Domestizierung und ihre Folgen – ein Sozialexperiment

So, Leute, da bin ich wieder!

Wo soll ich denn auch sein, jetzt, wo niemand mehr irgendwo hin kann. Nein, hier bin ich, und der Dude wäre sowohl stolz auf meine Arbeitskleidung als auch meine Lebenshaltung. Der Bärtige findet, ich lasse mich gehen, aber apropos gehen: Er kann auch nirgendwo hin! Also isses mir wurscht, dass er mir die Schokolade in den Hals zählt und mich ständig zum Sporttreiben animieren will. Und zum Schminken, normale-Sachen-anziehen. Der Mann ist seltsam. Ich finde, meine fortgeschrittene Verlotterung ist nur ein Zeichen für funktionierende Selbstfürsorge.

Wobei, er selber behauptete ja neulich, er habe es echt am Allerschwersten, da er mit drei Pubertätern zusammen leben müsste! Der Blondino sei eindeutig vorpubertär, der Bubi regelpubertär und ich spätpubertär. Stimmt, Wechseljahre sind echt die schlimmste Phase aller Pubertäten. Meine Klimaanlage ist kaputt und ich bin permanent emotional übersteuert! Aber wir waren ja bei dem Mann. Dem Mann geht es gut! Danke der Nachfrage.

Mir geht es nicht so gut. Neulich las ich, die Isolation wäre wirklich furchtbar für ganz viele Menschen. Mensch, dachte ich so bei mir, die Isolation ist gar nicht mein Problem. Eher deren Fehlen, die Zwangsvergesellschaftung innerhalb der Kernfamilie, das macht mir zu schaffen! Ständig ist jemand hier, immer eigentlich, und ich selber ja auch! Gestern stand ich am Stadtrand und beglubschte sehnsüchtig eine baufällige Gartenlaube. Ich sagte zu dem Kerl, ich wöllte mein Pflichtteil ausgezahlt bekommen und bitte sofort diese „Datsche“ kaufen! Dann würde ich hier draußen alleine wohnen, egal, wie lange die Krise noch dauern würde. Und dass, wenn ich gewusst hätte, wie das alles so in echt aussieht, ich mir überlegt hätte, ob ich nicht mit jemand anderem zwangsisoliert werden wöllte. Der Mann blickte auf mich herab und ich konnte seine Gedanken lesen: Er stimmte mir zu, das wäre auch für ihn eine reizvolle Idee gewesen, wenn ich irgendwo anders wäre.

Das muss man verstehen. Das Geheimnis, warum wir uns auch noch nach zweiundzwanzig Jahren meist gut leiden können liegt darin, dass wir sehr wenig gemeinsam machen! In Friedenszeiten ist der Kerl an drei Abenden in der Woche nicht da, ich an zwei. Wir verreisen sogar getrennt, manchmal, und finden es schön so. Wenn wir wieder nach Hause kommen, haben wir etwas zu erzählen! Was sollen wir uns denn JETZT bitte erzählen? Der andere war doch dabei, der andere ist immer dabei.

In Woche eins des „Einschlusses“ war ich so fertig davon, mich an die neue Situation anzuaproximieren, um mal ein Wort aus dem Sprachgebrauch des Mannes zu verbiegen, mich hinzunivellieren, dass ich zu meinem Freund Bruno beim Facetimedate sagte, ich wüsste wirklich nicht, ob der Mann und ich im Sommer noch verheiratet sein würden! Der hat nur gelacht.

Dieses Sozialexperiment hier, das haut mir alle unter der Oberfläche schwärenden zwischenmenschlichen Beziehungsprobleme um die Löffel. Da kommen Probleme zum Vorschein, von denen wusste ich gar nicht, dass ich sie hatte! Wir sollen ja aber was lernen, die Krise als Chance, also Augen zu und gewaltfreie Kommunikation an. Da geht es der Nieselpriem wie allen anderen Kindern, da müssen wir jetzt durch!

Wisst ihr, was ich mich frage? Warum noch keiner auf die Idee gekommen ist, dass das Virus von Amazon eingeschleppt wurde! Da sitzen die ja immer in ihren Verschwörungsvideos und sagen, man solle sich fragen, wem das alles nütze! Ja, wem nützt es denn? Also ich weiß nur, dass Amazon mit den Lieferungen nicht mehr hinterherkommt. Ich habe eine Verlautbarung gelesen, wo sie mitteilen, dass es aufgrund von vermehrten Bestellungen von Drogerie-, Lebensmittel und Haustierbedarf  zu zum Teil wochenlangen Verzögerungen kommen kann. Ja, unser persönlicher Amazon-Lieferant, der immer fröhlich durch die Türsprechanlage ruft: „Amma Sohn Bagget für disch!“, ist schon länger nicht mehr gesehen worden.

