Winterschuhe vom Kind sind nass, obwohl da stand, sie seien wasserfest, was für ein Dreck, braucht der also noch ein Paar Winterschuhe, wo hole ich die und ich muss im Kinderladen nachfragen, ob der Besitzer Andreas noch auf der Uhr hat, dass wir noch einen Schneeanzug Größe hundertachtnzwannsch brauchen, falls der reinkommt, ich will nicht noch mal hundert Euro ausgeben für drei Wochen, der Blondino macht alles kaputt, einfach alles, bei dem zerreißen die Schlüppis sogar, dieses Kind macht mich fertig, die Sachen vom Großen konnte ich nach sechs Monaten als neuwertig auf ebay verkaufen, der hier jetzt, bei dem hält das Zeug nicht mal sechs Wochen, nicht mal die angeblich unzerstörbaren Supersachen, oder es wird ihm geklaut, sagt er, heißt aber, er lässt es irgendwo liegen und findet es nicht mehr, wie die vier Paar Hausschuhe in Klasse eins, kann sich keiner erklären, wohin acht Schuhe mit seinem Namen drin verschwinden, die „Wortartenschablone nach Maria Montessori“ ist auch verschwunden, eine Woche dauert der Versand, jetzt muss der Blonde Dreiecke und Kreise freihändisch malen, habe ich überhaupt kontrolliert, ob die Stifte gespitzt sind und der Füller eine volle Patrone hat, heute ist Montag, ich bin sicher, das habe ich nicht, Weihnachtsessen ist bestellt, die Gans sollte für zwei Tage reichen, aber die Beilagen werden es nie, ich muss noch unbedingt die Einkaufsliste für die Feiertage schreiben, Rosenkohl extra zum Rotkraut und Klöse oder doch Kartoffeln und was isst das Kind, was isst das Kind, was isst das Kind, immer die gleiche Frage, deren Antwort stets die selbe ist, nacksche Nudeln oder Pommes, okay, Milchreis verborgen unter einem Berg von Kirschen geht neuerdings auch manchmal, nur kein Risiko eingehen, mit dem Schwiegervater zum Frisör muss ich heute in der Mittagspause, damit der am zweiten Feiertag nicht aussieht wie ein Beatle, oh nein, ich muss diese Woche noch zur Ärztin die Karte einlesen lassen, nächste Woche hat die Urlaub, ich erinnere mich genau, dass sie das gesagt hat, und der bringe ich schon seit zehn Jahren eine Kiste mit Plätzchen und irgendwelche Dankeschönleckereien vorbei, scheiße, noch ein Ding mehr, von dem ich nicht weiß, was es werden soll, und was ist mit dem Impftermin vom Kind, wenn der am kommenden Montag dran ist, dann ist der wahrscheinlich Dienstag und Mittwoch nicht in der Schule und die Weihnachtsgeschenke müssen also diese Woche fertig sein, die Hausapotheke muss ich überprüfen, haben wir noch Schmerzensaft und Vomex und Perenterol, Hustenstiller, Hustenlöser, unmöglich, undenkbar, an den Feiertagen auch noch in eine Notaufnahme zu müssen wegen keine Ahnung was, nur weil ich nicht geschaut habe, ob wir noch genügend Medikamente haben, bitte nicht, better be prepared, ich bin immer prepared, Karten muss ich auch noch schreiben für Tantchen und Onkelchen, die ich wieder nicht gesehen habe in diesem Jahr und ich hatte fest versprochen, mal abends vorbeizukommen, wenn das Kind im Bett und der Mann auf der Couch ist, dann hab ich ja frei und dann hätte ich ja kommen können müssen sollen, weil das hatte ich ja versprochen und nun ist das nicht geworden, vielleicht backe ich für die auch noch, die sollen nicht denken, ich würde nicht an die denken, ich denke andauernd an die, ich denke überhaupt andauernd an andere, an anderes, an lauter anderen Scheiß. Das ist alles nur in meinem Kopf, in meinem Kopf, in meinem.

„Dieser Punkt in meinem Kopf ich muss ihn finden und berühren
Wie Staub den ich mir vom Gehirn klopf
für die Reinheit die Wahrheit die Klarheit…“ (Fanta4)

Weihnachtsmojo, was für ein beklopptes Wort, das hat sich bestimmt irgendein Influencer aus Berlin ausgedacht. ich kenne unter Mojo nur diese ekelige Soße, mit der auf Teneriffa schrumplige und versalzene Kartoffeln übergossen werden, um ihr unansehnliches Äußeres zu verdecken, nehme ich an, geschmacklich tut die denen jedenfalls nichts gutes.

Ich habe kein Mojo, ich weiß, wo es zu finden wäre, kann aber diesen Punkt in meinem Kopf gerade nicht berühren. Ich werde der Physiogöttin am Mittwoch sagen, sie soll da mal dolle draufdrücken, wie auf eine Klingel. Mal sehn, ob´s dann klingelt, das Mojo.

Dabei kenne ich die Lösung. Einfach nichts machen, oder nur die Hälfte. Aber das stellt dieses Karussell nicht ab. Der Mann hat andere Sorgen, andere Kreisel im Kopf, ein anderes Betriebssystem. Auch bei ihm stehen die Gedanken nicht still. Nicht alles verschwindet, weil man es von seinem Tisch auf den Nachbartisch legt. Sharing is not immer caring. Wo ist der Typ, der das Karussell steuert?! Anhalten bitte, ich möchte hier aussteigen!

Meine Aufgabe für diese Woche ist, mir vorzustellen, er hätte das Karussell angehalten. Ich steige aus, kaufe fünf Schachteln Pralinen mit Plastikschleife und drücke jedem Menschen, dem ich meine, Weihnachtsgeschenke schuldig zu sein, eine in die Hand. Das ist schon mal ein Anfang. „Unn dann sehmor weidor! Eens nachn andorn!“, wie der Sachse sagt. Und die Sächsin. Peu à peu, little by little, malo pomalu.

~

Euch und uns versüße ich diesen Post mit ein paar Bildern vom Wochenende. Mit Pulverglitzerschnee und ohne das Genörgel und Genöle, das selbstverständlich zu hören war, aber ja zu unser allem Glück nicht zu sehen ist! Und: Frohes Hinzurweihnachtadventen wünsche ich euch und bleibt fröhlich – es ist alternativlos!

Wochenurlaubsende in Bilder

Wir waren die vergangenen zehn Tage in Lubmin am Greifswalder Bodden.

Ich mag es sehr dort, weswegen wir schon mehrmals neben der Saison genau dort Urlaub gemacht haben. Wenn ihr fragt, warum eigentlich dort, wo doch Usedom zum Beispiel genau in der Nähe ist, nun, weil Lubmin eben nicht Usedom ist. Oder Kühlungsborn. Lubmin ist nicht schick, nicht prominent, es gibt im Oktober kaum noch Gastronomie und keine Lädchen zum Shoppen.

Es gibt einen einsamen Strand, eine einsame Strandpromenade und nur Freitags kommen ein paar Berliner übers Wochenende rauf um Meerluft zu schnuppern. Urlauber finden sich im Oktober kaum noch – herrlich!

Also Scotty, beam me up im Oktober, entweder an den Mittelmeerstrand nach Antalya (Sorgun bitte), oder aber nach Lubmin! Danke schön.

Wenn man an der Seebrücke in Lubmin steht, befindet sich linkerhand der Teil der Stadt, der neuer ist, mit schickeren Häusern. Rechterhand ein paar Hotelanlagen, eine Ferienhausanlage, die bestimmt schon zu Honeckers Zeiten dort stand, weiter rechts dann der Wald, danach der Campingplatz am Hafen.

Hinter mir an der Seebrücke befindet sich die „Fischbrötchenbude“, die eigentlich ein drei-Buden-Konglomerat ist, wo der Bärtige sich seine Matjes-Erdbeer-Brötchen gezogen hat. Ich habe kein Foto davon, weil es mich schon allein beim Gedanken daran schüttelt, aber es sind tatsächlich Semmeln mit Fisch drauf und Erdbeermarmelade und frischen Erdbeeren. Und sauren Gurken und Zwiebeln, ja doch. Nein, ich weiß es doch auch nicht, wie man sich sowas einfallen lassen kann. Und mein eigener Mann isst das!

Wir wohnen nicht im schicken Teil Lubmins, außer einmal. Wir wohnen gerne am Wald. Nicht schick. Dafür einsam.

Gastronomie in Zeiten von Corona ist ein Märchen für sich. Auch die Auslegung der Corona-Regelungen. Von „Du kommst hier nicht rein, außer, dein Kind lässt sich Hirnwasser ziehen und der Hund auch“ bis zu „Ist mir doch egal, scheiß doch auf alles und Corona sowieso“, hatte jeder Wirt seine eigene Regelung. Das betraf nicht nur Lubmin.

Wir haben uns oft selbst versorgt, und wenn nicht, dann in der „Blaumuschel“ gegessen. Der „Boddenblick“ war früher unsere Lieblingskneipe, aber die hatte aus nicht erkennbaren Gründen zu, so wie viele andere auch.

Sein Teller: Forelle mit Feta, Grillgemüse, Reis und Karotten-Aioli-Salat

In jeder Regenpause waren wir am Strand und haben uns durchpusten lassen.

Hafen Lubmin – voll niedlich

Sehr schön ist auch der kleine Fischereihafen in Freest. Wir haben schon Bilder, auf denen der Bubi so klein ist wie der Blondino und hier motzend steht, es wäre kalt, und langweilig, und voll öde! Schön, solche Familientraditionen.

Man kann von hier aus mit der Fähre übersetzen. Oder man lässt es, weil man die Insel schon kennt und macht Fotos von der zauberhaften Umgebung. Die kennt man ja auch schon, aber guck doch mal!

Den Spielplatz hat man seit dem letzten Besuch erfreulicherweise modernisiert und das Ergebnis wurde von uns gern beturnt.

Ich hatte eine ganze Kiste Brett- und Kartenspiele mitgenommen, davon haben wir lediglich Triomino gebraucht. Jeden Tag wurde hier Triomino gespielt. Wehe, irgendwer lädt mich die nächsten Monate zu einer Runde Triomino ein!

Am meisten waren wir im Wald. Jeden Tag etwa drei Stunden. Zwei am Vormittag und noch mal eine am Nachmittag. Das lag nur zum Teil am Hund. Also es lag am Hund, dass wir in diesem Jahr im Oktober nicht am Strand in der Türkei lagen, aber dass wir so exzessiv im Lubminer Wald waren, lag hauptsächlich an diesem schönen Wald.

Er ist groß genug, dass man nach zehn Tagen noch nicht die Nase voll hat, aber nicht so groß, als dass man sich nach zehn Tagen nicht souverän darin zurechtfinden würde.

Wir haben unfassbar viele Pilze gefunden und insgesamt zehn Backbleche davon getrocknet. Hauptsächlich Kaiserlinge und Steinpilze. Am Ende des Urlaubs war eine drei Liter Gefriertüte voll mit getrockneten Pilzen.

Ich mach davon im Winter Pilzrisotto und eine Handvoll kommt auch immer in Braten-fake-Soßen. Jetzt, wo hier niemand mehr Fleisch isst, ist es schon eine kleine Kunst, eine „schmeckt wie…“-Soße zu den Lieblingsklößen hinzubekommen. Oder man gewöhnt sich die Klöße samt dem Rotkraut eben ab. Aber ich finde, das geht zu weit.

(durfte stehen bleiben)

Gestern, einen Tag nach zwei heftigen Sturmtagen, verabschiedete uns das Meerchen mit magischem Licht und…

… einer zauberhaften Aussicht.

Der Blonde hat noch seine Mutprobe (barfuß zehn Schritte durchs Wasser waten) bestanden und dann mussten wir uns wieder verabschieden.

Tschüss Lubmin, auf Wiedersehn!

Das magische Licht begleitete uns bis nach Dresden und heute morgen bereits warfen Zwerge lange Schatten.

Die „Kehrwochen“ beginnen. Am Ende des Jahres werden wir vierzig Abfallsäcke mit Laub weggefahren haben.

Dieser erste Haufen hier und heute ist allerdings zum Spielen für Hund und Kind.

Unser Hündchen wiegt mittlerweile sechsundzwanzig Kilo und hat seinen kleinen Freund damit bereits überholt. Die frisst fünfhundert Gramm Trockenfutter pro Tag und sieht dennoch aus wie ein Gerippe mit Fellbezug. Bei mir ist das anders. Ich esse fünfhundert Gramm Trockenfutter und habe danach zwei Kilo mehr unter dem Fell.

Dieses Licht, oder?!

Ich halte jetzt noch ein bisschen das Gesicht aus dem Fenster, streichele Quitten, die eben vorbeigebracht wurden von lieben Freunden (im Tausch gegen Gelee), sortiere mal die Hausaufgaben vor vom Kind, und dann freue ich mich tatsächlich auf meine Arbeit morgen, ist das zu fassen? Doch, ich schwöre.

Ich wünsche euch einen wunderbaren Wochenstart mit magischem Licht und schaut doch mal bei Alu und Konsti vorbei, die die Wochenenden vieler anderer sammeln.

Über Pfingsten 2021, August 1982, Funktionskleidung und Biergartentrainig #wib

Das Pfingstfest fiel in diesem Jahr wieder -Hört, hört! – auf ein dreitägiges Wochenende und alle freuen sich über den zusätzlich freien Montag, auch wenn sie den Hintergrund dieses Feiertages womöglich nicht kennen. Um eventuell vorhandene Wissenslücken hier zu schließen: An Pfingsten feiern die Christen das Kommen/ die Ankunft des Heiligen Geistes, auch „der Geist Gottes“ genannt. Es ist dieses Gefühl, was uns tröstet, leitet, mahnt. Atheisten würden das vielleicht mit dem Bauchgefühl oder einer inneren Stimme gleichsetzen.

So, das hätten wir. Wer frei haben will, sollte zumindest im Geiste (dem eigenen) eine wohlwollend tolerante Haltung gegenüber dem kirchlichen Ursprung des Feiertages haben, oder? Gern geschehen.

Bestimmt fragt ihr euch, wann denn der dritte Teil der Wechseljahressaga endlich kommt und warum ich hier ständig Wochenenden verblogge. Ersteres ist schon da, nur noch nicht fertig und zweitens weil die Zeit rast und die Kinder und das Leben sich ständig in Veränderung befinden. „Man muss sich beeilen, wenn man etwas sehen will. Alles verschwindet.“, wusste schon der Paul Cézanne.

Auch ein Feiertagswochenende beginnt in Laufschuhen.

diese Schuhe könnten mal gereinigt werden

Beim Heimkommen erwarten mich Besucherschuhe, sie haben frische Semmeln mitgebracht.

diese Schuhe haben Frühstück mitgebracht

Mittags haben der Mann und ich unseren ersten Impftermin im Dresdner Messezentrum, das zu diesem Zwecke in eine durchorganisierte, durch die Bundeswehr unterstützte, ein wenig endzeitstimmungsverbreitende Notfallhalle umstrukturiert wurde.

Wir hoffen nun zeitnah auf einen freigegebenen Impfstoff für Kinder, da unser Blondchen Asthmatiker ist und in seinem kurzen Leben bereits mehrere Lungenentzündungen hatte und, wäre er erwachsen, eindeutig zur Risikogruppe gehören würde.

Wir sind froh, dass es endlich (!) soweit ist, dass wenigstens wir Eltern geimpft werden konnten. Ich habe heute mit einer Kollegin in Indien gechattet, die dortigen Probleme machen mich demütig, wenngleich sie nicht als Entschuldigung herhalten, was die Entscheidungen unserer Regierung in den letzten fünfzehn Monaten anbelangt.

diese Schuhe stehen im Impfzentrum

Nachmittags regnet es und wir sind auf dem Dachboden und sporteln.

dies ist ein weiteres Paar Sportschuhe, für aneroben Sport konzipiert

Ich glaube ja nicht an Funktionsbekleidung. Das steht natürlich in krassem Widerspruch zu all dem Equipment, das sich in unserem Hause befindet, ich weiß das! Aber generell ist das alles Humbug. Der Turnvater Jahn wusste nichts von Polyester und Täve Schur nichts von Polyamid. Und Maxi Gnaucks Gymnastikanzug hatte bestimmt keine elastischen Fasern aus Weltraumgestein, bei Vollmond zu unsichtbarem Gespinst verzwirnt! Also echt mal.

Das ist doch wie mit dem ganzen Allergiezeug. Heutzutage hat doch gefühlt jeder zweite Mensch eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, und anstatt dass geschaut wird, wie es dazu kommen konnte und an den Ursachen bei der Lebensmittelherstellung gedreht wird, nein – ZACK!- ein neuer Absatzmarkt ist geschaffen! Glutenfreie Produkte, die noch mehr kosten als die glutenhaltigen stehen für die geplagten Menschen in zehn Metern Regal bereit, gleich neben den laktosefreien Produkten. Das ist ein Lehrstück in Kapitalismus und Marketing. Erst ein Problem schaffen und dann mit der Lösung sauviel Geld scheffeln.

Ich schweife ab. Wer von euch hat meinen roten Faden?!

Aber bevor ich wieder zum Wochenende im Jahre zwannscheenunzwannsch zurückkomme, hier noch mal ein Videobeweis. Ich bezweifle, dass die heutigen Kinder sportlicher sind in ihren Hightechfasern und doppelt gedämpften Sportschuhen, für jede Sportart ein extra Paar. Auf jeden Fall habt ihr was zu lachen, und Lachen ist systemrelevant! Auf gehts:

Ich war bei diesem Mega-Event „Pioniertreffen 1982 in Dresden“, damals bei der Sportwerbegruppe, die im Heinz-Steyer-Stadion Runden turnte und Rhönrad fuhr, während das DDR-Fernsehen leider am Elbufer filmte. Ich bin also hier nicht zu sehen. Und da niemand dort im Stadion ein Handy mit Kamera dabei hatte, gibts auch keine Selfies von mir als Zwölfjährige im Gymnastikanzug mit Emblem vorne dran, „SG Lokomotive Dresden“, das hat die Mutti aufgenäht und der gute Gymnastikanzug wurde auch nur bei Wettkämpfen getragen. Beim Training ging ich im „Nicki“, an den Beinen selbstgemachte Stulpen aus Bergsteigerstrümpfen, bei denen die Füße abgeschnitten worden und unten dann ein Schlüpfergummi drangenäht – Turnerin fertig!

Zurück zum Heute.

Der Weimaraner denkt, er sei wahlweise ein galoppierendes Rennpferd in Miniatur oder eine Katze, die sich sofort auf jedem Schoß einrollt, der sich ihr bietet. Außerdem zeigt sie das unmögliche Verhalten, dass sie jeder fremden Person auf der Straße, die sich hinhockt und das Hundchen anspricht, um den Hals fällt und sie abschleckert. Ich empöre mich! Hauptsächlich über die übergriffigen Menschen, aber der Hund kriegt auch sein Fett ab. Also wer gerne von unserem Hundebaby geknutscht werden will, sollte sich auch beeilen, das trainieren wir der ab!

