Über das Grauen

„Morgengrauen“ ist ein Begriff, der die astronomische Dämmerung am Morgen beschreiben soll.

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Morgengrauen; wie Wikipedia es beschreiben würde

Mir allerdings dämmert schon seit längerem, dass sich unter dem Begriff das Grausen vorm nächsten Morgen verbirgt. Vor den grauen trüben Morgenstunden, in denen erwachsene Menschen, von Minderjährigen aus dem Schlaf gerissen, in der Gegend rumtorkeln. Mit grauem, aschfahlem Gesicht.

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die ungeschminkte und unschöne Wahrheit im trüben Licht eines jungen Morgens

Vermatschte, energielose Menschen, die zitternd vor der Kaffeemaschine stehen und sich in einem Zustand befinden, zur Erreichung dessen sie früher mehrere Gefäße hochalkoholischen Zeugs benötigt hätten und den sie nun einfach regelmäßig und ohne Einfluss von toxischen Stoffen erreichen. Prima!

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Betroffene

Und dann reden sich die Leute immer ein, dass alles eine „Phase“ sei und man doch bald wieder acht, neun, zehn, (Ach was!) achtzehn Stunden am Stück schlafen würde! Nach vollumfänglich befriedigendem Beischlaf am Abend zuvor (mindestens dreißig Minuten lang in verschiedenen Positionen und einer angemessenen Menge Alkohol davor und einer Zigarette danach, im Morgenmantel aus Seide mit attraktiv verwurschteltem Haar) und die lieben Kindlein erwachen erst, wenn die ausgeschlafenen Elternmenschen am nächsten Tag in Ruhe geduscht und eine angemessene Menge Kaffee konsumiert hätten.

Ja, das erzählen sie alle!

Niemand erzählt einem, dass wir alle nie, nie wieder schlafen werden! Wie Ingo Appelt schon vor gefühlt tausend Jahren erkannt hat, können wir erst nicht schlafen, weil die Kinder alle anderthalb Stunden gestillt werden wollen oder krank sind. Oder Zähne kriegen. Oder aufwachen und sich beschäftigen wollen. Mit dir, versteht sich. Dann können wir nicht ausschlafen, weil wir mitten in der Nacht die Brut in irgendwelche Einrichtungen fahren müssen. Und später, weil wir auf den Anruf warten, um die (möglicherweise angetrunkene) Brut nachts aus irgendwelchen Einrichtungen abzuholen! Und dann können wir auch nicht ausschlafen, weil der Zivi das Licht anmacht und sagt, er wöllte dich jetzt waschen!

So sieht´s aus! Das geht jetzt bis zum Ende so weiter. Schlaflos forever.

Man kann einfach nicht genug warnen: Liebe Kinder, Geschlechtsverkehr kann Folgen haben!

Über die Langzeitfolgen des Morgengrauens wird nicht geforscht (die Pharmalobby hat wohl noch keinen Stoff entdeckt, der sich damit promoten ließe), Betroffene schildern allerdings einhellig, dass das Grauen ganzheitlich von ihnen Besitz ergriffe.  Graue Gesichtsfarbe, dunkelgraue Augenschatten, vorzeitig ergrautes Haupthaar, das Absterben grauer Zellen.

Ja, sogar eine Grau-ifizierung des kompletten Umfeldes wurde von einigen beschrieben! Grau als Lebenseinstellung. Mir graut!

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Wie kann man dem Grauen Einhalt gebieten? Nun, Abdeckmitteln werden Wunder nachgesagt und damit die Not müder, ergrauter Menschen mit fahlem Teint schamlos ausgenutzt!

Abdeckmittel

Abdeckmittel mit rein optischem Lösungsansatz

Das einzige Abdeckmittel, das tatsächlich und ganzheitlich hilft, ist:img_3958

In diesem Sinne: Gute Nacht! 😉

 

19 Kommentare zu “Über das Grauen

  1. Ha ha ha, du sprichst mir aus der Seele! Es ist alles nur eine Phase, aber unsere Phase der schlechten Nächte hält nun schon eine ganze Weile an, ich möchte fast sagen es ist schon eine chronische Phase …

  2. *kicher* wieder wunderbarst geschrieben. Ich bin ja nicht so der Langschläfer noch nie gewesen ;D (ein Glück). Finde es dennoch wunderbar das der Pubi lange schläft und gehe einfach elendig zeitig ins Bett.
    mitfühlende Grüße
    Anja

  3. Danke für die Rettung eines 5:00 Uhr-Aufstehmorgens! Dein Text gräbt mir ein Grinsen in die Untiefen der Schlafmangelknitterfalten.
    Merke: Kleinkind + Zeitumstellung = Maximale Inkompatibilität!
    (T9 schlägt übrigens „Maximale Inkompetenz “ vor…ja, das dann in Folge auch…)

  4. Ich denke mit Grauen an das Grauen der Schlaflosigkeit bei Pflegestufe I. Ob man den Pfleger bestechen kann? Zwischen hinkutschieren der jungen Brut und heimkutschieren der älteren Brut liegt übrigens das Tal der bekloppten“ich geh noch nicht schlafen, ich muss noch … erledigen jetzt wo alle schlafen“ Erwachsenen.

    In diesem Sinne, so viel Schlaf wie möglich

    Janine

  5. Und ich dachte dieses Dauermüde sei tatsächlich eine Phase. Eine mittlerweile zehnjährige, aber eine Phase.
    Dieses müde sein trotz Kaffee, trotz des Mantras „In meinem Alter brauche ich weniger Schlaf“.
    Naja, wenigstens nicht alleine wir Ollen in diesem Club.
    Gutes Durchhalten Dir!
    Suse

  6. Hach ja. Und arm dran ist, wer dann keinen Kaffee mag. Der kämpft verzweifelt mit Streichhölzchen und grünem Tee gegen die grauen Morgenstunden. Wobei, das verleiht dem grau einen leichten hoffnungsvollen Grünstich… 😉 Fantastisch und mir aus dem Herzen geschrieben. Lg Johanna.

  7. Die „ungeschminkte Wahrheit“ ist auch in der müden Version keinesfalls unschön, finde ich. Und Ihr Blog lese ich auch gerne.
    Liebe Grüße von einer, der dank grauer Haare schon mit 30 im Bus ein Sitzplatz angeboten wurde.

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