Es nervt!

Wenn ich dieser Tage in den Blogs, die ich so gerne lese, umherstöbere oder das Facebook öffne, werde ich bombardiert mit Buzzwords wie „Vereinbarkeit“. Oder „Pink Stinks“. Große Sache!

Das ist jetzt in Mode, jede (sorry, ich lasse das „r“ da mal raus und hoffe, es wird mir nicht gleich Sexismus unterstellt) die was auf sich hält, springt auf den Zug auf und hat zum Thema eine Blogparade, eine Umfrage oder dergleichen laufen.

Es gibt ja immer mal wieder Themen, die als Trend eine Weile das bloggende Volk umtreiben, und nun diese „Vereinbarkeit“. Und „Pink stinks“. Zum Beispiel.

Ich bin gelangweilt, mit Hang zum Genervtsein.

Fangen wir hinten an: Pinke Klamotten für Mädchen, geschlechtsspezifische Süßigkeiten, die ganze Gentrifizierung ist eine Marketingkampagne. Und ja, irgendwer kauft offensichtlich den Scheiß. Genauso, wie es Leute gibt, die die anderen Abscheulichkeiten kaufen, die die große, bunte Marktwirtschaft für uns Verbraucher bereithält. Warum regt ihr euch so auf? Niemand muss das kaufen, das ist nur ein Angebot! Von der Nachfrage bestimmt. Es gibt auch grüne, graue, beige Klamotten ohne Aufdruck und Pipapo. Könnt ihr kaufen. Oder selber filzen, häkeln, nähen. Aber ja, es gibt das auch zu kaufen. Genauso wie achtundzwanzig Sorten Olivenöl. So viele Sorten Oliven gibt’s nicht mal! Jeder darf sich aussuchen, was zu ihm passt. Nach seiner Facon.

Aber diesen Wirbel verstehe ich nicht! Was soll da passieren? Negative Kindesbeeinflussung? Also, echt. Ich hätte als DDR-Kind für einen rosa Samtpullover den Weihnachtsmann an die Stasi verpfiffen und hatte emanzipatorisch vollkommen einwandfreie weibliche Vorbilder!

Vor allem frage ich mich: Welches Ziel verfolgt eure ganze Aufregung? Einfach mal wieder aufregen? Gibt’s sonst keine Aufreger in euerm Leben? Dann beglückwünsche ich euch recht herzlich! Wünschenswert wäre natürlich, ihr könntet diesen Zustand auch genießen und würdet nicht pausenlos Probleme herbeireden. Viel Wind machen. War ja auch zu windstill die letzten Tage.

Ebenso wie diese „Vereinbarkeitsdebatte“. Ich denke, ich habe genug gelesen, um mich auch hier zu fragen: Was soll das? Worauf wollt ihr denn hinaus? Was soll rauskommen bei dieser Diskussion? Werdet ihr euch dann abends zu euerm Mann auf die Couch setzen und verkünden: „Also, pass auf. Ich habe das in der Blogparade und mit meiner Twitter-TL durchgehechelt und die sagen auch… also ab morgen läufts hier anders!“.

Am Ende klärt das doch jede für sich und mit dem Männchen an ihrer Seite. Und gemäß den vorliegenden beruflichen Rahmenbedingungen. Oder? Denn schon, wenn man sich als Paar näherkommt, klopft man doch die Vorstellungen von einer Paarbeziehung ab. Will ich, dass wir alles gemeinsam machen oder bin ich mehr für Spezialisierung. Will ich mich lieber um die großen K´s kümmern, während ER sich um die Steuererklärung, Reparaturen, Spinnen und alles zur Mobilität der Familie Gehörende müht. Das klärt man frühzeitig. Und wenn es aus einem Grund nicht mehr passt, klärt man erneut. Unter vier Augen. Und justiert notfalls nach, wenn die Familie sich vergrößert und die Rahmenbedingungen sich ändern.

Warum wird das in die Öffentlichkeit gezerrt? Wo soll der Nutzen sein? Außer, dass ihr euch gegenseitig kirre macht?