FASS, BAYA, FASS! DU BIST EIN PÖSER GEFÄHRLICHER HUND!

Weimaranerkatze

Wir haben auch an diesem Wochenende Biergartentrainig mit der Grauen gemacht. Das ist wichtig! Denn der Hund muss ja lernen, wo sein Platz ist, und der Platz unseres Hundes ist im Biergarten zwischen unseren Stühlen – das muss man üben, und oft wiederholen! Besonders der Mann musste hart überredet werden, gestern schon wieder Bier zu trinken. Die Kinder haben wir sich selbst überlassen, der Älteste hatte das Sagen. Dem Hund haben wir ein Stück getrocknetes Reh überlassen, ich hatte drei Kugeln Eis, der Mann drei Kugeln Bier.

Biergartentraining

Außerdem waren wir gestern auf Wandertag. Das Blondchen braucht dringend Exklusivzeit mit uns Alten, da es gefühlt den ganzen Tag nur Gemecker gibt. Es fällt dem Kind wirklich schwer, sich adäquat gegenüber dem Hund zu benehmen, was schwierig ist, denn in einem Jahr wird der Hund größer und schwerer sein als unser eigenes hausgemachtes Junges!

Wir haben im Vorfeld mit einer App das Verhalten geübt, alles immer wieder besprochen, dennoch, es bleibt auch in Woche vier noch aufregend. Deshalb hieß es mehrmals auch an diesem Wochenende: „Geh nach oben auf dein Zimmer und schreib die Hunderegeln ab!“, was für uns zwei Dinge vereint: Erstens werden wildes Kind und aufgeregter Hund getrennt, und zweitens erhoffen wir uns von der permanenten Wiederholung des Abschreibens irgendwann einen Lerneffekt.

Hunderegeln; nicht für den Hund

Jedenfalls waren wir mit dem Kind und ohne Hund mit der Dresdner Schwebebahn fahren, die im übrigen die älteste der Welt ist. Das war schön und vor allem entspannend, weil wir früh dran waren und deshalb alleine dort.

Bärtiger Passagier beim Betreten der Schwebebahn
Blick von der Station ins Tal
Gegenverkehr; Geisterbahn ohne Passagiere
Heute nicht!

Zu Hause erwarteten uns Bubi und Baya, und letztere tat so, als seien wir mindestens drei Tage weg gewesen, nicht drei Stunden!

Kraulst du mich jetzt endlich?

Außerdem waren wir das erste Mal mit der Baya an der Schleppleine auf den ungemähten Elbwiesen (Ein Spaß!), es gab sicher auch dreimal am Tag was zu essen, was, das habe ich vergessen, und wer am nächsten Wochenende auch mit einer Bergbahn fahren will, dem sei gesagt, die Standseilbahn öffnet erst wieder Mitte Juni, die Schwebebahn ist ab morgens um acht fahrbereit und leer zu dieser Zeit.

Oben an der Station empfiehlt sich der kurze Spaziergang die Sierksstraße bergauf zum nahegelegenen Spielplatz. Dieser ist neu gemacht worden und eignet sich aufgrund der neuen Kletterfeatures auch für größere Kinder.

Mehr Ausflugstipps für Menschen mit Kindern findet ihr in diesem Büchlein, dass meine Bloggerkollegin Jenny vom Weltwundererblog geschrieben hat.

111 Orte für Kinder in Dresden, die man gesehen haben muss
(c) Thalia

Jenny kenne ich durch die Dresdner Bloggertreffen, die in Friedenszeiten immer regelmäßig durch die liebe Elbmargarita organisiert wurden und hoffentlich bald wieder werden. Dort habe ich schon viele interessante Dresdner Menschen und ihre Blogs kennengelernt, wie Birgit von Livona, oder Jan vom Neustadtgeflüster und Chris von Kleinstadtgedanken. Simone, die Eventagentin, ist nun ja wieder zurück ins Rheinland gezogen, bleibt aber für immer Herzensdresdnerin und wird wohl zukünftig via Skype zu den Dresdner Bloggertreffen hinzugeholt.

Meinen Aufreger des Wochenendes will ich euch auch nicht vorenthalten. Es war dieses Filmchen hier, und besonders die Auslegung des Begriffes „Nachhaltigkeit“ unseres grünen (!) Baubürgermeisters macht, dass mir die Galle hochkommt! Gibts schon eine Petition geben den Unsinn?! Ja? Nein! Vielleicht?!

Wochenende mit fast ohne Bildern, irgendwann im Corona-Mai 2021

Wochenende mit fast ohne Bildern, irgendwann im Corona-Mai 2021

Ich dachte, ich dokumentiere mal wieder ein Wochenende. Dann fiel mir ein, zu Dokumentationszwecken wäre eine visuelle Komponente schon ganz schön, aber irgendwie war das Handy immer verlegt in entscheidenden Momenten. Nun, es ist, wie es ist, das muss also dann so gehen.

Die Morgen beginnen neuerdings immer damit, dass die Neue, die des Mannes Bettseite rechts flankiert, auf das Bett springt, über den schlafenden Kerl drüber, auf die nette Frau mit den gelben Haaren drauf, die immer so feines Fressi macht, abschlappern, alles, bis die Frau endlich fluchtartig das Bett verlässt.

Ich (die nette Frau mit den gelben Haaren) torkele also die Treppe herunter, der Köti springt derweil wie ein galoppierendes Fohlen an mir hoch. Da ich ein Auge geschlossen habe und mit dem anderen nach dem irren Hund schiele, verfehle ich die Türöffnung und – DONG!- haue mir selbst ein Horn.

Ich würde im übrigen die Fliesen im Bad gerne streichen, ich folge schmachtend Miss Pompadour und ihren make-over-stories. Allerdings wohnen wir nur zur Miete, deshalb bleibt es bei den Fliesen. Vielleicht streiche ich einfach den ganzen Rest? Was meint ihr zu dunkelgrau?

Dunkelgrau passt auch zum Wetter. Entweder Augustheiß oder Aprilnass, so zeigt sich der angebliche Wonnemonat. Heute ist Duftkerzenwetter.

Mittags gibts Spargelrisotto für die Großen und Tomatensuppe mit Reis für den Kleinen, Eierkuchen für alle.

Und, hat´s denn geschmeckt?

„Mama, ich hab dir einen Brief geschrieben! Eigentlich ist es ja kein Brief, sondern eine Verbettelung. Sag ja, ja?!“. Er will also außer der Reihe ans „Terblet“. Ich habe „Ja!“ gesagt und das am Sonntag schon wieder bereut, denn dann kam ein identischer Zettel angeflattert. Hat ja schließlich am Samstag geklappt, dann macht er das ab sofort täglich, ganz klar! Nee, Freundchen, da muss dann schon mindestens noch ein Herzchen drauf und an der Schrift musste auch noch was machen!

Am Nachmittag waren wir beim Marché, ich hatte ein Lebensmittelpaket gekauft über die „Too good to go“-App und war doch ziemlich überrascht. Ich stand kurz vor Ladenschluss vor einer vollen Auslage und die Verkäuferin sagte: „Suchen sie sich aus, was sie wollen, wir schmeißen das dann alles weg!“. Ich hoffe sehr, dass sie sich nur versprochen hat und die nicht verkauften Backwaren der TAFEL oder der Bahnhofsmission spendet. Ich bekam jedenfalls für den Festpreis von knapp fünf Euro achtzehn Semmeln und ein Brot.

Da der Mann und ich das Netflix zu Ende geguckt haben, sind wir auf youtube umgestiegen. Am Samstag haben wir in unserer Lieblingsreihe „Der letzte seines Standes“ die Kautabakexpertinnen Anna und Lieselotte bei der Ausübung ihres Handwerks beobachtet. Wir hauen uns weg über die Dialoge und die Kittelschürzen, uns gefällt diese Reihe supergut.

Das sieht man auch daran, was dem Mann dann auch gleich für weitere Beiträge vorgeschlagen werden. Ich weiß gar nicht, was ein Einsteckreider ist, bin aber schon sehr gespannt, diese Wissenslücke bald zu schließen. Und ja, wir schauen sowas komplett nüchtern. Manchmal kommt der Sohn hoch und fragt, warum wir so laut grölen. Wir wischen uns die Tränen aus den Augenwinkeln und können kaum sprechen. Wir finden das sehr lustig! Der Mann und ich sind seltsam.

Sonntagmorgen. Wir lümmeln so gut wir können, um uns vom frühen und abrupten Start in den Morgen (siehe Samstag) zu erholen. Vor um sechs war es heute. Die beiden Männer kriegen davon nichts mit, die liegen noch in den Betten.

Ich mag die Gespräche mit dem Kleinsten sehr in diesen Stunden. „Mama, ich wünsche mir eine Rutsche von hier bis zum Nordpol, direkt in eine Eisbärenhöhle!“. „Das klingt ziemlich gefährlich für mich. Was, wenn der Eisbär Hunger hat?“. „Ich hab´s! Ich bringe ihm eine Robbe mit!“. „Och, das tut mir leid. Stell dir doch mal vor, wie diese Robbe dann guckt! Die haben so schöne Augen, ich könnte das ja nicht, eine Robbe an einen Eisbären verfüttern!“. Kind überlegt kurz, dann: „Ich nehme einfach eine Robbe ohne Augen!“.

Weil ich keine Lust zum Backen habe, beschließe ich, das neueste Gadget im Hause Nieselpriem auszuprobieren: Eine Gummivorrichtung zur Herstellung von pochierten Eiern. Ich liebe eggs Benedict, finde allerdings die Zubereitung frustrierend. Bei Karolin habe ich diese Teile entdeckt und hier gekauft. Ich mache dafür jetzt wirklich Werbung, weil das mich total verblüfft hat! Pass auf.

Wasser mit Weißweinessig aufkochen, ausschalten.

Dann die Einsätze reinstellen in den Topf, in jeden ein aufgeschlagenes Ei reinplumpsen lassen, Deckel drauf.

Nach fünf Minuten die Einsätze herausheben und et voilá!

Auf meinem Frühstücksteller sah das dann so aus:

„Kontaktschlafen“ ist das größte für die Neue. Irgendwo drauf auf etwas, das Puls hat, das findet sie schön. An der Haltung meines Beines sieht man, dass das für mich weniger schön ist. Aber schlafende Hunde soll man ja nicht wecken. Auch gut im Bild erkennbar: Kratzspuren. Nicht im Bild: Beißspuren.

Lauter Dinge, die ich an diesem Wochenende gemacht habe, ohne dass ein Foto es beweisen könnte: Zwei Bäder geputzt, eine Schüssel Erdbeertiramisu zusammengerührt, Kackwürstel (viele) vom Rasen aufgepolkt, den Mann geküsst, Brennessel-Mango-Tee aufgegossen, vier Runden im Waldpark gerannt, viermal die Böden im Erdgeschoss gewischt, vegane Bolognese gekocht, vegane Bolognese gegessen, den Wochenplan für die Klasse 1c vorqualifiziert, geimpften Elternbesuch geküsst, mich über die Lehrstellenzusage für den jungen Mann gefreut, Sprachnachrichten mit der Freundin gewechselt. Es war ein schönes Wochenende.

Dinge, die offensichtlich nicht gemacht habe: Betten. Egal!

Wochenend-Rike im Kleid, in das der Hund am Ende des Sonntages ein Loch reingebissen haben wird

Sieben Sachen am Ewigkeitssonntag

Sieben Sachen, die ich heute mit meinen Händen gemacht habe.

Zweige vom Elberadweg in einer Vase drapiert…

… Stollenteig zusammengerührt (Es ist höchste Zeit; im übrigen habe ich drei volle Packungen Sternanis in meiner Rabusche gefunden. Sollte jemand engpassen von euch, bitte melden!)

… das erste Räucherkerzchen der Vorsaison angezündet (Geschmacksrichtung „Marzipan“)

…das diesjährige Adventskerzenunspektakel sehr streberhaft eine Woche vor Fälligkeit aufgebaut

… Kreidemalstifte hervorgekramt

… Kerzen angezündet. Vorm Haus, im Haus, und dabei an all die Menschen gedacht, deren Stimmen ich nur noch in Gedanken höre

… am Schal weitergestrickt.

Sieben Sachen Sonntag/ 08.11.2020

„Sieben Sachen, die ich am Sonntag mit meinen Händen gemacht habe“, so lautete einst die Beschreibung dieses Sieben-Sachen-Sonntags-Posts bei Frau Liebe, die leider nicht mehr bloggt und die neben vielen anderen ehemaligen Bloggern schwer vermisst wird in diesem Internetz. Also von mir.

… ein fleißiges Schulkind bei den Hausaufgaben gestreichelt

… einen Schal begonnen zu stricken; Fertigstellungsdauer geschätzt: einmal BER

… trocknende Waldpilze gewendet

… Rosenkohl in Butterbröseln gewälzt

…Herbstlaub in Säcke geschaufelt

… und anderes Herbstlaub (nämlich Gingko) draußen gesammelt und zum Trocken in ein dickes Buch (Elisabeth George) gesteckt; nächstes Jahr wird das im Herbst ein hübsches Mobile abgeben, die Gingkoblätter mit goldenem Basteldraht umwickelt und an einen knorrigen Ast gehängt

… aus einer löchrig gewordenen Fleecedecke frei Schnauze eine Kuschelhose für das Kind genäht

(das Kind hasst die Hose)

… Ingwer und Zitrone kleingeschnibbelt und mit Honig und einem Kräuterteebeutel aufgegossen

#wib spezial – aus Berlin

Ich weiß schon, wir haben bereits Mittwoch (oder Donnerstag?) und ich hänge mit meinem „Wochenende in Bildern“ komplett hinterher und zwischen den Wochen, aber es ist im Moment total verrückt! Ich komme zu allem zu spät oder zwei Tage zu früh. Das Leben ist voll und voller Dings und Bums und Anforderungen links und Geschenken rechts und ich habe um alles einfangen zu können zu wenig Arme und zu wenig Speicher in der Rübe.

Tja. Deshalb ist es hier so still gewesen. Um zu bloggen brauche ich nicht nur ein ausgeprägtes Zeige- und Mitteilungsbedürfnis (das sich manchmal einfach nicht einstellt, nö), sondern auch ein bisschen Luft im Kopf, damit die Gedanken Purzelbäume schlagen können und sich eine Geschichte formiert, die ich erzählen will.

Das war einfach nicht da. Aber hey!, es geht mir gut und es kommen wieder Zeiten mit mehr Luft für Purzelbäume und Geschichten, da bin ich sicher. Wartet ihr einstweilen? Fein.

Heute berichte ich euch aber erst mal von den aktuellen Vorbereitungen der Blogfamilia 2019

Die Vereinsmitglieder haben sich am vergangenen Wochenende in Berlin zur Klausurtagung getroffen und deshalb lohnt es sich, ein „#wib spezial“ zu machen. Blogfamilia wird in diesem Jahr fünf und ich bin von Anfang an dabei. Zwei Jahre als Gast und Fan, und nun schon das dritte Jahr als Fan und Macher. Oder Macherin. Auf jeden Fall Akteuse. Oder Akteur (ich könnte immer so weiter machen, weshalb ich mir schnell mal mit einem Hammer ins Knie haue um mich selbst schnell wieder auf Kurs zu bringen). Wer mag, kann ja hier in dieser meiner Linksammlung mal nachlesen, was ich in den letzten Jahren so berichtet habe.

Das Format hat sich in den letzten fünf Jahren sehr verändert. Anfänglich von Anne und Susanne als familiäre Veranstaltung für fünfzig Blogger initiiert, sind mittlerweile acht Menschen mit der Organisation und Gestaltung der Blogfamilia-Messe für Blogger, und mittlerweile auch der Blogfamiliär-Veranstaltungen (in der Vergangenheit in Köln und Stuttgart, demnächst in Hamburg) für Eltern, Erzieher und pädagogisch interessierte Menschen beschäftigt. Und zwar immer, rund um die Uhr, das ganze Jahr! Mit unterschiedlichem Arbeitsaufwand zwar, aber doch, wir haben immer irgendwas zu tun.

Wer alles zum Verein gehört, könnt ihr hier sehen. Dazugekommen ist in diesem Jahr Laura von Heute ist Musik, und das ist Musik im Teamgetriebe! Sie ist ein echter Schatz und eine Bereicherung für alle.

Jetzt aber endlich Bilder her! Der Samstag begann wie immer: grau und früh. Anders war nur, dass ich diesmal nicht die Backzutaten aus den Schränken holte, sondern die Reisetasche vom Dachboden. Mutti haut ab! Jawohl. Und zwar nach Berlin.

Immer noch sehr früh warte ich auf den Flixi, der wie immer zehn Minuten zu spät kommt, während ich wie immer fünfzehn Minuten vor eigentlicher Ankunftszeit da bin, weshalb die Liebesbeziehung zum Flixbus ein wenig, nun ja, überschattet wird.

Guten Tag, mein Name ist Henrike und ich benutze Alufolie. Aua! Nicht so dolle hauen! Und nicht immer auf den Kopp!

Berlin, Berlin. Gegen halb elf fahren wir ein. Erwähnenswert finde ich, dass der Flixi von Dresden nach Berlin genauso lange fährt wie von der Stadtgrenze Berlin bis zum Alex. Eeeeendloooos. Wann sind wir endlich da, Herr Busfahrer?! Ist Berlin so lang (oder breit) wie die Strecke Dresden-Berlin? Oder so verworren im Straßennetz? Ich begreife das nicht. Also eher sogar nie.

Geschafft. Ich bin in Berlin Freidrichshain gelandet. Wir tagen heute bei Anne und Konstantin von den Großen Köpfen. Konsti selbst ist nicht dabei, er hat trotz Wochenende eine dienstliche Veranstaltung. Wir machen das alles nebenbei. Neben Job, Studium, Hausbau, und während wir – Tadaaa! –  insgesamt einundzwanzig Kinder großziehen. Deshalb ist es auch legitim, dass nicht immer alle anwesend sind.

Heute vermisse ich neben Konsti auch den Doc und Jürgen und Rike sehr. Als ich eintreffe, sind von links nach rechts Laura, Christian (Familienbetrieb), Lisa (Stadtlandmama) und Anne schon da.

Etwas später reisen die Kölner an. Lempi und Janni (Ich bin dein Vater) sind zwar ohne den Doc da, aber sie sind angereist aus Köln. Hurra!

Eine sportliche Agenda wartet, echt viele Arbeitspakete sind zu schnüren und zu verteilen. Ich schreibe zusammen mit Laura Protokoll und wir beschreiben am Ende fünf DinA4-Seiten, und das zusätzlich zu den ganzen Tasks und Slides und Dings in dem Projektmanagementtool, das wir zur Planung benutzen.

