Adventskalender und andere Schokoladenkrisen

Nächste Woche ist es soweit. Und sie werden sehnsüchtig erwartet. Die Adventskalender!

Und ich bin froh, wenn ich die dann endlich aufstellen kann und sie nicht mehr meinen Kleiderschrank verstopfen. Dass ich die Adventskalender bis zum ersten Dezember verstecke, ist leider nicht optional und ja, ich wäre auch froh, wenn es anders wäre…img_41371

Man könnte meinen, in dieser Familie herrscht Schokoladen- oder gar generelles Süßkramverbot, so wie die Jungs sich gebährden. Dem ist mitnichten so! Hier gibt es immer eine differenzierte Auswahl an mengenmäßig einem Großhandel Ehre gebietend Zuckerzeug. Immer! Schon, weil ich das Zittern bekomme, wenn nicht wenigstens dreihundert Gramm Milka Vollnuss irgendwo gebunkert sind. Für den Notfall.

Ich muss das Zeug auch bunkern, weil die anderen mir alles wegfressen. Heute erst wollte ich zwei Tafeln Kinderschokolade aus der Bevorratung holen. Dort lag ein Fünferpack, dessen war ich sicher. Es lagen auch noch fünf Verpackungen darin, in jeder ein einzelner Riegel.

Wutschnaubend habe ich damit vor dem pubertären Übeltätergesicht herumgefuchtelt und wisst ihr, was der zu seinem Fehlverhalten zu sagen hatte? „Die waren da, also habe ich sie gegessen!“. Aha.

Ich sag nur: Der ganze Vater! Der verkündete mir auch mal, ihm sei furchtbar übel und ich sei schuld. Weswegen, fragt ihr? Na, das ist doch ganz klar: Weil ich immer die Schokolade im Dreihundertgrammformat kaufe und er dann deshalb immer viel zu viel davon isst! Und ich wüsste doch, das verträgt er gar nicht gut! Mea culpa. Sinnlos zu erwähnen, dass ich die Schokolade eigentlich kaufe, weil ich (!) zum Zeitpunkt der Kaufentscheidung Appetit darauf habe und mich wider besseren Wissens oft Tage später auf ein Stückchen freue.

Zu spät. Alles, was irgendwo an Allgemeinplätzen gelagert wird, wird gnadenlos weggefressen! In Mengen, da wird mir schon beim Gedanken daran übel.

Unnötig zu erwähnen, dass die Adventskalenderei gerade recht kommt. Endlich mal wieder Schokolade! Und unnötig zu erwähnen, dass ich drei Kalender kaufen muss (ja, kaufen, dazu gleich mehr), ich habe ja auch drei bedürftige Kinder.

In einem der vergangenen Jahre habe ich mal für das bärtige meiner Kinder einen indiviuellen Adventskalender „gebastelt“. Es war eine Schale, die ich jeden Tag für ihn mit Kleinigkeiten bestückt habe. Teebeutelchen mit Botschaften, kleine Liebesbriefe, Traubenzucker, sowas eben. Wühlt der jedesmal in dieser liebevoll bestückten Schale, wirft alles raus und sagt: „Und wo ist die Schokolade?“.

Ich kaufe. Ich bin ein Käufer. Hier werden drei mal vierundzwanzig Portionen braunes Zeug, bestehend aus Zucker, Kakao, Milchpulver und Fett erwartet und eingefordert. So ist das bei Nieselpriems!

Ich erinnere mich an das erste Kitajahr des Großkindes. Am ersten Dezember kam ich nachmittags in die Kindereinrichtung und wurde wutschnaubend von der alten Genossin Kindergärtnerin erwartet: „Siiiie! Also siiiiie!“ (Ihr mächtiger Busen bebte und ihr behaartes Kinn zitterte; und ich hatte Angst), „Iiiihr Kind! Also iiihr Kind hat!“ (sie schnappte und schnaufte um Luft bemüht), „Ihr Kind hat einfach den Gruppenadventskalender leergegessen! Alles! Leer!“.