Ja, und wenn ihr frühzeitig nach dem Kinderkriegen wieder arbeiten wollt, dann könnt ihr das! Klärt das mit dem Mann, der zu eurer Familie gehört. Besprecht das. Bleibt halt er zu Hause. Oder ihr beide. Oder ihr kümmert euch um eine Betreuung für den Nachwuchs. Kita plus Tagesmutti plus Au pair plus Oma plus Nachbarin. Was weiß denn ich. Geht alles. Könnt ihr doch machen! Oder nicht? Was wollt ihr denn? Na gut, dreimal pro Jahr Urlaub ist dann nicht drin. Was soll dieses Gewirbel? Ich sehe das Ziel nicht. Wollt ihr eine Absolution, dass das alles richtig und gut ist, wie ihr das macht? Seid ihr so unsicher?

Meine alte Hebamme hat mal zu mir gesagt: ´Um als Mutter glücklich zu sein, kümmere dich zu allererst um dich. Dann um deine Beziehung. Und dann um deine Kinder.`Klingt grausam. Aber nur auf den ersten Blick. Aber ich höre hier auch nur unzufriedene Frauen und Mütter lamentieren, wenn ich eure modernen Diskussionen verfolge. Daran wäre zu arbeiten. Das gehört zu hinterfragt. Wem drückt denn wo und warum der Schuh.

Jetzt kommt bestimmt: „Ja, aber…!“. Ja, aber, was? Ihr seid erwachsen, trefft eure Entscheidungen und lebt damit. Und am besten korrelieren die auch mit den Bedürfnissen eurer Familie, denn hier lebt ja nicht jeder für sich auf einer Insel. Und hört auf, euch über rosa Eier aufzuregen!

Hand hoch, wer von euch hat denn Erfahrung mit Ganztagesbetreuung über Jahre! Die gute Nachricht: Kinder überleben alles. Die sind hart im Nehmen. Wir haben ja schließlich alle unsere Kindheit überlebt. Ich habs gehasst! Kita von früh bis spät, Ferienlager… Aber genauso findet sich an jeder Ecke ein DDR-Kind, was das super fand! Jedes Kind ist verschieden. Jede Mutter auch.

Macht doch, was für euch gut ist und klärt das in der Familie. Dort gehört diese Diskussion hin.

Und wenn ihr dann noch Energie habt, engagiert euch für flächendeckende Kinderbetreuung und Ganztagsschulen. Und die anderen zig Themen, bei der der gewählten Politik mal nachgeholfen werden muss. Bei der Priorisierung. Wenn es euch stört, werdet aktiv und sichtbar. Nicht nur als im Internet nölender Haufen (das tat weh, ich weiß).

Momentan fehlt mir ehrlich der Sinn dieser ganzen Unternehmungen und auch der Unterhaltungswert hat Grenzen.

Ja, ich weiß, hier wird vermutlich niemand „gefällt mir“ klicken, aber ich wollte mir mal Luft verschaffen und das habe ich.

Draußen scheint die Sonne, es ist der Tag der Deutschen Einheit. Ich bin ein freier, glücklicher und zufriedener Mensch. Die Supermärkte sind voller Zeug und alles könnte ich mir kaufen. Pinkfarbenes Olivenöl, wenn´s denn sein muss. Ein Leben im Überfluss! Und ich darf den Beruf ausüben, der mir Spaß macht! Und nicht zuletzt: Ich darf hier schreiben, was ich will. Das muss euch nicht gefallen. Aber ich darf es. Meinungsfreiheit ist ein großes Glück. Dafür bin ich besonders an diesem Tag dankbar.

Ich wünsche euch allen einen wunderschönen, und vor allem entspannten, Feiertag.

22 Kommentare zu “Es nervt!

  1. Oh, Rieke. Ich denke, ich liebe dich. Nie im Leben glaubst du mir, dass ich gestern Nachmittag, als das Kleinste meine Fingernägel in der liebsten Lieblingsfarbe, nämlich Blau, lackiert hat, „Ha! Das ist die familieneigene Interpretation von „genderneutral“! Ätsch! Ihr Quatscher!“ gedacht hab! Denn mir geht es wie dir: die Sache an sich ist mir wurscht, ich/wir halte/n es sowieso so, wie es uns passt. Aber das Gerede allerorten darum herum, das macht mich irre. IRRE!
    Ich danke also mit rosanen Herzchen von ebensolchem für diesen Artikel!

