Schon wieder Wochenende?!

Am Freitagmorgen stelle ich entsetzt fest, dass mein Geldbeutel verschwunden ist. Ich suche auf die Schnelle das Haus ab. Viele Quadratmeter, vier Etagen, treppauf treppab rennt die Mutti. Das dauert und führt zu keinem Ergebnis.

Ich weiß, ich war am Donnerstag mit dem Kind im Secondhandladen, und dort habe ich den Geldbeutel benutzt. Aber danach hüllt sich alles in Dunkel. Möglicherweise liegt er noch im Laden, weil das Kind sein soeben gekauftes dringend benötigtes Spielzeug irgendwo in dem Geschäft schon wieder verloren hatte und möglicherweise hatte ich beide Arme voll, als ich Kind und Krams dann zum Auto bugsierte. Denkbar wäre auch, dass mir beim Versuch, den Autoschlüssel aus der Tasche zu fummeln, der ganze Spiddel in den Dreck geflogen ist. Durchaus denkbar also, dass mein Geldbeutel in Pieschen auf der Bürgerstraße liegt! Ich alarmiere den Besitzer vom Lädchen und der Gute sucht für mich mit. Und geht auch auf der Straße gucken – nichts!

Ich sperre sodann (nach nochmaligen Check des gesamten Grundstücks und aller Ecken und Nischen) alle meine Karten und als ich den Bankordner zurück ins Büro des Mannes trage, liegt dort mein Portemonnaie! Auf dem Alten seinem Schreibtisch! Wottsefacko?! Ich hasse sogleich den Mann ein bisschen, denn dass ICH den dort nicht hingelegt habe, steht außer frage.

Am Nachmittag fahre ich in den Kaufmannsladen. Kaum habe ich das Auto in eine winzige Parklücke bugsiert (irgendwie kommt es mir vor, als seien sämtliche Parklücken in Parkhäusern für Mofas konzipiert), stelle ich fest, dass ich zwar nun wieder einen Geldbeutel besitze, aber darin kein Geld ist und – Ha!- die Karten habe ich ja eben erst gesperrt! Also wieder raus aus der winzigen Parklücke und wieder heim, dieser Tag ist sowas von für´n Arsch.

Als ich wieder da bin, ertönen Geräusche aus dem Inneren des Hauses, als stürbe der Mann lautstark. Oder möglicherweise hat er auch Sex ohne mich, wobei mir spontan gar nicht einfallen will, wie der Mann beim Sex klingt! Ich haste nach oben und finde den Bärtigen auf dem Dachboden, wo er sich schwitzend schindet und lauter geräuscht als ich beim Kinderkriegen. Der Kerl macht neuerdings Crossfit zu allem anderen dazu und wahrscheinlich klingt es jetzt bei uns öfter. Ich schreibe das nur, damit ihr wisst, ich bin in dieses lautstarke Treiben nicht involviert. Und nein, es ist nicht das, wonach es klingt!

Ich bin dann wieder in den Kaufmannsladen zurück und habe unterwegs im Klamottenladen Halt gemacht und bei dieser Instagramsache #10yearschallenge mitgemacht. Foto von 2009 und 2019. Hier bitte. Und nur für diejenigen von euch, die denken, mit vierzig ist das Leben vorbei: Rike links ist neununddreißig (dachte allerdings damals auch, mit vierzig ist dann das Leben vorbei; Überraschung! War gar nicht so).

Die Romantik eines Freitagabend in einem Bild zusammengefasst:

Samstag Morgen. Immer dasselbe. Es ist schummrig, die Mutti zündet Kerzen an. Alle (zwei) Anwesenden schweigen und trinken Heißgetränke, bis…

Ihr wisst, was jetzt kommt. Es wird gebacken! Das Kindchen will, ich muss mitmachen. Bis er es irgendwann komplett alleine kann und ich einfach gar nicht mehr aufstehe am Wochenende, sondern mir die leckeren Sachen dann ans Bett tragen lasse (es mangelt mir nicht an Motivationssprüchen um die wochenendlichen Projekte schön zu reden).

Unter die Pflaumen habe ich Pflaumenmus geschmiert, der Rhabarber bekam ein Bett aus Erdbeermarmelade.

