#wib spezial – aus Berlin

Ich weiß schon, wir haben bereits Mittwoch (oder Donnerstag?) und ich hänge mit meinem „Wochenende in Bildern“ komplett hinterher und zwischen den Wochen, aber es ist im Moment total verrückt! Ich komme zu allem zu spät oder zwei Tage zu früh. Das Leben ist voll und voller Dings und Bums und Anforderungen links und Geschenken rechts und ich habe um alles einfangen zu können zu wenig Arme und zu wenig Speicher in der Rübe.

Tja. Deshalb ist es hier so still gewesen. Um zu bloggen brauche ich nicht nur ein ausgeprägtes Zeige- und Mitteilungsbedürfnis (das sich manchmal einfach nicht einstellt, nö), sondern auch ein bisschen Luft im Kopf, damit die Gedanken Purzelbäume schlagen können und sich eine Geschichte formiert, die ich erzählen will.

Das war einfach nicht da. Aber hey!, es geht mir gut und es kommen wieder Zeiten mit mehr Luft für Purzelbäume und Geschichten, da bin ich sicher. Wartet ihr einstweilen? Fein.

Heute berichte ich euch aber erst mal von den aktuellen Vorbereitungen der Blogfamilia 2019

Die Vereinsmitglieder haben sich am vergangenen Wochenende in Berlin zur Klausurtagung getroffen und deshalb lohnt es sich, ein „#wib spezial“ zu machen. Blogfamilia wird in diesem Jahr fünf und ich bin von Anfang an dabei. Zwei Jahre als Gast und Fan, und nun schon das dritte Jahr als Fan und Macher. Oder Macherin. Auf jeden Fall Akteuse. Oder Akteur (ich könnte immer so weiter machen, weshalb ich mir schnell mal mit einem Hammer ins Knie haue um mich selbst schnell wieder auf Kurs zu bringen). Wer mag, kann ja hier in dieser meiner Linksammlung mal nachlesen, was ich in den letzten Jahren so berichtet habe.

Das Format hat sich in den letzten fünf Jahren sehr verändert. Anfänglich von Anne und Susanne als familiäre Veranstaltung für fünfzig Blogger initiiert, sind mittlerweile acht Menschen mit der Organisation und Gestaltung der Blogfamilia-Messe für Blogger, und mittlerweile auch der Blogfamiliär-Veranstaltungen (in der Vergangenheit in Köln und Stuttgart, demnächst in Hamburg) für Eltern, Erzieher und pädagogisch interessierte Menschen beschäftigt. Und zwar immer, rund um die Uhr, das ganze Jahr! Mit unterschiedlichem Arbeitsaufwand zwar, aber doch, wir haben immer irgendwas zu tun.

Wer alles zum Verein gehört, könnt ihr hier sehen. Dazugekommen ist in diesem Jahr Laura von Heute ist Musik, und das ist Musik im Teamgetriebe! Sie ist ein echter Schatz und eine Bereicherung für alle.

Jetzt aber endlich Bilder her! Der Samstag begann wie immer: grau und früh. Anders war nur, dass ich diesmal nicht die Backzutaten aus den Schränken holte, sondern die Reisetasche vom Dachboden. Mutti haut ab! Jawohl. Und zwar nach Berlin.

Immer noch sehr früh warte ich auf den Flixi, der wie immer zehn Minuten zu spät kommt, während ich wie immer fünfzehn Minuten vor eigentlicher Ankunftszeit da bin, weshalb die Liebesbeziehung zum Flixbus ein wenig, nun ja, überschattet wird.

Guten Tag, mein Name ist Henrike und ich benutze Alufolie. Aua! Nicht so dolle hauen! Und nicht immer auf den Kopp!

Berlin, Berlin. Gegen halb elf fahren wir ein. Erwähnenswert finde ich, dass der Flixi von Dresden nach Berlin genauso lange fährt wie von der Stadtgrenze Berlin bis zum Alex. Eeeeendloooos. Wann sind wir endlich da, Herr Busfahrer?! Ist Berlin so lang (oder breit) wie die Strecke Dresden-Berlin? Oder so verworren im Straßennetz? Ich begreife das nicht. Also eher sogar nie.