  2. Ich habe jetzt 100mal den gefällt mir Button gedrückt – nichts. Keine Frage, auf wessen Seite er steht – dogmatischer intellektueller zeigefingerhebender Internetz-Mainstream-Button der……

  3. Ich stimme dir absolut zu. Als wenn es keine „wirklichen“ Probleme gäbe. Wenn ich irgendwo mal wieder auf eine solche Umfrage/Diskussion stoße, rolle ich lediglich mit den Augen und „klicke“ schnell weiter… Jeder muss seinen eigenen Weg finden, was das Thema Vereinbarkeit betrifft. Diesen Weg findet man sicherlich NICHT im Internet.

  4. Wuhuu 😉 rock it! 😉 Mich nervt das Ganze auch und irgendwie ist es auch ein ganz alter Hut. Manche Themen sind nicht durchgekaut sondern durchgekotzt 😉

  5. So, hier kommt die Gegenrede, du hast es ja geradezu herausgefordert;) Lassen wir das Thema Gender jetzt mal beiseite, dazu könnte ich zwar auch viel schreiben (u.a. darüber, dass das Gender-Institut in Oslo wegen „Unwissenschaftlichkeit“ nach einer gelungenen Reportage schließen musste), aber der Kommentar wird ohnehin etwas länger ausfallen. Dass du dich darüber echauffierst, dass Blogger über das Thema „Vereinbarkeit“ schreiben, kann ich nämlich weiß Gott nicht nachvollziehen. Gerade diese Woche war in der Zeit ein Artikel darüber, dass 40 Prozent der alleinerziehenden Mütter von Hartz IV leben, weil sie auf dem Jobmarkt keine Chance haben und es eben nicht mit dieser Vereinbarkeit klappt. Es wurden Frauen porträtiert, die wöchentlich zur Tafel gehen und ihre Möbel auf dem Sperrmüll zusammensuchen. Ist es nicht wert, darüber zu schreiben? Du schreibst, man solle „aktiv und sichtbar“ werden. Klar, ich gehe auch auf die Straße, zuletzt für die Rechte der Hebammen in Deutschland. Aber ich verstehe die Feder durchaus auch als Waffe. Wer über Vereinbarkeit bloggt, macht das Thema sichtbar – so sichtbar, dass es dich nervt;) Du schreibst, man solle das Thema mit seinem Partner klären. Ich bin mir sicher, dass das auch die meisten Mütter tun. Aber dennoch bleibt einfach meistens einer auf der Strecke – denn wer kennt hier schon Paare, bei denen beide Vollzeit arbeiten? Und im Trennungsfall (, der ja leider nicht so selten ist…) ist dann einer der Dumme – völlig egal, ob das nun der Mann oder die Frau ist. Sinnvoll erscheint mir das Modell von Manuela Schwesig, die 32/32h-Woche. Und das ist ganz sicher kein alter Hut, sondern brandaktuell! Denn mit Kita plus Tagesmutter ist es auch oft nicht getan – auch Tagesmütter wollen einen Feierabend haben, wie ich aus meinem Umfeld von Schichtarbeitern (Kinderkrankenschwester usw.) weiß. Außerdem geht eine Doppeltbetreuung irgendwann auch ganz schön ins Geld. Und wer hat denn heutzutage noch die Omi vor Ort? Meine Mutter wohnt 500 Kilometer weit entfernt und wäre auch körperlich nicht mehr in der Lage, es mit einem Terrorbaby aufzunehmen.
    Im Übrigen verstehe ich nicht, warum du die Blogs des „nöhlenden Haufens“ überhaupt noch liest? Ich lese doch auch keine Texte über Marmeladekochen, Bauchmuskeltrainig oder Kleidchen-Nähen. Weil es mich einfach nicht interessiert. Aber jedem das seine, das ist doch völlig im Ordnung. Ich fände es schade, wenn sich andere Blogger durch dein Post gekränkt fühlen würden. Dieses Bashing ist einfach vollkommen unnötig, es gibt doch nun wirklich genug Blogs, da ist für jeden etwas dabei. Im Übrigen lese ich deinen Blog gerne 🙂

