Warum ich nur noch Fastfood esse

Bei mir ist seit Monaten Schnellimbiss angesagt.

Bedeutet: Morgens Banane im Gehen. Zehn Minuten später die nächste Banane, weil ich vergessen habe, wo ich die angebissene von eben hingelegt habe. Banane beim Spazieren am Morgen. Mittags die Reste vom Babybrei. Nachmittags die Reste vom angebissenen, vertrockneten Schulbrot des Kronsohnes. Eventuell noch eine Packung Kekse im Gehen. Abends, wenn wir alle zusammen am Tisch sitzen und die einzige gemeinsame Mahlzeit des Tages zu uns nehmen, gibt’s was Anständiges zu essen. Also für alle anderen. Ich sitze derweilen neben dem Babybett und singe zum zwölften Mal „LaLeLu“. Wenn ich fertig bin, ist das Abendessen vorüber.

In jeder Schwangerschaft habe ich dreißig Kilo zugenommen. Manchmal habe ich zwischen den Fress-Attacken meinen Körper glücklich grölen gehört: „Das gibt’s nur einmal, das kommt nie wieder! Das ist zu schön, um wahr zu sein!“. Kuchen, Torten, Häagen Dasz im 500l-Eimer, Milchreis in Familienpackungsgröße. Und alles am besten auf der Couch. Hinterher noch 300g Milka Vollnuss (wegen der gesunden Nüsse).

Mütter sollen gesund essen. Wegen dem Stillauftrag, der Nachtschichten und der körperlichen Belastung. Nur wie? Und wann? Und wie soll ich mir einarmig was Gesundes zubereiten? Oder einarmig den Babynator beruhigen, der sich in Restaurationen jedweder Art unwohl fühlt, während ich mit der anderen Hand einarmig versuche, einen gesunden, vitaminreichen Döner in den dafür vom Hersteller vorgesehen Körperöffnungsschlitz zu schieben. Klappt nicht.

Ich erwäge manchmal, mir selbst ab und zu eine Glukoselösung intravenös zu verabreichen, habe allerdings Angst vor Spritzen…

Essen auf Rädern wäre auch eine Variante! Da könnte ich mich schon mal an Seniorenportionen mit farb-und geschmacksfreiem Brei rantasten. Aber davor schrecke ich (noch) zurück.

Die Schwangerschaftspfunde purzeln rasant, ich verzehre mich quasi von innen. Mittlerweile sehe ich einem Shar Pei nicht ganz unähnlich (im Übrigen auch im angezogenen Zustand: Dann eben das Gesicht eines Faltenhundes mit einem Stoffüberwurf über dem runzeligen Körper).

Nachts (also wenn ich mal schlafe) träume ich vom Essen und denke manchmal an den Ausspruch meiner Mutter: „Essen ist der Sex des Alters.“. Stimmt. Wenn ich wählen müsste: Ein Wochenende mit Brad Pitt und Joaquin Phoenix nackig im Whirlpool oder eingeschlossen in einer Mc Donalds-Filiale mit einem persönlichem Burgerbrater…ganz einfache Entscheidung!

Ich geh jetzt Pastinakenbrei aufwärmen für das Baby und mich. Na dann, Prost Mahlzeit!

 

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