Geschafft. Ich bin in Berlin Freidrichshain gelandet. Wir tagen heute bei Anne und Konstantin von den Großen Köpfen. Konsti selbst ist nicht dabei, er hat trotz Wochenende eine dienstliche Veranstaltung. Wir machen das alles nebenbei. Neben Job, Studium, Hausbau, und während wir – Tadaaa! –  insgesamt einundzwanzig Kinder großziehen. Deshalb ist es auch legitim, dass nicht immer alle anwesend sind.

Heute vermisse ich neben Konsti auch den Doc und Jürgen und Rike sehr. Als ich eintreffe, sind von links nach rechts Laura, Christian (Familienbetrieb), Lisa (Stadtlandmama) und Anne schon da.

Etwas später reisen die Kölner an. Lempi und Janni (Ich bin dein Vater) sind zwar ohne den Doc da, aber sie sind angereist aus Köln. Hurra!

Eine sportliche Agenda wartet, echt viele Arbeitspakete sind zu schnüren und zu verteilen. Ich schreibe zusammen mit Laura Protokoll und wir beschreiben am Ende fünf DinA4-Seiten, und das zusätzlich zu den ganzen Tasks und Slides und Dings in dem Projektmanagementtool, das wir zur Planung benutzen.

Alles läuft erstaunlich rund, und das ist irgendwie das, was ich in der Zusammenarbeit mit den Leuten der Blogfamilia echt nur als „magic“ bezeichnen kann. Alle wollen, alle machen, es gibt kein Gezeter oder Zuständigkeitsgerangel, alles und jeder greift irgendwie die Hand der anderen und Dinge, die getan werden müssen, auf.

Konstantin hat für uns vorgekocht, bevor er selber auf eine Veranstaltung musste. Es gibt Pasta Bolognese.

Und, Leute, schmeckts? Joar, würde ich sagen. 🙂

Janni ist platt. Aber für ein Mittagschläfchen ist keine Zeit. Los, hoch, Du Kölner Jeck!

Am Ende des Tages werde ich sagen, dass mir schwummrig sei in der Rübe und dass ich wohl ab jetzt pro Woche einen Tag Urlaub nehmen müssste, um meinen Teil abzuarbeiten, und ein wenig Angst wird mich auch beschleichen, aber guck mal hier. Wir arbeiten nicht nur, wir lachen, bis die Tränen laufen! Anne, Lempi und ich. Das Foto hat die Stadtlandmama Lisa gemacht.

Spät am Abend hauen sich die Kollegen die Nacht umme Ohren und schicken Partypics.

Ich kann kontern. Party ist für mich an diesem erschöpften Abend: Dusche, Netflix, zwei Kopfkissen und zwei Decken! Schön wars.

Am nächsten Morgen bin ich die erste beim Hotelfrühstück…

… und nach einer herzlichen Verabschiedung die erste auf dem Heimweg. Das Partyvolk bruncht noch irgendwo und fliegt am frühen Nachmittag in alle Richtungen, unsere langweilige sächsische Muddi hier aber will wieder heim.

Schüss, Berlin! Im Mai sehen wir uns wieder! Das wird großartig. Für uns alle vom Orgateam, für unsere Gäste, und dann gibts da noch was. Mein Großkind, der Bubi will in diesem Jahr mitmachen als Helfer bei der Orga. Und während mir das so durch den Kopf geht, bekomme ich ein wenig Schnupfen, wisst ihr. Stellt euch doch mal vor, irgendwann rückt die nächste Generation nach und dann stehen nicht nur wir Alten hier und machen Bloggerevents, unsere in den Blogs zum Teil vom Babyalter vielbeschriebenen Kids verteilen Aufkleber, Programmhefte und weisen den Weg zu Veranstaltungen. Virtuell wird real, Klappe, die zweite. Mensch, das ist ein Ding.

Schnief… hat irgendwer ein Tempo für mich?!

Alexanderplatz im Sonnenschein. Ich habe ein Großraumabteil im pünktlichen (!) Flixbus und esse meine Stulle von gestern morgen (aus der Alufolie) und Streuselkuchen, den Christian gebacken hat. Großes Herzeleid beschleicht mich, liegt aber vermutlich an den vierhundert Gramm Butter in Christians Streuselkuchen. Manch einen hat einen Koffer in Berlin, ich ein Stück von meinem ihr-wisst-schon, Herz.