  6. Liebe Mutter Rabe,
    es fühle mich geehrt, Dass Du Dir so viel Mühe gemacht hast und ich danke Dir für diesen offenen und respektvollen Kommentar! Ich werde mich nicht rechtfertigen und es ist vermutl. auch nicht zielführend, eine Diskussion dazu auf einem Blog zu führen. Das sprengt den Rahmen der Kommentarfunktion. Aber wenn Dir ein anderes Medium einfällt, setze ich mich gern auf den heißen Stuhl 😉 Diskussionen sind immer gut! Brechen sie doch Denkmuster auf und wenn am Ende des Tages noch verfolgbare Ziele rauskämen- super.
    Nur so viel: Bashen wollte ich hier niemanden. Und wer hier ab und zu liest, weiß, ich überziehe immer! Und ich habe die wärmsten Gefühle und Worte in meinen Kommentaren für die geschätzten KollegInnen. Das wäre mir wichtig klarzustellen.
    Ich habe einfach auf zwei Sachen hinweisen wollen:
    1. Tag der Deutschen Einheit/ Freiheit/ Meinungsfreiheit/ Scheiße, gehts uns gut! Ich habe vermehrt den Eindruck, dass leider vielen der Blick für den Reichtum und die enorme Lebensqualität abgeht. Das finde ich mehr als bedauerlich, obwohl es mir ja schnurz sein könnte. Isses nicht. Ich finde das schade.
    2. Erweckt der Anschein, dass viele überrascht sind, dass Kinder Einschnitte bedeuten und einer von beiden zurückstecken muss für ein paar Jahre. Ich hab mich auch schon mal zum Thema ausgelassen: https://nieselpriem.com/2014/03/14/das-familienunfreundliche-land/
    Ja, Rentenpunkte, Armut von Alleinerziehenden, Schichtarbeiter. Betreuungsstruktur. Ich weiß. Und wenn mich mein Mann verlässt oder stirbt, wäre das furchtbar. Ohne Zweifel. Und nicht nur aus finanziellen Gründen. Aber wieso sollte ich darüber nachdenken? Wir sind glücklich, leben in Bullerbü und unterstützen die Träume des anderen. Jackpot! Aber nicht destotrotz komme ich nicht vom Ponyhof und mir braucht keiner was über Entbehrungen oder dergleichen erzählen. Ich wundere mich einfach, dass zum Einen herausgestellt wird, ER macht trotz Kinder Karriere, SIE steht hintenan bzw. BEIDE werden durch die Kinder ausgebremst.
    Hm. Und das kam überraschend? Das wundert mich. Aber die Frage dahinter ist für mich eigentlich: Was braucht der Mensch (die Mutter/ Frau) um glücklich und zufrieden zu sein? Welches Jahresgehalt, welchen Status Quo, welche Rahmenbedingungen, welche Anerkennung, welche Unterstützung/ Rückhalt? Und wo können die herkommen und welchen Preis zahle ich dafür? Für mich als Person sind diese Fragen beantwortet.
    Du fragst, warum ich das dann noch lese! Weil ich die Blogs gerne lese! Weil dort kluge, witzige Frauen schreiben. Soll ich deshalb zur Kleidchen/ Cupcake-Fraktion wechseln?! Nee. Wie gesagt, ober unter 1) und 2) steht meine Intention für diesen Beitrag. Und wenn irgendwas als verfolgbares Ziel oder Handlungsanweisung oder mit der Feder des Blogschreibers manifestiertes Pamphlet rauskäme oder alle ihren Abgeordneten die Bude einrennen würde, bin ich sofort dabei! Ich bin demonstrationserprobt 😉 Aber meckern und immer nur Alleinerziehende und Schichtarbeiter anführern und nicht mal ehrlich und egoistisch sagen: Eigentlich will ICH mehr vom Leben! das gefällt mir nicht. Und darauf kommts bei den meisten raus. Und das darf ich sagen! Selbst wenn mich dann niemand mehr leiden kann! 🙂 Siehe 1) DANKE Deutsche Einheit.
    Sonnige Grüße, Rike

  7. Du darfst alles sagen:) Und leiden kann ich dich immer noch;)
    Gruß der schichtarbeitenden Mutter Rabe, die es bedauert, beim Mauerfall erst 7 Jahre alt gewesen zu sein und beim Anblick der damaligen Tagesschau immer Pipi in die Augen kriegt.

  8. Bei dem Thema Genderfizierung bin ich voll bei dir. Viele machen eine große Welle um das Thema, versuchen Emotionen hochzuschaukeln und einfach nur Unruhe zu stiften. Das ist soooo anstrengend. Da frag ich mich meist auch, ob die keine größeren Sorgen haben.

