Das Geburtstagsgeschenk

Ich hatte gestern Geburtstag! Nun gut, an sich keine Überraschung, sondern mit einer 1:365-igen Wahrscheinlichkeit geradezu vorhersehbar. Auch wenn also keiner hier sonderlich überrascht ist, möchte ich bevor wir jetzt anfangen, ein kleines Liedchen anstimmen (wegen der festlichen Stimmung). Wer mag, darf gern mitsingen! Also los, drei, vier:

Happy Birthday to me

Falten am Knie

Cellulitte an der Titte

und alt wie noch nie

Prost!

(Ich habe nicht gesagt, dass es ein fröhliche Lied sein wird!)

Man sollte meinen, wenn jemand so viel Geburtstagserfahrung hat wie ich, dann ist das kein großes Ding mehr, aber weit gefehlt! Eigentlich ist sogar das Gegenteil der Fall. „Kinder!“, sag ich zu den Kindern, „Gebt euch Mühe! Malt mir Karten mit Herzen drauf und Sonnen und es darf auch ICHLIEBEDICH drauf stehen! Wer weiß, wie viele Geburtstage ich noch erlebe… „(schneuz; geräuschvoll). Und alle haben sich Mühe gegeben. Wirklich. Das Möbelhaus schickt mir Coupons und einen Sektgutschein und die Apotheke einen  zehn prozentigen Nachlass auf meinen nächsten Einkauf. Na dann…

Am meisten Mühe hat sich Andrea gegeben. Von ihr bekam ich nämlich ein selbst geschriebenes Buch. Mein wirklich schönstes Geschenk in diesem Jahr! Ihr dürft das jetzt auch nicht meinen Jungs verraten, ich habe da nämlich gelogen. Dem Mann sagte ich, die sexuellen Gefälligkeiten, die er mir anlässlich meines Geburtstages zukommen ließ, seien das Schönste an diesem Tag gewesen. Dem Pubi habe ich erzählt, der neue Jo Nesbo-Roman, den er mir geschenkt hat, sei das Beste gewesen und dem Blondino habe ich selbstverständlich erzählt, das Herz-Sonne-MAMA-Bild sei das schönste Geschenk. Mütter-Wahrheiten halt…

Das schönste Geschenk hat mir Andrea gemacht. Letzte Woche kam ihr Buch raus, endlich! „Jedem Anfang wohnt ein verdammter Zauber inne“ heißt es und nein, das kann weder mit „JAWEVZI“ oder „Das Popelbuch“ abgekürzt werden. Wehe! Untersteht euch!

Innen hat sie reingeküsst. Und da musste ich das auch lesen… also gleich. Ein Geschenk?! Für mich?! Mit Kuss sogar?! Los, her damit und zwar sofort. 

Ich weiß, eigentlich sollte das ja ein Geburtstagsgeschenk sein, aber hey! Mir konnte man noch nie irgendwas geben, das als Aufschrift „Nicht vor dem 31.1. öffnen!“ trug. Warum auch? Ich habe schon immer die Schränke durchwühlt nach Weihnachtsgeschenken, habe vorsorglich schon mal Pralinen angebissen (und danach wieder verpackt), die ich (oder jemand anderes) irgendwann einmal geschenkt bekommen sollte und konnte schon früher die Leute nicht verstehen, die „Kein Sex vor dem x-ten Date“ proklamierten oder dergleichen Unsinn mehr. Wir schlussfolgern und merken uns: Geduld und Warten-können ist nicht so der Nieselpriemerin Stärke (vielleicht hat sie andere, wir wissen es nicht).

Das Buch.

Andrea (rechts) ihr größter Fan

Das Buch ist wie Andreas Blog eine Ansammlung von Texten zu allen denkbaren Gegebenheiten im Leben mit Kindern und überhaupt. Das war zu erwarten. Was mich wieder mal umgehauen hat, ist ihre Fähigkeit, auf so viele verschiedene Arten zu schreiben! Urkomisch, stakkatoartig schimpfend, laut fluchend, zu Tränen rührend einfühlsam. Alles in einem einzigen, scheißdünnen Buch!

Das erste Mal geflennt habe ich schon auf Seite dreißig, „der grüne Klaus“ heißt das Kapitel. Von Seite fünfundneunzig an habe ich fünf Seiten lang geheult („The Grosser“) und wessen Auge da trocken bleibt, dessen Herz ist eine saftlose Trockenpflaume. Auf Seite zweiundsiebzig steht was von „meine Freundin Henrike“ und tatsächlich (mit falscher URL, aber who cares) der Name dieses Blogs und – ihr ahnt es – ja, schon wieder Tränen!

Die Welt hat auf dieses Buch gewartet. Das glaube ich, denn ich habe es! Es braucht noch immer Frauen, die anderen Frauen Mut machen und dieses Buch tut es.

Andrea und ihr Blog sind für mich schon oft die Antwort gewesen, wenn schreibende Heimchen im Mutterschafts-„Urlaub“ in meiner Gegenwart belächelt wurden. Im letzten Jahr zum Beispiel war ich auf einer seriösen Influenzer-Konferenz und ein junger Mensch hielt einen Vortrag über die Bloglandschaft in Deutschland. Die Foodies, die Modeblogger, die Dings und die Bums-Blogger. Keine Rede von den Elternbloggern. Ein wenig verdutzt und sehr laut erbat ich mir Auskunft. Nun ja, kam drucksend die Antwort, die Muttiblogs hätten ja nicht so eine Relevanz. NICHT SO EINE RELEVANZ?! Der arme Mann tat mir leid, aber erst später. Denn ich knallte ihm um die Ohren, ob er denn wohl wüsste, was für eine Zielgruppengröße Elternblogger ansprechen würden.

Andrea in your Face!

Mit gerade mal einer Handvoll Beiträge Klickmillionärin! Ohne Gewinnspiele und Werbung. Alleine ihr Beitrag „Ab heute gehe ich ohne Feuchttücher auf den Spielplatz“ wurde dreihunderttausendmal angeklickt und vierzigtausendmal bei Facebook geteilt! Relevanz dir das mal!

Ich liebe den Blog „Andrea Harmonika“ und die Frau dahinter wie blöde. Sie ist einer von (es macht mich so glücklich das zu schreiben) den Menschen, die beweisen, dass das Internet ein Netz der Liebe ist und Freundschaften echt und real sein können. Und endlich gibt es sie auch als Buch. Also für alle! Zum Anfassen, Blättern, ins Regal stellen und um deiner besten Freundin ein wirklich schönes Geschenk zu machen! Ich habe gewettet, dass die erste Auflage in drei Wochen ausverkauft ist. Ich halte diese Wette noch immer!

Ach so. Ich habe natürlich wieder mal nichts zu verlosen, aber Andrea selbst verschenkt bis morgen zwei Bücher auf ihrem Blog! Ich drücke Euch wie verrückt die Daumen. Ansonsten bekommt ihr das Buch für ´nen Zehner beim gutsortierten Buchdealer. Oder dem Online-Kaufhaus eurer Wahl.

 

Und hier kommt noch eine freundliche Klickempfehlung: Vivi hat das Buch besungen. Und bei Alu und Konsti gibt es ein Interview mit Andrea.

 

 

5 Kommentare zu “Das Geburtstagsgeschenk

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