Zu Hause erwartet mich eine Einladung zu einer Lesung von Andrea Harmonika ( ❤ ) und Tulpen, über die ich mich über Gebühr freue und dem Mann dafür überschwänglich danke. Bis dieser mir erklärt, die Tulpen hätte ich mir selbst gekauft, beim Lidl, weißte nicht mehr, am Freitag. Ach so, ja. Alter ist doch manchmal was Schönes. Man freut sich mehrmals über das Gleiche!

Dann finde ich diese zauberhaften Filzlatschen, an deren Besitz ich mich gar nicht mehr erinnern kann und frage vorsichtig, wann ich denn diese gekauft hätte? Nein, die seien ein Geschenk von ihm, dem Mann, berichtet dieser.

Aber ich glaube ihm nicht, der will nur, dass ich ihn wieder überschwänglich umhalse und knutsche. bestimmt habe ich die selber gekauft! 🙂

So, ihr Lieben (das schreiben ja immer die Superduperzehntausendfollowerblogger und Instastars), das wars für dieses Wochenende. Ich mach mich jetzt ans Abackern meiner Aufgabenliste und freue mich, die Eine oder den anderen im Mai persönlich zu sehen, zu sprechen, zu knutschen (alles freiwillig, alles kann, nichts muss), und wünsche euch eine gute Woche und bis zum Wiederlesen zitiere ich meinen Lieblingsphilosphen, den fünfjährigen Blondino. Der sagte nämlich gestern:

„Zickezacke Schweinebacke und tschö mit ö, ihr verknallten Stinkesocken!“

(Zu seinen Legobausteinen, wohlgemerkt)

 

 

Alle Informationen rund um die Blogfamilia findet ihr hier: https://blogfamilia.de/

Aktuell läuft die Nominierung für den Blogfamilia Award und dazu möchte ich euch herzlich aufrufen! Was das ist und wie ihr mitmachen könnt, steht hier: https://blogfamilia.de/blogfamilia-award-2019-nennt-uns-jetzt-eure-nominierungen

 

Meine Blumen für…

Es wird allerhöchste Zeit, mal wieder Blümchen zu verschenken! Unter https://narrenfreiheit.blog/  verbirgt sich ein ganz zauberhaftes Blogidyll namens „Life Science – Das Leben erforschen auf Roosevelt Island“.

Wo genau Renate herkommt, weiß ich nicht so genau (wahrscheinlich habe ich es überlesen), aber irgendwann vor ein paar Jahren verschlug es sie und ihren Sohn zusammen mit dem „Life Scientisten“ beruflich nach New York. Wöchentlich schrieb sie ihre Begegnungen und Erlebnisse in das kleine Blöggel und schuf so eine ganz und gar wunderbare Welt, in die ich so gern zu Besuch kam!

Egal, ob Weihnachten in New York, Skurriles rund um Halloween, das Leben als Deutsche im Big Apple, alle fand dort seinen Platz. Mit ganz aufmerksamen Augen betrachtete Renate ihr Stückchen der neuen Heimat, beschrieb die Unterschiede im Schulwesen, Day Care oder Kindergarten, Einkaufen, Essen gehen und wo man echt für´n schmalen Taler mit Kind und Kegel New York erkunden kann. Und wo kann man denn eigentlich anständiges Brot kaufen? (ich weiß es, und auch, dass es acht Dollar kostet) Und das alles ist so nett geschrieben, dass es mir stets schwer fiel, mit dem Lesen wieder aufzuhören.

Jetzt habe ich alles durchgelesen und Renate ist mit ihrer Familie wieder in Deutschland angekommen. Ob sie den Blog wohl weiterschreiben wird?, schrieb sie mir in einer eMail. Oh, ich hoffe doch sehr, Renate! Und auch, dass wir uns vielleicht zur Blogfamilia im Mai kennenlernen werden.

Willkommen zurück zu Hause!

 

Diese Blümeln sind für dich als Dank für viele Stunden Lesegenuss und dafür, dass du meine ambivalente Sehnsucht nach New York immer wieder gestillt und befeuert hast.

Ich freue mich auf viele weitere kluge, zarte Texte von dir. Aus Berlin oder Wanne-Eickel oder der Abstellkammer. Schreib, Renate, schreib weiter!

Blogfamilia 2017

Wenn ihr das hier lest, sitze ich im Bus nach Berlin. Am Freitag findet zum dritten Mal die Blogfamilia statt, die größte Elternbloggermesse Deutschlands. 