Das mit dem Homeschooling, das habt ihr jetzt alle drauf, ja? Wir haben das Abiturprogramm des Kronsohnes nach Kompetenzen aufgeteilt. Ich, die ich nicht mal Abitur habe, kontrolliere Wirtschaftslehre, Deutsch und Englisch, der Mann muss bei den technischen Fächern ran, weil er zwar nicht weiß, wie „Physalis“ geschrieben wird, aber den Unterschied zwischen MP3 und MP4 kennt und anderen fürs praktische Leben unnützen Kram, der aber im Leistungskurs Informatik beim Sohn irgendeine praxisferne Relevanz haben könnte.

Überhaupt ist das Leben mit dem Bubi wirklich schön, der Bubi dürfte auch mit in meine Datsche. Der macht nix und hockt den ganzen Tag in seinem Keller vorm PC. Manchmal werfe ich ihm eine Vitamin D-Tablette in seinen Pumakäfig, weil er ja nun gar nicht mehr ans Tageslicht kommt, da der Schulweg weggefallen ist. Ansonsten ist er angenehm unauffällig. Mit diesem Verhalten passt er so gar nicht zum Rest der Familie!

Neulich las ich einen Text, ihr kennt diese dämlichen Bildchen, wo jemand dann einen Sinnspruch draufgeschrieben hat und die bei Facebook und per WhatsApp geteilt werden? Irgendein kinderloser Mensch schrieb da von den schönen Dingen, für die „man“ ja nun Zeit hätte und was alles nicht abgesagt sei: Frühling, Lachen, Sonnenschein, Vogelgezwitscher, Blablabla.

Weißte, was noch? Heuschnupfen! Heuschnupfen wurde auch nicht abgesagt! Um meine Heuschnupfenbetroffenheit drastisch zu beschreiben, stellt euch mich mit dem Blondino im Auto vor, versehentlich die AC an, fahren an den Elbwiesen vorbei, auf denen sich fröhlichen People tummeln in lustigen Grüppchen, da schniefts kurz dreimal hinten, dann kommt ein: „Aua, meine Augen…“, gefolgt von infernalischem Gebrüll: „MEINE SCHEIßAUGEN! GIB MIR SOFORT DIE KACKMEDIZIN, DU KACKMAMA, FÜR MEINE KACKSCHEIßAUGEN!!!!!“. Ja, ich weiß, das sind fünf Ausrufungszeichen. Hielt ich für angemessen.

Was sonst noch? Zeitumstellung! Zeitumstellung wurde auch nicht abgesagt! Wollen die mich eigentlich komplett rollen? Als ob ich nicht schon genug Probleme hätte, mit den Wochentagen klarzukommen, jetzt auch noch der KACKSCHEIß, um meinen Sohn zu zitieren und ja, er hat ein Problem mit seiner verminderten Frustrationstoleranz. Und ich auch, zwangsläufig. Wir alle. Am ersten Abend der Ausgangssperre sagt der zu mir: „Also, wenn morgen nochmal Corona ist, dann ist das eine Kackwelt, Mama!“.

Kind in Quarantäne – Symbolbild

Immer wenn der Blondine schlechte Laune hat, ist das ansteckend. Auch seine gute Laune ist ansteckend, aber er hat öfter schlechte Laune. Viel öfter. Er bastelt und malt nicht, er beschäftigt sich nicht alleine, er findet alles doof, weil er seine Kitakumpels nicht bei sich hat, er will den ganzen Tag bespaßt werden. Ich fühle mich wie im Kinderferienlager eingesperrt, als Betreuungsperson. Mittagschlaf macht der auch nicht mehr, dabei brauche ich nach der ersten Halbzeit dringend eine Ruhepause! Neulich machte ich mir Ohropax rein und dachte, was soll schon passieren. Nun, ich sage euch, was passiert ist. Ich komme nach anderthalb Stunden in sein Zimmer, da steht er vorm Fenster, die Jalousie hochgezogen und macht sich gerade dran, die Stricke derselbigen durchzuschneiden. Bunt angemalt im Gesicht und an den Armen. Vorher war er im Badezimmer, hat die Schubladen der Kommode dort aufgezogen als Treppe benutzt und ist nach oben geklettert um sich zu „schminken“. Ich weiß jetzt, wie das mit dem „ever last“ und „24 Std Halt“ gemeint ist bei Kajalstiften und Liplinern: Hält auf sechsjähriger Haut für mindestens fünf Tage! Danach ist der Angeschmuddelte nach unten geklettert, hat die Schubladen geschlossen und die Knaufe von außen abgedreht. Ich halte jetzt immer Wache vor seiner Zimmertüre (aktuell schreibe ich diesen Beitrag genau in dieser Wachhaltung, während das anbetungswürdige Früchtchen meiner Lenden und Räuber meines letzten einsamen Nervs eingesperrt und zur Mittagsruhe verdonnert in seinem Zimmer ist).

