Wochenende in Bildern

Wochenende in Bildern

Ich habe mal mit einem vietnamesischen Kollegen zusammengearbeitet, der uns stets „Flöhliche Östeln!“ an Ostern wünschte. Ob er nicht anders konnte oder sich einen Witz draus machte, weil wir Langnasen annehmen, Asiaten könnten kein „R“ aussprechen, weiß ich nicht. Jedenfalls hoffe ich, ihr hatte flöhliche Östeln.

Ich zeig euch ein paar Bilder von meinem langen Osterwochenende.

Ostern ist das Fest des Suchens, auch in der tschechischen Pension, weshalb wir erst einmal eine leihweise Dachbox fürs Auto im Freundeskreis suchen mussten, um die obligaten Schokoladen- und Chipsmassen für vier Kinder über die Grenze transportieren zu können. Und so suchten wir dann alle nach irgendetwas. Ich nach Ruhe, die anderen nach… irgendwas anderem.

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Auf der Suche nach Süßem…

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Auf der Suche nach dem Trick, wie das Gartentor aufgeht…

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Diese Urlauberin sucht eigentlich nur ihre Ruhe, muss sich aber für ein total natürliches ungestelltes Foto neben einen Blecheimer stellen! Zum Beispiel.

Osterwanderung ist Pflicht. Und zwar auch immer diesselbe Tour (Kindern soll man Traditionen vermitteln, oder?). Durchs beschauliche Örtchen geht rauf auf den Jeschken. Sieben Kilometer, fünfhundert Höhenmeter, ein kleines feines Spaziergängchen, auch für kurze Beinchen zu erlaufen. Im übrigen: Solange sie noch motzen, können sie immer noch weiter laufen…

Motzendes, fußlahmes, halbstarkes Pubertätervolk. Distanz: Ca. 150m vom Start entfernt

Motzendes, fußlahmes, halbstarkes Pubertätervolk. Distanz: Ca. 150m vom Start entfernt

Um den Kindern auch mal etwas Abwechslung zu bieten, haben wir nicht nur Schnee in Hülle und Fülle organisiert, sondern auch dafür gesorgt, dass sie mal zuschauen können, wie ein Film gedreht wird (Das ist im übrigen ziemlich langweilig.). Im Örtchen gastierte eine tschechische Filmcrew und die drehten irgendsowas wie „CSI Tschechei“, denn wir sahen einen als Gerichtsmediziner verkleideten Mann ständig rein- und rauslaufen und ein Sarg wurde auch mehrmals rein- und rausgetragen, ehe die Szene im Kasten war. Alles sehr langweilig. Vor allem für mich, weil ich nicht als Statist mitspielen durfte!

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„Mord vorort“ oder „CSI Tschechei“; the making of

Das geliebte Örtchen ist wunderschön und in jedem Jahr mache ich zahllose Fotos. Ich denke, ich besitze mittlerweile von jedem Haus in Christofsgrund mehrere Fotos (falls jemand von Google Interesse hat). Ich kann nicht anders, jetzt kommen welche:

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die ehemalige Dorfschule; jetzt das schönste Rathaus auf der Welt

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Haus. Schön. Am Waldesrand. Und unbewohnt!

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Brücke über die Rokytka mit Blick auf die Kirche (Ja, ich weiß, es ist nicht der Stephansdom, aber ich mag das doch so dolle dort! Ihr müsst jetzt da durch. So viele Bilder sind´s auch nicht mehr.)

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Haus. Noch schöner. Leider bewohnt.

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Österliche Dekoration. Auch sehr schön.

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„Errichtet von Stefan Schwanz“. Steht dort. Wanderer, halte inne und sei dankbar. Dem Herrn. Und dem Herrn Schwanz.

Wenn man aus dem Örtchen rauskommt, ist man von Wald umgeben und von Ruhe. Die Kinder motzen dann auch nicht mehr, die sind mit Keuchen beschäftigt.

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Erstbegehung im „Tiefschnee“

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Das Ziel. In Sichtnähe.

Das Wichtigste nach jeder Wanderung ist das Biertrinken im „Hot Tub“, also diesem Holzfass im Garten der Pension, wo der Wirt jedem ordentlich Feuer unterm Hintern macht. Da die Pension vollausgebucht war, gabs keine Leihbademäntel mehr und die Männer durften die privaten Negligés der Wirtsleute tragen. Ein Augenfest!

Heiße Typen in Brokatseide

Heiße Typen in Brokatseide

Es wurde gekniffelt. Und ja, auf dem Zettel steht vierhunderteinundachtzig. Und dafür brauchte ich weder den Viererpasch, noch die große Straße. Tja, wenns läuft!

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Kniffelgöttin forever: me

Zu Hause angekommen finde ich eine knuffige Karte im Briefkasten, die mich mit den lieben, warmen Worten meiner Freundin willkommen heißt.

schönster Osterfund

schönster Osterfund

Schnell noch irgendwelche gekauften Eier breithängen, wir bekommen Besuch…

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Eier am Ast vor Eier auf Bild. Eier halt.

So, das wars fast. Wochenende vorbei! Und weil Bilder vom Essen bei keinem Wochenendrückblick überhaupt fehlen dürfen, habe ich heute noch schnell das Essen fotografiert…

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Genau: Tetrapackmilch und Sprühsahne. Und Bier. Wir wissen zu leben!

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Du hast den Voyeur in dir entdeckt und willst mehr Bilder von den Wochenenden anderer Leute? Dann hier entlang. Viel Spaß!