Alles läuft erstaunlich rund, und das ist irgendwie das, was ich in der Zusammenarbeit mit den Leuten der Blogfamilia echt nur als „magic“ bezeichnen kann. Alle wollen, alle machen, es gibt kein Gezeter oder Zuständigkeitsgerangel, alles und jeder greift irgendwie die Hand der anderen und Dinge, die getan werden müssen, auf.

Konstantin hat für uns vorgekocht, bevor er selber auf eine Veranstaltung musste. Es gibt Pasta Bolognese.

Und, Leute, schmeckts? Joar, würde ich sagen. 🙂

Janni ist platt. Aber für ein Mittagschläfchen ist keine Zeit. Los, hoch, Du Kölner Jeck!

Am Ende des Tages werde ich sagen, dass mir schwummrig sei in der Rübe und dass ich wohl ab jetzt pro Woche einen Tag Urlaub nehmen müssste, um meinen Teil abzuarbeiten, und ein wenig Angst wird mich auch beschleichen, aber guck mal hier. Wir arbeiten nicht nur, wir lachen, bis die Tränen laufen! Anne, Lempi und ich. Das Foto hat die Stadtlandmama Lisa gemacht.

Spät am Abend hauen sich die Kollegen die Nacht umme Ohren und schicken Partypics.

Ich kann kontern. Party ist für mich an diesem erschöpften Abend: Dusche, Netflix, zwei Kopfkissen und zwei Decken! Schön wars.

Am nächsten Morgen bin ich die erste beim Hotelfrühstück…

… und nach einer herzlichen Verabschiedung die erste auf dem Heimweg. Das Partyvolk bruncht noch irgendwo und fliegt am frühen Nachmittag in alle Richtungen, unsere langweilige sächsische Muddi hier aber will wieder heim.

Schüss, Berlin! Im Mai sehen wir uns wieder! Das wird großartig. Für uns alle vom Orgateam, für unsere Gäste, und dann gibts da noch was. Mein Großkind, der Bubi will in diesem Jahr mitmachen als Helfer bei der Orga. Und während mir das so durch den Kopf geht, bekomme ich ein wenig Schnupfen, wisst ihr. Stellt euch doch mal vor, irgendwann rückt die nächste Generation nach und dann stehen nicht nur wir Alten hier und machen Bloggerevents, unsere in den Blogs zum Teil vom Babyalter vielbeschriebenen Kids verteilen Aufkleber, Programmhefte und weisen den Weg zu Veranstaltungen. Virtuell wird real, Klappe, die zweite. Mensch, das ist ein Ding.

Schnief… hat irgendwer ein Tempo für mich?!

Alexanderplatz im Sonnenschein. Ich habe ein Großraumabteil im pünktlichen (!) Flixbus und esse meine Stulle von gestern morgen (aus der Alufolie) und Streuselkuchen, den Christian gebacken hat. Großes Herzeleid beschleicht mich, liegt aber vermutlich an den vierhundert Gramm Butter in Christians Streuselkuchen. Manch einen hat einen Koffer in Berlin, ich ein Stück von meinem ihr-wisst-schon, Herz.

Zu Hause erwartet mich eine Einladung zu einer Lesung von Andrea Harmonika ( ❤ ) und Tulpen, über die ich mich über Gebühr freue und dem Mann dafür überschwänglich danke. Bis dieser mir erklärt, die Tulpen hätte ich mir selbst gekauft, beim Lidl, weißte nicht mehr, am Freitag. Ach so, ja. Alter ist doch manchmal was Schönes. Man freut sich mehrmals über das Gleiche!

Dann finde ich diese zauberhaften Filzlatschen, an deren Besitz ich mich gar nicht mehr erinnern kann und frage vorsichtig, wann ich denn diese gekauft hätte? Nein, die seien ein Geschenk von ihm, dem Mann, berichtet dieser.

Aber ich glaube ihm nicht, der will nur, dass ich ihn wieder überschwänglich umhalse und knutsche. bestimmt habe ich die selber gekauft! 🙂

So, ihr Lieben (das schreiben ja immer die Superduperzehntausendfollowerblogger und Instastars), das wars für dieses Wochenende. Ich mach mich jetzt ans Abackern meiner Aufgabenliste und freue mich, die Eine oder den anderen im Mai persönlich zu sehen, zu sprechen, zu knutschen (alles freiwillig, alles kann, nichts muss), und wünsche euch eine gute Woche und bis zum Wiederlesen zitiere ich meinen Lieblingsphilosphen, den fünfjährigen Blondino. Der sagte nämlich gestern:

„Zickezacke Schweinebacke und tschö mit ö, ihr verknallten Stinkesocken!“

(Zu seinen Legobausteinen, wohlgemerkt)

 

 

Alle Informationen rund um die Blogfamilia findet ihr hier: https://blogfamilia.de/

Aktuell läuft die Nominierung für den Blogfamilia Award und dazu möchte ich euch herzlich aufrufen! Was das ist und wie ihr mitmachen könnt, steht hier: https://blogfamilia.de/blogfamilia-award-2019-nennt-uns-jetzt-eure-nominierungen

 

Schon wieder Wochenende?!

Am Freitagmorgen stelle ich entsetzt fest, dass mein Geldbeutel verschwunden ist. Ich suche auf die Schnelle das Haus ab. Viele Quadratmeter, vier Etagen, treppauf treppab rennt die Mutti. Das dauert und führt zu keinem Ergebnis.

Ich weiß, ich war am Donnerstag mit dem Kind im Secondhandladen, und dort habe ich den Geldbeutel benutzt. Aber danach hüllt sich alles in Dunkel. Möglicherweise liegt er noch im Laden, weil das Kind sein soeben gekauftes dringend benötigtes Spielzeug irgendwo in dem Geschäft schon wieder verloren hatte und möglicherweise hatte ich beide Arme voll, als ich Kind und Krams dann zum Auto bugsierte. Denkbar wäre auch, dass mir beim Versuch, den Autoschlüssel aus der Tasche zu fummeln, der ganze Spiddel in den Dreck geflogen ist. Durchaus denkbar also, dass mein Geldbeutel in Pieschen auf der Bürgerstraße liegt! Ich alarmiere den Besitzer vom Lädchen und der Gute sucht für mich mit. Und geht auch auf der Straße gucken – nichts!

Ich sperre sodann (nach nochmaligen Check des gesamten Grundstücks und aller Ecken und Nischen) alle meine Karten und als ich den Bankordner zurück ins Büro des Mannes trage, liegt dort mein Portemonnaie! Auf dem Alten seinem Schreibtisch! Wottsefacko?! Ich hasse sogleich den Mann ein bisschen, denn dass ICH den dort nicht hingelegt habe, steht außer frage.

Am Nachmittag fahre ich in den Kaufmannsladen. Kaum habe ich das Auto in eine winzige Parklücke bugsiert (irgendwie kommt es mir vor, als seien sämtliche Parklücken in Parkhäusern für Mofas konzipiert), stelle ich fest, dass ich zwar nun wieder einen Geldbeutel besitze, aber darin kein Geld ist und – Ha!- die Karten habe ich ja eben erst gesperrt! Also wieder raus aus der winzigen Parklücke und wieder heim, dieser Tag ist sowas von für´n Arsch.

Als ich wieder da bin, ertönen Geräusche aus dem Inneren des Hauses, als stürbe der Mann lautstark. Oder möglicherweise hat er auch Sex ohne mich, wobei mir spontan gar nicht einfallen will, wie der Mann beim Sex klingt! Ich haste nach oben und finde den Bärtigen auf dem Dachboden, wo er sich schwitzend schindet und lauter geräuscht als ich beim Kinderkriegen. Der Kerl macht neuerdings Crossfit zu allem anderen dazu und wahrscheinlich klingt es jetzt bei uns öfter. Ich schreibe das nur, damit ihr wisst, ich bin in dieses lautstarke Treiben nicht involviert. Und nein, es ist nicht das, wonach es klingt!

Ich bin dann wieder in den Kaufmannsladen zurück und habe unterwegs im Klamottenladen Halt gemacht und bei dieser Instagramsache #10yearschallenge mitgemacht. Foto von 2009 und 2019. Hier bitte. Und nur für diejenigen von euch, die denken, mit vierzig ist das Leben vorbei: Rike links ist neununddreißig (dachte allerdings damals auch, mit vierzig ist dann das Leben vorbei; Überraschung! War gar nicht so).

Die Romantik eines Freitagabend in einem Bild zusammengefasst:

Samstag Morgen. Immer dasselbe. Es ist schummrig, die Mutti zündet Kerzen an. Alle (zwei) Anwesenden schweigen und trinken Heißgetränke, bis…

Ihr wisst, was jetzt kommt. Es wird gebacken! Das Kindchen will, ich muss mitmachen. Bis er es irgendwann komplett alleine kann und ich einfach gar nicht mehr aufstehe am Wochenende, sondern mir die leckeren Sachen dann ans Bett tragen lasse (es mangelt mir nicht an Motivationssprüchen um die wochenendlichen Projekte schön zu reden).

Unter die Pflaumen habe ich Pflaumenmus geschmiert, der Rhabarber bekam ein Bett aus Erdbeermarmelade.

Bereit zur Abnahme:

Nach dem Kuchen ist vor dem Kochen. „Stimmts, Mama, heute ist Schlafanzugtag?!“, spricht das Kind und damit wissen nun auch alle, wie wir so rumschlumpfen am Wochenende.

Die beiden Männer schlafen bis Mittag und das Süßilein und ich machen Kartoffelgratin.

Mahlzeit!

Am Nachmittag sind wir eingeladen beim Neujahrsessen meiner Familie.

Ich fand das Restaurant zu laut und wuselig und mit meinen Jungs ist es immer ein wenig schwierig, in so Läden zu gehen. Und so hat der eine Sohn seine Probleme mit sozialen Interaktionen damit bekämpft, indem er sich auf seinen Vater fokussierte und diesen die kompletten zwei Stunden ohne Unterlass zugeschnattert hat. Irgendwas in epischer Breite ausgespeichert. Der andere Sohn hat versucht, alle zu ignorieren und zu spielen. Als das nicht mehr ging, rief er dann mit beiden Händen an den Ohren „ZU LAUT! ZU LAUT! ZU LAUT!“, und wir verabschiedeten uns als erste.

So ist das eben. Aber immerhin konnten wir unser Essen aufessen, das gab es auch schon anders.

Den restlichen Abend verbrachten wir ruhig, mit Rückzug und Puzzles.

 

Guten Sonntagmorgen!

Während das Kind bastelt und puzzelt,

…stelle ich Zeug bei eBay ein. Kooft sowieso keiner! Ich hasse das. Entweder sagen die Leute, sie kämen an diesem oder jenen Tag und kommen dann nicht, ohne abzusagen, oder wollen Schränke abholen und kommen mit dem öffentlichen Nahverkehr angefahren („Ich dachte, sie könnten den Schrank und mich schnell mal nach Dippoldiswalde fahren?!“). Alles schon erlebt. Und guck doch, kaum fünf Minuten online schreibt jemand zu einer Tasche, die zwanzig Euro exklusive Versand kosten soll: „Für zwölf Euro inklusive Versand nehm ich sie!“. Ach, wie schön. Nicht. Und immer ohne Hallo und Grußformel. Die zicken mich quasi am frühen Morgen schon an!

Dabei ist das diesmal für einen guten Zweck. Meine Freundin hat ihr Leben halbiert und ist deswegen umgezogen. Jetzt ist am Ende des Ersparten noch jede Menge Baustelle in der neuen Behausung übrig. Und jede Menge Krempel, der nicht mehr gebraucht wird. Da komme ich hier ins Spiel. Ich will von dem Erlös eine Dunstabzugshaube kaufen!

Mittag: Lachs mit Sahnesoße und Bandnudeln. Oder, um es mit den Kindern auszudrücken: „Iiiieh, ich esse keine Fischnudeln!“, und: „Ich hatte das irgendwie leckerer in Erinnerung!“.

Nachmittags trage ich den Kuchen zu Gretel und stehe wieder vor diesem Spiegel. 🙂

Ich musste so lachen! Gretel macht mir Sonntags stets die Tür in Jogginghosen und mit Knödel auf dem Kopp auf und alles ist wunderbar! Ich sehe genauso aus. Sundays are for Jogginghosen! Mir ist wurscht, was der olle Lagerfeld dazu sagt („Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren!“), oder der Bärtige („Wie du wieder rumrennst! Wie diese Pippi Dingsbums von der Eva Lindgren!“), und wenn ich einen Sack hätte, ich schwöre, Sonntags würde ich mich den ganzen Tag dran kratzen! Mit Jogginghose. Auf der Couch. Echt jetzt.

 

Ich wünsche euch eine schöne Woche! ❤ Mehr Wochenendbilder gibts hier bei Alu und Konsti, die das sammeln.

Wochenende in Bildern #wib 12./13.01.2019

Das Freitagsstück vom Wochenende ist immer gleich. Der Bärtige geht mit dem Blondino zur Ergotherapie, danach zum Schwimmkurs und ich gehe den Discounter leer kaufen einstweilen. Muttis Spa, hurra! Abends treffen wir dann alle zum Essen daheim aufeinander. 

Danach wird auf dem Dachboden gehopst, gespielt, das Interieur verwüstet und mit dem Gästebett eine Bude gebaut. Also nicht von mir! Ich habe längst aufgegeben, daran zu erinnern, dass dieser Dachboden eigentlich (!) mein Nähzimmer (rechte Seite) und der Männer Fitnessbereich (linke Seite) sei. Irgendwann durfte der holde Blondino mal ein einziges Auto mit nach oben tragen um neben meinem Nähtisch an meiner Seite zu spielen. Jetzt muss ich erst ein Kilo Lego vom Tisch fegen, wenn ich mal an die Nähmaschine will. Alles wird okkupiert!

Liebesbriefe. Ich weiß langsam nicht, wohin. Ich bekomme neuerdings gefaltete und mit Tesa verklebte Papierpäckchen überreicht, meist mit dem Hinweis, das sei ein Geburtstagsgeschenk. „Hast du was reingeschrieben?“, frage ich stets. „Nein!“, ist bislang die Antwort. Ich horte die. Noch.

Außerdem bekomme ich Bilder mit zweifelhaftem künstlerischen Wert, dafür immer gleichem Motiv: Ein Vulkan bricht aus und spuckt Edelsteine. Daneben (als drei schwarze Kreise gut zu erkennen) steht der Papi und löscht. Ich habe bestimmt zehn Bilder davon. Wenn ich das Kleinchen aus der Kinderbude abhole tönt es oft: „Weißt du, Mami, ich hab dir heute was ganz schönes gemalt!“, und flüsternd weiter: „Einen Vulkan! Der spuckt Edelsteine!“. Ach was. Aber wenigstens nimmt das Kind mittlerweile Stifte in die Hand, mir gruselte es schon vor der Einschulung…

Am nächsten Morgen gehe ich mit dem Anzünderlein durch die Räume, jegliche Brandschutzunterweisung durch den Mann missachtend. Es ist „Duftkerzenwetter“, wie ich immer behaupte und der beste Grund, alles in Kerzenlicht heimelig erstrahlen zu lassen. Wenn der Bärtige drei Stunden nach uns erwacht, muss er sich erst mal pustend durch die Bude mäandern und dann erschöpft in der Küche und außer Puste Kaffee trinken. Und wieder zu Atem kommen. So ist das hier.

Ist doch schön, oder? Und es musste auch noch nie die Feuerwehr kommen!

Die Lampe über dem Herd darf aber an sein, die brauchen wir!

Der „Backschäff“ und ich machen Zebrakuchen. Backen mit Kind ist bei uns immer sehr experimentell. Während ich noch den Messbecher suche, schüttet das Kind schon fleißig Zeug in die Schüssel. Diesmal höre ich mich zum Beispiel entsetzt fragen: „Wie viele Eier hast du jetzt dort reingetan?“, da die Antwort („Fünf!“) irgendwie dem Rezept nahe kam, haben wir mutig weitergemacht. No risk, no fun.

Danach gehe ich laufen. Ich habe außer Laufschuhen keine coolen Klamotten extra zum Laufen, nur zufällig passen die Socken zur Jacke (ich besitze keine Laufjacke und renne mit einer Regenjacke rum, in der ich furchbar schwitze) und die Mütze (vom Bubi geklaut) passt versehentlich farblich zur Trainingsjacke. Mützen sind hier ein sehr heißes Thema. Ständig verschwinden die! Der Mann und ich vermissen jeweils zwei Odlo-Laufmützen, und ich noch extra zwei für´n Winter. Ich verstehe das nicht. Wo sind die hin? Kennt jemand das Problem? Socken, okay, das kommt vor, aber Mützenschwund? Ich renne also mit des Kindes Mütze offm Kopp in der Gegend rum. Nun ja, juckt ja keinen.

Laufen ist der beste Sport für Muttis, ich sage es immer wieder. Du bist langsam wie eine lahme Ente? Juckt doch niemanden! Du schwitzt und schnaufst? Wirklich vollkommen egal! Aber das Beste: Du bist alleine. Katschingggg!

Danach lächelt mich der Kuchen an, den die Jungs nach exakter Zeitangabe aus dem Ofen geholt hat.

Ich kann allem widerstehen, nur der Versuchung nicht, kennt man. Zweihundert Kilokalorien abgerannt, gleich dreihundert wieder draufgefressen, story of my life.

Mittags auf dem Teller. Hühnchencurry mit Reis und Gemüse. Heißt: Einmal alles für dem Mann, ohne Gemüse für den Bubi, ohne Gemüse und Fleisch für den Blondino und ohne Fleisch für mich (zum Glück gibt es ja noch jede Menge Kuchen).

Am Nachmittag gehen wir zum Schloß, Ziel ist die Rüstkammer. Der Erwerb eines Tickets für 12,00€ erlaubt auch den Besuch des Grünen Gewölbes und der Türckischen Cammer. Nein, ich habe mich nicht verschrieben, die wird so geschrieben.

Nachdem uns im Entrée drei Reisegruppen mit lautstarker Reiseleitung auffielen und das nichts Gutes erahnen ließ, waren wir sehr überrascht, die Ausstellungen selbst nahezu leer vorzufinden. Wunderbar! Und das wahrhaftig.

Nachdem das Blondchen beinahe eine Skulptur des Goldenen Reiters berührt hatte und dieses unerhörte Verhalten den Wachmann auf den Plan rief, entführte mich dieser mit den Worten: „Ich habe jetzt Pause, darf ich ihnen den Fürstensaal zeigen?“. Ihr versteht sicher, es ist mindestens zwanzig Jahre her, dass mich ein Mann irgendwohin entführen wollte. Natürlich bin ich sofort mitgegangen!