    Bei dem Thema Vereinbarkeit bin ich zwiegespalten. Diejenigen, die scheinbar nur darüber schreiben, weil das grad alle machen und sie auch mal ihren Senf dazugeben wollen, strapazieren meine Nerven. Und darüber hinaus übertönen sie diejenigen, die vielleicht wirklich was zu sagen hätten.

    Mich persönlich interessiert es nicht wirklich, welche Gewissensnöte eine Frau hat, ob sie lieber zu Hause bleiben möchte oder lieber 2 Mal im Jahr in Urlaub fährt, dafür aber arbeiten müsste. Es gibt allerdings diverse Konstellationen, wo es darum geht, welche Rahmenbedingungen gebraucht werden, damit das Familienleben tatsächlich finanzierbar/organisierbar wird. Und das würde ich dann schon gerne lesen und fände es schade, wenn solche Beiträge nicht online gestellt würden, weil der „Markt übersättigt “ ist.

    Und manchmal wünschte ich mir auch mehr Beiträge, in denen es gewürdigt wird, dass man, mit einigen Kompromissen vielleicht, alles unter einen Hut bekommt und die Vereinbarkeit keine Lüge ist 😉 Denn das würde mir persönlich Hoffnung machen, da ich noch auf der Suche bin, wie es nach der Elternzeit weitergehen soll.

    Und nur am Rande: idealerweise klopft man es in der Partnerschaft ab, wie man sich das Leben mit Kind vorstellt – beruflich, erziehungbedingt und beziehungstechnisch. Doch Kinder kommen auch gerne mal unverhofft. Nicht mit dem richtigen Partner, ohne den richtigen beruflichen Backround etc. Und dann tut ein „hättet ihr doch vorher wissen müssen, worauf ihr euch einlasst“ ganz schön weh. Auch wenn es von dir bestimmt nicht so gemeint war. ❤

    Gerade, wenn man sich, wie ich, schon hat vorwerfen lassen müssen, dass man dann doch lieber hätte abtreiben lassen, wenn die Rahmenbedingungen nicht passen.

    Aber im Endeffekt seh ich es grundsätzlich wie du, wir jammern gerne auf hohem Niveau. Und stattdessen täte es uns auch mal ganz gut zu sagen: ich liebe mein/e Kind/Kinder. Mein Leben ist dadurch reicher geworden. Und an einem schönen, sonnigen Tag, an dem Kinderlachen meine Sorgen vertreibt, sollte ich es einfach mal genießen!

    LG, M.

  9. Hallo, da diese Themen sich derzeit bei mir auf dem Blog häufen und sich sie mit Verve verfolge, fühle ich mich nahezu persönlich angesprochen. Darum muß ich hier auch meinen Senf abgeben. 🙂

    Stimmt, Rosa ist nicht das Problem. Und ich auch nicht eine Barbiepuppe. Daher weiß ich nicht, wie vergleichbar es ist, wenn Du Dir in der DDR einen rosa Pulli gewünscht hast, Zeiten, in denen es weder Gendermarketing noch rosa Klamotten gab. Die Begehrlichkeit ist da doch ganz anders begründet als hier und heute. Oder irre ich mich da? (war ja in der DDR nicht persönlich anwesend.)
    Ich bin davon überzeugt, dass das Sein das Bewußtsein beeinflusst. (Jep, hat Marx schon gesagt.) Das Sein geben nicht nur wir Eltern vor, sondern alle EInflüsse, die das Kind erreichen. Dazu zählen auch Geschichten, Filme, Werbung sowie Codes und Zeichen. Ein Code ist ein Subtext, durch den wir kommunzieren. Das kann Mode sein, Gesten, Zitate aus Filmen / die Populärkultur. Dinge, die für etwas stehen, etwas bedeuten. Und ich bin daher auch der Überzeugung, dass es unsere Kinder beeinflusst, wenn die Farbe rot und rosa, Beziehungsthemen und Körperpflege als typisch weiblich und Abenteuer, Aggresivität und Sport Jungsthemen sien sollen. So jedenfalls funktioiert die Genderzuteilung von Lego, Ü-Ei, Barbie & Co. Das heißt übrigens nicht, daß ich meinen Kindern all das verbieten würde und hier niemand rot oder rosa trägt, im Gegenteil. Aber das kritisch zu hinterfragen und Spielzeug bewußt auszuwählen ist mir wichtig.

