Achtsames Wechseln Teil 2 (Protokoll eines Selbstversuches)

Disclaimer: Nur, um hier keine Erwartungshaltung zu enttäuschen, möchte ich kurz noch mal anmerken, dass mein Interesse lediglich der Information gilt, welche Beschwerden möglicherweise auf dich zukommen könnten. Also genauer, was hatte/ habe ich und wie war/ist das so für mich gewesen.

Ich habe mich überhaupt nicht informiert gefühlt (weder durch weibliche Familienangehörige, durch meine Gynäkologin, noch durch einen Blogbeitrag im Internet – es gibt sie, aber ich habe die wenigen existierenden erst viel später gefunden), und sah mich ständig irgendwelchen Ausfällen meines Körpers gegenüber, von denen ich nicht wusste, woher die kamen und mich permanent denken ließ: “ Was ist das jetzt wieder für eine Scheiße?!“. Für eine hypochondrisch veranlagte Person wie mich war und ist diese Umbruchphase eine Katastrophe Herausforderung.

Wechseljahre sind keine Krankheit, jaja, allerdings erfüllen verschiedene Nebenwirkungen sehr wohl den Krankheitsbegriff, das solltet ihr wissen. Und gut mit euch umgehen, ohne in ängstliche Schockstarre zu verfallen. Meist steckt dahinter tatsächlich nur das Hormonchaos und keine bedrohliche Krankheit – das weiß ich mittlerweile. Im Zweifelsfall geht ihr zum Arzt, aber manchmal klärt sich einiges mit Abwarten. Viele der Symptome sind bei mir nach ein paar Wochen einfach wieder verschwunden, und machten Platz für neue, hallo, herzlich nicht willkommen!

Was Behandlungsmöglichkeiten angeht, so erlaubt mir den Hinweis, dass ich lediglich Betroffene bin und keine Empfehlung geben will und kann, außer bei ganz offensichtlichen Sachen, wo ihr aber selbst drauf gekommen wäret. Sprecht ihr mit einem Arzt, der Hormonersatztherapie für supi hält, wird er genau das empfehlen. Eure Homöopathin vermutlich etwas anderes, ebenso euer Arzt für TCM oder wen auch immer ihr um Hilfe bittet! Am Ende hilft, wer heilt und das bedeutet in dieser Umbruchphase, ihr habt Vertrauen in die Behandlung und das Mittel der Wahl. Wenn ihr rein gar nichts „dagegen“ machen wollt, auch prima. Zumal ja bekanntermaßen nur ein Drittel der Frauen wirklich starke Beeinträchtigungen haben. Wenn ich also hier schreibe, was mir geholfen hat, dann soll das lediglich als Information gelten, okay? Gut, dann los mit der Liste des Grauens.

Depression

Alles begann (rückblickend) vor fünf Jahren mit einer mittelgradigen depressiven Episode, die mich wie ihre zwei Vorgänger(innen) völlig aus der Bahn warf. Keiner meiner Behandler kam auf die Idee, mit Hormonen zu behandeln, verschiedene Antidepressiva wurden probiert und verworfen. Das kostete mich ein Jahr meines Lebens! Am Ende habe ich mich naturheilkundlich behandeln lassen, aber nicht primär die wahrscheinliche Ursache (Hormonschwankungen), sondern eben situativ die Nebenwirkung (Depression).

Stimmungsschwankungen bis hin zu Angstattacken und Depression werden immer wieder beschrieben, wenn es um die Wechseljahre geht. Bei einer blutenden Frau von sechsundvierzig Jahren hatte das leider keiner auf dem Schirm – und ich auch nicht, aus Unwissenheit.

Haare/ Nägel/ Haut

Haarausfall und brüchige Nägel traten ziemlich zeitnah auf mit der Depression und ereilen mich auch jetzt noch immer wieder. Haut ist auch ein Thema für sich. Ich schreib dazu mehr im dritten Teil unter „look and feel and sex and other things“, oder so ähnlich. Das wird dann auch eher wieder ein Blogbeitrag und nicht so einen Gebrechensaneinanderreihung.