In dem Fürstensaal kann man chronologisch die Kurfürsten nach Regentschaft aufsortiert in Öl bewundern und dann kam der olle Napoleon nach Dresden und verlieh den Sachsen wegen ihrer Verdienste um das Napoleonische Reich den Titel „Königreich“, und ab dann war Öl nicht genug. Es geht dann links rum in Marmorbüsten weiter.

Einer hatte es mir besonders angetan. Dieser schnittige Typ ist der ältere Bruder vom August dem Starken, Johann Georg der Vierte. Der war aufgrund seiner Erstgeburt als Thronfolger bestimmt, August wurde derweil fürs Militär ausgebildet, wie das eben so war. Selbstbestimmung am Arsch! Der Georg starb nach dreijähriger Amtszeit, weil er seine Geliebte Sibylla von Neitschütz geknutscht hat, die blöderweise die Pocken hatte. Sie starb kurz darauf, er verstarb nur zwei Wochen nach ihr. August wurde gekrönt, oder gekurfürstet, wie auch immer das damals hieß. Heute wird behauptet, ein Giftmord sei eigentlich die Todesursache von Sibylla und Georg gewesen. Wars der August gar selbst?

Wie spannend Geschichte sein kann!

Dann kam leider der Angeheiratete mit dem Fortpflänzchen um die Ecke und der Spaß war vorbei. Der Mann trug einen säuerlichen Gesichtsausdruck und machte mir klar, ich wäre nicht zum Spaß hier! (Fingerzeig auf das Kind) Wir also weiter Treppen hoch und runter, bis das Museum schloss.

Ich lernte noch, dass die Menschen zu Augusts Zeiten zwischen eins fuffzig und eins sechzig hoch waren (also wie ich) und habe mich köstlich amüsiert über die ganzen winzigen Uniformen und Schühchen. Der Absatz an den Schuhen wurde im übrigen für den Herrn erfunden. Weil, der macht eine straffe Wade und erhebt den Träger ein wenig aus der ganzen ein Meter fünfzig großen Masse, aber das wusstet ihr bestimmt bereits.

Abends um acht hänge ich in der Nordkurve der Couch und glotze stier Netflix. Aktuell „The black list“.

Irgendwer schrieb bei Instagram, sie bewundere mich dafür, was ich alles schon Vormittags machen würde und so. Es gibt wirklich nichts, wofür ich bewundert werden müsste, das will ich mal klarstellen! Außer, ich finde noch ein Universalheilmittel gegen Krebs, dann vielleicht. Das mit der ganzen action hier mache ich nur bis Punkt acht! Alles ist hier durchgetaktet. Halb sieben Abendessen, danach kurz Spielzeit für ein Puzzle oder so, halb acht ab ins Bad mit der Knutschkugel, Geschichte vorlesen, Licht aus, raus und ab auf die Couch! Manchmal geh ich noch ein bis zweimal hoch, weil mir noch irgendwas erzählt werden muss, aber halb neun ist Ruhe im Karton.

Deshalb muss ich morgens so früh wieder ran, sicher. Aber ganz ehrlich, ich würde nicht tauschen wollen. Ich brauche die zwei, drei Stunden abends alleine mit dem Kerl. Nicht Mutti und Vati, sondern Er und Ich. Andere gehen um zehn mit ihren Kindern gemeinsam schlafen oder nähen dann abends oder telefonieren oder ziehen gar noch mal los, dazu bin ich meistens zu müde. Chillen wie Bob Dylan, faul auf der Couch abhängen, wunderbar! Wenn es dann noch Nüsse gibt oder Schokolade oder Nüsse mit Schokolade (schließt auch die Umkehrversion Schokolade mit Nüssen ein), herrlich!

Am nächsten Morgen kommt die Schwiegermutter zum Spielen vorbei, was toll ist und selten. Sie lebt die Wintermonate in der Türkei und ist nur auf Stippvisite da.

Sie bastelt mit dem Blonden aus einer „Bummi“-Zeitschrift, was sie schon mit unserem Großsohn gemacht hat und davor mit ihrem Sohn, also dem Bärtigen. Den „Bummi“ gab es schon zu DDR-Zeiten. Diesmal brachte sie ein Fundstück von 2005 mit. Die Rechenaufgaben in dem alten Heft hat der damals fünfjährige Bubi gemacht. Falsch zwar, aber hachz. ❤ Oder?

Während die Oma das Kind bebastelt, gehen der Mann und ich spazieren in Blasewitz. Beziehungspflege muss man machen, wann immer sich die Möglichkeit bietet.

Mittags auf dem Teller: Fleischklöpse, die hier Bäffis heißen. Für mich gab es panierten Blumenkohl mit Sauce Hollandaise, für den Bärtigen alles mit allem, die Kinder haben nur Kartoffeln (der Kleine) und nur Bäffis (der Große) gegessen.

Apropos Essen: Ich esse seit anderthalb Jahren keine Säugetiere mehr, flippe aber alle zwei Monate richtig aus und dann gibts eine „Wursteskalation“: Ich kaufe mir mit Sabber vorm Mund eine Zwiebelmettwurst und drücke dir mir aus der Pelle direkt in den Schlund! Oder eine Kalbsleberwurst, ganz schlimm. Keine Semmel, kein Brot, Wurst pur. Und danach ist mir dann furchtbar schlecht und ich esse zwei Monate gar kein Fleisch und gar keine Wurst.

Ich rede mir dabei erfolgreich ein, ich sei im Vollbesitz meiner geistigen Gesundheit und gaaaanz viele Menschen machen das so! Stimmt doch, oder?

Um den Mittagsschlaf rauszuschinden, behauptet das Kind, Schleifenbinden zu üben. Ich konnte mich nicht satt sehen. Er kann es nicht, aber er gibt sich solche Mühe!

Sonntags geht der Mann entweder Berge erklimmen mit dem Montainbike oder Squash spielen und ich vertreibe meinen Nachmittag bei Gretel.

Wir zwei ergänzen uns in vielerlei Hinsicht perfekt! Zum Beispiel backe ich gern Kuchen und Gretel isst gern Kuchen.

Abends Schnittchenteller richten, damit sich der sportliche Kerl willkommen fühlt, wenn er denn wieder heimkommt. Der Großsohn ist schon den ganzen Tag bei seiner Freundin, den bekommt hier nur noch selten jemand zu Gesicht. Außer, sie sind zusammen bei uns, was ich dann sehr schön finde, denn endlich ist mal der Tisch in der Kühe richtig voll! Heute sitze ich mit dem Winzling alleine an dem großen Tisch.

Letzte Amtshandlung vor der Nordkurve: Die Wäsche! Das ist im übrigen nur die Hälfte der Wochenendration und über die Woche verteilt wasche ich fünf Maschinen à acht Kilo. Wir sind wirklich seeeehr schmutzige Menschen!

Seht ihr die einzelne graue Socke? Ich sage zu ihr: „So isses Socke, mal verlierst du, mal gewinnen die anderen! Life is life, nana nanana. Also lass dich nicht hängen, immerhin hattest du ne geile Trocknerparty mit den anderen Klamotten!“.

Mehr Wochenendbilder der anderen Blogger (mit oder ohne Socken- Bungabunga) gibts bei Große Köpfe. Ich kann mich dort gerade nicht verifizieren um diesen Beitrag dranzuhängen, aber irgendwas ist ja immer! Suche auf diesem Wege einen fischelanten Praktikanten (oder -tin), der/die/das sich mit diesem neumodischen Internetkram auskennt. Danke!

 

❤ Ich wünsche euch eine schöne Woche und immer genug Kerzen im Haus! ❤

Gedanken beim Apfelschneiden

Gedanken beim Apfelschneiden

Pink Lady, was für ein Name für einen Apfel! Irgendwie erinnert mich dieser Apfel an Schneewittchen, aber ich gebe zu, da hat der Herr Cripps 1973 einen großen Wurf gemacht, als er durch eine natürliche Kreuzung diese Apfelsorte kreierte. Knackig, süß, prall und glänzend poliert, optisch aufdringlich verheißungsvoll wirken diese makellosen pinkfarbenen Geschöpfe nahezu obszön in ihrer Aufdringlichkeit, mit der sie mich aus der Obstauslage anblitzen. Du willst mich! Deine Kinder wollen mich! Nimm mich!

Äpfel sind der Nieselpriemschn liebstes Obst. Und so schäle ich circa fünfzehn Stück pro Woche, immer mit einem Messer, nie mit einem Schäler. Ich sehe auf die geschwungene Schalenspirale herab, die sich unter meinen Händen bildet und denke an Tom Hanks, wie er mit weidwundem Blick sagt: „Deine Mama konnte einen Apfel schälen, dass die Schale ein einziges langes Band ergab.“, und frage mich, ob sich jemand auch so an mich erinnern wird.

Der Blondino nimmt den Teller Apfelschnitze entgegen und schnüffelt an ihm. Das tut er immer, und ich muss jedesmal lächeln. Das Kind schnüffelt wie ein Welpe. Eigentlich erkundet er alle Gegenstände und neuen Menschen mit der Nase. Ich mache das auch, natürlich deutlich subtiler, also zumindest hoffe ich das! Dennoch, jemand, den ich „nicht riechen“ kann, wird schwerlich auch nur irgendeinen Platz in meinem Leben einnehmen.

Gerüche sind elementar für mich. Ich habe zu vielen Situationen einen typischen Geruch abrufbar in meiner Erinnerung. Old Spice und Motorenöl, mein Vater. Tabak, Pomade und Zigarettentabak, mein Opa. Die Wohnung der einen Großeltern roch nach Bratensoße und Tosca und ich höre das verrauchte herzliche Lachen meines Großvaters, wenn ich diesen Geruch abrufe. Auch jetzt noch, nach so vielen Jahren. Meine Oma Else roch nach Gurkensalat und eingekochtem Birnenkompott. Nach Wolle, in Säcken gelagert, dazwischen getrocknete Orangenschalen. Hauptsächlich aber roch ihre Wohnung nach Äpfeln, die in Stiegen nachreiften. „James Grieve“ hieß die Apfelsorte. Glänzende dicke Schale, weiches helles Fruchtfleisch und ein unvergesslicher Duft. Der Kindergeruch meiner Söhne, warmer Apfelkuchen der Große, Grießbrei der Kleine. Der Geruch ihrer weichen Füße.

Ich frage mich, was für meine Kinder der „Geruch der Kindheit“ sein wird, wenn sie sich irgendwann zurückerinnern. Ob sie sich erinnern? Und wird das der Duft von Pink Lady sein oder Boss aus der Flasche, das der bärtige Boss aufträgt? Wird ihr Kindheitsgeruch der nach Erbsensuppe sein, die ich einmal wöchentlich für den Großsohn kochen soll oder vielleicht irgendwas aus einer Flasche, die ich im Bad stehen habe? Werden sie sich an warmen Kuchenduft erinnern, der eigentlich immer aus meiner Küche wabert oder an den Geruch ihrer bunten Kinderbettwäsche? Vielleicht daran, wie meine Halskuhle riecht, an der ihr Gesicht so oft lag, wenn ich sie tröstete, sie hielt, wenn sie Nähe brauchten?

Ich hoffe, sie werden es mir erzählen, irgendwann in zwanzig, dreißig Jahren. Und ich hoffe, ich habe so lange Zeit zu warten. Dass ich sie so lange begleiten darf. Und dass es noch sehr lange dauert, bis sie sich an einem verschneiten Wintertag an mich zurückerinnern und sagen: „Mit ihr war der Schnee ein bisschen weißer.“, wieder Tom Hanks, wieder „Schlaflos in Seattle“.

Und ich denke heute beim Äpfelschneiden an eine liebe Kollegin, jung, zwei kleine Kinder, die gerade um ihr Leben kämpft. Ich erinnere mich an den zarten Duft ihres Parfums, wenn sie mich umarmte, ihr Lächeln. Sie ist ein Mensch, der andere mit ihrem ganzen Wesen umarmen kann, mit ihren Händen, dem Blick und mit dem, was sie sagt. Während ich mit wehem Gefühl an sie denke, sehe ich einen älteren Herrn zur Papiertonne schlurfen. Ich weiß nicht, wie der alte Mann riecht und spontan kommt mir der Gedanke, dass das Leben nicht fair ist in seiner Verteilung. Aber für irgendjemanden ist bestimmt auch er voller Erinnerungen und Düfte. Erinnerungen an Schlittenfahrten vielleicht und den Geruch von warmem Kakao danach, an bärtige Gutenachtküsse und schwielige Händedrucke. Ich hoffe es.

(c) pixabay

Weil ich euch leider keinen Apfel anbieten kann, geb ich euch diesen Apfel zum Nachdenken mit:

„… Ein kleiner, im Herzen eines Apfels versteckter Kern ist ein unsichtbarer Obstgarten. Doch wenn dieser Kern auf felsigen Boden fällt, wird nichts daraus hervorgehen.“
Khalil Gibran

Ein Kaffee für Frau Nieselpriem

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Von kackenden Dinosauriern, alten Freunden und einer bärtigen Frau – Wochenende in Bildern #wib

Samstag Morgen kurz vor fünf werde ich durch wiederkehrendes Fiepen wach – der Rauchmelders im Schlafzimmer zeigt mittels eines durchdringenden Tones an, dass er bitteschön die Batterie gewechselt haben möchte. Jetzt!

Pah, ich bin Mutter. Und müde. Bis der nicht lernt, „Mamaaaa!“ zu rufen, hat er Pech. Ich schlafe also weiter, trotz penetrantem Piepton. Mir wurscht, ich kann immer und überall schlafen. Schlafen ist quasi meine Kernkompete… „Mamaaaaa!“, gegen sechs.

Das Foto zeigt gut, wie verschwommen ganz offensichtlich mein Blick war. Scheiße, es ist noch nicht mal hell draußen!

Auf dem Frühstückstisch hockt ein Dino aus ner Juniortüte und guckt mich dämlich an. Ich denke mir so, Moment, wie guckt der denn?! Und dann fällt es mir auf. Der guckt wie ich, wenn der Kleinste mal wieder unbedingt mit aufs Klo will irgendwo in einem öffentlichen Gebäude, dann aber alles langweilig findet, die Tür öffnet, entschwindet und ich zum einen noch nicht fertig bin und zum anderen mit meinen kurzen Ärmchen nicht an die Türverriegelung komme. Genauso guckt der! Ich kenne das.

Aha. Ein kackender Dino also. Ich glaube, die Burgerbratkette, die solches Spielzeug in ihren Juniormenüs versteckt, muss Kinder wirklich hassen! Abgrundtief.

Dinos sind gerade Thema. Ich muss mir immer Geschichten ausdenken zu den Dinos. Vor allem das Bild von einem T-Rex, der soeben einen kleineren (irgendnen blauen) Dino beißt und dessen Blut spritzt, hat es dem Kinde angetan. „Warum beißt der den? Will der den fressen? Ist das Blut? Warum ist das Blut? Wo ist mein Blut? Hab ich auch Blut? Beißt der Dino mich auch? Was machst du dann, wenn der Dino mich beißt?“. Wenn ich alles wiederkehrend beruhigend beantwortet habe, erklärt das Kleinchen meist, das sei ja auch gar nicht schlimm, dass der eine Dino den anderen Dino fräße. Schließlich käme der andere Dino ja wieder hinten raus. Als Dinokacke!

Kackdino, Dinokacke, alles noch vor dem Frühstück.

Später dann überlasse ich die Nachkommen dem ursächlich für ihr Vorhandensein Verantwortlichen und verdufte! Ich bin zum Brunch eingeladen. Ein fünfzigster Geburtstag.

Noch vor kurzem war ich erst auf dem fünfzigsten Geburtstag meiner Schwiegermutter und habe dort mit meinem Mann getanzt. Waren nur alte Leute außer uns dort… Moment, au Backe! Das war vor zwanzig Jahren!

Jetzt gehöre ich also zu den alten Leuten, denke ich mir so, als ich in der Wachbergschänke eintreffe. Fünfunddreißig Jahre kenne ich den Kerl, der dort im Anzug mit Brokatseide neben einer Tafel steht und aussieht wie ein englischer Landlord. Mein Herz ist ganz komisch, ich sehe ihn vor mir mit Robert-Smith-Gedenkfrisur und schüchtern und schlaksig und uns beide in selber genähten Klamotten aus schwarz eingefärbten Bettlaken von Omas Aussteuer, mit fetten Metallketten um Hüfte und alle Gelenke. Ich sehe uns rauchend nächtelang philosophieren über das Leben im allgemeinen und das zwischenmenschliche im besonderen. Die Hintergrundmusik gern von Anne Clark, Cure oder The art of noise beigesteuert. Wir waren niemals ein Liebespaar und dennoch stünde er definitiv auf der „wichtige Männer in meinem Leben“-Liste, wenn ich denn eine „wichtige Männer in meinem Leben“-Liste hätte.

Und jetzt das hier. Gediegen. Er im Anzug, ich mit Perlenohrringen. Das ist wirklich, wirklich seltsam. Und wieder einmal denke ich, Altern ist nur äußerlich. Ich erkenne in dem englischen Landlord mit dem distinguierten Auftreten noch immer den Jungen von einst und wie ich dort stehe und wir uns lächelnd betrachten, denke ich, er sieht auch das pummelige Mädchen mit den mit Kernseife toupierten Haaren und dem maladen Selbstbewusstsein.

Die alte Scheune von der Wachbergschänke zu Dresden Wachhwitz (oder Pappritz?) – die Feierlocation des Samstags

Auf´m Teller: Saltimbocca von der Hähnchenbrust mit Grillgemüse, Caprese und ein Semmelknödel mit Soße. Hinterher rote Grütze mit Vanillesauce. Drumherum sehr lustige Unterhaltung und viel Gelächter mit den anderen alten Menschen.

Ich finde diese Bank soooo schön! Und außerdem kann ich dem Drang, mich darauf auszustrecken und hemmungslos zu schnarchen kaum widerstehen…

Abends dann wie stets bei Nieselpriems Offlinespieleabend. Der Mann ist dran mit aussuchen und mal wieder gewinnen die Würfel.

Also eigentlich gewinne ich, und zwar zwei von drei Spielen (erst Phase 10 und danach Kniffel) und natürlich habe ich meinen Mann beglückwünscht zu seiner tollen Wahl, die Ehefrau betreffend. Das sei ja sonnenklar, von wegen Glück im Dings und Pech im Bums oder so. Er hat mich seltsam angesehen, keine Ahnung, wo der noch überall erfolgreich ist… ich war dann müde. Gute Nacht!

Sonntag Morgen fotografiere ich die Küchenwanddeko…

…und die Blumenvase. Ich habe ehrlich keine Ahnung warum! Menschen machen einfach seltsame Sachen, wenn sie müde sind.

Ach so, deshalb. Dieses Geschirr muss weichen. Kann ich damit jemandem eine Freude machen? Am besten bitte einem Jemand aus Dresden, wegen dem Abholen.