    Und warum ich darüber und über Themen wie Vereinbarkeit blogge? Weil ich es möchte und weil ich idealistische Person glaube, dass Meinungsäußerung und Diskussion Zustände verändern können. Im allerbesten Falle. Im schlechtesten Falle nervt es und niemand liest es. Vorallem aber schreibe ich das für mich auf, ich mag es einfach.

    Ich glaube übrigens nicht, Vereinbarkeit im Privaten zu regeln (mit dem Mann auf dem Sofa). Denn die schönste Regelung scheitert momentan noch an der Machbarkeit, an den Jobs, dem Verständnis der Arbeitgeber / der Arbeitswelt für kranke Kinder, Betreuung, Urlaubsregelungen & Co. Oder am Engagement der Kita, oder an ihren Öffnungszeiten, dem Betreuungsschlüssel, der Bezahlung und Motivation der Bereuungspersonen. Das spätestens ist dann doch politisch, oder nicht?
    Und ja, ich könnte in eine Partei eintreten und Kinderbetreuung verbessern, ich kann auch Journalistin werden und eben dieses tun. Ich bin das beides nicht. Ich bin eine Privatperson und mache diese Themen zu meinen.

    Was Deine Hebamme Dir gesagt hat, halte ich für vollkommen richtig, übrigens. 🙂

    Liebe Grüße von Mama notes 🙂

  10. Liebe MamamitMacken, liebe Mama notes, ich danke Euch sehr für Eure Kommentare 🙂 Allen anderen auch, natürlich! Hier wurde jetzt alles gesagt, denke ich. Ich freu mich auf weitere Themen und schicke sonnenblumenwedelnde Grüße, Rike

  11. Ich könnte jetzt auch in die akademische Diskussion mit einsteigen, weiss aber auch, dass die Argumente schon tausendmal genannt wurden, weshalb das Private politisch und das Politische auch privat ist. Aber wenn Du magst können wir das mal in Ruhe bei einem Glas Rotwein durchkauen…
    Ich selber werde erst mit meinem Privatkampf gegen die Gender-Apartheid und Uniformisierung aufhören, wenn alle Kinder alle Farben anziehen dürfen, ohne dafür ausgegrenzt zu werden. Einfach ein Jedes, wie es ihm gefällt.
    Ich mag aber gerne glauben, dass andere Leute aufgrund einer anderen Erfahrung eine Ansicht haben – und das ist auch richtig so. Du bist in einem Land mit flächendeckender Ganztagesbetreuung gross geworden. In meinem Land hat die letzte Frau das Stimm- und Wahlrecht bekommen, da war ich 20 Jahre alt. Einen (kurzen) bezahlten Mutterschaftsurlaub, da war ich 34 Jahre alt. In der Schule habe ich noch gelernt, dass Frauen nicht Bundesrat werden können (unsere Regierung), weil Frauen dafür gar nicht geeignet sind und überhaupt. Mir wurde, als ich freiwillig *richtig* Armee machen wollte gesagt, das ginge gar nicht, Frauen könnten nur Hilfsdienste machen. Als ich in der 2. Klasse im Aufsatz statt „Wenn ich König der Welt wäre“ schrieb „Wenn ich Königin der Welt wäre“, wurde mir gesagt, dass Königinnen nur die Frau des Königs seien und nichts zu befehlen hätten.
    Andere Erfahrungen prägen anders. Und deshalb sind auch die Prioritäten anders, die man sich für sein Leben und sein Engagement setzt. Darüber hinaus kann ich es auch nicht verstehen, wieso sich jemand für Kinderwagen-Zugang zu Bars und Restaurants einsetzen kann, schliesslich müssen sie ihre Kinder nur ins Tuch packen und das Problem ist erledigt…. Aber wieso sollte ich mich jemandem in den Weg stellen, dem das wichtig ist und Gleichgesinnte sucht, um für das zu kämpfen, was ihm wichtig ist?