Zahnfleisch

Wusste ich auch nicht, hab ich aber am eigenen Leib erfahren: Der Östrogenmangel sorgt unter Umständen für Probleme mit dem Zahnfleisch. Ich hatte deutlichen Zahnfleischrückgang und außerdem entzündete Zahnfleischtaschen, die nicht nur schweineweh taten, sondern auch aufwendig behandelt werden mussten- das Problem trat einfach immer wieder auf. Am Ende hilft mir hier nur eine konsequent zweimal im Jahr durchgeführte Reinigung der Zahnfleischtaschen und pingelige Mundhygiene! Und nein, ich esse keine Nüsse mehr und auch keinen Mohnkuchen… Aber hey! Meine Großeltern hatten in meinem Alter schon ein Glas auf dem Nachttischchen stehen!

Gelenkbeschwerden

Andauernd hab ich seit ein paar Jahren „Knie“, auch mal „Schulter“ für sechs Monate am Stück, morgens knirschen die Gelenke, das ist die traurige Wahrheit. Die Füße tun mir weh, manchmal liege ich abends im Bett und denke: „Scheiße, jetzt kriegste auch noch Arthritis, oder was ist das jetzt hier?!“. Im Liegen tun die Fußknöchel, die Kniegelenke und beide Hüften weh. Und zwar oft so, dass nur Ibu zum Schlafengehen hilft. Na dann, gute Nacht! Einzige Hilfe: Viel Sport! Wirklich viel. Ich renne nahezu jeden Tag, pro Woche um die dreißig Kilometer, außerdem sind auch Gewichte und HIIT-Einheiten nötig. Use it or lose it. Man sieht es mir leider nicht an, das schon mal vorab! Dazu in Teil drei mehr. Aber die Beschwerden verschlimmern sich tatsächlich bei Schonhaltung. Sitzen ist das neue Rauchen, stimmt besonders in the middle age.

Beginnende Osteoporose ist hier auch ein Thema, was da reinspielt. Kalzium und Belastung, besonders Training mit Eigengewicht oder Gewichten soll den Knochen und Gelenken helfen. Und Hormonersatz, sagt das Internet, ihr vertraut da auf die Heiler*innen in euerm Bekanntenkreis, wie bei allem anderen. Ihr solltet nur wissen: Wenn´s zwickt und knirscht, wo vorher alles elegant schlenderte, dann liegt es möglicherweise auch am blöden „W“.

Brustschmerzen/ -veränderungen

War zum Glück nur eine kurze Episode vor fünf Jahren: Ich hatte mehrere Wochen Schmerzen in den Brüsten, die denen beim Milcheinschuss ähnelten. Allerdings waren die 7/24 da und machten mich fast bekloppt! Ich wusste nicht, was ich an Klamotte tragen sollte, wie ich nachts liegen sollte. Dabei war die Brust selbst überhaupt nicht verändert, soweit mein Laienauge das beurteilen konnte. Am Ende ging das wieder weg – klopf, klopf auf Holz. Ich lasse einmal im Jahr einen Brustultraschall machen und war nun auch schon mit Einladung bei der Mammografie, was gar nicht so schlimm war, wie manchmal behauptet wird. Das Beste: Alles in Ordnung! Außerdem: Ich habe in den letzten fünf Jahren meine Körbchengröße ungewollt und unwillkommen von 75C auf 80D gewechselt, was wohl auch damit zusammenhängt:

Gewichtszunahme

Zehn Kilo in fünf Jahren bei mir, und auch „nur“ zehn Kilo, weil ich total auf die Bremse getreten bin, was das Essen angeht. Der Grundumsatz einer Frau in meinem Alter beträgt kaum mehr als zwei Stück Streuselkuchen ohne Sahne pro Tag. Und ich musste feststellen, nahm ich früher ratzfatz ab, sobald ich mal etwas weniger süß und sahnig gegessen hatte, bleibt jetzt alle drauf, als würde mein Körper sagen: Vergiss es! Das brauche ich allllles! Am Ende ist klar, was der Körper wirklich braucht, und das sind eben wirklich nicht zwei Stück Streuselkuchen. Allerdings vertrete ich die Meinung, dass mein Jieper auch nicht immer überhört werden muss. Ich liebe Kuchen! Und Torte! Und Eisbecher! Und Chips! Ist das ungesund? Na, aber sicher! Macht mich das glücklich? Und ob. Aber eben nicht mehr einfach immer, jeden Tag (leider). Und egal, an was für eine Ernährungsphilosophie ihr glaubt: Wenn mehr Kalorien oben reingehen, als am Tag verbraucht werden, dann nimmst du zu. Also zu wissen, was du verbrauchst und was du zu dir nimmst, kann hilfreich sein. Im übrigen ist die Gewichtszunahme in den Wechseljahren typischerweise am Bauch, was nicht nur unter Umständen zu einer taillenlosen Fassfigur führt, sondern eben auch das böse viszerale Bauchfett füttert. Oh oh.

Schwitzen

Sweat, Baby, sweat. Meine Schwiegermutter schlief eine Zeitlang auf einem Badetuch (Was habe ich gelacht! Damals.), um nicht jeden Tag die Laken wechseln zu müssen. Bei mir ging das mit Ende vierzig los, auch zuerst „nur“ mit Nachtschweiß. Ich wurde wach, weil ich obenrum komplett nassgeschwitzt war. Das war komisch, weil ich überhaupt nicht zum Schwitzen neige, ich friere eigentlich ständig. Danach kamen dann auch so Hitzewellen, tagsüber. Ich bekam einen heißen Kopf, mein Blut kochte und im Anschluss hatte ich feuchte Haare. Das nervt! Ich muss eigentlich noch immer täglich Haare waschen, sie fetten auch schneller, kommt das vom Schwitzen? Weiß ich gar nicht. Vielleicht haben deshalb so viele „ältere“ Frauen praktische Kurzhaarfrisuren? Gegen das Schwitzen prinzipiell geholfen hat mir ein freiverkäufliches Traubensilberkerzenpräparat (Cimicifuga). Die Hitzewellen sind deutlich schwächer geworden. Allerdings muss ich sagen, dass ich das Gefühl habe, meine Klimaanlage ist gänzlich aus dem Tritt. Zwischen Fenster aufreißen und eine zweite Strickjacke anziehen liegen oft nur wenige Minuten und selten haben meine Mitbewohner dasselbe Temperaturempfinden wie ich.

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Herzstolpern

Herzrasen und innere Unruhe kommt auch regelmäßig vor. Ich war einmal wirklich in Sorge und dann war auch der Blutdruck oben, also bin ich zum Dok und hab ein EKG schreiben lassen – ohne Befund! Seitdem trinke ich Beruhigungstee (der alleine schon wegen dem Namen beruhigt) und denke an etwas anderes, wenn das losgeht. Das sind meistens nur ein paar Minuten und ich weiß, ich sterbe jetzt nicht. Dass das beunruhigend sein kann, keine Frage! Meistens messe ich Blutdruck, und wenn der ok ist (was er eigentlich immer ist), dann entspanne ich mich. Blöd ist es nur, wenn das abends auftritt, denn:

Schlafstörungen

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Nicht einschlafen zu können oder nachts um zwei hellwach mit hämmerndem Herzen zu erwachen, ist leider auch ziemlich typisch. Nicht aufregen, nicht drüber nachdenken, meditieren, lesen, was weiß ich, die Ruhe bewahren. Generell schlafe ich weniger fest als früher, was doof ist, denn auch der Entspannungseffekt stellt sich nicht so ein wie früher. „Hellwach“ bin ich eher selten nach dem Aufstehen. Vielleicht kommt das wieder zurück? Ich würde supergern mal wieder wie ein Stein schlafen.

Schwindel/ Übelkeit/ Kopfschmerzen

Tja, was soll ich da groß schreiben. Es ist wie in den Schwangerschaften! Das kenne ich von damals, nur dass ich jetzt nicht froher Hoffnung bin. Das Gute ist, es sind nur ein paar Tage im Monat, wo mich das wirklich belastet. Da hilft mir nur, mich besonders zu verwöhnen: Badewanne, Körperöl, Buch, alles was mir schmeckt, ich tröste mich einfach selber.

