#Familienalbum

Hach, Kinders, da hat die Nina von Frau Mutter ja was losgetreten. Nun sitze ich seit gestern zwischen alten Fotos und zwischen vier Jahrzehnten. Wollt ihr mal gucken?

b7…mit Strickkleid und Spangenschuhen.

b6… mit Familienangehörigen. Ich bin das ganz rechts im modischen Jumpsuit mit Fuchs (Ihr seht, es war echt alles schon mal da!). Wer die anderen beiden sind, darf ich euch aus Datenschutzgründen nicht verraten. Nur so viel: Das große Mädchen mit den Zöpfen war gar nicht so lieb und unschuldig, wie es auf dem Foto scheint. Ja! In der Tat soll sie Kleinere gekniffen haben (mehrmals).

b2… mit todschicker Handtasche und Oma Else.

b5… mit Buch und offensichtlich mitten im Zahnwechsel.

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Das mach ich jetzt lieber nicht so groß, das Foto.

… mit Bauchansatz und Dedoronblouson (das war ein absolut gängiges Wort im DDR-Mode-Jargon).

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… mit John-Lennon-Brille und meinem neuen Freund.

Ach ❤ das mag ich, das Bild! Auch wenn es gar nicht mehr zählt, weil das schon die Neunzigerjahre waren. Ich weiß noch, dass meine einzige Angst war, der Typ in dem anderen Boot könnte einfach so mit unserem Fotoapparat abhauen! Man siehts auch ein bisschen, ich sitze auf dem Sprung, bereit, mich kopfüber hechtend in das andere Boot zu werfen. Der neue Freund hat dann fünfzehn Kilo zugenommen und sich einen Vollbart und einen Sehfehler wachsen lassen (der das Tragen einer Brille erforderlich machte.). Ob das alles geschah, um nicht in Zusammenhang mit ollen Fotos gebracht zu werden, ist nicht bekannt. Ich habe ihn geheiratet. Aber nicht mit dieser Frisur (also meiner). Aber das waren dann sogar schon die Zweitausenderjahre.

Also: Album zu für heute!b1

Oh du fröhliche… Teil 1

ES GEHT LOS!

Es ist morgens kurz vor acht. Der Kinderwagen ist vollgetankt, Weihnachtsstern, Grabgesteck und Marzipanbrot eingesackt. Jetzt warte ich nur noch darauf, dass diese Kinder endlich wach werden!

(Das Marzipanbrot ist nicht etwa sowas wie die Weihnachtsgurke dieses Artikels, sondern eine ernste innerfamiliäre Angelegenheit!) 

Heute ist nämlich Totensonntag. Vermutlich seid ihr etwas indigniert darüber, dass dieser Tag offenbar zu meinen hohen Feiertagen zählt. Das ist ganz einfach zu erklären: Meine Nachbarin hat gesagt, nach dem Totensonntag könne man anfangen. Könne man anfangen! Dämmerts jetzt? Das bedeutet, wenn ich heute Mittag von der Friedhofstour heimkomme, kann ich die Weihnachtskisten aus dem Keller holen! Die Weihnachtskisten! Endlich! Und wer sich jetzt fragt, ob das mit den Wiederholungen im Text so weiter geht, ja! Ja!

Ich hibbel ja schon seit Wochen, ach was, Monaten!

Heimlich schleppte ich schon Äste und Gedöns heran, an das ich noch heimlicher weiteres Gedöns gehängt habe, um mich schon mal an rumstehende vertrocknete Baumteile mit Rumhängern dran einzuschwingen. Oder vielmehr den Mann, der jetzt schon mit wedelnden Armen durch die Wohnung trabt und behauptet, er würde überall mit seinem Rauschebart an Ästen mit Dekoobjekten hängenbleiben („Diese Scheiße kommt hier weg! So eine Drecksscheiße! Diese vermaledeite Drecksdeko! Ich schmeiß das alles in den Ofen! Brennen wird das! Lichterloh!“). Ja, der Mann ist merkwürdig. Aber er macht schöne Kinder.

Die nächsten Wochen werde ich eine Zuckerguss-Rike sein. Eine, die ihrem wehrlosen Baby ein rotes Elchgeweih aufs Mützchen setzt. Eine, die im Weihnachtsstrickpullover mit rüschenverzierter Küchenschürze Backblech um Backblech voller duftender Plätzchen aus dem Ofen holt. Eine, die im Schein funkelnder Vanillekerzen dampfende Töpfe voller Krautwickel, Rouladen, Kaninchen, Hirschgulasch, Knödel, Klöße, sahniges Kartoffelgratin und Rotkraut, Rotkraut, Rotkraut, Rotkraut oder auch mal Rosenkohl mit Butterbröseln zubereitet. Eine, die vier Tannenbäume kleinteilig zerhackt um alle Türen in der Behausung damit zu drapieren und sogar schon mal mit Schneespray in Fensternähe gesichtet wurde. So eine, die überall und  jeden Stuhl/ Fensterbrett/ Tischkante/ Klodeckel weihnachtlich dekoriert. Eine, die mit rotglänzenden Bäckchen Abends den in liebervoller Erwartung herbeigesehnten Mann mit Aktentasche an der Tür begrüßt, der aufgrund der olfaktorischen Reizüberflutung schon an der Wohnungstür in Tränen ausbricht. So eine werde ich!

Das kann niemand durchhalten. Ich weiß das, aber in jedem Jahr versuch ich es aufs Neue…

Die Adventszeit ist wie Kinderkriegen. Bei mir zumindest. Schon Wochen vorm errechneten Termin würde ich am liebsten loslegen! Diese Warterei macht mich mürbe. Ich mal mir aus, wie das alles wird, mache Pläne. Wenns dann losgeht, bin ich auch noch euphorisch. Also mit kleinem Anflug von „Darauf hab ich mich also wochenlang gefreut, ja?!“. Wenn die Party dann richtig im Gange ist, bin ich dann die, welche sich lautstark beschwert, dass das hier ja überhaupt nicht nach Plan laufen würde! Um dann kurz vorm Showdown die Schnauze richtig voll zu haben und nur noch AUFHÖREN ENDLICH AUFHÖREN zu brüllen. So um den dritten Advent rum…

So ist das mit mir und Weihnachten. Und in diesem Jahr werde ich das Spektakel festhalten. Als eine Art Adventskalender der besonderen Art. Ein Blogbeitragadventskalendertagebuch.

Es geht los! ES GEHT LOS! Ich wünsche uns allen eine fröhliche, besinnliche und, hach, duftende, glöckchenklingende, leckere, liebevolle, knisternde, raschelnde, nach Zimtsternen und Glühwein riechende Weihnachtszeit. Freut ihr euch auch so? Ich freu mich wie blöde!

Fortsetzung folgt…