Liegt offensichtlich in der Familie…

Und der Kleinste, also bei dem ist auch Hopfen und Malz verloren! Ich hatte dem mal eine kleine Tüte Gummibärchen in eine seiner winzigen Mülltonnen geladen, damit er damit das Müllauto bestücken könnte. Und natürlich auch, um zwischendurch zu naschen. Dann waren die alle. Da dachte ich, ok, dann beladen wir eben das Müllauto mit Kastanien! Es war Frühherbst und die waren zuhauf vorhanden, weil wir von überall welche mitbrachten. Und ja, sie schienen ihm auch geschmeckt zu haben…

Aber was rege ich mich auf. Könnt ihr euch erinnern (irgendwo habe ich schon mal darüber gebloggt), mich sprach mal die Mutter einer Schulfreundin an und sagte: „Ach Rike, wenn ich dich sehe, muss ich immer daran denken, wie du ständig bei uns vor der Tür standest und gesagt hast, Frau Bleul, ham sie was Süßes für mich? Ich nehm auch´n Zuckerwürfel! Und, ist die Gabi da zum Spielen?“.

Sag ich doch, liegt alles in der Familie!

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6 Kommentare zu “Adventskalender und andere Schokoladenkrisen

  1. Erst dachte ich: Da geht doch die Schranktür gar nicht mehr zu!
    Das war mir dann während der Lektüre über das verfressene Verhalten der Bagage fast wieder entfallen. Da ist so eine Schranktür echt ’n Nebenschauplatz! 😀

  2. Zum Thema „Blöde Kommentare von der besseren Hälfte“: Mein Dipl.-Ing. hat zu Beginn unserer bereits 8 Jahre währenden WG-Zeit immer leere Milch-Tetrapaks nach dem Genuss des weißen Zeugs wieder in den Kühlschrank gestellt. Mit der Begründung: „Dann siehst Du gleich, was Du einkaufen musst.“ Äh, aha, danke!
    Und zum Thema „Schoki“: Noch im Aussprechen des Satzes „Lass mir ein Stück übrig!“ merke ich die Sinnlosigkeit dieser frommen Bitte. Alles in Millisekunden ratzefatz weggefuttert.

  3. OMG, das ist ja wie bei uns. Der Mann ist auch immer sauer, wenn ich Schokolade kaufe, weil er sie dann ja essen MUSS. Und für mich bleibt dann nur noch die Blockschokolade, weil alles andere weggefressen wurde. >:-(

  4. ….Immer noch laut lachend und dabei einen halben Baumkuchen fressend…Ich liebe Baumkuchen…
    Aber weißte was? Das geht mir so mit Schnaps. Ich mag gerne hin und wieder mal einen Schnaps am Abend. Und dann besorge ich mir eine Flasche und stelle sie auf den Küchenschrank. Und dann steht sie da unangetastet! Manchmal wochenlang. Wenn ich dann denke: „Oooh, jetzt ein Schnäppschen nach dem Essen…“ Dann ist die Flasche auf jeden Fall mindestens halb leer. Wenn überhaupt noch was drin ist. Das haben bis jetzt ALLE meine Lebensgefährten (Klingt so viel. Waren aber nur 2 :-D) geschafft mir meine sorgsam aufgehobene Flasche zu killen. Und was sagen sie zur Entschuldigung? „Du hast es ja nicht getrunken!“ Demnächst verstecke ich das Zeug irgendwo in ner Sockenschublade, wie so ne alte Säuferin. Dann kann ich in Ruhe 3 Jahre an so ner Flasche trinken. 😀

  5. Also ICH horte sowohl Qualitätsschoki als auch meine Edelkaramellen unter der Unterwäsche, noch hinter dem Sexspielzeug, dort geht mir jetzt gar keiner ran. Das billige Zeugs hingegen lege ich gut sichtbar in den Küchenschrank, die Jungs können den Unterschied eh nicht schmecken, so schnell wie sie den Stoff inhalieren. Und so ist jedes Familienmitglied zufrieden und dem Mann kann ich mit bestem Gewissen sagen: „Siehst du, ich entsage der Schokolade, kaaaaaihne Ahnung weshalb ich nicht abnehme……“

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