kleines Intermezzo

Weihnachten hin, Erkältungswelle her, wir haben auch noch ein Familienleben und das gilt es zu pflegen!

Besonders die frühkindliche Spracherziehung liegt mir ja sehr am Herzen. Heute habe ich mich mit dem Jüngsten auf seinen Spielteppich begeben und mich dessen motorischer und linguistischer Talententwicklung gewidmet. „Drachenfutter“ heißt das Spiel, das dazu zum Einsatz kam. Zuerst las ich dem Kinde die Spielanleitung auf spanisch vor. Dann auf italienisch. Das Kind zeigte sich nicht nur wenig interessiert, nein, das Anarcho-Baby missachtete auch gänzlich alle Regeln. Es schmiss die Spielsteine einfach in der Gegend rum und verteilte sie ohne erkennbares Muster in verschiedenen Schiebern, Kisten und Gefäßen. Jede versuchte Intervention meinerseits wurde mit Knurren seinerseits quittiert.

Da der Jüngste ganz offensichtlich nicht daran interessiert war, mit mir gemeinsam zu spielen, habe ich mich dem Studium der Anleitung hingegeben. Wenn der schon nichts lernen will, kann es auf gar keinen Fall schaden, mich selbst fremdsprachlich weiterzubilden. Den Spielnamen auf italienisch kann ich bereits. So freue ich mich mitteilen zu dürfen, dass ich zum Heiligabend meiner lieben Schwiegermutter das Essen hinsetzen kann mit den Worten: „Das ist extra für dich. Das nennt sich ´Vinciamo insieme`!“. Auch den ersten Satz der Spielanleitung werde ich auf italienisch auswendig lernen und wenn mir beim nächsten Pizzariabesuch der Piccolo die Karte aus den Fingern reißt und wissen will, was ich zu speisen wünsche, werde ich weltfraulich die Hand heben und verlauten lassen: „Tutti i contenitori vengono esposti su un tavolo!“ (Alle Töpfe auf den Tisch stellen; steht zumindest an der entsprechenden Textstelle der deutschen Spielanleitung).

Bei der holländischen Übersetzung fängt bereits der Name des Spiels meine volle Aufmerksamkeit: Drakenvoedsel.

Interessant!

Ich beschließe, dass ich ab jetzt genug Anglizismen im Sprachgebrauch habe und dass es Zeit wird, besonders dem Holländischen eine Chance zu geben, mein Alltagsdeutsch zu unterwandern. Und ihr könnt das auch! Wenn ihr beispielsweise Dinnergäste über die Feiertage habt, könnt ihr mit euerm neuerworbenen Wissen glänzen und die Besucher nach dem Essen fragen, wie ihnen denn das Voedsel geschmeckt hat.

Ich jedenfalls werde den Bärtigen jetzt zum Essen rufen: „Schatz, komm in die Küche! Dein Voedsel wartet.“. Na, der wird Augen machen…

 

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