Tür 17 – Atheistenradikalinski

Über diesen Beitrag freue ich mich persönlich ein bisschen wie ein Kind an Weihnachten! Ein Dresdner Blogger. Ein männlicher Dresdner Blogger. Ein Geheimtipp (behaupte ich). Einer, der auf der Kooperationsseite seines Blogs stehen hat: „Nein! Geht weg!“. Jemand, dem der schnöde Mammon, Ruhm und Lorbeerkränze gänzlich abgehen und der dabei auch noch so unverwechselbar schreibt, dass ich mich regelmäßig freudig jubelnd errege ob seiner verbalen Sperenzien. Einer, dem ihr alle spätestens ab jetzt regelmäßig die Bude einrennen solltet. Ich freue mich schon sehr darauf, wie er damit umgehen wird 😉 . Liebe Leute, Vorhang auf und Scheinwerfer an für Olaf von Papaquatsch(t)!

Rike hat gesagt, ich muss drei Dinge abarbeiten: Kritische Abhandlungen, sozialistische Gedanken und versaute Rezepte. Bevor es aber los geht, sei eins noch gesagt:

Seid bereit!

Wer jetzt die Hand an der Rübe hat, der kommt aus einer grauen Welt. Zumindest sagt das mein Fotoalbum, denn das wird tatsächlich erst mit dem Jahr 1990 bunt. Verrückt. Komisch ist auch, dass ich zum Adventsbloggen beitragen soll. Dabei bin ich doch Atheist, ein sehr überzeugter noch dazu. Genauer gesagt mag ich Religionen, allen voran die christliche, überhaupt nicht. Wussten Sie zum Beispiel, dass in der katholischen Kirche noch sehr lange darüber diskutiert wurde, ob die Frau überhaupt ein Mensch sei? Nee, brauch’ ich nicht und will ich nicht. Am schlimmsten sind dann ja noch diese bigotten Feiertagsfrömmler. Erzählen Sie mir nix, ich hab’ die in der Familie.

Jetzt ist das mit Weihnachten allerdings doch irgendwie blöd. Ich mag es nämlich. Das hat aber keiner gehört, verstanden?!

Überall ist es geschmückt, es gibt Stollen, Plätzchen werden gebacken und alles läuft irgendwie ein bisschen ruhiger ab, auch wenn überfüllte Innenstädte ein anderes Bild der Lage vermitteln. Ich mag Weihnachten übrigens schon immer. Hier, gucken Sie mal:

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Was darf an Weihnachten auch nicht fehlen? Richtig, Klimbim. Ich bin damit reichlich versorgt, denn in den letzten 20 Jahren hat mich meine Oma jedes Jahr beschenkt. Ich besitze verschiedenste Räuchermännchen, Winterkinder und Nussknacker. Ich habe diese Geschenke übrigens nie zu würdigen gewusst. Wer will denn in seinen besten Jahren bitteschön Weihnachtsdeko geschenkt bekommen? Heute bin ich ziemlich glücklich, dass ich die große Kiste einmal im Jahr aus dem Keller holen kann, denn sie erinnert mich auch an die Zeit mit ihr. Seit meine Tochter auf der Welt ist, hat sich all das noch einmal verstärkt. Und fast bin ich geneigt, die Existenz meiner Familie als kleines Wunder zu betrachten.Was darf an Weihnachten auch nicht fehlen? Richtig, die Aurora und der Frank. Wer aus Westdeutschland kommt, der sucht jetzt einfach mal nach „Weihnachten in Familie“. Aber erschrecken Sie nicht! Auf dem Cover sind furchtbar gekleidete Personen zu sehen, die auch ganz furchtbar singen. Aber es ist so schön. Ich bin übrigens der festen Überzeugung, dass das die einzige existierende Weihnachtsschallplatte der DDR ist. Oder kennt hier noch wer was anderes?

Seit gefühlt immer fehlt in unserer Familie noch etwas nicht: Aschenbrödel. Die DDR/CZ-Verfilmung. Neuverfilmungen werden gnadenlos missachtet. Wie könnte man es auch nicht lieben? Vorgestapfte Pfade quer durch den Winterwald, aus den letzten Stoffbahnen herausgefetzte Schleier und ein wunderbar albern aussehender Rolf Hoppe.

Hach ja, Weihnachten. Da kann man sogar mal die Kirche Kirche sein lassen.

Nachtrag: Das versaute Rezept habe ich nicht abgedruckt! Möglicherweise lesen Kinder mit. Man hat ja schließlich auch Verantwortung. Keine Sauereien an Weihnachten. Steht schon im Weihnachtshandbuch für Blogger.

8 Kommentare zu “Tür 17 – Atheistenradikalinski

  1. Also Weihnachtsschallplatten gab es doch einige mehr. ‚Die Weihnachtsgans August‘ zum Beispiel. Auch als DEFA Film Klasse, spielt (glaub ich) sogar in Dresden. Mit ‚Die musikalische Schlittenfahrt‘ und ‚Leise rieselt der Schnee‘ will ich gar nicht erst anfangen!
    Das beste (Ost) Weihnachtslied ever ist (meiner Meinung nach) Veronika Fischer ‚Weihnachten wieder daheim‘.

      • …damit man mir einen Pullover stricken kann!
        *Nimmt ja ein gutes Ende mit der Auguste*

    • Als weitere „Weihnachtsplatten“ kommen in meiner Erinnerung noch Räuber Rumzais und Ottokar vor. Erstere, weil die Stimme so prägnant war und letztere, weil er auf dem Cover seinen Namen in den Schnee pinkelt 🙂 ich habe keine Ahnung warum, aber irgendwie gab es die nur zu dieser Zeit zu hören.

  2. Ja die Platte kenne ich auch noch, und irgendwie war es ja auch wirklich grau früher, ich finde das war eins der signifikanten Dinge in der DDR, das Farblose…als wüßte man nicht was Farbpigmente wären..vielleicht hing das auch mit der Mangelwirtschaft zusammen. Wer weiß. Ich habe meine Weihnachtskiste bei einem Umzug verloren und bin jedes Jahr wieder traurig darüber. kein Räuchermännchen, keine Nußknacker und auch die alten Weihnachtsbaumkugeln sind dahin *schluchz* Meine großtante hatte sogar einen ganzen Engelchor. Den wollte Sie mir in Ihrem letzten Winter unbedingt vererben aber ich sagte Nein, den bauen wir bei Dir auf, sonst hast Du doch nichts…haben Wir dann auch zusammen gemacht. Sie hatte auch ganz tolle kleine Rehe und Bäume. Wirklich bezaubernd. Leider sind auch diese Sachen irgendwie verschwunden, und es gab dann kein Erbe. Aber wenigstens hatte die Großtante am letzten Weihnachten nochmal alles da.
    Ach ja und die Auguste,…wird ja jedes Jahr wieder insziniert, is toll, weil es so gut endet. 😀 gehört für mich auch irgendwie dazu. Seit neuestem auch noch eine Weihnachtsgeschichte, die ich die Tage mal auf meinem LeseBlog vorstelle.
    Ich wünsche eine gute Zeit

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