Pfingsten auf´m Storchenhof

Fragt man den Großsohn, was sein schönster Kinderurlaub war, nennt er ganz sicher den Bauernhofurlaub in Österreich, und das ist dreizehn Jahre her! Zusätzlich zu den Tieren, dem unglaublichen Essen und der Idylle gab es damals dort einen Traktor für die Gäste. Nach Einweisung des Bauern konnten wir damit über die Felder brettern. Der Bärtige am Steuer und das Großkind – das damals noch ein kleines war – und ich jeweils auf einem Radkasten. Das war großartig! Leider liegt Österreich acht Fahrstunden von uns entfernt, deshalb waren wir nur einmal dort. Wir habens nicht so mit Langstreckenfahrten.

Sowas muss es doch aber auch in der Nähe geben, oder?

Das kleine und das große Stadtkind sollten mal wieder unter Viecher. Und wir Alten wollten eine Luftveränderung. Aber in Kurzstreckennähe!

Das Pfingstwochenende haben wir auf dem Storchenhof Paretz verbracht, im Havelland, zweieinhalb Autostunden von Dresden entfernt. Ideal also auch mal für einen Wochenendurlaub. Am Sonntag war der Hof gefüllt mit Tagesausflüglern aus dem nahegelegenen Berlin, die zum Ponyreiten und Kuchenessen vorbeikamen. Spandau soll dem Vernehmen nach nur zwanzig Minuten entfernt sein.

Wir waren vier Erwachsene und drei Kinder (oder fünf Erwachsene und zwei Kinder, ich weiß immer gar nicht, wohin ich den Pubi zählen soll) und allen hat es gefallen!

IMG_1735Wir sieben hatten ein Appartment, aber ebenso…

…wäre es möglich gewesen, in einer der Schlafkammern über dem Pferdestall zu übernachten.IMG_1810IMG_1792IMG_1793IMG_1795Es gab neben Pferden, Hunden, Katzen, Hühnern, Schafen und Schweinen und Hasen auch eine Voliére mit Nymphensittichen, einem Graupapagei und einem Pfauenpärchen. Und Platz! Und Ruhe!IMG_1806Der Blondino fand es dufte!IMG_1777…halb Treppe, halb Rutsche

IMG_1742…Tiere hautnah

IMG_1765…einen Riesenspielplatz direkt vor der Haustür,

IMG_1787…den Mama sogar von drinnen beaufsichtigen konnte.

IMG_1838Wir Alten mochten zum Beispiel den einsamen Spaziergang an der Havel entlang.

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IMG_1740Unser Pubi hat tatsächlich mit mir Tischtennis gespielt! Mein Highlight…

IMG_1831Kurze Regengüsse ließen sich gut überbrücken…

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IMG_1814Das Kind war den ganzen Tag draußen und kam dreckstarrend und voller blauer Flecke und überglücklich und mit dem Gefühl von Tierfell unter den Händen abends rein.

IMG_1816 IMG_1830 IMG_1799 IMG_1800 IMG_1784 IMG_1781Platz ist in der kleinsten Hütte und wir haben natürlich supergesund gegessen! Siehe Beweisfoto.

Resümee: Gut. Super in der Anbindung. Tolle Umgebung! Viele Tiere. Großartig restauriert und von vorn bis hinten architektonisch klug mit viel Sinn fürs Deteil umgebaut. Aber wo Licht ist, ist auch Schatten. Abstriche gibts für Sauerkeit. Das Appartment war nicht staubig, sondern dreckig! Auch war der Geschirrschrank mit einer Tasse und drei Gabeln für sieben Personen unterbestückt. Unterbestückt war auch das Personal, was im Nachgang einiges erklärt. Zwei Köchinnen und eine Hauswirtschafterin, die den ganzen Hof und zwei große Feste versorgen sollten. Auch die Männer im Stall sah man morgens um acht und abends um acht immer noch. Es gab ein Café, das allerdings nur am Sonntag geöffnet war, was ich persönlich schade fand! Mit mehr Personal und Liebe zum Gast kann man ganz sicher noch einiges mehr aus diesem Kleinod machen. Bauer und Bäuerin gab es nicht. Eher Chef und Chefin. Die hauptsächlich durch Abwesenheit glänzten. Ich hätte mir ein wenig mehr persönlichen Kontakt gewünscht (und vielleicht ein Glas Marmelade vom Hof als Willkommensgeschenk im Appartment). Mehr Präsenz. So bleiben mir nur die beiden Köchinnen in freundlicher Erinnerung zurück.

Trotz allem kommen wir sicher wieder.

Und ist das jetzt eine Reiseempfehlung für euch? Ja!

Zum Schluss muss ich noch mal auf den Pfau zurückkommen. Hier ist er im Bilde, links sein Weibchen (von der wird auch gleich noch die Rede sein).

IMG_1802Am ersten Abend machte der Pfauenalte einen Riesenrabatz! Krähte, was das Zeug hielt! Stand da und spreizte seinen Schwanz, während das Weibchen gelangweilt mit halbgeschlossenen Augen in einer Ecke saß. Ich sagte zu meinem Kerl: „Guck, das ist so typisch! Der macht ein Geschrei und reckt seinen Schwanz in die Höhe und meint allen Ernstes, das imponiert dem Weib! So ein Idiot.“. Darauf guckt mich der Bärtige frech an und antwortet listig: „Wirst schon sehen, der wird damit Erfolg haben! Und wenn sie einfach nur umkippt, damit er Ruhe gibt.“.

Wisst ihr Bescheid, mit was für einem Pfau ich hier verheiratet bin!

Und mit dieser halbgaren Bauernhofweisheit endet mein nachträgliches Pfingstwochenende in Bildern. 🙂

Ein Kommentar zu “Pfingsten auf´m Storchenhof

  1. Das klingt so super toll! Und die Bilder sind einfach wunderschön, zum Träumen. Die Negativpunkte sind allerdings gewichtig. Keine Sauberkeit ist zu gewaltig. Danke für den tollen Bericht.

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