Ich bin zum dritten Mal dabei und doch ist es diesmal anders. Die vergangenen beiden Jahre war ich Gast, in diesem Jahr bin ich Teil von dem „Bums“.

Die Blogfamilia wurde immer größer und aus diesem Grund hat sich Anfang des Jahres ein Verein gegründet, zu dessen Gründungsmitgliedern ich zähle, und der in diesem Jahr die Messe gemeinsam veranstaltet.

Als ich gefragt wurde, ob ich mitmachen wöllte, war ich gerührt und geehrt, steht Blogfamilia doch für mich für die Bloggerfamilie, als Teil dessen ich mich sehe. Und auch für eine Art Institution für Familienblogger und die Themen von Familie im allgemeinen. Das Sichtbarmachen derselben ist ein großes Ziel der Blogfamilia und ich bin gespannt auf die Sessions und Vorträge. Und am meisten auf „meine“ Leutchens. So viele sehe ich nur einmal im Jahr, sehe ich nur auf der Blogfamilia, es ist tatsächlich ein bisschen wie zu einem Familienfest zu fahren!

Es wird für mich anders sein in diesem Jahr, ich werde viel weniger Zeit haben zum Quatschen und auch nicht jeden Vortrag hören können und dennoch finde ich es großartig, im „Staff“-Team dabei zu sein und so meinen Beitrag zu leisten, dass alle Besucher an diesem Tag genauso begeistert und emotional angeregt nach Hause gehen, wie ich in den vergangenen Jahren. Ich lebe einfach den Gedanken dahinter und träume großartige Träume, davon, was entstehen könnte, wenn man die energy der schreibenden Eltern kanalisieren würde! Und ich träume davon, dass wir uns wirklich als Gemeinschaft, als Familie sehen. Und zwar als eine gute, in der man sich zuhört und unterstützt. Und sich unterstützt fühlt.

Hier hab ich noch mal was rausgekramt, was ich im vergangenen Jahr im Nachgang verbloggt hatte.

Ihr könnt die Blogfamilia 2017  via Instagram verfolgen. Oder auf Twitter. Und wenn ihr selbst als Besucher vorort seid und wir uns bisher noch nicht persönlich kennengelernt haben, sagt „Hallo Nieselpriemchen!“ oder drückt mir hemmungslos einen feuchten Schmatz auf die runzlige Stirn, je nach Temperament. Ich freu mich, kannste glauben!

Berlin, isch gomme! 🙂

 

#blogfamilia Teil 2 – Die Familienbloggerfamilie

„Wie ist das eigentlich, erkennt ihr euch oder habt ihr alle Namensschilder um? Wie muss ich mir das vorstellen?“, fragt der Nachbar beim Grillen.

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Hm, ich habe mich nie gefragt, wie sich das so für euch darstellt. Da sieht man dann Fotos bei Instagram oder Facebook, wo sie die Köpfe zusammenstecken, diese Elternblogger. Aber wie finden die sich? Und wie kommen die in Kontakt? Gibts da ne Vorstellungsrunde wo jeder sagt, wer er ist?

Nein. Die braucht es nicht. Und ja, wir erkennen uns und ja, wir tragen Namensschilder! (guck mal auf das Bild rechts)

Viele der schreibenden Eltern erkennt man sowieso, wenn sie Fotos von sich auf ihren Blogs haben und manchmal stolpert man auch auf ein Namensschild zu: „Du bist das Gesicht hinter Glücklich scheitern?! Wie schön, dich kennenzulernen!“.

Wie auch im letzten Jahr bin ich zutiefst beeindruckt, wie spontan und herzlich aufeinander zugegangen wird. Niemand steht allein, überall Grüppchen lachender, sich in inniger Zugewandtheit miteinander unterhaltender Menschen, die sich oft nur wenige Minuten vorher kennengelernt haben. Doch stopp, ist das so?