Ostern… reloaded

Morgen gehts los! Vier Tage Analog-Urlaub. Kein Handy, kein Tablet, Laptop, Play Station oder irgendwas. Nur frische Luft, viel Essen und Abends Kniffeln, Wer-bin-ich und Phase10.

Und den ganzen Tag werden mir die Stimmen von zwei Halbstarken in den Ohren hallen: „Die Emilia hat viel mehr Chips als ich! Die Emilia sitzt schon wieder auf dem Rand! Die Emilia hat aber auch eine Cola! Die Emilia guckt mich schon wieder so an!“. Es wird wunderbar. Wie immer. Auch für Emilia. Und es wird schneien (auch wie immer). Hach, Kinder, ich freu mich ❤

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Seit Jahrelften fahren wir mit Freunden über die Osterfeiertage in die Nähe von Liberec, genauer: nach Kryštofovo Údolí. Dort haben Peggy und André, zwei Holländer, einen alten Bauernhof liebevoll ausgebaut zu einer kuschligen Pension (Bitte nicht abschrecken lassen vom „look and feel“ der Homepage.).

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Das Örtchen selbst hieß früher Christophsgrund und man kommt sich beim Spazieren vor, als sei man in einer Zeitkapsel rund einhundert Jahre zurückgereist. An einem kleinen Bach entlang schmiegen sich alte Umgebindehäuser, die Gott sei Dank unter Denkmalschutz stehen, eine alte Kirche mit einer schönen Keramikwerkstatt im Nebengebäude und eine geschnitzte Turmuhr, die zur vollen Stunde gerade für Kinder ganz toll Theater veranstaltet. Ansonsten gibt es noch zwei oder drei Wirtshäuser und jede Menge gut ausgebaute Straßen und Wege, die ins Gebirge führen.

Man kann auf den Jeschken wandern, zum Mountainbiken ein Wochenende dort das Lager aufschlagen. Oder in der Wintersaison zum Abfahrtsski herkommen. Peggy und André sind Sportskanonen, die sehr gerne Wandertouren, Langlaufrouten usw. für ihre Gäste organisieren und begleiten.

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Liberec ist nur wenige Autofahrminuten entfernt und bietet für Familien einen wirklich schönen Zoo, ein Spaßbad und einen Dinopark (das ist zumindest das, was wir stets frequentieren). Nette Cafés gibts auch jede Menge und auch ursprüngliche Kneipen, wo du einfach einen Haufen Fleisch auf den Tisch geknallt bekommst. Fertig. Zum Thema Beilagen: „Kneedel oder Pommes frites?“. „Was haben sie für Gemüse?“. „Gemiiise??? Gemiiise nein! Nur Kneedel! Oder Ketsup“. Kraut gibts manchmal als Gemüse. Oder tot gebratene Champignons. Wer länger bleibt, dem empfiehlt sich, eine Staude Bananen im Auto zu deponieren. Nach drei Tagen kloppen wir uns regelmäßig um den angetrockneten Tomatenschnitz, der manchmal als Dekoration auf dem Pommesteller der Kinder landet.

Als wir noch kinderlos waren, waren wir abends mal im „Hut“ in Liberec. Das ist eine Disco, wie ich sie noch nie gesehen habe! Die Location braucht keine weitere Erwähnung. Allerdings war die Hütte bereits am frühen Abend proppevoll. Aus den Boxen drangen die Charts (wie bei uns auch), allerdings mit tschechischen Texten! Und alle (wirklich alle!) grölten und sangen mit und wogten sich wie eine menschliche Mauer in der kleinen Disco. Und ob ihrs glaubt oder nicht, nach ein paar Minuten machten der Beste und ich mit! Du kannst gar nicht anders. Das „Hut“ gibts immer noch…

Ansonsten freue ich mich auf Berge von Lendenbraten mit böhmischen Knödeln und auf André´s drei-Gänge-Menü, was er abends in seiner Stube serviert. Zum Beispiel Feldsalat mit Bresaola und Balsamicoreduktion, gebackenes Kartoffelpüree mit Curryblumenkohl und Schweinebäckchen. Und hinterher eine Mascarponecreme mit Früchten aus dem eigenen Garten. Für umgerechnet fünfzehn Euro glaube ich.

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Im Garten steht seit neuestem ein großer Badezuber, den die Wirtsleute mit Holz befeuern und den Badenden dann tschechisches Pivo servieren. Was wohl bei dem heißen Wasser ordentlich „knallt“, denn alle sitzen mit roten Köpfen weitaus länger in dem Badefass, als ursprünglich geplant.

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Das Badefass. Fetzt bei Schnee besonders, weil man sich danach betrunken und überhitzt im Schnee wälzen kann. Und weil ja Ostern IMMER Schnee liegt. Ich hab auch Fotomaterial von mir bekannten Menschen, die sich dergestalt abkühlen.

Das Haus wird duften nach Peggy´s Kokosgalettes oder mit Marzipan gefüllten Küchlein (irgendwas backt sie immer), wovon sie stets einen Teller in unser Appartement stellt . Und im Eingangsbereich betreibt sie ein kleines Lädchen, in dem es Dekokram und nette Mitbringsel gibt, handgefertigte Seifen, Lavendelsträuße, in Slivovitz eingelegte Feigen (Hicks!) und vieles mehr (hier gehts zu Peggy´s Lädchen auf Facebook).

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Ich freu mich! Wenn ihr mal dahin fahrt, sagt schöne Grüße. Aber bitte nicht Ostern kommen. Ostern isses da gar nicht schön! Und außerdem immer schon im Vorfeld reserviert. 🙂

Ich wünsche euch schöne Osterfeiertage!

Pension Rokytka auf Facebook