Bereit zur Abnahme:

Nach dem Kuchen ist vor dem Kochen. „Stimmts, Mama, heute ist Schlafanzugtag?!“, spricht das Kind und damit wissen nun auch alle, wie wir so rumschlumpfen am Wochenende.

Die beiden Männer schlafen bis Mittag und das Süßilein und ich machen Kartoffelgratin.

Mahlzeit!

Am Nachmittag sind wir eingeladen beim Neujahrsessen meiner Familie.

Ich fand das Restaurant zu laut und wuselig und mit meinen Jungs ist es immer ein wenig schwierig, in so Läden zu gehen. Und so hat der eine Sohn seine Probleme mit sozialen Interaktionen damit bekämpft, indem er sich auf seinen Vater fokussierte und diesen die kompletten zwei Stunden ohne Unterlass zugeschnattert hat. Irgendwas in epischer Breite ausgespeichert. Der andere Sohn hat versucht, alle zu ignorieren und zu spielen. Als das nicht mehr ging, rief er dann mit beiden Händen an den Ohren „ZU LAUT! ZU LAUT! ZU LAUT!“, und wir verabschiedeten uns als erste.

So ist das eben. Aber immerhin konnten wir unser Essen aufessen, das gab es auch schon anders.

Den restlichen Abend verbrachten wir ruhig, mit Rückzug und Puzzles.

 

Guten Sonntagmorgen!

Während das Kind bastelt und puzzelt,

…stelle ich Zeug bei eBay ein. Kooft sowieso keiner! Ich hasse das. Entweder sagen die Leute, sie kämen an diesem oder jenen Tag und kommen dann nicht, ohne abzusagen, oder wollen Schränke abholen und kommen mit dem öffentlichen Nahverkehr angefahren („Ich dachte, sie könnten den Schrank und mich schnell mal nach Dippoldiswalde fahren?!“). Alles schon erlebt. Und guck doch, kaum fünf Minuten online schreibt jemand zu einer Tasche, die zwanzig Euro exklusive Versand kosten soll: „Für zwölf Euro inklusive Versand nehm ich sie!“. Ach, wie schön. Nicht. Und immer ohne Hallo und Grußformel. Die zicken mich quasi am frühen Morgen schon an!

Dabei ist das diesmal für einen guten Zweck. Meine Freundin hat ihr Leben halbiert und ist deswegen umgezogen. Jetzt ist am Ende des Ersparten noch jede Menge Baustelle in der neuen Behausung übrig. Und jede Menge Krempel, der nicht mehr gebraucht wird. Da komme ich hier ins Spiel. Ich will von dem Erlös eine Dunstabzugshaube kaufen!

Mittag: Lachs mit Sahnesoße und Bandnudeln. Oder, um es mit den Kindern auszudrücken: „Iiiieh, ich esse keine Fischnudeln!“, und: „Ich hatte das irgendwie leckerer in Erinnerung!“.

Nachmittags trage ich den Kuchen zu Gretel und stehe wieder vor diesem Spiegel. 🙂

Ich musste so lachen! Gretel macht mir Sonntags stets die Tür in Jogginghosen und mit Knödel auf dem Kopp auf und alles ist wunderbar! Ich sehe genauso aus. Sundays are for Jogginghosen! Mir ist wurscht, was der olle Lagerfeld dazu sagt („Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren!“), oder der Bärtige („Wie du wieder rumrennst! Wie diese Pippi Dingsbums von der Eva Lindgren!“), und wenn ich einen Sack hätte, ich schwöre, Sonntags würde ich mich den ganzen Tag dran kratzen! Mit Jogginghose. Auf der Couch. Echt jetzt.

 

Ich wünsche euch eine schöne Woche! ❤ Mehr Wochenendbilder gibts hier bei Alu und Konsti, die das sammeln.

6 Kommentare zu “Schon wieder Wochenende?!

  1. Crossfit Wuhahaha! Mein Bartträger hat Kalisthenics für sich entdeckt (dürfte ähnlich sein). Und jetzt ist das Gästezimmer mit Gerätschaften aus maximal zehenstoßgeeignetem Eisen zugestellt und wir werden regelmäßig mit immer den gleichen sieben Rap-Liedern beschallt.

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