Soll ich´s wirklich machen oder lass ich´s lieber sein…

Ich: „Du, geht los jetzt mit dem Blog. Ich mach das!“

Innerer Kritiker: „Pffffffffff…“

Ich: „Warum verleierst du die Augen?“

Innerer Kritiker: „Im Ernst?! Was soll das werden?! Der dreimillionste Mamiblog der Welt?! Ach komm!!“

Ich: „Naja, aber die Worte wollen raus! Meine Facebookeinträge sind so lang, dass die keine Sau mehr zu Ende liest! Und ich kann doch nicht jeden Tag die Wohnung umstreichen!“

Innerer Kritiker: „Verstehe, du bist nicht ausgelastet. Ich kann dir helfen: die Scheuerleisten kannst du abschrubben. Dann vergehen dir deine Flausen!“

Ich: „Nein, ich will was für mich machen!“

Innerer Kritiker: „Wenn du was für dich machen willst, dann mach was mit deinen HAAAAREN, oder einen Origamikurs an der Volkshochschule. Makramee soll auch sehr hübsch sein…“

Ich: “Ich hab so viele Ideen…“

Innerer Kritiker: „…Oder Sport! An deiner Figur besteht mehr als Optimierungsbedarf!“

Ich: „Ich könnte über mein Leben in der pupsenden Männer-WG in Pieschen schreiben. Es gibt keinen Blog über Pieschen!“

Innerer Kritiker: „…Was sicher seinen guten Grund hat…“

Ich: „Die Leute, denen ich meine Geschichten gezeigt haben, fanden sie lustig!“

Innerer Kritiker: „Aus purer Höflichkeit! Schreiben! Du! Du bist ein eingebildeter Schriftstellerei-Praktikumsanwärter oder allenfalls ein Blog-Azubi im ersten Lehrjahr, erster Tag, dem die arrogante Inkompetenz aus den Eiterherden seiner ungepflegten Pickel quillt! Oder in deinem Fall: wie ein aschfahler Schleier über der faltigen Gesichtshaut hängt!“

Ich: „Das tat weh!“

Innerer Kritiker: „Du solltest  die Elternzeit abbrechen und im Büro für die Sicherstellung der Vermehrung des Firmenwohlstandes kämpfen, parallel einen Zweitjob in der Fabrik annehmen und neben den gestrandeten Existenzen, die auch alle ´irgendwas mit Medien´ gemacht haben und einen Blog geschrieben, nachts zwischen drei und sechs am Band stehen und Joghurtbecher stanzen. Außerdem wäre noch das Schulgebäude des Kronsohnes zu streichen, das kannst du nach dem Abendessen und vor dem Fabrikjob noch erledigen. Falls dir das noch nicht reicht, kannst du immer noch ins Tierheim gehen und die mutterlosen Welpen stillen.“

Ich: „Wenn ich EINE Person finde, die das lesen würde, dann mach ich´s.“

Innerer Kritiker: „Mit der du nicht verheiratet, verwandt, verschwägert bist?! Die sich in keinerlei Abhängigkeitsverhältnis zu dir befindet? Beruflich nicht verbandelt? Die nicht bezahlt wurde? Die nicht aus Mitleid lügen würde? Ok, da bin ich dabei! Muhahahahahahahahaha! Hihihihihi! Das wird lustig! Hähähähähä! Wahahahahaha! Warte, ich hole Popcorn!“

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3 Kommentare zu “Soll ich´s wirklich machen oder lass ich´s lieber sein…

  1. Pingback: Happy Birthday! | Nieselpriem

  2. Liebe Henrike,
    vor etwa einer Woche bin ich zufällig auf Deinem Blog gelandet… ich weiss nicht mehr wie 🙂 aber ich blieb… und habe Tag für Tag Deinen ganzen Blog gelesen… und bin jetzt hier bei Deinem allerersten Eintrag gelandet. Ich muss im Alltag so oft an Dich und Deine Geschichten denken 🙂 und will daher unbedingt einen kleinen Gruß als Dankeschön dalassen.
    liebe Grüsse
    Sonja

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