Vielleicht ist das das Geheimnis. Selbst wenn du den Menschen hinter dem Blog zum ersten Mal siehst, hast du ja bereits ein „Bild“ von ihm, weißt über viele seiner Ansichten und Erlebnisse das, was er davon preisgeben wollte. Ist er dir nah auf eine vertraute Art. Und gerade wenn man über „Familie“ schreibt, macht jeder Schreibende „auf“, lässt den Leser ein Stück weit teilhaben an seiner Gefühlswelt. Es gibt also schon eine Verbindung, bevor man diesen Schreibenden das erste mal in den Arm nimmt. Vielleicht fällt auch diese offene Herzlichkeit so leicht, wenn man im Gegenüber jemanden erkennt, dem man sich ebenso nah fühlt durch dessen Blog.IMG_1689

Und so ist es vielleicht auch nicht verwunderlich, dass das Verblüffendste und gleichzeitig Normalste der Welt für mich das absolute Fehlen von Small Talk ist. Es gibt keine peinlichen Pausen, kein: „Und? Bei euch auch schönes Wetter?“. Jedes Gespräch, das ich geführt habe, hatte Themen und Inhalte. Wie unter langjährigen Freunden, die sich lange nicht gesehen haben.

Wir haben uns ausgetauscht, wo wer einen Schwangerschaftstest gemacht hat (Dominikanische Republik, Klo beim Zahnarzt), wo wer seinen späteren Mann kennengelernt hat (Paarship, bester Kumpel, Führerscheinnachschulung für alkoholauffällige Fahranfänger). Wir haben über die Besonderheiten der Kinder gesprochen, über Vereinbarkeit, Kinderkrankheiten, flatternde Nerven. Wir haben laut darüber nachgedacht, wie man die Besonderheiten im Leben mit pubertierenden Kindern vertexten kann, ohne diese bloßzustellen und dennoch einen informativen Mehrwert für den Leser bieten zu können. Es wurde über Lohnarbeit gesprochen, über ganz persönliche Belange. Eine bunte Bandbreite, ganz wie bei jedem anderen Treffen mit lieben Freunden, die Eltern sind, auch.

Dabei sind wir ein bunter, durchmischter Haufen, der unterschiedlicher kaum sein könnte! Von Mitte zwanzig bis Mitte Vierzig. Aus allen Himmelsrichtungen Deutschlands und auch aus Österreich und der Schweiz. Groß, klein, füllig, drahtig, bunt, schwarzweiß, ernst und thematisch ausgerichtet oder lustig und mit hohem Spaßfaktor. Die einzige durchgängige Schnittmenge ist die Existenz von Kindern und einem Blog bei jedem von uns.

Und dennoch.

So viel Nähe.

So viel „Wir“.IMG_1705

Es wurden die Babybäuche bewundert, die im letzten Jahr noch nicht da waren. Nämlich zum Beispiel die von Alu, Susanne, Bettie, Jette.

Und es war schwer sich zu verabschieden! Carola mit ihrer unglaublich herzlichen und zugleich zarten Art. Feinfühlig und leise anstatt laut. Kerstin, in deren Schuhen ich nicht einen halben Tag bestehen würde und die so würdevoll und mit einer charmanten unkoketten Art von sich erzählt und trotz dreier Kleinkinder noch einen wachen Blick auf die Welt hat. Lisa, die mich vor Freude über unser Wiedersehen in die Luft gehoben hat! Verena, auf die ich mich so sehr gefreut hatte und die in echt genauso liebenswert wie ihr Blog ist. Die unverwechselbare und sagenhafte Béa. Silke, die mir mich mit ihrem Blog für junge Vierziger so anspricht. Anna, der ich mit geschlossenen Augen beim Vorlesen eines Telefonbuches lauschen könnte, weil sie nicht nur eine wunderbare schriftliche Erzählsprache hat, sondern auch verbal. Die unbeschreibliche Rike, die nicht nur wunderschön, sondern auch noch klug, witzig und herzlich ist! Anneliese, die nicht nur witzig kann, sondern auch kluge einfühlsame Worte findet jenseits von Pathos. Nadine, die mich mit ihrem Lachen und ihrer Herzlichkeit einfach über den Haufen gerannt hat. Head over heels… Mein persönliches Feuerwerk ist Nina gewesen. Sehnsüchtig wie es nur echte Fans können hatte ich mich auf sie gefreut und ich kann mir nicht vorstellen, dass es an diesem Tag auch nur einen einzigen Menschen gegeben hat, dessen Herz sie nicht im Sturm erobert hat! Und mit Krachbumm, Kapeng! Tschakkalakka, hier bin ich! Tusch und Applaus! Der Fanfarenchor: Bitte jetzt! Die Frau ist eine Naturgewalt in Elfengestalt. Ach, und meine „Die Eine“… Von der war der Abschied wieder am schwersten.