Das Gute daran, dass der Blondino und ich nun schon seit Jahren das Morningteam hier machen ist, dass mittlerweile klar ist: Nicht ansprechen! Jeder macht seins! Bis die Kaffeetasse von Muttern leer ist! Das klappt. Das Kind hämmert auf der Janosch-App rum und ich…

… schwelge im Kindergartenalbum, das wir uns übers Wochenende ausgeliehen haben.

Danach sitzen wir im Auto und hören zwanzig Mal die bärtige Frau. Die olle Ritter-Rost-CD gehörte schon dem Bubi und ich weiß noch, wie furchtbar den immer grauste vor der bärtigen Frau. Dann saß der Mann abends oft bei ihm am Bett und erklärte, auch er hoffe, es gäbe keine bärtigen Frauen. Denn er würde sich ganz genauso fürchten!

Nun also das furchtlose Kleinchen, das sich zerkugelt, wenn ich meine Stimme verstelle und mitsinge, Grimassend ziehend.

Ach so, und im Auto sitzen müssen wir, weil das Kind als selbsternannter Inschinör das Musikabspielgerät zerstört hat.

Danach hängen wir im Garten rum.

Für mich wird gekocht.

Was gibts denn? „Fisch mit Zucker und Eichelpilze!“. Ah ja. Hmm.

Danach kocht der Baby Chef de Cuisine Eierkuchen, die hierzulande Plinsen heißen. Ich versuche mich im Wenden mittels Pfannenflip, aber der Mann, der das filmen sollte, fand: „Naaa, dös war nix!“. Also kein Filmchen davon.

Davor auf´m Teller: Tomatensuppe mit Reis und Käsewürfeln.

Nachmittags wieder Rumhängen im Garten. Ich weiß, spektakuläres Wochenendprogramm.

Ich bin ja immer froh, wenn in dem dunklen Waldgarten irgendwas wäschst. Also irgendwas außer Efeu und wildem Wein. Siehe da, Prunkwinden oder Wicken oder wie auch immer, diese Rankdinger jedenfalls wachsen fleißig und ich habe schon Samen für nächstes Jahr ernten können.

My Kryptonite. Schnecken hasse ich wie die Pest. Das Kind sammelt auch sehr gern leere Häuser aus den Beeten, es gibt viele leere Schneckenhäuser bei uns. Und viele volle! Jemand, der kackende Dinosaurier als Merchandise kreiert, wird sicher im nächsten Leben als Schnecke sein Dasein fristen müssen. Karma!

Was haben Schnecken und die Frau Nieselpriem gemeinsam? Nein, „Flutschig untenrum“ ist komplett falsch, also sage mal! Beide lieben Basilikum, das ist die korrekte Antwort. Wobei so eine Schneckenfamilie einen Basilikumbusch mit Strunk und Stiel wegschnabbert, bis wirklich übererdig rein gar nichts an den Basilikum erinnert! Ich muss immer wieder nachpflanzen, wobei ich feststelle, an diesen Trog gehen sie nicht. Womöglich wegen dem Liebstöckel darin? Vielleicht mögen Schnecken keinen Maggi-Geruch?! Weiß das jemand oder bin ich jetzt Erfinder oder was?

So, noch irgendwelche Grünzeugbilder, alte Menschen fotografieren ja gerne Blumen.

Und während die fleißigen Familienblogger ihre „Wochenende in Bilder“ verbloggt haben und bei Susanne verlinkt, die diese Posts sammelt, hatte unsere Heldin leider beide Hände voll zu tun. Und die Augen auch, es lief nämlich „Nice guys“.

Ein April-Wochenende in Bildern

Samstag Morgen, ich backe Rote-Bete-Schoko-Kuchen. Ja, echt jetzt! Erstaunlicherweise schmeckt das hervorragend, aber ich frage mich ernsthaft, nach dem Genuss welcher Pilzmahlzeit Leute auf die Idee kommen, Rote Bete in einem Rührkuchen zu verstecken. Ich denke ja, das sind dieselben Kanaillen, die Zucchini-Kuchen erfunden haben.

Ich nenne diesen Kuchen im übrigen „Glaubens-Kuchen“. Weil man während der Zubereitung ganz fest daran glauben muss, dass da am Ende was Essbares rauskommt. „Geben sie dreihundert Milliliter Speiseöl zusammen mit der roten Bete in einen Mixbecher und pürieren sie diese.“.

Boar, Alter, ist das eklig! Da dreht sich selbst Doktor Oetker im Grab rum.

Glauben wird belohnt. Am Ende sieht es lecker aus und ist der dunkelschwarzeste, saftigste Schokokuchen, den ich je gemacht habe.

Dazu gabs eine Creme aus zu gleichen Teilen geschmolzener weißer Kuvertüre, Schmand und geschlagener Sahne. Ein wenig Vanille hab ich noch daran getan.

Frühstück ist fertig! Also meins. Die beiden Männer schlafen noch und das Kind will lieber Kelloggs… 

Nach der ersten Kuchenmahlzeit des Tages fahren wir aus Dresdens Talkessel hinauf zur Kümmelschänke. Die Anwohner von Omsewitz veranstalten einen Kindersachenflohmarkt.

Ausbeute: Ein Paar Gummistiefel (zu groß), ein Paar wie-heißen-diese-Badelatschen (zu groß), drei Schlüppis (ihr ahnt es, zu groß), ein geräuschender Dino und…

… eine Bratwurst!

Der Blondino hat mich bequatscht, dass wir im Anschluss noch einen Abstecher in Richtung alte Heimat machen. Der Spielplatz mit den Türmen an der Flutrinne ist das Ziel.

Ich hasse diesen Spielplatz so inbrünstig, wie ihn der Kleinste liebt. Scheiße, ist das dort hoch! Wenn der den höchsten der Türme erklommen hat, ist der irgendwo zwischen den Wolken kaum größer als meine Hand! Kommt mir jedenfalls so vor. Ohgottogott. Aber ein ordentliches Geschoss ist diese Rutsche! 

So, Themenwechsel! Ich bin gerade total verknallt in meinen Garten. Jeden Morgen schlurfe ich mit der Kaffeetasse in der Hand hinterm Haus rum und begrüße jedes einzelne Gewächs. Es sieht auch jeden Morgen anders aus im Garten! Das ist so so so schön zu sehen, wie sich das Grün aus der Erde schiebt.

Ja ja, rollt ihr nur mit den Augen, ihr Banausen! Aber das ist echt ein Ding, diesem Stück Waldboden mit Dreck hier etwas Blühendes abzutrotzen! Außer Efeu gedeiht hier kaum etwas. Ach, doch, im Herbst jede Menge Pilze.

Ich habe mich den Gegebenheiten des „Waldgartens“ angepasst und Sachen angepflanzt, die man eben so im Wald findet: Beerensträucher, Maiglöckchen, Bärlauch. Dennoch freue ich mich wie bekloppt über jedes bisschen Blümchen und Kräutlein und jedes ach so winziges Hortensienblatt.

„Den hässlichen Boom da müssense ma bei Gelegenheit absägen!“, sagten die Vermieter als wir einzogen. Haben wir nicht. Die Früchte dieser Felsenbirne erinnern in Aussehen und Geschmack an eine Kreuzung aus Holunder und Stachelbeere. Und ergeben ein ganz köstliches Gelee. Ich freue mich schon auf die diesjährige Ausbeute!

Die Pfingstrosen und den Rhabarber habe ich in unserem alten Garten ausgebuddelt und versuche nun, sie hier anzusiedeln. 

Und guck, ich habe jede Menge Holz vor der Hütte. Und dem Schuppen. Und außerdem überall Steine rumliegen und vom Schuppendach hängen Küchenutensilien herab. Der Mann sagt, es sähe in meinem Teil des Gartens aus wie beim Sperrmüll. Es ist mir egal, was der Mann sagt. Ich finde, sein blöder englischer Rasen ist übelste langweilig und deshalb fotografiere ich den auch nicht.

Sonntag Morgen, ich gehe laufen. Der Mann meint, es sei super, dass ich eine Warnweste tragen würde, somit könnte mich der Rettungshubschrauber leichter orten. Und er würde schon mal anrufen und die Leute mit dem Defibrillator in Richtung Waldpark schicken.

Der Mann hat keine Ahnung! Ich bin nämlich so schnell wie Usain Bolt und das ist nicht mal geschwindelt. Also ich denke, ich war heute so schnell wie Usain Bolt, wenn er rückwärts Kaffeebohnen läuft. Also neben mir. Wir können festhalten: Die Nieselpriem ist so schnell wie Usain Bolt. Punkt!

Im übrigen steht im Waldpark ein Gedenkstein zu Ehren von Herrn Königsheim, der irgendwann den Waldpark angelegt hat. Ich finde das irritierend. Ich meine, der Wald war ja schon vor Herrn Königsheim da! Blasewitzer, tssss.

Freunde von uns habe beim Umräumen ihrer Behausung und anschließendem Möbel-Tetris festgestellt, dass eine Hemnes-Kommode nicht mehr reinpasst. Tja. Ich habe mich natürlich sofort bereiterklärt, das obdachlose Möbelstück aufzunehmen. Man hilft ja, wo man kann, nicht wahr.

Als ich dem Mann mitteilte, dass er dieses Möbel doch bitte abholen möge und ich hätte bereits das Auto vermessen und ja, ich denke, eventuell passe das Trumm auch rein und er schaffe das schon, die Freunde wüssten auch bereits, dass er käme, da, also da brannte heute die Luft!

Ich glaube, der Mann hasst mich ein bisschen. Denn er hat die Kommode abgeholt, sie mir aber vors Haus gestellt. Da steht sie jetzt immer noch und friert bestimmt. Ich hasse den Mann jetzt auch ein bisschen!

Während der bärtige Kerl den Rest des Tages auf Mountainbike-Biergarten-Tour unterwegs ist, schlumpfen seine Nachkommen und ich ordentlich ab.

Ich beschließe, zum Abendessen gebe es heute „Vegetarisch“ und gehe mit dem Blondchen zum Schillergarten Eis essen. Zum Abendbrot. Schokolade für ihn, dunkle Schokolade und Espressoeis für mich. Und dort ist uns noch was Lustiges passiert:

Wir sitzen so am Rand, da kommt ein etwa fünfjähriger Junge an und setzt sich neben das Kind. Sie besehen sich freundlich und erklären sich die gegenseitige Freundschaft. Der Blonde will auch sofort mit dem neuen Freund sein Eis teilen, was dieser artig ablehnt. Er wöllte nur hier sitzen und warten, man könne dann nach dem Eis zusammen zur Rutsche gehen. Au ja, freut sich der Blondino. Ich frage den artigen Jungen, wie er denn hieße: „Häslerbolgrabuja!“. „Wie bitte?!“. „Fenstervogelsoja!“. „Äh, entschuldige bitte. Ich habe deinen Namen noch immer nicht verstanden?!“, „HÄNSELBORGENBRUDJA!“.

Und mein blondes Bübchen mit seiner piepsigen Duck Tales-Stimme: „Mama, was hat der junge Mann da eben gesagt?!“. Und ich: „Ich glaube, er hat uns seinen Vornamen gesagt. Aber ich bin mir nicht ganz sicher!“. “ Na gut, dann nenne ich ihn eben ´junger Mann. Komm, junger Mann, wir gehen spielen!“, und schwupps, waren sie entschwunden.

Wenn es doch immer so einfach wäre! 🙂

Weitere Wochenendbilder gibts wie immer bei Susanne in der Linkliste.

Ich seh´ den Ster-nen-himmel, oho!

Ich seh´ den Ster-nen-himmel, oho!

Der olle Goethe sagte einst: „Die Sterne die begehrt man nicht, man freut sich ihrer Pracht! Und mit Entzücken blickt man auf in jeder heitern Nacht.“.

Nun ja, da wusste er noch nicht, dass dereinst ein Mensch namens DJ Oetzi sehr wohl und lauthals einen Stern begehren würde und unsereiner des Nachts lieber schläft oder auf ein handtellergroßes Gerät schauen würde als in den Sternenhimmel… Ach Johann, wenn du wüsstest!

Nun gut, ich kann zumindest behaupten, dass der Bärtige damals vor zwanzig Jahren als bartloser Jungspund mir im Anflug von Romantik und mit überbordendem Paarungswillen sonstwas vom Himmel erzählt hat! Cassiopeia, großer Wagen, kleiner Wagen, ganze Fuhrwerke zeigte der mir am Himmel. Das ging auf, ich fand den jungen Mann übelste gebildet und außerdem waren die Smartphones noch nicht erfunden. Ich paarte mich und der Rest ist Geschichte.

Früher war der Sternenhimmel viel mehr als ein romantisch funkelndes Dach für die Seufzer der Liebenden in lauen Sommernächten. Unten an der Elbe. Nein! Der Sternenhimmel ist das erste GPS überhaupt gewesen. Es lohnt sich aber auch heute noch, in den Himmel zu schauen, auch wenn wir die Glitzerpunkte dank Breitband-Internet nicht mehr zum Nach-Hause-Finden benötigen.

Seefahrer navigierten damit schon vor Hunderten von Jahren. Und das fernab von Romantik. Im übrigen sind es auch die Seefahrer, die den Sternbildern der südlichen Halbkugel ihre Namen gegeben haben. Sie erforschten die Weltmeere und halfen sich mit den Sternbildern, die sie dort vorfanden. So haben diese anders als die Sternbilder der nördlichen Halbkugel, die der griechischen Mythologie angelegt sind, oft auch nautische Bedeutung. Sie entstanden mit der Seefahrt im siebzehnten Jahrhundert und sind demnach sehr viel jünger als die Sternbilder der Nordhalbkugel, die ja schon in der Antike im griechischen und auch arabischen Raum bezeichnet wurden.

Was ich alles weiß, oder? Pah! Bis zum letzten Wochenende dachte ich, der hellste Stern am Himmel sei der Polarstern. Und jeder hätte mir sonstwas vom Himmel erzählen können (und ihr wisst ja bereits, dass da auch schon mal jemand erfolgreich war).

Wir waren am vergangenen Samstag in der Sternwarte im Dresden nahe gelegenen Radebeul. Dort findet an jedem Samstag das Familienplanetarium statt. Wer einen Dresden-Besuch mit Kindern plant und neben den Kinder-Highlights wie Zoo plus Parkeisenbahn, Technische Sammlungen, Hygienemuseum, Verkehrsmuseum und so weiter noch Zeit hat, dem sei wirklich empfohlen, sich auf der Seite der Volkssternwarte Radebeul Tickets zu reservieren! Nur über die online Reservierung kann man dort teilnehmen und die Veranstaltungen sind ziemlich gut besucht. Bis wir am vergangenen Samstag Karten für zwei Familien reservieren konnten, haben wir sechs Wochen gewartet.

Aber das Warten lohnt sich!

Der Eintritt ist moderat, die Familienkarte kostet vierzehn Euro, Kinder bis achtzehn Jahre, Schüler, Studenten und Schwerbehinderte zahlen drei Euro, ein einzelner Erwachsener sechs Euro.

Im Foyer gibt es eine kleine Ausstellung mit einigen Exponaten rund um die Raumfahrt und die Astronomie.

Die Sternwarte Radebeul ist 1969 eröffnet worden und hat noch immer ein paar Details der damaligen Baustruktur, wie die wunderschönen Bleiglasfenster mit astronomischen Motiven.

Im Vortragraum, der sich unter einer Kuppel befindet, wird es gleich Nacht.

Wir bekommen den Sternenhimmel über Radebeul zu sehen, wie er sich darstellen würde, wenn es nicht a) eigentlich taghell wäre und b) durch die Luftverschmutzung die Sternensicht deutlich eingeschränkt wäre.

Im Laufe der nächsten Stunde erleben wir eine tolle Simulation. Lernen sehend viel über die Planeten, unsere Sterne und die Sternbilder. Die Geschichten der Sternbilder der nördlichen Hemisphäre – und auch unserer Tierkreiszeichen – haben nahezu alle ihren Ursprung in der griechischen Mythologie. Fast immer ist Zeus Teil der Geschichte um diese Sternbilder, der alte Schwerenöter!

Eine Geschichte will ich euch erzählen. Und zwar die Geschichte von Kallisto, der Schönen:

Das einzige Sternbild, das ich sicher benennen kann am Himmel, ist der große Wagen. Eigentlich ist das kein Sternbild, sondern nur ein Teil der „Großen Bärin“. Und der kleine Wagen ist folgerichtig ein Teil des Sternbildes „Kleiner Bär“. Die beiden sind Mutter und Sohn.

Kallisto war eine schöne Nymphe, die von Zeus begehrt wurde. Kurzerhand (und wie das so in den griechischen Sagen üblich ist) machte der sich in fremder Gestalt über sie her. Aus dieser Begegnung entstand Arkas, Kallistos Sohn. Als die Göttin Hera, Zeus´Ehefrau, davon erfuhr, verwandelte sie die schöne Kallisto aus Eifersucht in eine Bärin. Diese irrte jahrelang durch die Wälder und eines Tages stand sie ihrem Sohn gegenüber, der sich auf der Jagd befand. Von Mutterliebe überwältigt (ich nehme das an, immerhin haben die beiden sich jahrelang nicht gesehen) will sie ihn umarmen, vergessend, dass sie die Gestalt einer Bärin hat. Arkas spannt den Bogen, bereit die große Bärin zu töten und dann! Dann kommt Zeus und verhindert das, indem er beide als Sternbilder an den Himmel verbannt. Hachz. ❤

Die Vorführung dauert eine Stunde und ist für Kinder ab dem Vorschulalter gut geeignet. Unsere kleinen Rabauken (vier und fünf Jahre alt) hatten am Ende schon einige Mühe, ruhig zu sitzen.

Das ist der Skymaster ZKP4, und der heißt wirklich so.

Leider war der Himmel an diesem Tag bewölkt, sodass wir nicht an die Teleskope konnten. Aber der Souvenirshop hatte geöffnet!

Diese coole Kugel hat bestimmt mal Doc Brown gehört

Außerhalb des Planetarium kann man mehrere Sonnenuhren besichtigen und diverse Exponate. Und ein Wegweiser samt Karte bietet weitere Ausflusziele in der Umgebung an.

Ich finde die Aussicht allein schon spektakulär!

„Die Sternengucker“ von Prof. Walter Howard (1973)

hier kann man an den Weinhängen hinab zum Schloß Wackerbarth laufen.

Wenn man dem Planetarium den Rücken zuwendet und die Straße einige Meter hinabläuft, kommt man vorbei an verwunschenen Toren und moosbedeckten Mauern am Fuße der Straße linkerhand zu einem wunderschönen Waldabenteuerspielplatz!

Ich habe keine Fotos gemacht, weil ich mit Da-sein beschäftigt war! Es gibt eine Seilrutsche, diverse Klettergelegenheiten auf dem Spielplatz, eine riesige neu gemachte Sandgrube und den angrenzenden Wald.