Das einzige, was hilft, ist das Kind zu schinden. Der muss rennen, toben, klettern, springen, der ist in Wahrheit ein Äffchen. Draußen. Wir kommen gleich darauf zurück.

Was war noch so los?! Ich habe die letzten Stoffreste aus dem Fundus meiner Omi zu Mundschutzen vernäht, wie ganz ganz viele Menschen.

Nun gibt es in der Stadt sogar solche“toten Briefkästen“,wo die fleißigen Nähbienen abends ihre Mundschutzlieferung reintun können. Diese hier ist aber offensichtlich bewunderungsgeil und übergibt ihre nur den bekannten Menschen im ärztlichen Dienst, gegen Dank und warme Worte. Kann sein. Aber (gefühlt) alle nähen fürs Uniklinikum und (gefühlt) keiner für die Hausarztpraxen, Physiotherapeuten und Altenpfleger. Ich war selber überrascht, wie viele Menschen ich persönlich kenne, die persönlich vom Mangel betroffen sind. Also liefere ich aus.

Heute nun fuhr ich erst zu unserer Kinderarztpraxis und im Anschluss  – weil es sich anbot- zu meiner Mutter. Ich brachte den neuesten Nele Neuhaus-Roman hin und zwei Mundschutze, selbst in Handschuhe und kochfeste Baumwolle gewandet. Meine Mutter erzählt ein wenig und dann sagt sie: „Diese Unwissenheit macht mich fertig! Mor weeß ja gar nisch mehr, was mor machn solln! Un wie mor uns schitzen gönn!“. „Doch, Mutti!“, widerspreche ich: „Man weiß eigentlich ziemlich sicher, wie man sich schützen soll! Da gehts schon mal los, dass du nicht jeden Tag runter zum netto gehst wegen einem Becher Quark und Nachmittags noch mal, weil die Nachbarin gesagt hat, es gäbe jetzt Klopapier!“. Aber sie trägt doch immer Handschuhe, erwidert meine Mutter. Und mit denen fasst sie sich an die Nase, wenn diese krabbelt, streite ich. Sie hat versprochen, nur mit Mundschutz rauszugehen, damit ich endlich den Mund halte.

Ich möchte jetzt bitte dringend den Doktor Brinkmann und den Doktor Stefan Frank und alle Mediziner Schauspieler der Schwarzwaldklinik bitten, täglich zwanzig Uhr vorm Kessel Buntes zu dem Volk zu sprechen! Die Senioren brauchen sie! Die Senioren vertrauen ihnen! Die Senioren glauben nicht, was ihre dussligen Kinder sagen, und die Lügenpresse! Bitte sagen sie es ihnen! Danke.

Denn wenn ich die Rentner so beobachte, wie sie sich um das Klopapier kloppen, tratschend zusammen stehen, dann begreife ich es nicht. Denn sie begreifen die Situation nicht! Schon zu Friedenszeiten verstopfen sie den ALDI zur primetime – der Bärtige sagt gerne, das sei denen ihr Facebook- nun machen sie es genauso. Stehen mit einer Packung Knäckebrot in der Schlange, rücken einem auf den Leib und kontrollieren, ob man selbst hamstert. Neulich steht so ein Exemplar hinter mir, Typ „Bier formt diesen schönen Bauch“, mit verschränkten Armen über der Brust, während seine Frau neben ihm einen Sechserpack Mineralwasser wuchtet, beobachtet, wie ich meinen Wocheneinkauf aufs Band packe und sagt: „Orr nee, Inge, gugge dir das an! Die kooft wohl für das gesamte Hauskollektiv ein!“. Dieser Typ Rentner ist mir wohlbekannt. Er spaziert Montags um den Altmarkt und wählt AFD, weil da „endlich mal eener sagt, wie es ist!“, hat noch nie einen Ausländer von Nahem gesehen  – außer den Vietnamesen vom Imbiss- weiß aber, die Ausländer sind an allem schuld. Und davor war´s der Wessi! Dieser Typ Wendeverlierer altert ungnädig und wird zur Plage in diesen Zeiten.

