Auf eine Tasse Tee mit Frau Jott

Kinder und Erwachsene unterscheiden sich darin, dass Erwachsene in der Lage sind, die Konsequenzen ihres Handelns im Vorfeld einzuschätzen.

„Kommse, Frau Jott, nehmense noch ein Tässchen Nerventee. Das können wir beide jetzt gut gebrauchen. Hach, es sind harte Zeiten! Wir zwei, sie und ich, wissen ja, dass leider nichts so sehr stimmt wie der blöde Satz: „Kleine Kinder, kleine Sorgen. Große Kinder, große Sorgen.“. Und man hört ja nicht auf, Mutter zu sein, nur weil dem Blag irgendwann Haare zwischen den Beinen wachsen. Da sitzen diese Jungmütter selbstgefällig da mit ihren harmlosen Kleinkindern auf dem Schoß und denken, sie hätten für alles eine Lösung! Und immer dieses Geschwafel von wegen gewaltfreier Erziehung! Also, ich für meinen Teil, hab manchmal arge Lust, jemanden übers Knie zu legen. Ihm den Allerwertesten zu versohlen. Sie nicht? Doch, ich schon. Besonders die verhaltensauffälligen Kinder andere Leute. Nichts für ungut, ich verstehe das schon. Da zieht man das Kind groß unter Entbehrungen, schleppt ihn durchs Abitur und ermöglicht ihm das Studium. Dann bricht er´s ab. Neuer Versuch. Er muss sich eben erst finden! Den Nachbarn erzählt man stolz, der Sohn wäre nun angehender Anwalt (Irgendwie muss man sich ja selbst die Sache schönreden. Ich bin da ganz bei ihnen.). Aber, wieder nichts. Naja, er wird schon seinen Weg machen. Das dauert eben bei manchen. Und dann hacken die anderen alle auf dem rum!

die Instagram-Veröffentlichung eines erwachsenen Mannes und Journalisten - ich habe da meine Zweifel (c) wzonline.de

die Instagram-Veröffentlichung eines erwachsenen Mannes und Journalisten – ich habe da allerdings meine Zweifel (bei beidem)
(c) wzonline.de

Ja, das stimmt, er hat sich entschuldigt, öffentlich. Sie haben recht. Es tut ihm leid, sagt er. Und das jedesmal sogar! Der guter Jung-e. Weiß, was sich gehört. Ich finde, wenn man sich entschuldigt, isses dann auch mal wieder gut. Also bei meinem Anderthalbjährigen sehe ich das zumindest so. Bei dem Fünfzehnjährigen erwarte ich allerdings bereits, dass seine Lernkurve größer als die eines Einzellers ist. Nun gut, ich bin da vielleicht etwas strenger als andere. Hach, plagen sie sich nicht mit Selbstzweifeln! Immer dieses „Was habe ich bloß falschgemacht?“. Wissense, der Michi Mittermeier hat ja mal gesagt, es gibt diese Arschlochkinder. Ja, ich weiß, da war er selbst noch nicht Vater. Aber möglicherweise ist da was dran. Einmal Arschloch, immer Arschloch. Das finden sie nicht tröstlich? Hm. Aber ich hab da auch keine andere Erklärung! Man sollte doch meinen, dass irgendwann die emotionale Entwicklung der physischen nachfolgt. Dass es spätestens nach Beendigung der Grundschule nicht mehr lustig ist, den Mädels den Schlüpper runterzuziehen oder was anderes Dämliches. Es lacht ja auch keiner! Nein, wirklich, es lacht keiner mehr. Hoffen sie eigentlich auf Enkel? Das wird sicher noch dauern, befürchte ich. Also ehrlich, ich kann mir nicht vorstellen, das sich momentan eine anständige junge Frau zu Paarungszwecken findet für ihren Jung-en. Er wird wohl eher regelmäßig den Rat bekommen, seine Beinbeuge zu penetrieren. Was kann man da machen? Nun, was würde Jesper Juul raten? Vielleicht würde er sagen, man sollte die Kinder immer auf dem Entwicklungsstand abholen, auf dem sie sich befinden. Zumindest, wenn es um Erziehungsmaßnahmen geht. Also wenn das meiner wäre, dürfte er eine Woche nicht in der Superman-Bettwäsche schlafen. Und Handyverbot. Zu alt? Ich bitte sie! Immerhin benimmt er sich ja auch wie ein ungezogener Grundschüler! Naja, nichts für ungut. Nehmense doch noch nach, hier bitte. Ach, und wo wir gerade so schön zusammensitzen… wo sagten sie, ist er im Moment? Am Strand? Wissen sie, vielleicht red ich mal mit dem. Reiche ihm die Hand. Oder geb ihm einen Tritt in den Arsch. Soll ja manchmal Wunder wirken.“

Ein Kommentar zu “Auf eine Tasse Tee mit Frau Jott

  1. Ich hatte bisher zwar erziehungstechnisch noch nichts mit „großen“ Kindern am Hut, kann dein Verlangen jemanden übers Knie zu legen aber verstehen.
    Zum Thema Arschlochkinder kann ich nur sagen, dass ich im Kindergarten arbeite und jede Menge davon kenne und wenn ich mir die Eltern so ansehe, werden diese Kinder auch immer Arschlochkinder bleiben. (Die Eltern sind meist auch froh, wenn sie ihre Gören los sind und sie endlich abgeben können..) Für meinen Teil würde ich da am liebsten täglich die Eltern ein wenig übers Knie legen.

    LG
    Daniela

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