So viele tolle Menschen. Ich könnte unendlich weitermachen mit der Aufzählung!

Ich habe mich gefreut, Jessi, Sonja, Séverine, Alu und Konsti wiederzusehen und habe Liz, Nina, Vivi, Simone und JuSu vermisst. Besonders gefreut habe ich mich auf und über Doc Ghee von „Ich bin dein Vater“ und Christian vom Familienbetrieb, der für meinen Aufenthalt den Herbergsvater gespielt hat und in dessen Familie ich mich sofort adoptieren lassen würde.

Die Menschen waren das Beste, habe ich dem Nachbarn beim Grillen erzählt. Und wisst ihr warum? Sie sind wie ihre Blogs. Authentizität ist wohl oft ein Thema beim Bloggen. Die Blogger, mit denen ich mich unterhalten habe, habe ich alle „erkannt“.

Einhundertfünfundzwanzig Menschen haben sich getroffen auf der diesjährigen Blogfamilia und ganz viele werden mit neuen Freunden im Herzen nach Hause gefahren sein. So wie ich. Ich glaube, wir sind etwas besonderes. Wir schreiben nicht nur über Familie, wir sind Familie.

Von der Veranstaltung selbst erzähle ich euch morgen…

 

 

 

 

 

#blogfamilia Teil 1 – Berliner Gefühle

Gestern Abend fragen die Nachbarn beim Grillen: „Und? wie war´s in Berlin?“. Ich nicke. Und sage: „Ich will nicht drüber reden. Ich will das nicht teilen. Noch nicht. Nicht heute.“.

Ich bin noch voll Berlin…

In der vergangenen Woche hatte ich jeden Tag Migräne. Vierundzwanzig Stunden akut mit Doppelbildern, Übelkeit und Schwindel. Danach einen Tag mit diesem Katergefühl, wenn sie wieder abklingt. Und tags darauf ging das Spielchen wieder von vorn los. Ich habe mich gedopt, versucht zu schonen, hinterfragt. Stresst mich etwas? Was? Wie kann man das auflösen? Keine Ahnung.

Noch am Blogfamilia-Morgen schmiss ich mir Ibu´s rein und ließ mich zur Busstation fahren. Arschknapp, ohne Zahnbürste, dafür mit angemotzter Familie und einem Kerl, der mich darauf hinwies, dass wir superspät dran wären (was meine Schuld sei), und der dann trotzdem Umwege fuhr bis die in Berlin zu Erwartende dem Wahnsinn völlig anheimfiel und sich vor Wut auf dem Beifahrersitz gebährdete wie bei einer Teufelsaustreibung. (Weil, der kürzesten Weg, du, da sind die Straßen aber so schlecht. Da fahrn wir eben noch mal kurz zwölf Kilometer außen rum. Kann er ja nichts dafür, dass ich im Vorfeld so lange brauchte, um in die Hufe zu kommen.).

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Abgehetzter Berlin-Linienbus-Passagier mit Käsekuchen in der Tasche. Aber ohne Zahnbürste.

Ankunft Alexanderplatz. Hitze, laut, Menschenmassen, heiß, Gepäck schwer, welcher U-Bahn-Zugang?! Scheiße, Scheiße, keine Ahnung, keinen Plan. Gänge, Gänge, Gänge, Menschen, noch mehr Menschen, mein armer Kopf…

Dann verlaufen, Straße hoch, Straße runter, noch mal. Ich find das nicht! Ach doch, hier isses. Isses hier? Bin ich richtig? Diese irre große Stadt ist nichts für mich Provinzmädchen. Mensch, dieser Koffer! Treppen hoch. Ich bin bestimmt falsch. Hier isses nicht. Und der Schweiß läuft an mir runter! Am besten, ich dreh wieder um. Der Kuchen ist auch hinüber und überhaupt: Wer schleppt einen Kuchen nach Berlin?! Hallo? Was für ne saublöde Idee. Ach guck mal, da sind Leute… da vorn, die kenn ich doch…

Ich mag ja keine Menschenmassen. Menschenansammlungen größer drei Personen strapazieren mich. Ich fühle mich reizüberflutet, befürchte, im Gespräch die Hälfte nicht und die andere Hälfte falsch zu verstehen. Ich mag Menschen am liebsten in homöopathischen Dosen.