Und dort verbirgt sich ein Kinderparadies! Holzbuden aus Stämmen und Ästen, Feuerstellen, ein MTB-Parcours. Und zwischendrin kleine Ruinen zum Klettern und Verstecken.

Wir fanden es toll! Und könnt ihr euch vorstellen, wie schön das hier im Frühling und Sommer aussehen wird? Ich schon.

Die Kinder waren kaum zum Heimweg zu bewegen.

die Forscherfreunde

Die Volkssternwarte Radebeul befindet sich auf den Ebenbergen 10. Zu erreichen ist sie (leider) am besten mit dem Auto. Oder mit der Straßenbahn Linie vier in Richtung Weinböhla bis zur Haltestelle Johannisbergstraße. Von da ist noch etwa ein Kilometer die Kottenleite bergauf zu laufen. Die Anreise und der Besuch lohnen sich aber in jedem Fall! Und vergesst die Rauz-Hosen für den Spielplatz nicht und das Picknick. 🙂

 

Was andere Familien am Wochenende erlebt haben, könnt ihr bei Susanne nachlesen. Ich wünsch euch eine schöne Woche!

 

 

Märzwochenendenimpressionen

Dieses Wochenende begann wie jedes andere auch – an einem Freitag.

Der Aldi hat umgebaut und neu eröffnet. Morgens um neun eine Weißkappendichte, als gäbe es Klosterfrau Melissengeist umsonst. Eine Schlange beige-gewandteter Menschen verstopfte schon den Weg zu den Wagen. Ich checkte: Mit jedem Kassenbon berechtigte man sich als Kunde zum Ziehen eines Loses an der extra für diesen Tag installierten Aldi-Lotterie. Heißt, alle Ingeborgs und Lothars kauften jeden verdammten Artikel einzeln! Einen kleinen Quark in den Wagen tun, ab zur Kasse, ab an die Lotterieschlange, gratis Aldi-Beutel abgreifen und zack, wieder rein in den Markt! Jetzt ein Stück Butter rein in den Wagen… an der Kasse endlose Rentnerschlangen mit quasi leeren Wagen. Ich erinnerte vermutlich in meinem Auftreten an Jack Nicholson in „Wutprobe“.

Freitags im Topf: Asiatische Gemüsepfanne mit Tofu. Hat außer mir niemand gegessen. Iiiieh mit Reis, nein danke!

Hier zu kochen fetzt.

Ach so, das Highlight der Woche überhaupt war natürlich Jürgen!

Da Jürgen Vogel der einzige Vogel ist, dessen Vorname ich kenne, stand er namenstechnisch Pate für diesen Habicht. Das war ein Ding! Ein Habicht. Bei mir im Garten. Vogelfütterung galore, würde ich sagen.

Das Bauprojekt des Wochenendes ist eine Waschanlagenstadt (hier in einer frühen Phase zu sehen). Waschanlagen sind das Größte für das Kleinste! Also falls ihr euch fragt, für wen diese absurden Filmchen von Waschanlagen in Betrieb bei Youtube sind, tja nun, ich kenne die Zielgruppe.

Jeden Abend grüßt das Murmeltier, wenn es heißt: „Kind, Zeit ins Bett zu gehen!“. In meinem Arbeitszimmer versteckt sich kein Kind, oder?

Die Morgens-in-der-grauen-Dunkelheit-Fotos erspare ich euch, ist immer dasselbe. Irgendwann zwischen fünf und sechs stolpert eine graugesichtige Mutter mit Müdigkeitshintergrund zombie-esk zur Kaffeemaschine und das Fortpflänzchen klettert am Bücherregal hoch um das Tablet runterzufummeln… Medienerziehung geschenkt. Nicht vor Mutters erstem Kaffee!

Mit dem Blonden Eier fertig bemalt und aufgehängt. Ist doch bald Ostern, oder?

Und weil ja bald Ostern ist, muss ich mit dem Back-Chef Osterplätzchen backen. Backen, Kochen, der steht da total drauf. IiiiCH MACH DAS! 

Für mich ist das ja immer nur so semi-unterhaltsam. Zum Beispiel, wenn ich dem Jungen bunte Zuckerkügelchen gebe und sage, er möge doch bitte den Küken und Hasen damit ein Auge aufkleben. Was er verstanden hat: Mache jedem Osterei-Plätzchen drei Bauchnabel, schütte die restlichen Zuckerkügelchen komplett auf den Tisch und puste kräftig!

Wir sind am Sonntag bei Freunden eingeladen und der umsichtige Mann geht zum Floristen ein florales Gastgeschenk besorgen. Selbstverständlich ist er soweit sozialisiert, dass er nicht vergisst, mir einen armdicken Strauß Tulpen mitzubringen. Ich bin ein bisschen verliebt ❤ . Auch in den Mann.

Mahlzeit!

Die Köchin auf verlorenem Posten kocht am Samstag Spätzle mit Käsesoße und Schinkenwürfel. Der Blondino sagt: „Isch ess das nich!“, und der Bubi will nacksche Spätzle. Also bekommt das eine Kind Reis vom Vortag mit Würstchen und irgendwas drauf, das andere Kind nacksche Spätzle und nur der Angeheiratete isst brav seinen Teller leer. Das Genöle ist damit nicht vom Tisch (Ha!), nein, die nackschen Spätzle schmecken auch nicht und ob der Großsohn vielleicht doch das eklige Asia-Gemüse bekommen könnte vom Vortag? Oder haben wir Hühnchen im Haus?

Ich koche wirklich gern hier…

Um den blassen Kindergesichtern ein wenig Froströte auf die Wangen zu zaubern, zwingen wir Alten sie am Nachmittag kurz in den Waldpark. Eine(r) von uns hatte Spaß auf dem Spielplatz. Es ist die Frau im Hintergrund (ich meine, sie kurz lachen gehört zu haben; oder es war ihr Handyklingelton).

Abends offline-Spieleabend und der Mann ist dran mit Aussuchen. Er entscheidet sich für die Würfel und wir spielen Phase zehn und Kniffel. Ich gewinne kein einziges Spiel und muss daher sagen, es war ein langweiliger Abend! 

Sonntag Morgen schreibt die Freundin, die Nachmittagsverabredung müsse aufgrund von Kinderkrankheiten ausfallen und auch das blonde Rotznasenkind hat einen glasigen Blick. Ich stelle ihn erst mal an die Luft.

Der Seifenbläser sammelt jede Menge leere Schneckenhäuser aus dem Beet…

… und ich gucke mir Jürgens Futterstelle an. Zum Glück liegen nur noch ein paar Taubenfedern da und nichts Blutiges. Ich bin unsicher, ob ich in Zukunft regelmäßig und mit Vorsatz Habicht-Füttererin werden möchte. Ob ich den auf Räuchertofu umpolen kann, den Jürgen?

Unsere Eisbilder haben ihre besten Tage auch hinter sich.

Los, rein, ist kalt hier draußen! Außerdem muss ich an den Herd!

Da dachte ich heute, ich bin schlau. Hat der Eine gestern nicht irgendwas von Hühnchen geschwafelt und isst der Andere nicht am allerliebsten Bommies? Genau. Heute werde ich Lobeshymnen einfahren!

Nicht im Bild Bohnen und Buttermöhrchen, die ich selbstverständlich nur dem Mann und mir aufgehäufelt habe.

Beim Essen dann fangen der Bärtige und der Großsohn einen Streit an über die Mediennutzungszeit des letzteren. Ich bin total genervt. Generell finde ich, einem Jugendlichen vier Monate vor seinem achtzehnten Geburtstag rigide Regeln aufzudrücken, bescheuert, und prinzipiell erbose ich mich, wenn beim Essen gezankt wird! Ich melde mich zu Wort mit einem Gesprächsbeitrag, der irgendwie beinhaltet, dass das einzige Gesprächsthema beim Essen das Essen selbst sein sollte und der Großsohn erwidert, ich solle mich da raushalten! Und der Mann bekräftigt das. Außerdem äße er sowieso lieber die Hähnchen vom Hähnchenbratwagen, die seien nicht so trocken wie meine…

Erwähnte ich schon, dass ich ich sehr gern koche für meine Familie?

Um das Thema zu wechseln und weil die Sonne so schön scheint, kommen jetzt drei Bilder mit Frühjahrsdekohintergrund. Ist ja auch bald Ostern, oder?

Dann wird klar, wir entern die nächste Stufe im Infektroulette und den Rest des Sonntags verbringt die Hustinette mit dem glasigen Blick vor dem Inhalator oder dem Tablet.

Ich melde das Kind im Kindergarten ab und morgen wird meine liebe Gretel vormittags die Flitzpiepe hüten, damit ich meinen Arzttermin wahrnehmen kann (Dann bekommt zumindest die Gastgeschenkspflanze, die nicht überreicht werden konnte, eine neue Adressatin). Und der Soundtrack für die nächste Woche wird gesungen von Phil Collins (ihr kennt den Hit alle):

„It´s just another day for you and me and Pariboy, Pariboy. Pariboy!“

 

Mehr Wochenendbilder gibts wie immer bei Susanne.

Wochenendbilder reloaded

Im Moment bin ich eher Bilderbuch-Blogger denn Geschichtenerzähler. Das liegt daran, dass ich lange krank war und auch noch immer nicht so richtig auf dem Posten bin, wie man so schön sagt. Ich habe monatelang keinen einzigen eloquenten Gedanken denken, geschweige denn schreiben können und das hat sich entsetzlich angefühlt. Ich habe lange Zeit befürchtet, es kommt nie zurück. Der Gedanke, das Talent oder vielmehr die Möglichkeit zu verlieren, die eigenen Gefühle durch geschriebene Worte zu sortieren, zu konservieren, das hat mich bodenlos erschüttert. Ich dachte, ich würde niemals wieder etwas derart Lustiges schreiben können wie das hier, oder etwas Anrührendes wie den Text hier. Ich würde in Zukunft Einkaufszettel schreiben und Entschuldigungen für Fehlstunden, Ende Gelände. Und die Zukunft, von der wir hier reden, würde eine sehr kurze sein.

So war das. Und ja, wir reden hier über Depressionen.

Those days are gone. Ich sehe mittlerweile das Licht am Ende des Tunnels deutlich und auch die Worte kehren zurück. Zum Glück! Noch immer zünde ich jeden Morgen innerlich eine Duftkerze („Sinnlig Vanilla“, was sonst) für die heilige Eloquenzia, Inkontinenzia oder wen auch immer an. Es geht vorbei! Die schwarze Scheiße verzieht sich! Halleluja, endlich.

Und da meine Behandler allesamt der Meinung sind, über das Schreiben käme ich zurück zu alter Form und Größe (eine junge Form wäre mir persönlich zwar lieber, aber das ist wohl nicht verhandelbar) und dieses Fotodokumentationsdingens sei eine gute Achtsamkeitsübung, knipse ich also aus Therapiegründen weiter meine Wochenenden. Und ihr müsst da jetzt durch!

Geht los.

Schwarz zu grau. Frühmorgens immer dieselben Protagonisten: Der Blondino und das Tablet, die Mutter und ihr Kaffeepott (letzteren beiden nicht im Bild)

Der frühe Vogel von Blasewitz, das isser.

Wir schlendern zum Schillerplatz, die Straßen sind noch leer. Und ja, ich habe die Plagenkarre mitgenommen. Ich brauche was zum Festhalten und das Kind und ich haben einen Deal: Er darf so lange dort drin sitzen, wie er reinpasst, danach wechseln wir. Er hat eingeschlagen.

Auf dem „Schilli“ ist Wochenendmarkt. 

Im Schillergarten wird Samstags Fisch verkauft und sogar vorort frisch geräuchert.

Wir bekommen geräucherten Karpfen zum Probieren geschenkt!

 

Wir sind kurz vor neune tatsächlich die einzigen Leute dort, selbst auf dem Spielplatz. Wo sind denn alle? Wir sind schon seit über drei Stunden wach!

Wir gehen zum Elbestrand und teilen unsere auf dem Markt gekauften Streuselschnecken mit dem Gevögel.

An der Elbe entlang laufen wir wieder heimwärts. Unterm Blauen Wunder hat jemand einen Sinnspruch für die reichen Bürger von Blasewitz hinterlassen.

 

Auch wenn das Wetter grau ist und die Sicht verhangen, mag ich die Weite und die Elbhänge, von dieser Seite aus betrachtet, sehr.

Zu Hause stricken. Aus den Resten der Sockenwolle soll ein Hustenleibchen entstehen, ich habe noch keine Ahnung, wie´sgeht. Ich mach erst mal, also so wie sonst auch im Leben…

Auf dem Teller Nudeln mit tonnenweise Knoblauch und außerdem etwas Spinat und etwas Fisch. Das mit dem Knoblauch ist auch im übrigen das ganze Geheimnis, wie ich es schaffe, meinen jungschen attraktiven Kerl zu halten: Ich schmeiße einfach soviel Knoblauch an jedes Essen, dass der Gestank, der von meinem Kerl ausgeht, einfach jeder jugendlichen Bewerberin um meinen Posten die Tränen in die Augen und sie zum Rückzug treibt. Das ist schon alles!

Nachmittags joggen. In Wahrheit schlurfe ich schnaufend drei Mini-Runden um den Tennisplatz im Waldpark und bin dabei so schnell, dass ihr problemlos neben mir spazieren gehen könntet. Ich dachte, wenn ich mit dem Rauchen aufhören würde, dann würde ich abgehen wie Speedy Gonzalez! Nichts. Ich rauche seit vier Monaten nicht mehr und außer fünf Kilo mehr auf Rippen und Hüfte – Nix! Danke auch.

Weil das eh alles nichts bringt und außer mir sich hier alle dem Kuchen verweigern, esse ich alles alleine auf!

Samstag Abend wie stets und immer offline Spieleabend. Ich bin dran mit Aussuchen, also Skat! Ich verliere haushoch, gewinne aber zwischendrin ein Grand ohne Vieren und feier mich übelst ab deswegen.

Der Bubi will auch mal auf den Blog. Also bitte schön: Das ist er, der Großsohn!

Sonntag Morgen sind wir zum Brunch in Altkö eingeladen.

Das Blondchen langweilt sich im Keller sehr und schält alle achtzehn Eier vom Frühstücksbuffet. Einer der Freunde meinte, das fände er nicht so dolle, immerhin seien das ja Lebensmittel! Der Bärtige so: „Alles klar, du willst dich also mit dem beschäftigen? Super!“. Darauf holte der Freund dann noch mehr Eier…

Am Nachmittag: Der Mann geht zum, Squash mit anschließendem Biertrinken (oder, wie ich es formuliere: Zum Biertrinken mit Sport-Alibi) und das Kind und ich backen Knet-Plätzchen.

Meine Aufgabe ist der Bau eines Plätzchenofens.

Abnahme erteilt, der Ofen funktioniert!

Das Kind und ich hängen Eier an den Ganzjahresstrauß…

… und freuen uns über den Betonhasen, den unsere Freundin Fika in einem Fruchtzwergebecher gegossen hat.

Später beim Wäschemachen – das Kind ist im Bett und das Großkind hinter den Terminals verschanzt –

…fällt mir die Bernsteinkette des Kleinsten in die Hand. Er hat sie vor einigen Tagen abgenommen und behauptet, er sei jetzt „zu groß“ dafür.

In mir wollte etwas reißen. Was soll das heißen, „zu groß“?! Noch zweimal zwinkern, dann steht der womöglich mit einem Mädchen vor mir und sagt: „Das hier ist Alma Hiltrud Cassiopeia und wir ziehen zusammen! Weißte Bescheid Mutter, ich hol nur mal eben kurz meine Sachen…“.

Atmen, Mutti.

Dann denke ich mir. ach weißte, wenn der die dann auch als Blödpopel beschimpft so wie mich und jedesmal, wenn ihm die Argumente ausgehen „DANN GEH DOCH SCHON ZU NETTO!“ brüllt wie im Moment, dann bringt mir den Alma Hiltrud Cassiopeia beizeiten zurück!

 

 

Mehr Bilder vom letzten Wochenende gibts wie immer bei Susanne. Eine schöne Woche euch, ihr Lieben, und bis bald!

 

Ein Februar-Wochenende in Bildern #wib

Der Samstag stand zunächst ganz im Zeichen einer besonderen Veranstaltung:

In Dresden hat sich eine Gruppe Eltern zusammengefunden, die unter dem Namen „Kinder-Kleidung-Austausch“ Umsonst-Flohmärkte organisieren und auch prinziell den Teilen-und-Unterstützen-Gedanken leben und verbreiten wollen. Besonders ist an diesem Konzept, dass es keinerlei monetären Austausch gibt. Wer etwas übrig hat, das er der Gemeinschaft spenden kann, der spendet. Jeder darf sich aber unabhängig von seinem eigenen „Input“ nehmen, was er braucht.

Dieses mal fand die Veranstaltung in den Räumlichkeiten eines alternativen Wohnprojektes in der Dresdner Friedrichstadt statt, das uns drei Räume zur Verfügung stellte. Ich fand das Ambiente sehr spannend und war erinnert an die Hausbesetzerzeit der Achtziger Jahre in der Dresdner Neustadt.

Buddelkiste für die Kleinsten 🙂

Feuertonne mit Becherabstellmöglichkeit (Luxusvariante)

Es ist wirklich genug für alle da!

Ich war total überrascht, wie viel Kleidung gespendet worden war bereits im Vorfeld bzw. von vergangenen Veranstaltungen „übrig“ geblieben. Was in mir mehr denn sonst Gedanken um Nachhaltigkeit und mein eigenes Konsumverhalten hervorrief. Und da ich aus bekannten Gründen dem Konzept der Sammeltonnen für Kleiderspenden sehr kritisch gegenüberstehe und sonst alles übrige in das Sozialkaufhaus bringe oder weiterverwurste zu upcycling-Klamotten, war ich ich auf diese Art des Tauschens und Teilens sehr gespannt!

Gespannt war ich auch auf das Verhalten der Menschen, die diese Veranstaltung aufsuchen. Würde es Leute geben, die mit riesigen Beuteln hamsterten, weil alles umsonst war?

Nein! Überhaupt nicht. Viele Menschen brachten Sachen zum Tausch mit, und obwohl es streckenweise wirklich sehr eng war in den Räumen, gab es weder Gerangel noch Geschubse. Alle Leute behandelten die Sachen sorgsam, es wurde nichts rumgeworfen oder gewühlt.

Und über allem lag eine sehr herzliche Atmosphäre.

Es gab so viel, was mich berührt hat. Der Umstand, dass so viele und auch wirklich preislich intensive Dinge gespendet worden waren. Über bestimmte Fundstücke, wie zum Beispiel ein Tütchen mit Heilwolle von „ganz besonderen Schafen“, auf dessen Verpackung jemand ganz lieb draufgeschrieben hat, wofür und wogegen diese Wolle anzuwenden sei. Es gab schurwollne Unterhosen neben Polyester-Schneeoveralls, Kinderwägen und Tragetücher, Spielsachen, Bücher.