Ich war heute noch auf der Post ein Päckchen aufgeben – mit Gummihandschuhen und Mundschutz, als einzige-, da wuselten sie durcheinander durch den Kassenraum, von Abstand keine Rede, die ganzen Warnschilder lesen sie nicht, die Kreuze auf dem Boden ignorieren sie, da kommt ein Rentnerpaar rein, sie öffnet mit bloßer Hand die Tür an der Klinke, er hält mit seiner bloßen Hand die Tür für sie auf, sie stellen fest, dass noch ein paar Menschen vor ihnen dran sind, regen sich darüber auf und beschließen, am Nachmittag die fünf Briefmarken einzukaufen, die sie einkaufen müssen. Weil, sowas hat man besser vorrätig.

Sie machen einfach so weiter wie immer. Von mir aus, könnte man sagen! Sei das Licht, sei selbst das Licht, Henrike, sage ich zu mir, und das soll mich beruhigen. Tuts nur nicht, weil die Leutchen mich penetrieren mit ihrer Unwissenheit/ Trotz/ Ignoranz.

Ich bin ja von Rentnern umgeben in dem seriösen Stadtteil, in dem wir leben. Links, rechts, vorn, hinten. Wir leben hier idyllisch, wir haben Platz en masse, wir haben die Elbe in Laufnähe, den Waldpark, wir habens wirklich schön!

Nun ist es ja so, dass unser Radikalinski wirklich zweimal täglich raus muss zum rumrennen, bolzen, springen… ihr wart aufmerksame Leser, ihr wisst bescheid. Es ist auch so, dass ich durchaus weiß, dass wir es hier weitaus luxeriöser haben als andere Familien. Es geht um die Haltung meiner Nachbarn.

Der Waldpark ist voll mit Menschen, die trotz Spielplatzsperre am Spielplatz stehen – ich kann es ihnen nicht verdenken, was soll man denn wochenlang mit den Kindern machen! Manch einer hat auch kein Auto, was ihn in irgendeinen Wald bringen könnte, und was soll man denn dann auch andauernd im Wald! Es ist zum Piepen. An den Elbwiesen dasselbe. Viele Menschen, viele Kinder.

Wir also, wir leben auf und neben großen Gründen, auf denen man bolzen, springen, toben, rennen könnte. Nicht kann, könnte. Denn bei uns ist es nicht erwünscht, weil überall Blümchen blühen, was schön ist, aber fragil gegenüber Kinderfüßen.

Auf der Einfahrt wird es auch nicht gern gesehen, weil da ist es laut und außerdem fliegt der Ball auch auf die Wiese, die Blümchen.

Hinter unserem Haus ist ein kleines Stück Wiese, da dürfte das Kind, aber der Ball, der Zaun, die Blümchen…

Jetzt – Ha!- hat der Mann das Nachbargrundstück ausgemacht. Dort residiert eine Verwaltungsfirma in einem großen Haus mit riesengroßer Rasenfläche hintendran. Außen drumherum ein hoher Zaun, der ideale Fußballplatz. Denn, nachmittags gehen die Verwaltungsfräuleins nach Haue und nur ein Rentnerehepaar lebt noch dort unterm Dach. Niemand sonst. Die Rasenfläche ist brach, ungenutzt und vermoost, sie wird von niemandem genutzt, falls das eine Geige spielt. Das Tor ist auch unverschlossen, weil es nicht zu verschließen geht. Wir wissen schon, dass das sicher nicht rechtens ist, auf ein unverschlossenes Nachbargrundstück zu gehen, nur weil es unverschlossen ist, aber das ist eigentlich ein Gewerbegebiet und man kennt uns da! Udn wir dachten – doof, wie wir sind – dass es einfach ALLEN Mitmenschen klar ist, was das im Moment für eine Belastung ist, der wir arbeitenden Eltern ausgesetzt sind.

Der Mann geht also manchmal dorthin um mit dem Blondino zu bolzen. Weil ja, wir alle sollen und wollen zum Gemeinschaftsschutz zu Hause bleiben und wenn raus, dann doch bitte nicht alle auf einen Haufen. Wir dachten, das sei angesichts der Lage doch in Ordnung. Denkste.

