Namen, mehr als Schall und Rauch

Ich sollte Falk heißen. Gott sei Dank haben sich meine Eltern das dann doch anders überlegt. Falk hätte wirklich nicht zu mir gepasst! Als ich dann da war, wurde Friederike erwägt als Label für das schrumpelige neue Kind. Ich kannte mal eine Friederike, die wurde Fritti gerufen! Ich hatte kein Mitspracherecht, aber auch dieser Kelch ging an mir vorüber… Nicht, dass ich mit meinem Vornamen zufrieden gewesen wäre! Oh nein, scheußliche Abkürzungen und namentliche Verhunzungen säumten meinen menschlichen Werdegang.

Auch der beste Ehemann von allen hat es nicht optimal getroffen. Eine Silbe (ein Vokal,  vier Konsonanten), man meint, damit liegt man auf der sicheren Seite. Weit gefehlt! Sein Vorname wird in Sachsen eigentlich niemals so ausgesprochen, wie er geschrieben wird. Wir Sachsen können diese Buchstabenkombination irgendwie nicht lautieren! Es klingt, als würde man einen Frosch würgen: Dörg…

Als das Kind Nummer eins sich auf den Weg in unser Leben machte, war uns beiden Eltern in spe klar: Auf gar keinen Fall sollte der Name Potential für Häme und Verschandelung bieten! Less is more, wir entschieden uns für: eine Silbe, ein Vokal, zwei Konsonanten. In der Zukunft sollte sich herausstellen, dass drei Buchstaben zu wenig für das Kind sind. So hängt noch heute jeder, der ihn kennt, einfach ein „i“ hintendran. Das Kind scheint an sich zufrieden mit unserer Auswahl.

So, das hatten wir ja schon mal gut hinbekommen!

Als das Kind Nummer zwei seine Ankunft voraussagte, hatte ich entschieden: Jetzt wird geklotzt! Florentina Charlotte Josephine würde es heißen. Der Beste schüttelte besorgt den hübschen Kopf und meinte, das ginge nicht. Das wäre ungerecht dem Kind Nummer eins gegenüber. Der hat ja nicht mal ne zweite Silbe, geschweige denn einen zweiten Vornamen! Diesem Argument konnte selbst ich mich nicht verschließen.

Dann kam die folgenschwere Ankündigung der Frauenärztin: „Es wird een Gerlschn!“. Das Kerlchen bekam als Arbeitsnamen: Garlschn. Denn wir konnten uns nicht entscheiden! Jeder für sich schon, aber auf einen gemeinsamen Nenner kamen wir nicht. Ich steckte in der namentlichen Zwickmühle.  So kam es, das Kind. Und die resolute Hebamme steht neben mir, steckt die Hände in die kräftigen Hüften und fragt: „So, hast du dich entschieden?! Wie soll das Karlchen denn nun heißen?“. Dass das so schwer gewesen war, ist rückblickend nicht mehr zu begreifen. Er hatte ja schon die ganze Zeit einen Namen!

Tja Leute, was soll ich sagen? Eine Silbe, ein Vokal, drei Konsonanten. Und man kann super ein „i“ dranhängen.

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