Es gab sogar eine kostenlose Trageberatung für verschiedene Tragesysteme und auch Kleidung für Schwangere.

Zur allgemeinen Stärkung wurde Tee, Kaffee, Fladenbrot mit Hummus und allerlei Kuchen angeboten. Gratis oder gegen eine freiwillige Spende. Die Bewohner des Hauses stellten uns sogar noch frische Tulpen auf den Tisch – toll!

Das unten im Bild ist Sara, eine der Organisatorinnen. Mit ihr war ich lange im Gespräch um diese Veranstaltung und die Modalitäten drumherum.

Unzählige Stunden Ehrenamt sind vonnöten, um diesen Service anbieten zu können. Allein die Organisation dieser einen Veranstaltung war ein Projekt von vielen Tagen. Und dabei ist es für die Elterninitiative so besonders schwer, weil sie keine Räumlichkeiten haben, wo die Sachen gelagert werden könnten bis zur nächsten Veranstaltung. Aktuell wurden die Spenden von drei verschiedenen Orten hergebracht in mehreren Fuhren, am Ende der Veranstaltung musste das dann wieder alles verpackt werden und wieder in unzähligen Fahrten an die verschiedenen Lagerplätze transportiert werden.

Deshalb möchte ich heute hier in die Runde fragen:

Kennt jemand von euch in Dresden eine Organisation, eine Firma, eine Privatperson, die einen Raum mit ca. 15-20 Quadratmetern (am besten kostenneutral) zur Verfügung stellen könnte für diese wirklich gute Aktion? Bislang verliefen die Bemühungen der organisierenden Eltern im Sand. Ihr könnt über die Facebookseite der Elterninitiative Kontakt aufnehmen oder ich vermittle euch.

Es war in vielerlei Hinsicht ein beeindruckender Samstagvormittag und ich freue mich auch die nächste Veranstaltung im April.

Am Nachmittag bin ich mit zwei meiner Burschen in die Stadt gefahren, ich hatte denen meine Teilnahme am familiären Wochenendveranstaltungsdingsbums zugesagt. Ich bin immer wieder nicht nur von der Schönheit Dresdens überwältigt, sondern auch von dem reichhaltigen kulturellen Angebot, das sich einem mit Kindern bietet!

Heute entschieden wir uns für das Dresdner Verkehrsmuseum. Tolle Lage am historischen Neumarkt und spektakulär für kleine und große Leute, wie ich finde. Ich mag das wirklich sehr dort  und finde auch bei jedem Besuch etwas Interessantes, das mir vorher noch nie aufgefallen ist.

Über die Etagen sind die Ausstellungen thematisch gegliedert nach Verkehrsart. Schifffahrt, Luftschiffe, Eisenbahnen, Straßenverkehr. Überall gibt es Dinge zum Experimentieren und „Be-Greifen“, ich finde das toll. Wenn ich früher in ein Museum ging als Kind, war alles hinter Glas und davor noch eine dicke rote Kordel und man musste leise sein und durfte nicht rennen! Zum Glück sind diese Zeiten vorbei.

Es gibt auch eine Spielelandschaft…

…und eine Bobbycar-Rennstrecke.

In der Schifffahrt-Ausstellung kann man an einem Simulator ein Boot zusammenbauen und auf einen Rennen schicken. Ein großer Spaß! Das Kleinste hatte das superste und schönste und ressoucenschonendste Boot (und eine sehr nette Ingenieurin-mich), aber der Mann hat trotzdem gewonnen. Die Sau lässt mich nie gewinnen! Und nicht mal eines der Kinder! Der hat bestimmt gemauschelt und betrogen…

Als wir nach Hause kamen am Abend backte ich einen Pflaumenkuchen – Besuch hatte sich angekündigt für den Sonntag! Erschwerte Bedingungen beim Backen: Ich kriege den Blondino kaum vom Teig, der findet Kuchenbacken total fetzig. Ich finde Kuchenbacken auch total fetzig, allerdings eher alleine 😉

Das mit dem Pflaumenkuchen im Februar war tatsächlich am Ende eine Schnapsidee. Ich habe unter die geschmacksneutralen, scheißteuren Pflaumen ein Glas Pflaumenmus druntergetan und obendrüber Mount Streusel, dann gings zu essen. Pflaumen im Februar-tssss…

Samstag Abend, offline Spieleabend bei Nieselpriems. Reihum darf immer einer von uns drei Großen aussuchen. Diesmal war der Bärtige dran. Wir spielten „Phase 10- das Brettspiel“. Es war ein guter Spieleabend! Dass das auch ganz anders geht, könnt ihr hier nachlesen.

Der nächste Morgen, draußen ist es pechschwarz. „Ich bin hier der Backer“, schreits und schreitet bereits zur Tat. „Ich will bumsen!“, bei jedem Ei, „Ich mach das Mehl!“, und greift mutig mit beiden Händen rein. Kinder in der Küche… wunderbar. Wirklich ganz und gar wunderbar!

Wir buken einen Zebrakuchen, der eigentlich wie ein Käsekuchen gemacht wird, nur zusätzlich kommt eine geschmolzene Tafel Schoki in den Mürbeteigboden und eine zweite Tafel unter die Hälfte der Käse-Quark-Schmand-Mischung. Es wird ein Foto von dem Kuchen geben, allerdings in einem nächsten Artikel! 🙂

Mittlerweile ist es halb sieben. Draußen Schwarz zu Grau. Es zeigt sich, dass es über Nacht geschneit hat und der „Backer“ ist außer Rand und Band.

Nach dem Kuchen ist vor den Teigtaschen. Das hier ist Fertigblätterteig mit einer Füllung aus Hackfleisch, Schinkenwürfeln, Zwiebeln, Knoblauch und Gewürzen. Das Ganze ist mit Frischkäse und Tomatenmark gebunden und klein geschnittene Oliven kamen auch noch rein. Und Mozarella! Der „Backer“ hat sehr geholfen, er ist nämlich auch der „Kocher“. Oh Freude.

Die Jungs gucken sich den Winter mit seinen Begleiterscheinungen draußen in echt an, ich sehe von drinnen zu. Zumal das Fenster, hinter dem ich mich befinde, stetem Schneeballbeschuss ausgesetzt ist. Kluges Weib verordne ich mir da lieber Stubenarrest.

Unser Schneemann erinnert mich an den Gru und rührt mich sehr, irgendwie, wie er da so steht.

Später am Sonntag: Der Kuchen wurde nur zu einem Drittel verzehrt (ich habe mir wirklich alle Mühe gegeben), die Teigtaschen sind alle und die Kinder auf dem Dachboden müde gespielt.

 

Mehr Wochenendbilder gibts bei Susanne!

Wochenende in Bildern – Februar 2017

Ich mache mal wieder mit.

Nicht, weil ich so tolle Fotos schieße, das wisst ihr schon längst. Nein, weil ich mich selbst erinnern will! Wenn mich montags irgendwer fragt, wie denn das Wochenende gewesen sei, sage ich stets: „Gut, danke!“, und habe schon wieder vergessen, was da eigentlich los war. Also außer Putzen, Wäsche und dergleichen spektakulärerweise mehr. Zeit, sich die Knipse zu nehmen und Erinnerungen zu schaffen!

Das Wochenende begann an einem Freitagnachmittag damit, dass ich beschloss, den Blondino ordentlich auszupowern. Der Bärtige und ich wollten ausgehen und ich dachte so, wenn der richtig richtig richtig fertig ist, pennt der bestimmt morgen bis halb sieben! Und: Halleluja!

Also habe ich listiges Weib ihn auf einem Indoorspielplatz ordentlich „geschunden“. img_4679

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Wir gingen aus, kamen spät heim, schliefen noch später ein und ich wurde gefühlt zwei Stunden später bereits wieder geweckt. Moooorgääään! Danke auch. img_4706

Nach drei bis acht Litern Kaffee lachte ich dann fröhlich in die Welt und freute mich der schönen Dinge, die da auf mich zukommen würden.

img_4725Obstmandalafreier Frühstückstisch. Ja, ich würde auch lieber an einem anderen Tisch sitzen. Life is not a Ponyhof. Iss deine gezuckerten Teigwaren und halt die Klappe, Nieselpriem.

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Der nächste Programmpunkt war das Einkaufen von Lebensmitteln (Ohne Foto. Stellt euch einfach irgendeinen Aldi vor und mich mittendrin. Den Gesichtsausdruck von oben könnt ihr getrost übertragen. Danke für eure Vorstellungskraft.).

Aus einem mir nicht bekannten Grund habe ich die Lernkurve eines Einzellers und nehme jeden Samstag wieder die Plagen mit. Und das geht so: Erst rufen beide Kinder, sie wöllten unbedingt mit und „Hurra!“, dann nölt der Eine mich die ganze Zeit voll, wie lange der Driss denn noch dauern würde und voll öde und rennt mir vorm Wagen rum, während er ungebremst Süß- und Salzkram in die Karre schmeißt, natürlich nicht ohne zu bemerken, dass man den ekligen Fraß bei blauweiß eh nicht essen kann und der andere schmeißt in der selben Zeit den Plunder zur anderen Seite aus dem Wagen wieder heraus, macht den Turnvater Jahn am Einkaufswagengestänge und bläkt die Passanten an: „Nisch misch angucken! Geh weg!“. Samstags hinterfrage ich dieses Kinderhaben-Konzept gründlich. An jedem.

Nachmittags waren wir die Verwandten besuchen und der Blondino hat mir den Angus Young gemacht (Ja, ich weiß, das ist eine Ukelele! Klugscheißer.). Und alles war vergessen. ❤ Orrrr, guck doch mal! Wie süß ❤ . Ist der nicht voll süß?! ❤

(… Einzeller!)

img_4718 Der nächste Morgen begann wieder morgens. Früh morgens. Ich erspare euch weitere detailreiche Fotos von mir. Hier bitte, ein Foto vom Wecker. Von hinten. Während der frühkindlichen Medienförderung.
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Aus irgendwelchen Gründen habe ich das Treppenhaus von unten fotografiert…img_4731

… und geschmacklich zweifelhafte Osterdeko (Nein, ich bin nicht zu früh! Weihnachten ist vorbei, also ist jetzt Ostern.)img_4732

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Sonntag war Gartentag. Erst habe ich Samen eingetopft und auf den Fensterbänken verteilt…img_4736

…danach auf den Beeten rumgekrautet.
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Es sah hinterher genauso aus wie zuvor, nur hatte ich Rückenschmerzen und Blätter und Zweige in den Haaren. Ich habe nicht nachgesehen, aber bestimmt sah ich aus wie die Taubenfrau aus dem Kevin-Film. img_4740

Noch ein Gartenfoto. Ihr müsst heute tapfer sein. Weniger charakterstarke können ja auch gleich bis runter scrollen. Da kommt dann was anderes. Vielleicht.img_4741

Es ist gleich geschafft. Eins noch!
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Warte, nicht wegklicken! Es kommt noch was fürs Herz. Herz im Garten. Aber erst nach dem Mittagessen.img_4744-1

Am Nachmittag sind wir in unseren alten Garten gefahren nach dem Rechten sehen und Zeugs holen (Exkurs: Ich weiß gar nicht, ob ich als Dresdnerin schreiben darf: „Nach dem Rechten sehen.“, ich versichere aber, damit ist keine Person mit zweifelhafter politischer Gesinnung gemeint!). Er ist ja noch nicht richtig verkauft, also der Garten, und wir noch verantwortlich und irgendwie war mir auch so sehnsuchtsschwer um die faltige Brust…

Und da stand ich. Und ach. Direkt am Eingang stehen zwei krumpelige Koniferen. Diese kamen als klitzekleine Topfpflänzchen zu uns vor, was weiß ich, fünfzehn Jahren vielleicht. Sie wuchsen erst in Balkonkästen mit anderen Blühpflanzen und bekamen mit den Jahren immer größere Töpfe und als wir diesen Garten hier übernahmen, habe ich sie direkt am Tor eingegraben. Als Wach-Bäume. Torwächter.

Ich war ganz rührselig. Konni eins und Konni zwei sind fast so alt wie die stürmische Beziehung zwischen dem attraktiven Bartträger und mir und waren die ganze Zeit bei uns. Wie Kinder, botanische. Und wie groß sie sind inzwischen! Und nun soll ich mich trennen?

Ich weiß schon, was ihr sagen wollt! Aber der Mann ist da pragmatisch und hält irgendwie nichts von romantischen Baumgefühlen und sagt, auf gar keinen Fall gräbt er die Dinger aus! Hm.
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Mit Herzeleid bin ich durch den ollen doofen Garten gegangen, der uns so viel Blut  und Schweiß und Geld und Nerven gekostet hat (kann man hier nachlesen, für die Neuen unter euch).

Der Rhabarber kommt schon wieder. Erdbeer-Rhabarber-Kuchen mit fetten Butterstreuseln! Das gabs jedes Jahr. Ich muss den Rhabarber ausgraben…
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Das Blondchen und ich haben im Schuppen hässlich-bunte Plasteeier gefunden und an den Hasel gehängt.

Dann sind wir wieder heim gefahren. Zu unserem neuen Haus, dem neuen Garten. Ohne Konni eins und zwei.img_4750

Wer von euch Bodo mit dem Bagger persönlich kennt, bitte mal den Kontakt herstellen. Aber heimlich, nichts dem Mann sagen. Danke!

 

Mehr Bloggerwochenenden in Bildern gibts wie immer bei Susanne.

Erste Male-Wochenende in Bildern #wib

Auf dem Balkon steht eine Schale angeknackte Walnüsse und jeden Morgen erfreue ich mich an den Meisen, die sich an den Walnüssen erfreuen.

Meine Oma hat zeit ihres Lebens im Winter die Meisen mit Nüssen gefüttert und ich erinnere mich, dass sie mir erzählt hat, dass ein paar ganz vorwitzige sogar zur Balkontür hereingeflogen kamen, wenn sie Nüsse knackte, um bloß nicht warten zu müssen! Soweit ist unsere Zuneigung hier aber noch nicht.

Allerdings ist die Schüssel binnen weniger Tage leer, was zum Einen daran liegt, dass ich mir hier auch seltsame große und entsprechend gefräßige Taubenvögel angefüttert habe und zum anderen, dass meine gefiederten Freunde und ich dringend mal über Esskultur sprechen müssen. Die setzen sich in den Trog und schmeißen vor lauter Fresslust die Hälfte der Nüsse und Schalen aus der Schüssel oder stopfen sich die Schnäbel voll und versuchen erfolglos, damit abzuzischen, wobei sie dann zwei Drittel ihrer Beute bereits beim Start verlieren! img_4064

Der Mann hat mir aufgetragen, Spachtel im Baumarkt zu besorgen. Teurer Fehler! Kennt ihr den Teelicht-Effekt? Das ist, wenn du wegen Teelichtern zu Ikea fährst und die dann fuffzig Euro kosten. Tja, Spachtelmasse für siebzig, sage ich nur…img_4084

Nach dem Baumarkt habe ich etwas getan, das ich noch nie zuvor gemacht habe: Ich bin allein im Wald spazieren gegangen. Nun gut, nicht Wald, eher Wäldchen, weil ich leider über den Orientierungssinn eines Einzellers verfüge, aber immerhin.img_4087

Überall lagen ganz liederlich Birkenäste herum, ich hab da mal aufgeräumt! Die stelle ich zu Hause in einen Emaille-Eimer und fülle den mit Steinen. Das wird dann mein Jahreszeitenbaum und ich kann da so Dekodingsbumse dranhängen. Aber zuerst muss ich das Zeug irgendwie aus dem Wald zerren…img_4089

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Der Ginster muss auch dringend mal verschnitten werden! Wie das dort aussieht! Also ehrlich.

Mist, ich habe keine Schere mit, dann muss es eben so gehen… img_4090

Immer wieder drehe ich mich (behäbig, aufgrund den Waldunrates, mit dem ich mich beladen habe) um, aus Angst, der Förster käme geritten um mich übers Knie zu legen. Ich verstehe schon, wie das aussehen muss, aber ich räume doch nur auf in diesem Wald. Muss ja mal gemacht werden!

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Los. Fall. Runter. Jetzt!

Seit Wochen regnet es und meine Füße qietschen, schmatzen und glucksen auf dem Waldboden. Zapfen hätte ich gern gesammelt, die sind aber aufgrund des Wetters modrig.

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Hallo du Hübscher, willste mitkommen und mein Weihnachtsbaum sein?

Und wie ich so durch den Wald quietsche, schmatze und gluckse, merke ich, dass ich lächle. Nicht so ein kleines Schmunzeln, eher ein Ganzgesichtsgrinsen. Schön hier. Mit mir.

Warum mache ich das nicht öfter? Hm, schon klar, immer irgendwelche Themen im Kopf, keine Zeit. Abgelenkt durch die Ansprüche der Familie oder meiner eigenen im Familienkontext. Aber während ich so stapfe, denke ich. Ich denke einfach, was so an Gedanken kommt und das sind ganz persönliche, keine Gedanken, die zweckgebunden oder zielorientiert wären. Ich verbringe Zeit mit mir. Und eigentlich ist es auch ganz spannend, was ich mir so zu sagen habe! Erstaunlich.

Und auch die ganz großen Fragen kommen. Was ist Glück, wo komme ich her, wo gehe ich hin. Moment mal! Wohin gehe ich hier eigentlich?! Und wo bin ich überhaupt? Kein Mensch kann sich in einem drei Meter breiten Waldstück verlaufen!

Doch. img_4095

Zurück in der Zivilisation.

Die letzten Gartentomaten zu Sauce verkocht. Ich glaube, das ist auch das erste Mal, dass ich noch im November Freilandtomaten geerntet habe. Grün natürlich, die mussten zum Reifen auf einem Backblech unter den Schrank. Aber welch dekadenter Luxus! Im November Tomatensauce aus frischen Tomaten. War lecker.img_4105

Keller ausgemistet, weil wir ja umziehen. Nimmt kein Ende! Wem gehört denn das alles? Und warum?img_4058

Sonntags ist Besuchszeit im Vater-Kind-Kurheim.

Und so wurde erwartet, dass der junge Mann und ich einen Besuch abstatten im Bärtiger-Blondino-Kurheim. Ich persönlich hätte noch eine Woche ausgehalten (optimistische Prognose), aber der Mann schien sehr an Sehnsucht zu leiden und der Blondino guckte auch immer so komisch in die Handykamera beim abendlichen Skypen…

Und so fahren der Junge Mann und ich stundenlang in der Gegend herum, bis wir irgendwann im Gebirge ankommen.

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Wir spazieren. „Wenigstens ist heute schönes Wetter!“, sagt der Bärtige durch den Mundschlitz in seinem Polar-Outfit, während ich mir das Mitteltiefgrau am Himmel ansehe und ein eisiger Wind mir ungefragt in den Schlübber fährt (Wenigstens einer am heutigen Tag. Gelegenheit macht zwar Liebe, aber bei diesen Temperaturen braucht man auch eine beheizbare räumliche Gelegenheit. Und außerdem eine Kinderbetreuung! Ach, komm, vergiss es… ).