Stimmungsschwankungen

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Von Natur aus mit einem Caramba-olé-Temperament ausgestattet, ist mir in den letzten Jahren auch die Zündschnur deutlich geschrumpft, was bedeutet, ich springe aus dem Stand. Aber richtig! Das Gute, nach einer Explosion ist es wieder vorbei, ich kann die Scherben einsammeln, die Wunden aller Beteiligten versorgen und finde rein gar nichts verwerflich daran, dass ich so emotional reagiere! Meine Familie tut mir manchmal leid, aber ich kann mich entschuldigen, wenn ich überreagiert habe und sie haben auch was davon, wenn ich übersprudelnd fröhlich bin, was manchmal ja auch vorkommt.

Erschöpfung

Früher, ach, früher, da bloggte ich abends bis elfe, da nähte ich nach drei Stunden Nachtschlaf Kinderkleidung, früher war alles besser! Ich bin wirklich dauernd erschöpft. Ich substituiere unfassbar (ich habe den teuersten Urin der Stadt, sagt mein Mann), und rede mir ein, das macht mich fit und munter! Nun ja. Es ist, wie es ist. Die Akkus sind deutlich schneller leer als früher und wenn ich heute nicht schlafen kann, dann komme ich energetisch gar nicht auf die Idee, zu nähen oder zu bloggen! Ich starre müde und stumpf in ein Buch oder ein tragbares Internetempfangsgerät und warte darauf, dass der Schlaf kommt. So ist das heute. Tagsüber bin ich matschig in der Rübe und meine Merkfähigkeit ist deutlich eingeschränkt, auch das ein Aspekt, den man öfter liest beim Thema „Wechseljahre“. Aufschreiben, eins nach dem anderen bearbeiten und sich an alles wichtige erinnern lassen. Vom Liebsten zum Beispiel.

Schleimhautveränderungen

Trockene, juckende Augen, Nase, Vagina. Nicht schön, aber auch enthalten im bunten Strauß an Unannehmlichkeiten. Es gibt für alles Mittelchen und Cremes, und ich empfehle hier, sich beim Gynäkologen beraten zu lassen und gerade am Äquator nur das Beste dranzuschmieren! Überhaupt finde ich, ein wenig Respekt und besondere Fürsorge hat bestimmt noch keiner Muschi geschadet (Kann ich das hier am helllichten Tag so schreiben? Egal, ich mach´s.). Meine hat mir Kinder und sehr viel Lust geschenkt und wenn sie sich jetzt wie eine Diva aufführt, wird sie auch so bedient! Basta. Ach, wo wir gerade dabei sind…

Inkontinenz

Eine von drei Frauen, sagt die Statistik, ich bin eine von dreien. Und mir macht es nichts (mehr) aus, das zu sagen. Undicht wurde ich vor ungefähr vier Jahren mit Ende vierzig, schleichend, mit Niesen, Husten, beim Joggen fing es an. Ich hatte nach keiner Schwangerschaft Probleme mit dem Beckenboden! Ich hab das einfach nicht kommen sehen. Mittlerweile habe ich Grad 2, das heißt, bei einer Änderung der Lage (Aufstehen nach Sitzen, Stehenbleiben nach Laufen, manchmal einfach nicht nachvollziehbar) laufe ich aus, unkontrollierbar. Das sind dann keine drei Tröpfchen! Das machte es für mich so schlimm. Ich bin ein Riesenfan von Yoga und Pilates, weiß ganz genau, wie ich meinen Beckenboden anspannen muss, wieso klappt das dann jetzt nicht?! Kennt ihr noch die „Aprikosenübung“ aus der Rückbildung, als wir uns vorstellen mussten, wir hätten eine Aprikose in der Vagina und sollten die drehen, befühlen und an den Härchen zupfen?! Ja, nein, vielleicht? Jedenfalls kann ich das noch heute. Und drei Etagen Fahrstuhlfahren mit meiner Beckenbodenmuskulatur. Warum also ich?