    Engagement, in die Hände spucken, etwas konkret anpacken, ist wichtig. Aber genau so wichtig ist es meiner Meinung nach, erst mal zu analysieren wo es klemmt, wo die wunden Punkte sind, was man daran verbessern könnte, damit die Gesellschaft ein kleines Bisschen besser wird. Denn sonst verpufft all die Energie ins Leere und das wäre doch auch schade. Zudem, so traurig es ist, sind die Ressourcen beschränkt, die Budgets werden immer kleiner. Da muss man schon gut schauen, wo der Schuh am meisten drückt und wo das beschränkte Geld am meisten nutzt. Wir hier, in meiner Gemeinde, haben uns beispielsweise mit den Elternverbänden für einen SuS-Hort entschieden und dann alles in Bewegung gesetzt, um den im Gemeinderat durchzubringen. Dem ist eine lange analytische Arbeit von fast 2 Jahren vorausgegangen, wo vor allem – auf den ersten Blick! – gejammert, geklagt, diskutiert wurde und nicht viel passierte. Diese Problembestimmung hat aber dazu geführt, dass wir dann die vorhandenen Kräfte gebündelt auf eine Karte setzen konnten und am 18. August ging unsere Ganztagesbetreuung für Schulkinder an den Start. Und zwar genau so, wie die Eltern in unserer Gemeinde sie benötigen. Wären die Kräfte auf 3 Projekte (Spielplatz, Krippe oder SuS-Hort) aufgeteilt worden, hätten wir jetzt genau gar nichts.
    Soviele Worte nur um zu sagen: Analyse ist wichtig, Benennung der Probleme ist wichtig – und irgendwann kommt dann der Punkt, wo Lösungswege ausgearbeitet und Lösungen umgesetzt werden.

    (und mich nerven die vielen Blogparaden und Themen-Moden auch ein Bisschen, aber das ist ja so ein Auf und Ab…. mich nervt momentan, dass sich alle über Mommy-Wars beklagen aber keine wills gewesen sein 🙂 )

  12. Einen wunderschönen guten Tag!

    Ich muss sagen, es ist schon eine interessante rhetorische Figur, anderen Menschen ihre Debatten ausreden zu wollen, weil sie Dich persönlich nerven und das mit Deinem Recht auf freie Meinungsäußerung zu begründen.
    Erstens beteiligst Du Dich damit ja ebenfalls an der Debatte, die Dich nervt. Was natürlich zwangsläufig dazu führt, dass die Debatte in Deinem Kommentarfeld weiter geführt wird, was Dich wiederum nervt.
    Und zweitens dürfen die anderen Leute auf Grund der Meinungsfreiheit eben auf ihren Blogs auch schreiben, was sie möchten und debattieren worüber sie wollen. Wenn sie Dich nerven, warum hörst Du nicht einfach auf diese Beiträge zu lesen?
    Auch sehr schön der Hinweis, dass durch die Debatten ja angeblich nichts verändert wird, aber Du wirst durch Deinen Blogpost auch an diesen Debatten nichts ändern. Warum hast Du nicht stattdessen über irgendwas geschrieben, wofür Du Dich interessierst und mit dem Du Dich auskennst?
    Und das Beste ist immer die alte Keule: Es gibt wichtigere Probleme auf der Welt! Denen Du Dich hier intensiv widmest. Nicht.

    Nein, Du brauchst diese Fragen nicht zu beantworten, ich weiß es ja. Dir geht es ja gut. Du hast es eben drauf. Ja, und da ist es doch Dein gutes Recht darauf mal in aller Deutlichkeit hinzuweisen, auch gern mit rhetorischen Stilmitteln, die darauf fußen andere undifferenziert runter zu machen.

    Mach Dir aber keine Sorgen, ich werde Dich nie wieder belästigen.

    Ein schönes Leben noch
    Eine ehemalige Leserin

  13. an die Kommentatoren: Warum immer dieses Bashing und dieses Überzeugen wollen eines Bloggers? ich verstehe das nicht. Das ist Rikes Blog und sie kann hier mit den stilistischen Mitteln hantieren, wie sie will, und ihre Meinung vertreten, wie sie mag. Man muss es ja eben nicht lesen, wenn man nicht will! Ich bin aber voll ihrer Meinung. Und anonym „eine ehemalige Leserin“ zu schreiben, geht ja wohl gar nicht!

    • Liebe Séverine, die Damen waren alle höflich und die Kommentare haben durchaus ihre Berechtigung. Meinungstausch und freie Meinungsäußerung. Und Frau „Tschüss“ hat ja nun Tschüss gesagt. Alles ist gut 🙂

  14. Pingback: Im Stream der Belanglosigkeiten | Frau Chamailion bloggt...

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