In stockdunkler Nacht (also kurz vor sechs) verabschieden wir uns und ich verspreche, wiederzukommen. Ist so schön… grau hier. Nächsten Sonntag? Ja, Schatz, na klar.
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Während ich nachtblind versuche, den Heimweg durch den finstren Wald zu finden, sinniere ich darüber nach, dass ich den heutigen Tag im Auto verbracht habe um Mann und Kind zu sehen. Und ob das verhältnismäßig ist. Sechs Stunden Fahrt für zwei feuchte Küsse und das Halten einer Lolli-verschmierten Kleinkindhand?

Ja!

Und so habe ich an diesem Sonntag etwas gemacht, das ich das letzte Mal vor mehr als zwanzig Jahren getan habe. Und auch damals sehr widerwillig. Ich bin alleine und mit voller Absicht auf eine Autobahn gefahren.

Es gibt Menschen, die meinen, in einem Fahrstuhl zu ersticken oder an plötzlichem Herzstillstand zu sterben, wenn sie von einer Spinne berührt werden. Ich habe Todesangst auf der Autobahn. Genaugenommen seit dem Unfall meines Vaters vor sechsundzwanzig Jahren und dabei tut auch gar nichts zur Sache, dass dieser auf einer Landstraße ums Leben kam. Angst ist niemals rational.

„Komm Mädchen, du hast den Schlüssel, das Lenkrad und die Kontrolle. Und neben dir deinen schlaksigen Sohn. Du bist erwachsen, verantwortlich und du kannst das! Links ein weißer Streifen, rechts ein weißer Streifen. Du fährst einfach stur in der Mitte durch. Kein Reifen wird platzen, kein LKW dich in die Leitplanke drängen. Heute wird niemand sterben.“

Was soll ich sagen, ich bin hier! Und schreibe das nieder. 🙂

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„… Alles kannst du, will´s die Liebe!“

 

 

Mehr Wochenenden in Bildern gibts hier.

Halloween-Wochenende ohne Halloween in Bildern

Zu früh aufgestanden.img_3847

Versucht, die Dunkelheit vorm Fenster zu fotografieren…

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Der Dunkelheit mit gekauftem Licht zu Leibe gerückt!

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Gemeinsam mit dem anderen Frühaufsteher Nüsse befühlt…

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… und geknackt! Eigentlich, um auf dem Balkon Meisen anzulocken. Später an diesem Tag wird der Bärtige aufgeregt rufen, auf unserem Balkon säße ein Eichelhäher oder irgendwas anderes Großes (zeigt mit beiden Händen einen Abstand von circa einem Meter). Es war aber gar kein Eichelhäher, sondern das braun-bunte Vogeltier, das in unserem Kirschbaum wohnt und welches ich Hobby-Ornithologin sofort als „blauflügelige Raben-Taube“ identifiziert habe.

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Gestrickt. img_3904

Blumen und Kerzen auf den Friedhof gebracht.
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Ein Röschen ist beim Transport abgebrochen. Ich habe es mit nach Hause genommen.

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Gerührt. Bei dem Gedanken daran, dass das Großkind früher jahrelang Marzipanbrote und Marzipankartoffeln in die Erde der Urnenstelle gesteckt hat für seinen Opa, den er gar nicht kennenlernen konnte, von dem er allerdings wusste, dass dieser Marzipan über alles geliebt hat.

Gerührt in der Gegenwart. Von dem Kleinkind, das verdutzt fragt: „Wo ist der Opa? Ich will zum Besuch!“

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Geerntet: Die letzten Tomaten aus dem Garten. Die machen jetzt ein Schläfchen im Dunkel unter dem Schrank und reifen dort nach.img_3917

Gekocht: Die letzten Kartoffeln aus unserem Garten (Hach) und anderes Gemüse…

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Gulasch…

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Gebacken: Ein Brot…img_3915

… und ein Blech Streuselkuchen.img_3914

img_3920Verschenkt: Ein Buchimg_3883

Geschenkt bekommen: Einen Teller voll Kuchen!img_3881

Gefeiert: Ein Geburtstagskind und…img_3884… eine Freundschaft.img_3887Gespielt.img_3926

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img_3923Gelacht. Über diese unwillkürliche Inszenierung. „Aaaah, zu Hilfe! Ein riesiges Eichhorn“. (Im November sind mancherorts in den sozialen Medien wieder die Dinos los. Was es damit auf sich hat, kann man zum Beispiel hier nachlesen.)
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Der Montag gehörte dieses Mal auch zum Wochenende. Und wer jetzt denkt: „Die Sachsen haben an Halloween frei, jetzt hört´s aber auf!“, nicht doch! Da war doch auch noch was anderes…

Reformationsbrötchen (mit Bissspuren)

Reformationsbrötchen (mit Bissspuren)

 

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Sommerfest #wib

Der Sommer hängt schon mit dem Oberkörper dem Herbst auf der Schulter aber das Wetter versprach, sich zusammenzureißen, also luden wir am Wochenende ein paar Freunde in den Garten ein.

„Feiert ihr auch Schuleinführung?“. „Nein, wir feiern das Leben!“

Just an diesem Tage feierten die neuen ABC-Schützen ihren großen Meilenstein. Nein, Moment, es stellte sich anders dar. Just an diesem Tage wurde in Spießerglücks Gartenanlage ein Battle zwischen den ABC-Schützen-Familien ausgetragen. Wer hat die meisten Ballons! Die dollsten Wimpel! Die meisten Angehörigen mit dem imposantesten Fuhrpark!

Da kamen Kleinbusse ortsansässiger Cateringfirmen und luden Rechauds und Pfannen und Gedöns ab. Der Nachbar blies eine Hüpfburg auf und beschallte uns mit Kinderdisko. Wir ließen uns nicht lumpen und zogen nach mit Tipi im Selbstbausatz und unserem üblichen Bebläke (mundart. für: rumschreien).IMG_2852Mit einem Caterer konnten wir nicht mithalten, besorgten allerdings ausreichend flüssige Grundnahrungsmittel. Man soll ja viel trinken im Sommer! Und wer will schon Entenbrüstchen mit Feigenconfit an Hummerschaum im Mondenschein (abnehmend) artgerecht aus dem Sumpf gebeten und… ich schweife ab!

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Lebensmittel

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Durch die seltsamen Beschmückungstendenzen der Gartennachbarn und weil auf einmal fremde Limousinen an unserer Gartenflanke parkten, sah ich mich gezwungen, den Rasen zu fegen. Zu kehren quasi. Große Hausordnung zu machen! Es blieb bei den Bemühungen, weil…IMG_2897

Ach, es war schön! Die Freunde haben Essen mitgebracht und auch ohne Absprache gab es weder dreimal Kartoffelsalat noch fehlte irgendwem irgendwas. IMG_2853

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Es wurde nicht nur gefressen und gesoffen, nein, auch sportliche Herausforderungen bewältigt. Wie etwa Bezwingung des „Horrorparcours“, vielleicht auch bekannt aus einer Crossfit-Weltmeisterschaft oder ähnlichem…

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…oder Tischtennis nach Gehör. Bei nahezu vollständiger Dunkelheit.

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Abends saßen wir am Feuer, grillten „Marschmepper“ (der Blondino) an armdicken Ästen und…

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… die Kinder rannten mit Knicklichtern wie Riesenglühwürmchen durch den Garten.

Irgendwann im Dunkel fing der erste ABC-Schützen-Angehörige an, übriggebliebene (oder extra zu diesem Zwecke gebunkerte) Silvesterraketen in den Dresdner Augusthimmel zu böllern. Das ließen sich die anderen Nachbarn und ABC-Schützen-Angehörigen natürlich nicht zweimal sagen! Da war was los.

Da stand ich, hielt eine kurze Ansprache und teilte den Freunden mit, wir hätten ihnen zu Ehren da mal was vorbereitet und hofften, es würde gefallen. Es gefiel.

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Der nächste Morgen war freundlich und die Kinderchen und ich sumpften vor uns hin. Halb zehn weckte ich das bärtige Männchen. Der teilte mir dann auch beiläufig mit, dass er Freunde zum Brunch eingeladen habe. Zu uns. Heute. Um zehn. Also jetzt. Und ja, kann doch mal passieren, dass er vergisst, mir das mitzuteilen!

Ich tat das einzig Vernünftige: Ich rastete komplett aus!

Dann buchte ich die Freunde auf halb elf um und räumte alle Essensreste auf den Tisch. So gings. Es wurde dann auch ein wunderschöner fauler Freundessonntag. Mit rumliegen, im Pool plantschen, lesen, Tischtennis und faulenzen. Hauptsächlich faulenzen.

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Deshalb gibts auch kaum Fotos von dem Sonntag: Ich war mit Faulenzen total beschäftigt! Müsst ihr verstehen.

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Doppelbett. Gartenedition

Der Sommer bäumt sich heute noch mal kräftig auf, danach – unkt mein bärtiger Wetterfrosch- war´s das! Dann herbstelt es. Tschüss Sommer! Wir werden die Kartoffeln rausbuddeln und Kürbisse schnitzen, Lampionblumen auf Ketten fädeln und uns auf Teenachmittage mit Kuchen und heißem Holundersaft und Kerzenschein freuen.

Bis, ja, bis es dann soweit ist! Dann will ich garantiert den Sommer zurück. Und nöle über das nasskalte Wetter. Wenn mich dann einer fragt und will, dass ich „Sommer“ spezifiziere, würde ich sagen: So wie dieses Wochenende sechster bis siebter August. So soll er sein.

Das wäre ein Sommer nach meinem Geschmack!

 

Mehr Bloggers Wochenende in Bildern sammelt Susanne hier.

Mein Juni-Wochenende in Bildern #wib

Mein Wochenende begann wie bei allen anderen auch, nämlich an einem Samstag (Was Freitag war, weiß ich heute schon nicht mehr!).

Wer sich also fragt, wozu die Leute sowas machen, also dieses Bilder-Wochenends-Dings, keine Ahnung, weshalb es die Leute machen! Ich mache es, damit ich mich anhand der Fotos erinnern kann, was ich so die letzten Stunden getrieben habe. Und ich hätte, wenn ich jetzt nicht hier bloggen würde, keinen plausiblen Grund, mich vor drei Maschinen Dreckswäsche und zwei Maschinen sauberer zu drücken. Super Ding also.

Samstag Morgen. Ich stricke Socken. Und trinke Kaffee. Dann erwachen alle und es geht los, das Gewusel. Einkaufen und Trampolinspringen war Vormittags. IMG_2135

Dann gab es „Magische Suppe“.IMG_2138

Diese Suppe ist wie die aus dem Märchen. Die wird immer mehr! Tatsächlich war am Ende des Kochvorgangs der 10-Liter-Topf voll und im Frost türmen sich jetzt Tupperdosen mit Suppe, die ich jedem ahnungslosen Gast von nun an bis hin zur Adventszeit anbieten werde. Warum die immer mehr wird? Nun, zuerst einmal wegen den Linsen. Sie ist immer zu dick. Wasser nachgießen. Dann feststellen, dass sie viel zu scharf ist! Wasser und Tomatenmark hinterher. Und irgendwann schmeckt sie und es sind 10 Liter von „Schmeckt!“ da.

Hier kommt das Rezept:

3 Zwiebeln und

3 Knoblauchzehen gehackt mit

1 Päckchen gewürfeltem Schinkenspeck anbraten (in Fett nach Wahl)

2-4 (siehe oben) Dosen stückige Tomaten dazu

Wasser (oder Fleischbrühe, wer hat) aufgießen und zum Kochen bringen

1/2 Packung rote Linsen in die kochende Brühe

würzen mit Salz, Chiligewürz oder Baharat oder irgend ´ner orientalischen Gewürzmischung.

1/2 Stunde kochen, abschmecken und gucken, ob sie immer mehr wird. 🙂 Dann essen.

Wir sind am Nachmittag in den Garten gefahren. Auto beladen bis unters Dach, als wöllten wir für drei Wochen in den Urlaub.

Der Bärtige hatte den aktuellen Wasserrohrbruch ganz alleine behoben, indem er das Rohr gelötet hat. Höchst selbst! Wir loben ihn überschwänglich und ich versuche nicht daran zu denken, dass selbstverständlich die Wand nie wieder in diesem Leben verputzt werden wird. Warum ich das weiß? Sagen wir mal so: Achtzehn Jahre Erfahrung…IMG_2143

Jedenfalls ist der Mann im „Flow“ und kaum von der Werkbank wegzukriegen. Er brennt mit einem Bunsenbrenner irgendeinen Spaten aus. So genau will ich das gar nicht wissen. Und als der Junior dann anfängt, ebenfalls mit einem Bunsenbrenner rumzufunzeln, will ich nicht mal mehr zusehen! IMG_2144

Stattdessen überlege ich, dass ich diesen Rollschrank auseinandernehmen werde und aus den Schiebern Wandregale mache. Keine Ahnung, wann, aber der Mensch braucht schließlich Pläne!IMG_2145

Außerdem mache ich aus diesem maroden Brett eine Garderobe. Drei weiße verschnörkelte Doppelhaken dran und fertig! Ich weiß nur noch nicht, wie ich die Oberfläche behandeln soll. Schleifen versaut vermutlich die Struktur des Brettes. Mit mehreren Schichten Mattlack überpinseln vielleicht? Irgendwelche Ideen?IMG_2162

Der nächste Morgen weckt uns mit traumhaftem Licht, ich bin wie besoffen davon! Sonne, zärtliche Wärme, goldener Schimmer auf allem und allen. Hach. ❤IMG_2174

Die Kinder kuscheln sich auf der Couch munter.IMG_2156

Der Blondino gräbt die Erdbeerpflänzchen aus, während…IMG_2166…ich in der Hängematte die Gartenaufsicht habe. Ich bin stilecht gekleidet in verfilzte Jogginghose, Socken vom Sohn und Adiletten. Ich bin der Dude!

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Ansonsten habe ich noch Rhabarber geerntet…IMG_2178

…und Minze.IMG_2182

Käfer beobachtet…IMG_2181

… mich umgezogen und mir den Wind unters Kleid fahren lassen.IMG_2185

Mittags gab es Rapper. Also eigentlich Wraps, aber wer kann dieses Wort schon aussprechen! Eben. Für den Blondino und mich gab es Milchreis und Kirschen und dick braune Butter und dick Zimtzucker! Gekochte Liebe ❤ (Ich hab schon wieder ein Pfützel auf der Zunge…)IMG_2186

Nachmittags waren wir bei meiner Schwester. Deren Garten ist viel schöner als meiner. Das kommt vermutlich daher, dass meine Schwester ihre Pflanzen streichelt! Untenstehendes Bild: Pflanzenstreichelnde Schwester. Schöne Pflanzen, schöne Schwester. Hier:IMG_2188

Meine Nichte hat uns dann noch Gartensushi serviert. Mmh! IMG_2191

Jetzt ist es draußen dunkel und das Wochenende vorbei. Ich hoffe, ihr hattet auch ein schönes. Macht doch Fotos, dann erinnert es sich besser an die netten Momente :).

Während die Jungs ´Schland im TV gucken, haue ich mir jetzt die Wäsche um die Ohren.

Für die nächste Woche habe ich mir viel vorgenommen (also außer Arbeiten und Kindertermine und Kuchenbasare zur Querfinanzierung der Klassenfahrt des Kronsohnes).

Ich schreibe schon an einem Artikel zum Thema, ob das Private wirklich politisch ist und die Rolle von Elternblogs. Außerdem will ich euch das Konzept me&i vorstellen und einen Artikel über Pubertät habe ich hier auch noch angefangen im Kopf…

Ich wünsche euch einen gute Start morgen in die neue Woche. ❤

Mehr Wochenenden in Bildern gibt’s wie immer bei Susanne.

 

Wochenende (ein Rant)

Wer dem Nieselpriemchen bei Instagram folgt, fragt sich bestimmt, wo denn das #wib vom letzten Wochenende bleibt. Angekündigt wurde es ja bereits am vergangenen Samstag mit einem Rumpelbild. Nämlich diesem hier:

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Also gut.

Das vergangene Wochenende begann auch wie jedes andere an einem Samstag in aller Früh. Zumindest für einige von uns.

Als erste Herausforderung des Tages stolperte ich quasi über ein Rieseninsekt (es war wirklich riiiiesig), welches versuchte, das Kinderzimmer zu entern. Um vermutlich mein Babylein zu beißen. Der mittelbar Bedrohte war sich der Gefahr nicht im mindesten bewusst, wie man deutlich sieht.

IMG_0998Todesmutig stülpte ich einen Becher über den Invasor. Alle gerettet!

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Man kann ja nicht genug aufpassen. Wo einer ist, sind vielleicht noch zwei weitere! Dann machen die Gang-Bang und schon hat man eine Population von babyfressenden Insekten im Haus, muss die Kammerjäger rufen und ehe man sich´s versieht, wirft jemand eine Plastikfolie über das Haus und kocht im Inneren Drogen! Man kennt das ja. Möglicherweise habe ich auch zuviel „Breaking Bad“ gesehen.

Für dieses Wochenende hatten wir uns viel Schönes vorgenommen. Wie eigentlich immer. Außer Putzen, Einkaufen und der Pflege der Erkrankten stand diesmal noch eine größere Umräumaktion an. Das Großkind musste aus seinem komfortablen Zimmer ausziehen und ins schmalere Arbeitszimmer umsiedeln. Und das kam so: Der Nachbarsjunge, der sein Zimmer Wand an Wand zu unserem Juniorzimmer hat, spielt Schlagzeug. Nicht schön, aber laut. Alle Versuche, der Familie schmackhaft zu machen, dass dieses Schlagzeug doch auch gut in einem anderen Zimmer stehen könnte (oder in einem anderen Haus; einer anderen Stadt) schlugen fehl. Also wurde nicht ein Schlagzeug von A nach B geräumt, sondern der Inhalt zweier Räume getauscht. Natürlich. Sehr gerne! Am Ende des Samstages sah unser Wohnzimmer dann so aus, wie oben gezeigt.

Um schon mal vorzugreifen, am Sonntagabend dann hatten wir zwar alle Dinge des Kindes bereits in dem „neuen“ Zimmer untergebracht, aber unser Kram passte auf einmal nicht mehr in die Möbel des Arbeitszimmers. Ich habe dann konsequent zwei Säcke Stoff weggeschmissen. Alternativ hätte sich der Bärtige von seiner Handbuch-Sammlung trennen müssen, aber das wäre unmenschlich gewesen. Ich verstehe das. Wie oft denkt man sich: ´Mensch, könnte ich doch noch mal in dem Manual meines Nokia 6210 schmökern. Ach, wäre das schön!`.

Aber vor de