Darauf gibt es eine einfache Erklärung, und die habe ich aus der urogynäkologischen Ambulanz (das sind die Ärzte, die für sowas zuständig sind; für Dresdnerinnen: Ich bin im St-Joseph-Stift und kann die Ambulanz dort wirklich empfehlen): Bindegewebe und Muskeln bilden den Beckenboden und lediglich die Muskeln sprechen auf ein Training an. Bei der Untersuchung dort herrschte allgemeines Staunen, wie konzentriert ich die Muskulatur anspannen kann und das war doch ungewöhnlich bei meinem Befund! Fazit: Mir hilft kein weiteres Beckenbodentraining, kein EMS und keine Physiotherapie – meine Muskulatur ist super. Das Problem sind die schlaffen Bänder. Mir wurde direkt nach der Untersuchung der Einbau eines TVT-Bandes empfohlen, das die Harnröhre stützen soll. Aufgrund von Corona und meiner Unsicherheit hinsichtlich des Eingriffs ist das noch nicht passiert.

Unabhängig davon gibt es Sachen, die helfen, und das schreib ich jetzt auch als Empfehlung hin. Verlass dich nicht auf Monatshygieneprodukte! Am besten und leistungsstärksten sind meiner Meinung nach tatsächlich die Vorlagen von Aldi und Lidl, die für diesen Gebrauch auf dem Markt sind. Da kannst du versuchsweise 300ml draufschütten und nichts läuft raus. Frischer Urin riecht in der Regel nicht, heißt, wenn du dich direkt „trockenlegst“ nach einem Malheur, fällt das niemandem auf. Verstärkte Hygiene ist selbstverständlich. Deine Handtasche wird größer werden und vollgepackt, für Notfälle. Für unterwegs gibt es Silikontampons in verschiedenen Stärken, die man einführen kann und die dann durch die Scheide gegen die Harnröhre drücken und somit ziemlich wirkungsvoll abdichten. Die sind frei verkäuflich, leicht zu reinigen und es gibt sie auch ohne Bändchen, wen das stören sollte. Auch normale Super-Tampons funktionieren im Notfall. Das erspart gegebenenfalls Ängste vor unliebsamen Zwischenfällen. Und der Gang zu einer urogynäkologischen Praxis ist auch ein guter Rat.

Eine von drei Frauen betrifft Belastungsinkontinenz. Ich schäme mich nicht mehr deswegen, das ist auch völliger Blödsinn! Ich schäme mich, dass ich dreißig Jahre lang geraucht habe und für andere blödsinnige Entscheidungen, die ich in meinem Leben getroffen habe, aber dafür? Nee!

Das Absinken des Östrogenspiegels verschlimmert die Inkontinenz, was ich zum Beispiel gut daran merke, dass es kurz vor Eintritt der Periode deutlich schlimmer ist als in den drei Wochen davor. Auch daran, dass es deutlich besser ist, wenn ich eine Zeitlang Zäpfchen mit Estriol nehme (Gynoflor; meine Gynäkologin verschreibt mir pro Quartal eine Packung mit 24 Stück, ein Hohn, ich muss immer haushalten damit).

Zwischenblutungen/ PMS

Zwischenblutungen stehen auch immer auf der Liste, aber das habe ich gar nicht. Mein regelmäßiger Zyklus lud ja in der Vergangenheit immer gern dazu ein, dass mir unterstellt wurde, meine Symptome seien nicht menopausal oder perimenopausal (sondern psychosomatisch), da dafür eine unregelmäßige Monatsblutung DAS Indiz sei! Denkste. Nun bin ich einundfünfzig und noch immer regnet es alle achtundzwanzig Tage. Alles wie gehabt, mit PMS aus der Hölle im Vorfeld. To be continued.

In Teil drei wird es wieder ein wenig lustiger zugehen, und nicht mehr eine Horrorliste von will-ich-nicht´s und oh-Gott-oh-Gott-bloß-nicht´s zu lesen sein. Aber ich wollte hier wirklich mal runterschreiben, was mir bislang widerfahren ist, und was nach dem Stand der Dinge mit dem veränderten Hormonhaushalt zu tun hat. Dass die „Wechseljahre“ nicht mit der Menopause beginnen, sondern eben viel früher, das erzählt einem ja auch nicht jeder. Mit Anfang vierzig finden bei den meisten Frauen die ersten Veränderungen statt, oft unbemerkt.