Zuerst wurden wütend unsere Federbälle konfisziert, die über den Zaun flogen, danach traten die Rentner persönlich auf um dem Bärtigen mitzuteilen, das sei hier kein Fußballplatz! Nun, da hätten sie sich wohl spezifischer ausdrücken müssen, denn der Mann tauschte den Fußball gegen einen Segelflieger und spielte wieder in dem Garten. Dann!

Dann kamen sie, plärrten den Gatten an, das sei eine bodenlose Frechheit, die Polizei wöllten sie holen! Was der sich denken würde! Dabei rückte die Seniorin dem Kerl auf die Pelle, Geifer spuckend. Der Mann sagte: „Bite halten sie Abstand!“, und ging einen Schritt zurück. Die Frau rückte auf, dass jeder weitere Schritt als Pettingversuch zu werten wäre und blaffte meinen armen Mann an: „Häh! Ich habe was! (hustet) Jetzt werden sie sich anstecken! Hähä!“. Der Bärtige hat versucht, auf die besondere Situation im eigentlichen und die Chance dieser ungenutzen ungepflegten Wiese im Besonderen hinzuweisen und um Solidarität gebeten, wurde aber verlacht und rausgeschmissen.

Der Mann war erregt, und das ist er selten. Ich bin sauer. Und zwar richtig! Das ist die Risikogruppe. Wegen denen schützen wir uns, damit die nicht krank werden. Entschuldigt, mir kommen Zweifel. In Zeiten, wo wir alle uns in Solidarität üben, Nachbarn Hilfe anbieten, nähen gegen den Mundschutzmangel, unsere Kinder zu hause betun und „nebenbei“ arbeiten, uns im Spagat befinden zwischen allen Anforderungen, da kommt mir sowas so richtig hoch!

Vielleicht schreibe ich den Besitzer des Grundstückes an um zu fragen, ob wir da gelegentlich spielen dürfen, und dann gehe ich mit der Seniorin in den Zweikampf! Mit Mundschutz! Ich bin die einzige Alte, die meinen Mann anschnauzen darf! Vielleicht verraucht meine Wut auch einfach unverpufft, aber ich weiß ganz sicher, wem ich garantiert nicht meine Nachbarschaftshilfe anbieten werde!

 

(saure Rike ab)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

9 Kommentare zu “Domestizierung und ihre Folgen – ein Sozialexperiment

  1. Ich würde nachfragen, ob das Spielen in Ordnung geht. Irgendwo müssen sich Kinder ja austoben. Ich glaube die Senioren haben sonst nichts zu tun außer sich aufzuregen und einkaufen zu gehen.
    Uns wird durch die Hausverwaltung der Sandkasten gesperrt in dem nur unser Sohn gespielt hat, auf einem Privatgrundstück. Angeblich wegen der Verfügungen der Stadt, ich habe eine andere Theorie …

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  2. Bleibt gesund 🍀
    Ach und hier auch- ich einfach unverbesserlich Teil 65 + unser Opa ist stabil, dem kann der Virus nix, der steht das durch. Man kann doch jetzt nicht aufhören zu leben – wo denkst e hin.

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  3. Liebe Rike, ich verstehe Deinen Lagerkoller so gut. Auch wenn es hier die milde Verlaufsform nimmt, komme ich an keinem Zeitpunkt des Tages zu einem klaren Gedanken. Wenn der Angetraute, der noch außerhalb arbeiten darf, nach Hause kommt, stürze ich aus der Bude zum Einkaufen und es ist wie damals, das erste Mal ohne Baby aus dem Haus. Bloß ohne Wehmut. Ich wünsche Dir von Herzen, dass es Karma gibt und Eure Nachbarn eine unschöne schmerzhafte Warze am Po bekommen. Tschakka, auch wenn es schwer fällt. Liebe Grüße Susanne

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  4. „Und wir dachten – doof, wie wir sind – dass es einfach ALLEN Mitmenschen klar ist, was das im Moment für eine Belastung ist, der wir arbeitenden Eltern ausgesetzt sind.“
    Ahahaha!!!! *Tschuldigung, geht schon wieder*
    Nein, die Leute ohne Sorgearbeit sind echt der Meinung, dass jetzt ja alle zuhause sitzen und sich langweilen. Oder dass man ja nicht jammern sollte, sondern die Entschleunigung genießen.

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  5. Oh wie recht Sie haben.
    Ich musste zwar herzlich lachen….aber eigentlich ist das alles so deprimierend und zum- aus-der –aus-der-Haut-fahren.
    Obwohl selbst Rentner erlebe auch ich diese Ignoranten, sie sind zum kotzen!
    Behalten Se die Nerven und versuchen sie gesund zu bleiben!

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