Dort anzukommen und sich in diese Menge zu mischen ist wie ins-Meer-gehen gewesen. Ein vorsichtiger Schritt, ein zweiter, und dann habe ich mich auf den Rücken geworfen und von den Wellen treiben lassen. Und alles war schön!

Alles war leicht. Alles freundlich, fröhlich, übermütig, glücklich. Unverkrampft. Ich entkrampfte auch. Schöne Menschen, echtes Lachen, warme Umarmungen und ein Gefühl von Angenommenheit schwabberten um mich herum. In den kommenden Stunden lachte ich laut und dreckig, haute mir auf die Schenkel, wuselte durch den Haufen und dachte keine Sekunde darüber nach, ob meine Art zu laut oder hektisch wirkte, mein Teint fettig glänzte oder meine Haare doof aussahen. Ach, und die Kopfschmerzen waren auch weg! Sieh an.

Nachts schlief ich in einem geliehenem Kinderzimmer mit Vorhängen voller wunderschöner grüner Tulpen und zum ersten Mal seit Jahren mit offenem Fenster. Morgens weckte mich das Rumpeln von Mülltonnen. Keine grölenden Besoffenen nachts, kein Verkehrslärm. Berlin, du sanfte Schlafhüterin.

Morgens der Blick in so herzliche Berliner Gesichter und ein wunderbares Frühstück und ein viel zu kurzes Berliner Frühstücksgespräch. Warmer Kaffee, warme Athmosphäre, keine Hektik. Nur Sein. Pur. Echt und unverstellt. Ich will nicht gehen! Ich will auch Berlin sein…

Ich muss gehen. Auf dem Weg zurück zur Location des Vortages sitzen die Gestalten der Nacht müde blinzelnd in der Morgensonne, während ich einen Cappuchino und ein warmes Vanillecroissant ordere. Beides schmeckt wie eine Offenbahrung. Wie das Frühstück nach einer unglaublichen Liebesnacht.

Ich sitze den Vormittag in der Sonne und beobachte schöne Menschen, die in der schönen Berliner Sonne flanieren. Ich strecke die Beine aus und rauche und fühle mich gelassen und friedlich und entspannt wie seit langem nicht.

Irgendwann komme ich mit einer Veranstalterin vor Ort ins Gespräch. Immer wieder wandern meine Blicke an dieser wunderbunten Frau entlang. Tättowierungen in allen Farben des Regenbogens, ein Rockabilly-Kleid, blauschwarz gefärbte Helmfrisur und ein wilder Lidstrich. „Ich muss sie immerzu ansehen. Sie sind wunderschön! Und dieses Kleid…“, bricht es wahrheitsgemäß aus mir heraus. Sie sieht mich liebevoll an. Sie ist Berlin. In Dresden bin ich mit sechsundvierzig Jahren zu alt für Miniröcke und Kirschohrringe, egal, wie jung mein Mädchenherz und meine Seele sind. Und hier in Berlin steht diese bunte zauberhafte Frau vor mir, mit unschätzbarem Alter zwischen vierzig und sechzig und zeigt der Welt einfach ihre junge, bunte Seele.

Ich will nicht fahren.

Als der Bus heimwärts an der Berliner Mauer entlang fährt, denke ich über Mauern nach. Echte, gefühlte. Mauern im kopf, im Denken. Und über die wunderbaren Dinge, die passieren können, wenn sie fallen, die Mauern. IMG_1691

Berlin, du Lehrmeisterin!

Daheim stehe ich an der Straßenbahn und sehe missmutige Menschen mit Bierflaschen als Accessoires in der Hand. Und unfreundlichen Gesichtern. Die sind eindeutig nicht Berlin!

Am nächsten Morgen schneidet mir ein Mann beim Aldi die Vorfahrt, rennt vor meinen vollen Einkaufswagen und bleibt aprupt davor stehen um sich irgendein Obst anzuschauen. „Boar, Mann, ey! Kommst du klar?!“, schnauze ich den an. Ich bin unentspannt. Ich bin nicht Berlin…

Ich will mir das Gefühl erhalten, mich erinnern. Ich will ein bisschen Berlin bleiben. Und das mit den Mauern… wichtig.

Berlin, Berlin!

„Was war das Schönste dort auf dieser Veranstaltung?“, fragt der Nachbar beim Grillen. „Die Menschen!“, antworte ich sofort.

Und von denen erzähle ich euch morgen…