Zwei Bücher, die ich gelesen habe, hab ich bereits in Teil eins genannt. Es gibt sicher jede Menge andere, basierend auf anderen „Heilsversprechen“, ich fange gerade erst an, unabhängig von Lebenswandel und Supplements positiv gegenzuwirken, oder „mit“ dem Wandel zu wirken, wie auch immer.

Fakt ist aber, wenn es Einschränkungen gibt, die die Lebensqualität negativ beeinflussen, dann hau mir ab mit positiver Einstellung! Dann muss was her! Und wenn man sich vor Augen führt, was in Sachen Frauengesundheit geforscht wird und dass tatsächlich mittlerweile Zusammenhänge gesehen werden zwischen dem Östrogenmangel und zum Beispiel dem späteren Auftreten von Alzheimer Demenz, Osteoporose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und anderen bitteren Pralinen, dann ist das alles nicht mehr nur kosmetischer Natur, betrifft eben unter Umständen nicht nur ein paar Jahre, sondern die ganze zweite Hälfte meines Lebens. Und deines.

Früher, als man mit fünfzig kurz vorm Siechtum stand, und Frauen der Unsichtbarkeit anheimfielen, hat das doch keinen interessiert! Wird Zeit, dass sich das ändert. Denn ich muss nicht nur noch mindestens fünfzehn Jahre arbeiten, ich habe auch noch mindestens genauso lange ein Kind im Haushalt zu versorgen und Pläne, in denen: „Auf der Couch meine Zipperlein pflegen“, keinen Platz haben. Und wenn ich Fotos meiner Omas mit Ende Vierzig ansehe und dann an Jennifer Aniston oder Caroline Beil oder meine superhotten Freundinnen denke, dann haben die Einen wirklich fast gar nichts mit den Anderen zu tun! Und nicht nur äußerlich. Diese verflixten Jahre sind nur eine weitere Pubertät, das ist nicht das Ende, noch lange nicht!

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Auf Wiederlesen bei Teil drei!

11 Kommentare zu “Achtsames Wechseln Teil 2 (Protokoll eines Selbstversuches)

  1. Danke! Endlich mal Klartext! Dass solange die Blutungen regelmäßig sind, das nicht die Wechseljahre sein können, habe ich auch schon gehört! Finde mich (leider verdammt!) öfter wieder in deinem Text…
    Danke jedenfalls und weiterhin gutes Wechseln!

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  2. Guten Sonntagmorgen und vielen Dank für deine gute Arbeit und Zusammenfassung. Ich bin genau 10Jahre älter und habe diese Phase hinter mir. Ja, es wird besser, das merke ich daran, dass ich einiges von deinen Aufzählungen vergessen hatte. Was für mich im Nachhinein schokierend ist: wie lange diese Zustände Frau in Atem halten und wie schlecht Ärzte und auch die moderne Arbeitswelt darauf eingehen. Das erschwert diese Zeit immens. Rückhalt und Verständnis habe ich bei gleichbetroffenen Freundinnen und Kolleginnen gefunden. Da ich vorher ziemlich gesegnet mit meinem Frausein war und ich auch völlig unvorbereitet in diese Phase rutschte, war ich oft ziemlich schockiert. Dazu kam ein böses Mamakarzinom, welches mein Gynäkologe nicht erkannt hat. Also Ansch… auf der ganzen Linie. Mein Fazit: letztendlich musst du dir selbst helfen durch gute soziale Netzwerke und indem du ausprobierst, was zu dir passt.
    Und einen tiefen Seufzer meines Luxuskindes werde ich immer in diese Zeit verankern: Mama, Pubertät UND Wechseljahre gleichzeitig, das ist keine gute Mischung. Das haben wir uns nicht gut überlegt!
    Jetzt geht es uns beiden sehr viel besser. Und das wünsche ich euch allen.

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  3. Mein Herzstolpern ist 5 Jahre lang als „Wechseljahre, Gewöhnen Sie sich dran.“ abgetan worden. Bis ich mit Verdacht auf Herzinfarkt in der Notaufnahme und in der Folge endlich bei Ärzten landete, die mich ernst nahmen. Heraus kam Vorhofflimmern (was unerkannt zu Schlaganfall etc. führen kann, schönen Dank auch). Nach 2 Eingriffen am Herz gehts mir nun wieder gut *klopfaufHolz* Auch bei einigen anderen Sachen kann ich leider einen Haken dran machen.

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  4. Vielen Dank für diesen Beitrag. Ich finde mich so wieder. Zahnfleischprobleme und Zahnschmerzen (mehrere Zähne) inklusive. Der damalige Zahnarzt meines Vertrauens, lächelte milde. Ich glaube er hielt mich für leicht irre, weil ich die Hormone ins Spiel brachte. Die neue Zahnärztin nickte verständnisvoll. Ich habe da jetzt regelmäßig Termine. Inkontinenz hält sich noch in Grenzen. Hatte auch schon schlimmere Phasen. Mich traf es völlig unvorbereitet. Zwischen ich kann gar nicht pinkeln bis unkontrollierte vollständige Entleerung der Blase im Supermarkt. Ein Hoch auf Strickjacken. Ich stand gerade vor dem Regal mit den Hygieneartikeln. Die Blase dachte wohl, „ei super, und los“. Ich habe den Kauf, das Bezahlen und die Heimfaht, Gott sei dank im Auto, souverän hinter mich gebracht. Die Regel kommt inzwischen regelmäßig. Pünktlich. Das war vorher anders. Deshalb reagiert die Gynäkologin auch nicht auf, „Ich glaube das sind die Wechseljahre“. Und ja, es fing bereits mit 45 an. Ich ahnte es bereits und Kolleginnen nickten verständig, wenn ich von den Symptomen erzählte. Ich bin jetzt 50. Manchmal hochexplosiv, manchmal ziemlich tiefenentspannt. Nochmals Danke.

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  5. Ich bin 61 Jahre alt und muß sagen, da blieb mir ja einiges erspart, wenn ich das so lese. Meine Periode war jedesmal nicht der Rede wert, und die Wechseljahre habe ich mit Hitzewallungen der leichtesten Art (ohne einen Tropfen Schweiß zu vergießen) und sonst keinen Beschwerden hinter mich gebracht. Vielen Dank für Ihren sehr interessanten Bericht. Mein ehrliches Mitgefühl für alle Betroffenen.

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  6. Pingback: Das Wochenende in Träumen | Meckereien & Co.

  7. Team TVT. Habe die OP machen lassen vor 1 Jahr und es nicht bereut. Ich kann wieder rennen ohne (aus) zu laufen (sorry, der musste sein).

    Dass Inkontinenz sich im Laufe des Zyklus ändert sagt einer übrigens auch keine Sau. Is so 10 Tage vor Zyklusende wird alles weich – und mehr Urin kann auslaufen. Sach ich mal so.

    Danke für deine Beschreibungen incl Depression. Macht Mut.

    Finde es übrigens eine Frechheit wie schlecht die medizinische Aufklärung in diesem Bereich sit

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  8. Bekomme jetzt schon Angst, muss mal mit meiner Mutter ein offenes Wort reden, was mich (40) bald so erwartet.

    Zu den fettigen Haaren. Meine Kollegin hat eine 11jährige Tochter. Deren Haar fettet jetzt in der Vorpupertät auch wahnsinnig. Trockenshampoo hat ein wenig geholfen glaube ich.

    Die Hormone….eieiei….

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  9. Ich bin auf dem direkten Weg zur 50 und meine Mutter kann ich leider nicht mehr fragen, wie das damals alles so war. Von daher bin ich bereits seit ein, zwei Jahren immer sehr dankbar Erfahrungsberichte von Betroffenen zu lesen. Kann ja nie schaden wenigstens ein bißchen vorbereitet zu sein. Vielen Dank also.

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